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Handbuch des Helden Auf der Suche nach den Geheimnissen von Kraft und Ausdauer

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-16584-0

Erschienen: 02.11.2015
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Das neue Buch von Bestsellerautor und Läufer-Guru Christopher McDougall

Wie sehen echte Helden aus? Für Bestsellerautor und Läufer-Guru Christopher McDougall war klar: nicht wie die muskelbepackten Rohlinge aus Comics und Hollywoodstreifen. Inspiriert von den Überlebenskünstlern der griechischen Mythologie, wie Odysseus und Herkules, macht sich McDougall auf die Suche nach den Geheimnissen von Kraft und Ausdauer. Seine Erkenntnisse: Ein Held ist, wer zuerst an andere denkt, statt an die Lorbeeren; wer seinen Körper durch unterschiedliche Bewegungen – Laufen, Schwimmen, Klettern – fit hält, statt mit Hanteln den Bizeps zu stählen; wer aus den simplen Gaben der Natur die besten Produkte gewinnt, statt Geld für Ernährungsmoden zu verschwenden.

McDougalls neue Reportage ist ein Handbuch für alle, die sich für Spaß an Bewegung und körperliche Gesundheit interessieren, denn, so sein Fazit: Der Stoff, aus dem die Helden sind, steckt in uns allen.

Christopher McDougall (Autor)

Christopher McDougall, geboren 1962, studierte in Harvard, seine journalistische Laufbahn begann er als Auslandskorrespondent der Associated Press, für die er aus Ruanda und Angola berichtete. Er war als Redakteur für Men's Health tätig und schrieb u.a. für Esquire, The New York Times Magazine und Outside. Drei Mal war er für den National Magazine Award nominiert, sein erstes Buch Born to Run (Blessing 2010) wurde ein Welterfolg. McDougall wohnt in Pennsylvania.

Aus dem Amerikanischen von Werner Roller
Originaltitel: Natural Born Heroes
Originalverlag: Knopf

eBook (epub), 1 s/w Abbildung

ISBN: 978-3-641-16584-0

€ 15,99 [D] | CHF 19,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Blessing

Erschienen: 02.11.2015

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Handbuch des Helden

Von: Jenni Datum: 11.05.2016

mehralsgruenzeug.com


Es gibt Bücher, die liest man einfach so runter und stellt sie danach mit dem Gefühl in die Ecke, ein paar Stunden gute Unterhaltung gehabt zu haben. Und nach ein paar Tagen hat man schon fast wieder vergessen, worum es eigentlich ging. Und was man so toll an dem Buch fand.

Und dann gibt es Bücher wie dieses: Das „Handbuch des Helden“.

Es ist der neue Geniestreich von Christopher McDougall – jenem Autor, der uns bereits in die Welt der Tarahumara, den schnellsten und besten Läufern der Welt entführt und damit einen Millionenbestseller gelandet hat.

Nun hat er ein neues Werk verfasst – es geht, so der Untertitel, um nichts anderes als die

„Suche nach den Geheimnissen von Kraft und Ausdauer“.

Was können wir erwarten?

Bedenkt man, dass McDougall bereits einige Erfahrungen auf dem Gebiet des (sportwissenschaftlichen) Journalismus hat (er schreibt unter anderem für Mens Health und einige andere Fachmagazine) und anknüpfend an seinen unglaublich erfolgreichen, weil fantastisch geschriebenen und recherchierten Erstling nun etwas Großes liefern muss, dürfen unsere Anforderungen an dieses Buch hoch sein. Erst recht, wenn es „Handbuch des Helden“ heißt.

Was für eine Flut an Assoziationen und Erwartungen damit geweckt wird! Bereits im Titel (im Englischen: Natural Born Heroes) wird Spannung erzeugt. Wir wollen alle Helden sein – wenn es dafür ein Handbuch gibt, umso besser. Her damit!

Und es ist eine der großen Stärken dieses Buches, dass McDougall genau darauf hinausmöchte: Wir können alle Helden sein. Jeder und jede Einzelne von uns – nur ganz anders, als wir uns das vielleicht vorstellen.

