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Geheime Geschichten für Frauen, die Saris tragen Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-20503-4

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Erschienen:  18.06.2018
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Nikki weiß, was sie will. Genauer gesagt weiß die junge Londonerin mit indischen Wurzeln, was sie nicht will: ein Leben, gebunden an traditionelle Konventionen. Als Lehrerin eines Creative-Writing-Kurses für Sikh-Frauen will sie ihr Lebensgefühl weitergeben und hofft, dass die Frauen schreibend ihre Fesseln abwerfen. Allerdings entpuppen sich sämtliche Teilnehmerinnen als Analphabetinnen, die nur Lesen und Schreiben lernen wollen. Ein Unterfangen, das sich bald als müßig erweist. Doch als die Frauen sich öffnen und sich gegenseitig ihre geheimsten Geschichten anvertrauen, setzen sie etwas in Gang, das nicht nur ihr Leben für immer verändern wird ...

Balli Kaur Jaswal (Autorin)

Balli Kaur Jaswal wurde in Singapur geboren und hat rund um den Globus gelebt: auf den Philippinen, in Japan, Russland, den USA, in Großbritannien, Australien und der Türkei. Sie hat als Lehrerin an verschiedenen internationalen Schulen gearbeitet, bevor sie mit ihrem Mann wieder nach Singapur gezogen ist, wo sie sich nun ganz dem Schreiben widmet.

www.ballijaswal.com

Aus dem Englischen von Stefanie Retterbush
Originaltitel: Erotic Stories for Punjabi Widows
Originalverlag: HarperCollins (UK), William Morrow (US)

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-20503-4

€ 9,99 [D] | CHF 12,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Goldmann

NEU
Erschienen:  18.06.2018

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Taschenbuch)

Unkonventioneller Genre-Mix: Erotik, wo man sie nicht vermutet!

Von: artWORDising Diana Wieser Datum: 30.07.2018

schreiblust-leselust.de

So scharf wie ein gutes Curry! Balli Kaur Jaswal ist ein verwegener Mix aus Emanzipations-Story, Komödie, Krimi, Kulturpanorama und einem „Kamasutra meets Sextoys“ gelungen. Ja, Sie haben richtig gelesen! Doch der sexuelle Befreiungsschlag geht nicht etwa von der 22-jährigen Engländerin Nikki aus, die zwar indische Wurzeln hat, aber ansonsten mit den Gebräuchen ihrer Eltern nichts mehr anfangen kann. Es sind alte Witwen in traditionellen Saris, die in Nikkis Schreibworkshop ihre erotischen Fantasien zum Besten geben! Dieser Roman ist ein unkonventionelles Bravourstück, das – im wahrsten Sinne des Wortes – Lust auf mehr macht…

Nikki hat ihr Jura-Studium geschmissen, jobbt als Kellnerin in einem Pub und lebt relativ planlos in den Tag hinein. Sie hat Spaß mit ihrer besten Freundin Olive, trinkt gerne Wein, ist Zigaretten und Männerbekanntschaften nicht abgeneigt. Weiter nicht verwunderlich, wäre da nicht ein kleines Detail wie Nikkis Nachname: Grewal. Denn Nikki ist die Tochter von Sikhs. Während ihre ältere Schwester sich gerade an einer arrangierten Ehe versucht, lehnt Nikki die alten Traditionen ab. Sie ist aus ihrem Elternhaus in Southall, dem indischen Stadtteil Londons, ausgezogen, sehr zum Missfallen ihrer Mutter.

Aus Geldnot bewirbt sie sich um einen Job als Schreibwerkstättenleiterin im Gemeindezentrum eines Sikh-Tempels. Allerdings hat die zuständige Leiterin Kulwinder das Ganze als Alphabetisierungskurs ausgeschrieben. So wundert sich Nikki, dass nur ältere, in weiße Witwenkleider gehüllte Damen ihren Seminarraum aufsuchen, die gar nicht schreiben können. Dem Mitteilungsbedürfnis tut dies allerdings keinen Abbruch. Sie erzählen sich erotische Geschichten – mit äußerst expliziten Details. Doch während die Damen noch darüber diskutieren, welches Gemüse einen männlichen Penis am besten umschreibt, tut sich Gefahr auf. Da ist zum einen die erzkonservative Bruderschaft. Die Männer patrouillieren durch Southalls Straßen, um Frauen „wieder auf den rechten Weg zu bringen“. Zum anderen darf die reservierte Kulwinder nichts vom tatsächlichen Unterrichtsinhalt erfahren. Doch Kulwinder ist mit eigenen Problemen beschäftigt. Im vergangenen Jahr starb ihre Tochter Maya unter mysteriösen Umständen. Sie soll sich im Garten ihrer Schwiegermutter selbst verbrannt haben. Ist das möglich – oder steckt dahinter ein Racheakt?
Während sich Nikki in den charmanten US-Inder Jason verliebt und die Frauen ihres Kurses an Selbstbewusstsein gewinnen, wird sie immer mehr in den Fall hineingezogen. Das hat Folgen.

