Kazım, wie schaffen wir das?

Kazım Erdoğan und seine türkische Männergruppe - vom Zusammenleben in Deutschland

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Süpermann: Ein Neuköllner Psychologe zeigt uns, wie das Zusammenleben funktioniert

Kazım Erdoğan ist unermüdlich. Achtzehn, neunzehn, zwanzig Stunden am Tag ist er unterwegs für ein friedliches, gerechtes Miteinander der Menschen und gegen Sprachlosigkeit und Gewalt in unserer Gesellschaft. Seine Methode ist dabei denkbar einfach: Augenhöhe, Verständlichkeit, Wertschätzung – er holt die Menschen dort ab, wo sie sind, und bietet ihnen, mal Sozialarbeiter, mal Psychologe, mal großer Bruder, handfeste Hilfe. Als Gründer der ersten Selbsthilfegruppe für türkische Männer und als Vorsitzender seines Vereins „Aufbruch Neukölln“ ist er überaus prominent in Politik und Medien; 2012 bekam er von Bundespräsident Joachim Gauck das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Sonja Hartwig, die Erdoğan seit fünf Jahren begleitet, zeichnet ein liebevolles Porträt des „Kalifen von Neukölln“ und seiner türkischen Männer, das uns nicht nur Einblick in eine fremde Welt direkt vor unserer Tür gibt. Vielmehr zeigt sich an Erdogans Handeln, was unser Land so dringend braucht. Keine Angst mehr vor dem Fremden, keine Politik mehr, die an den Menschen vorbei gemacht wird, sondern konkrete, positive Anleitungen zu unseren Fragen, das Zusammenleben in unserer Gesellschaft betreffend.

»Miteinander reden. Das mag eine simple Lektion sein, aber man hat sie selten so schön vorgeführt bekommen wie in diesem Buch.«

die tageszeitung (04. November 2017)

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ISBN: 978-3-641-20890-5
Erschienen am  11. September 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Kazim, wie schaffen wir das?

Von: ahukader

19.10.2019

Herr Kazim Erdogan, kam mit fast 21 Jahren nach Deutschland. Illegal. Wurde beinahe abgeschoben, wenn er die Zulassung für die Hochschule für das kommende Semester nicht vorgezeigt hätte. Er studierte Soziologie und Psychologie. Er gründete eine Männergruppe für türkeistämmige Männer. Sein Verein Aufbruch Neukölln, bei welchem er der Vorstand ist, hilft Männern, mit jeglichen Problemen. Das Buch fängt natürlich mit Kazims Geschichte an. Wie er nach Deutschland kam und wir machen eine kleine Reise in seine Heimat in die Provinz Sivas in das Dorf Gökceharman. Am Anfang jedes Kapitels gibt es ein Hauptthema, über die sich die Männer unterhalten. Adem, Tarkan, Mehmet, Adem, Ismail, Alisan und Kazim unterhalten sich über Themen wie Ankommen in Deutschland, Ehre, Heimat und das Gefühl Zuhause. Drogenprobleme, erfahrene Gewalt und ausgeübte Gewalt sind noch andere Themen dieses Buches. Und in jedem der Kapitel wird dann anhand des Themas die Geschichte von einem der Männer erzählt. Was es bedeutet sich in Deutschland nicht aufgenommen zu fühlen. Warum man trotz dass man in Deutschland geboren ist, doch nie angekommen ist. Warum man als Vater seinen Kindern keine Liebe zeigen kann, weil man es nie vom eigenen Vater erfahren hat. Wie leicht man handgreiflich werden kann gegenüber seinen Kindern, weil man es von der eigenen Mutter so gelernt hat. Kazim hilft all diesen Männern und auch anderen Menschen, die bei ihm im Verein vorbei kommen. Was macht ihn so besonders? Warum reden die Menschen, die Probleme haben, mit ihm? Kazim hat keine Vorurteile. Er verurteilt nicht die Menschen und auch nicht ihre Geschichten. Er redet mit ihnen in Augenhöhe und zeigt Respekt gegenüber ihrer Situation und versucht zu helfen, egal wie. Das macht ihn besonders. Dass er sich als Weltmensch fühlt, macht das Ganze noch interessanter. Viele Themen im Buch haben mich sehr berührt. Ich erinnere mich an die Geschichten meines Vaters, wie er nach Deutschland kam und kein Wort Deutsch konnte und eingeschult wurde. Der Gedanke, dass man irgendwann wieder nach Hause geht und nur ein paar Jahre in Deutschland arbeiten wird. Die Rechnung ist nicht aufgegangen. Wir sind hier und wir leben hier. Wir arbeiten hier und Deutschland ist unser Zuhause. Mein Zuhause sowieso von Geburt an. Die Türkei ist die ferne Heimat, die Wurzeln, die man mit sich trägt. Das Wort „Ankommen“ hat mich sehr beschäftigt, nachdem ich dieses Buch gelesen habe. Wann kommt man an in Deutschland? Wann wird man wirklich akzeptiert? Fragen auf die ich noch einige Jahre wohl Antworten suchen werde. Aber das ein Zusammenleben Miteinander und nicht Gegeneinander geht, das wird in diesem Buch klar. Ich danke der Randomhouse Verlagsgruppe für dieses Rezensionsexemplar.

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ein sehr beeindruckendes Buch

Von: Bettina Gütschow aus München

15.05.2018

Das Buch von Sonja Hartwig über Kazim Erdogan und seine türkische Männergruppe hat mich zu tiefst berührt. Kazim Erdogan erreicht die Menschen. Seine eigenen Gefühle und die Gefühle andere sind für ihn kein Tabu. Er ist geprägt von einer grundlegenden Ehrlichkeit mit sich selbst und gegenüber den komplexen Fragestellungen des Lebens. In seinen Männergruppen profitieren alle davon. Kazim Erdogan bringt die Menschen ins Gespräch darüber, was wirklich wichtig ist im Leben: Schönes und Trauriges, Schweres und Erheiterndes. Er arbeitet gegen die Enge im Kopf und im Herzen. Die Ressourcen von Menschen mobilisiert er und regt an, gemeinsam nach konstruktiven und guten Lösungen zu suchen. Lesen Sie dieses Buch, Sie werden davon profitieren.

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Vita

Sonja Hartwig, geboren 1985, ist Autorin und Reporterin. Ihre Texte erscheinen in Magazinen und Wochenzeitungen, vor allem in der Zeit, im Stern, im Spiegel und im SZ-Magazin. Sie besuchte die Henri-Nannen-Schule und studierte Kulturwissenschaften und Journalistik in Leipzig.

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Pressestimmen

»Nach der Lektüre ahnt man, wie kompliziert Integration ist – und versteht, dass sie nur gelingt, öffnet man sich für die Nöte anderer.«

Spiegel Online (14. Dezember 2017)

»Sonja Hartwig zeigt, wie viel wichtiger als große Politik die kleinen Schritte im Alltag sind.«

Pforzheimer Zeitung (14. Dezember 2017)

»Ein ungewöhnliches Sachbuch: Porträt, Gesellschaftsanalyse und Geschichtensammlung zugleich.«

Deutschlandfunk "Andruck" (18. Dezember 2017)

»Mit persönlichen Einsichten zu einem Gefühl für das große Ganze. Ein relevantes Werk, gerne empfohlen für LeserInnen mit Interesse an gesellschaftlichen Themen.«

Der Evangelische Buchberater (14. Juni 2018)