Das Heldentum beginnt auf Kreta

Nachdem ich „Born To Run“ gelesen (und umgehend zu meiner Sportbibel erklärt) hatte, erwartete ich von dem „Handbuch des Helden“ etwas Ähnliches – eine Anknüpfung, eine Fortführung der im ersten Buch dargelegten Fakten und Erfahrungsberichte. Einen zweiten Teil gewissermaßen.

Doch ich wurde gleichzeitig enttäuscht und positiv überrascht.

Die Enttäuschung: Die Tarahumara kommen hier nicht vor – im Handbuch des Helden ist jene Steppenromantik und Canyonexotik, die „Born To Run“ gekennzeichnet und so einprägsam gemacht haben, dahin.

Die Überrschaung: Wir bekommen etwas Neues – und zwar etwas, das genauso spannend und aufregend ist: Wir bekommen Kreta. Und eine gehörige Lektion in deutscher Geschichte.

Der Zweite Weltkrieg: Kreta als strategischer Kriegsposten

Sie müssen sich in die Lage des Generals versetzen. General Bruno Oswald Bräuer, der deutsche Befehlshaber auf der Mittelmeerinsel Kreta. (11)

Die ersten beiden Sätze aus „Handbuch des Helden“ lauten genau so, wie man sie zuallerletzt erwartet hätte.

Ich muss gestehen, dass ich aufgrund der vollkommen anderen Erwartungshaltung zunächst verwirrt war – um mich dann im unmittelbaren Anschluss zu fragen, was genau denn bitte Kreta und der Zweite Weltkrieg mit dem Laufen zu tun haben sollen? Geschweige denn mit Helden. Doch meine anfänglichen Zweifel wurden schnell, sehr schnell, aus dem Weg geräumt.

General Bräuer nun sitzt nämlich in folgender Bredouille: Er hat das Sagen über den deutschen Vorposten im Mittelmeer namens Kreta. McDougall eröffnet uns nicht ganz so in Geschichte Bewanderten (unter anderem mir), dass Kreta im Zweiten Weltkrieg ein strategisch äußerst wichtiges Gebiet war, das Hitler unbedingt und mit allen Mitteln unter seine Kontrolle bringen wollte. Und vor dem er gleichzeitig panische Angst hatte, dass es ihm nach erfolgreicher Eroberung wieder entrissen würde. Es ist kein Geheimnis, dass die Alliierten genau bescheid wissen über die Verwundbarkeit dieses Stützpunktes, ist er doch von zahlreichen Bergen und Felsmassiven durchzogen und daher ein perfekter Ort für Spionageaktivitäten. Daher sind stets mindestens 40.000 deutsche Soldaten auf der Insel und bewachen und kontrollieren alles, was bewacht und kontrolliert werden kann.

Nur eben nicht ihre eigenen Männer. Beziehungweise ihre eigenen Generäle.

Einer von ihnen wird nämlich gewissermaßen genau unter ihren Augen entführt. Von wem? Unbekannt. Wohin? Unbekannt. Warum? Das ist glasklar: Um Angst und Unsicherheit zu schüren – und das gelingt äußerst erfolgreich. General Bräuer muss nun seinen Kollegen – General Kreipe – finden, bevor Hitler von der ganzen Sache Wind bekommt. Wofür es natürlich längst zu spät ist. Der Führer erfährt die verpatzte Lage auf der Insel und bekommt einen Tobsuchtsanfall. Und schickt noch mehr Soldaten nach Kreta – bis zu 80.000 Mann suchen nun nach den Entführern des Generals. Doch wer sind die eigentlich – und was hat das mit dem Laufen zu tun?

Faszien und kretisches Heldentum

Wie kann man auf einer Insel, auf der es von deutschen Soldaten nur so wimmelt, einen deutschen General einfach verschwinden lassen? (15)

Das ist die zentrale Frage, um die sich das gesamte Buch dreht.

So sehr er inhaltlich auch von dem bereits Bekannten abweicht – stilistisch ist Christopher McDougall sich treu geblieben: Ähnlich wie in „Born To Run“ bliebt er nicht beim Erzählen einer Geschichte. Er webt viele verscheidene Stränge dazu, Teilstücke, Vor- und Zurücksprünge, baut wissenschaftliche Exkurse und eigene Rechercheaufenthalte zwischen die Kapitel, in denen die Geschichte um den entführten deutschen General beschrieben wird.