Was auf dem Papier wie ein irrer Genre-Mix klingt, funktioniert auf den 471 Seiten dieses Romans hervorragend. So wie sich ein gutes indisches Curry aus verschiedensten Geschmacksnuancen zusammensetzt, so schafft es auch die Autorin, ein umfangreiches Bild einer Gesellschaft der scheinbaren Widersprüche zu zeichnen. Balli Kaur Jaswal wurde in Singapur geboren und lebte in unterschiedlichsten Ländern auf dem Globus. Dies ermöglicht es ihr, Themen von allen Seiten zu beleuchten. Sie beschönigt weder die Schattenseiten des „Izzat“, dem Konzept der Familienehre, noch verdammt sie kategorisch das Konzept der arrangierten Ehe. „Ich treffe meine eigenen Entscheidungen, aber ich möchte meine Familie in die Entscheidungsfindung mit einbeziehen“, argumentiert Nikkis ältere Schwester Mindi. Gewalt gegen Frauen, Ausgrenzung von Fremden, Integrationsprobleme und Schwierigkeiten bei der Identitätsfindung – die Autorin packt all diese Themen zum lustvollen Kern der erotischen Geschichten hinzu.

Trotz aller kuriosen Comedy- und Erotikkomponenten ist es wohl der größtes Verdienst dieses Buches, dass er beim Lesen den eigenen Horizont erweitert und vermeintliche Scheuklappen ablegt. Ein Sari ist kein Keuschheitsgürtel! Warum sollten reife Inderinnen kein Interesse mehr an Erotik zeigen, wo wir ihren gleichaltrigen Kolleginnen in Europa doch selbiges zugestehen? Dieser Mix aus Ost und West, Tradition und Moderne kommt trotz scheinbarer Widersprüche damit der Realität wohl am nächsten. Dieses Buch zeigt, das Leben ist nicht nur schwarz und weiß. Es ist bunt!

Letztendlich bringt uns Balli Kaur Jaswal auch eine der faszinierendsten Kulturen näher. Obwohl jeder siebte Mensch auf der Welt aus Indien stammt, stellt das Land für den Westen immer noch ein Mysterium dar. Zwischen Bollywood-Glamour und Kastensystem, zwischen Ayurveda und Armenslums, zwischen gewaltlosem Widerstand und Gewalt gegen Frauen, zwischen Vegetarismus und High-Tech-Revolution lauern noch abertausende aberwitzige Geschichten, die es wert wären, aufgeschrieben zu werden.

Erste Schritte sind bereits getan. Die Autorin arbeitet an einem weiteren Roman. Und die Filmrechte für „Erotic Stories for Punjabi Widows“ – so der zutreffende Originaltitel – wurden bereits verkauft. In diesem Sinne: Fair milaange – auf Wiedersehen!

Geheime Geschichten, die überraschen

Von: Ritja Datum: 08.07.2018

buchstabenfestival.blogspot.de/

Das Buch hat mich überrascht. Ich kannte den englischen Titel nicht, so dass ich etwas völlig anderes erwartet hatte. Wenn man jedoch den englischsprachigen Titel vorher liest, weiß man, was kommen wird - "Erotic Stories for Punjabi widwows". Warum hat man diesen Titel nicht einfach übersetzt?

Man sollte kein indisches Shades of grey erwarten, denn aus meiner Sicht ist diese Geschichte wesentlich besser geschrieben. Balli Kaur Jaswal lässt den Leser hinter/unter den Sari schauen. Von den Einstellungen und Lebensweisen der Sikh-Frauen und deren Familien wird erzählt. Vieles weicht von meiner Lebensweise ab und war deshalb sehr interessant, teilweise verwirrend und schockierend. Einige Handlungen und Ansichten kann ich nicht nachvollziehen (wohl auch, weil mir das Hintergrundwissen fehlt) und einiges hat mich positiv überrascht.

Mir waren viele Charaktere sympathisch und so manches Mal musste ich über die Frauen und ihren Humor schmunzeln. Nachdenklich stimmten mich die sehr traditionellen Ansichten (Ehre) und die geforderten Handlungen (Verstoß, Tod) von sowohl weiblichen als auch männlichen Familienmitgliedern.


Balli Kaur Jaswal hat mir mit ihrer Geschichte ein ganz klein wenig die indische Lebensweise in London, den täglichen Kampf, das Leben in einem bestimmten Bezirk, die fehlende Integration, den Generationenkonflikt und die mangelnde Bildung der Frauen (häufig auf Wunsch des Mannes), aber auch deren Lebensmut, ihren Humor, ihre Sexualität und ihre berührende Art gezeigt und nahe gebracht.

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