Wir lernen Chris White kennen, einen Amateurhistoriker, der sich genau eine Aufgabe zum Lebenswerk gemacht hat: Herauszufinden, was genau damals am 20. April 1944 auf Kreta geschah. Und in der Zeit danach. Stück für Stück lässt uns McDougall anhand szenischer Wechsel den Krimi nachverfolgen – Vergangenheit und Gegenwart gehen ineinander über, als er sich zusammen mit White auf Spurensuche begibt und genau die Route erklimmt, die die Flüchtigen vor über 60 Jahren gewählt haben müssen, um den Deutschen zu entkommen.

Genau: Die Flüchtigen. Der General ist eine Geisel und lebt demzufolge noch. Diejenigen, die ihn gefangen haben, können aus logistischen Gründen noch gar nicht von der Insel geflohen sein – und müssen sich noch auf ihr befinden. Genauer gesagt: sich innerhalb der gewaltigen Gebirgsketten verstecken, von denen jeder auf der Insel weiß, dass dort die widerständlerische kretische Bevölkerung zurückgezogen vor den deutschen Besatzern lebt.

Genau: Erklimmen. Denn Kreta zu bewandern, ist alles andere als ein Vergnügen. Für den hightech-ausgestatteten McDougall nicht und erst recht nicht für einen Haufen Widerständler, die nicht einmal etwas zu Essen bei sich tragen und um ihr Leben rennen müssen.

Auf Kreta war der Widerstand der Bevölkerung gegen die deutschen Besatzer von Anfang bis Ende ein zäher, unbeugsamer und risikoreicher. Obwohl sie von sämtlicher Versorgung abgeschnitten, auf sich allein gestellt und in der Kriegsführung absolut unausgebildet waren, schafften es allerdings diese Menschen, den Deutschen Angst zu machen. Durch Zähigkeit, Hartnäckigkeit, Sturheit und eine enorme körperliche Leistungsfähigkeit.

Aus welchen Quellen schöpften diese Menschen ihre Kraft? Es gab eine Zeit, in der diese Frage keine Rätsel aufgeworfen hätte. Die Kunst des Heldentums wurde während eines großen Teils der menschlichen Geschichte nicht dem Zufall überlassen. (21)

Ja, richtig gelesen: Heldentum kann erlernt werden.

Denn ein Held (oder eine Heldin) ist nach McDougall nicht jemand wie Superman oder Wonderwoman – kein unerreichbares Idol, das farbenprächtig von Filmplakaten lächelt. Ein Held zeichnet sich genau durch eine Eigenschaft aus: Er ist nützlich. Nützlich für seine Mitmenschen, indem er ihnen in wichtigen Situationen zur Seite stehen kann, indem er sie retten, beschützen, beraten, unterstützen, notfalls auch leiten kann.

Und solche Fähigkeiten bedürfen nicht nur einer besonderen Empathieschulung, sondern vor allem entsprechenden körperlichen Voraussetzungen. Wann habt ihr das letzte Mal jemanden aus einem brennenden Hochhaus gerettet? Wann seid ihr todesmutig in einen Fluss gesprungen, um jemanden vor dem Ertrinken zu bewahren? Wie würdet ihr in solchen Notsituationen überhaupt reagieren? Seid ihr darauf vorbereitet? Ist es euer Körper?

„Wie kann ein Körper auf solche Situationen vorbereitet sein?“

Das ist man geneigt, sich zu fragen.

Und man ist ebenso geneigt, die schnelle, aber unbedachte Antwort „Muskeln“ zu geben. Ein fataler Fehler.

Das Geheimnis des Helden liegt nicht in seinen Muskelpaketen – das war bis vor einigen Jahrzehnten noch ein allgemein anerkanntes und verbreitetes Wissen, das durch aufgepumpte Übermänner wie Schwarzenegger und Konsorten leider verloren gegangen ist. Lange bevor es Fitnesstempel gab, hielten die Menschen sich fit. Und das nicht, indem sie eine Stange mit Gewicht von A nach B schoben. Sondern, indem sie in der Natur und mit allem, was sie ihnen bot, trainierten. Und zwar sekundär ihre Muskeln. Im Vordergrund stand etwas völlig anderes: die Faszien.
[Rezension] Handbuch des Helden

Odysseus war athletisch, aber mit Sicherherit kein Muskelprotz.

Die Faszien sind das Bindegewebe, das unseren Körper zusammenhält. Es liegt wie eine dünne Schicht über den Muskeln und bestimmt, wie wir uns bewegen, was für eine Körperhaltung wir haben und ist allgemein so viel wichtiger, als es den meisten Menschen bewusst ist. Dass wir jemand anderen beispielsweise allein anhand seines Ganges erkennen können, liegt daran, dasss er ein ganz spezielles, von seinen Faszien vorgegebenes Muster besitzt, das wiederum in unserem Gedächtnis unmittelbar abgespeichert und sofort aufgerufen werden kann – noch bevor wir das Gesicht der Person auch nur erahnen können. Auch, dass wir gewohnte Bewegungen schlecht wieder verlernen, hängt damit zusammen, dass sie in unserem „Fasziengedächtnis“ eingespeichert sind. Und das kann man trainieren.

Aus diesem Grund warteten die Griechen nicht einfach darauf, dass neue Helden auftauchen. Sie schufen sie sich selbst. Sie vervolllkommneten eine Heldendiät, die den Hunger zügelt, die Kraft aufbaut und Körperfett in Bewegungsenergie umwandelt. Sie entwickelten Techniken mit denen sich Angst und Adrenalinschübe kontrollieren lassen, und sie lernten, wie sie die bemerkenswerte verborgene Kraft des elastischen Gewebes, das sehr viel kräftiger und effektiver ist als die Muskeln, mobilisieren lässt. Vor mehr als 2000 Jahren beschäftigten sie sich ernsthaft mit der Frage, wie sich der Held, der in uns allen steckt, aktivieren lässt. (23)

Dieses Wissen ist über die Jahrtausende zum großen Teil verloren gegangen. Doch auf Kreta hat es überlebt – das wird ersichtlich unter anderem in der hochriskanten und kräftezehrenden Entführungsaktion im Zweiten Weltkrieg, die im Verlauf des Buches in allen Einzelheiten geschildet wird. An dieser Stelle nur so viel: Churchhill hatte einen Masterplan entworfen, der in seiner Riskantheit so genial war, dass er einfach funktionieren musste.

Die Botschaft: Zurück zur Natürlichkeit!

Jetzt habe ich schon wieder so viel geschrieben und könnte noch einmal die gleiche Länge an Text verfassen, um mich über dieses faszinierende Buch auszulassen. Da ich aber befürchte, dass ich eure Nerven damit allzu sehr strapaziere (Merci, dass ihr bis hierher durchgehalten habt!), fasse ich mich etwas kürzer.

Die wichtigste Botschaft, die Christopher McDougall uns mit dem „Handbuch des Helden“ auf den Weg geben möchte, ist:

Jeder und jede (!) kann ein Held werden. Nur geht das nicht im Fitnessstudio. Sondern auf natürlichem Weg.

Die Trainingsmethode, die auf dieser Grundlage entwickelt wurde und dabei eigentlich nur auf jahrtausendealtes Wissen der Kreter zurückgreift, heißt passenderweise auch „Natürliche Methode“. Hatte ich bisher Parkourläufer*innen eher mit einem Stirnrunzeln und hochgezogener Augenbraue betrachtet, so weiß ich nun, wie dumm das war: Denn diese Sportler*innen absolvieren eigentlich die beste und natürlichste Art des Trainings – indem sie ihre Umgebung zum Spielplatz für Erwachsene erklären und alles, wirklich alles, für ihr Training nutzen.

Und mein Fazit?

Lest. Dieses. Buch.

Wirklich. Ähnlich wie sein Vorgänger eröffnet es uns eine ganze Reihe neuer Perspektiven auf die Menschheit, auf unseren Körper, auf unsere eigenen Fähigkeiten und die brachliegenden Potenziale, die nur darauf warten, in uns entdeckt zu werden.

McDougalls Buch ist eine Liebeserklärung an die Anpassungsfähigkeit des menschlichen Körpers, eine Hommage an jahrtausedealtes Wissen und ein Dokument mutiger historischer Personen, die sich den deutschen Besatzern mit nichts als ihrer Ausdauer und Spannkraft in den Faszien entgegengestellt haben.

Das „Handbuch des Helden“ ist keine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum perfekten Heldentum – es ist viel mehr.

Handfest

Von: Michael Lehmann-Pape Datum: 07.01.2016

www.rezensions-seite.de

Klar sollte dem interessierten Leser sein, dass in diesem „Handbuch des Helden“ es tatsächlich auch handfest „zu Sache geht“. Geistige oder geistliche Helden, „Helden des Alltags“, das ist nicht in erster Linie das Thema Mcdougalls.

Körperlich geht es schon zu, mit natürlich einem starken Schwerpunkt auf die mentale Vorbereitung und die mentale notwendige „Verfassung“, um körperliche Höchst- und Extremleistungen erbringen zu können. Ein „Heldentum“, das McDougall in seinem eigenen Werdegang vorgelebt hat, dass ihn geprägt und, natürlich, bekannt hat werden lassen.

Körperliche Voraussetzungen, Willen und eine gewisse Pfiffigkeit, gepaart mit der Bereitschaft, kontrollierte, aber letztlich nicht kontrollierbare Risiken einzugehen, das ist der Stoff, aus dem die Helden sind. In der Antike und in der Gegenwart, wie Mcdougall flüssig und auch inhaltlich interessant am Beispiel der Entführung eines Generals im zweiten Weltkrieg auf der Insel Kreta durch „den Widerstand“ als eine Art „roten Faden“ einführt.

„Alles hing von der Fähigkeit ab, enorme Ressourcen an Kraft, Ausdauer und „geistlicher“ Beweglichkeit freizusetzen, deren Vorhandensein den meisten Menschen gar nicht bekannt ist“.

Eine innere und äussere Konstitution, die man erwerben und erlernen kann, wie McDougall ausführt, denn „die Kunst des Heldentums wurde während eines grossen Teils der menschlichen Geschichte nicht dem Zufall überlassen“, sondern akribisch erlernt.

Während nun der Leser Seite für Seite langsam mehr erfährt über den Coup auf Kreta im Jahre 1944 und, nebenbei, anhand vielfacher Beispiele (unter denen auch Schliemanns hartnäckige Heldentat der Entdeckung Trojas ihren Platz findet und antike Helden nicht zu kurz kommen) die verschiedenen Elemente eines „heldenhaften Charakters“ und „heldenhafter Unterfangen“ kennen lernt, stellt ich tatsächlich im Lauf der Lektüre ein, was McDougall grundlegend bezweckt: Die eigentlichen Elemente des „Helden“ herauszuarbeiten, mit einem durchgehenden und vielen zusätzlichen praktischen Beispielen jeweils näher zu beleuchten und dem Leser in Erzählform anregend zu vermitteln.

Dass dies nichts mit „tumben Helden“ in Richtung eines Siegfried zu tun hat, aber eben auch nicht nur „am Schreibtisch“ passiert, das ergibt eine interessante Sichtweise. Im Rahmen einer, zugegeben, klassisch „amerikanisch“ breit und plaudernd erzählten Lektüre.

Wobei sich herauskristallisiert, dass die wohl wichtigste Haltung eines Helden die der „Hartnäckigkeit“ ist. Denn ohne diese werden all anderen Elemente (Mut, Klugheit, Fitness u.a.) nicht in benötigter Tiefe erarbeitet werden können. Nicht in „Breite“ wohlgemerkt. Mit Muskelpaketen hat das alles nichts zu tun, eher die Faszien und die Zähigkeit benötigt ein Held antiker und moderner Prägung.

Was mit Bewegung, abwechslungsreichem Sport, mentalen Übungen und, selbstredend, der richtigen Ernährung natürlich einhergeht. Wobei dies, gut so, nicht den Kern dieses Buches ausmacht, sondern eher als „Begleiterscheinungen“ mehr oder minder ausführlich mit erwähnt werden.

Nicht immer ohne Längen und insgesamt ein stückweit zu breit erzählt, gelingt es McDougall dennoch, die ihm wichtigen Elemente eines „Helden“, was diese benötigen und wie diese, zumindest theoretisch, entwickelt und entfaltet werden können, darzulegen. Mit einem am Ende anderen Heldenbild, als man aus alten Sagen und Legenden im Kopf haben mag.

Eine durchaus anregende Lektüre.

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