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Dämonen Hansens Geschichte

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-579-08691-0

Erschienen:  30.10.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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»Die Stille und der Tod, das sind meine Themen – mit Hansen gehe ich ihnen auf den Grund.« (Jürgen Domian)

Ein Mann hat das Leben satt. Er ist gesund, nicht depressiv. Er hat einfach genug. In einer Winternacht in Lappland will er sich nackt in den Schnee legen und sterben.
Schon im Sommer bricht er auf in den Norden. Doch statt den Frieden des Abschieds bringt dieser Rückzug den Kampf: Die Dämonen der Stille fallen ihn an.

  • Die Geschichte eines angekündigten Todes

  • Das neue Buch von Jürgen Domian

  • Große Lesetour im Herbst 2017

»Wenn bei Wikipedia der Eintrag ›Empathie‹ steht, dann muss da eigentlich auch ›Domian‹ stehen.«

Sabine Heinrich, aus: Laudatio zur 1Live-Krone 2016

Jürgen Domian (Autor)

Jürgen Domian wurde 1957 in Gummersbach geboren. Von 1995 bis 2016 moderierte er die bimediale Telefon-Talkshow »Domian«. 2003 wurde er für die Sendung mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Sein Buch »Interview mit dem Tod« wurde zum Bestseller.

»Wenn bei Wikipedia der Eintrag ›Empathie‹ steht, dann muss da eigentlich auch ›Domian‹ stehen.«

Sabine Heinrich, aus: Laudatio zur 1Live-Krone 2016

»Die Worte, in denen dies alles transportiert wird, sitzen präzise. Es ist keines zu wenig und keines zu viel, keines falsch. Eben großartig.«

hpd (20.12.2017)

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 192 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-579-08691-0

€ 17,99 [D] | € 18,50 [A] | CHF 25,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Gütersloher Verlagshaus

Erschienen:  30.10.2017

  • Leserstimmen

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schwere Kost

Von: Buchstabenschatz Datum: 30.01.2018

buchstabenschatz.blogspot.de/

zum Inhalt:
Hansen ist lebensmüde, im wahrsten Sinne des Wortes. Er hat das Leben satt, sieht absolut keinen Sinn mehr in seinem Tun und Dasein. Aber nicht auf depressive Weise. Er ist einfach fertig mit leben.
Gut durchgeplant beschließt er sich an seinem 60 Geburtstag, am 21. Dezember im hohen Norden das Leben zu nehmen. Alkoholisiert und nackt in den Schnee will er sich legen - bei minus 30 Grad. Er reist bereits ein halbes Jahr vorher zu seiner letzten Stätte und trifft, in der Einsamkeit seiner gemieteten Hütte, auf seine inneren Dämonen.


meine Meinung:
Insgesamt ist es eine sehr schwere und bedrückende Kost gewesen. Der Freitod ist immer noch ein Tabuthema. Mich als betroffene Angehörige, hat es noch mal mehr mitgenommen, Hansens inneren Kampf zu erleben.
Die Struktur ist klar und gut zu lesen, dennoch störten mich am Ende die vielen Zitate aus diversen literarischen Werke der Weltgeschichte, die ich als unstudierte teilweise gar nicht tiefergehend begriffen habe.
Die Kapitel empfand ich als relativ lang, was aber dem Lesefluß keinen Abbruch tat. Die Hauptfigur 'Hansen' ist sehr gut ausgearbeitet, dennoch fand ich nicht so richtig Zugang zu ihm. Teilweise lag es an der Wortwahl - gibt es wirklich Leute die sich so gestochen ausdrücken und auch so denken? Zwischendurch hoffte ich sogar auf Zwangseinweisung in die Psychiatrie - nicht wegen dem Vorhaben, sondern wegen den wirren Fantasien.
Das Ende war mir zu trocken, zu abrupt, zu unrealistisch.
[Spoiler Anfang]
Und es bleiben noch offene Fragen: Was ist mit Kay? Ist er nicht irgendwie Schuld an dem Tod von Phillip, weil er sein Versprechen an Hansen gebrochen hat? Macht er sich nun nicht unweigerlich Vorwürfe?? Weiß Hansen denn nun warum ihm Phillip wirklich gefolgt ist? Wie ist die Beziehung nun zwischen Kay und Hansen?
Natürlich hat das nichts mit der eigentlichen Botschaft dieses Buch zu tun, aber es stört mich.
[Spoiler Ende]
Das Cover ist recht spartanisch gehalten, spiegelt aber den Inhalt ganz gut wieder.
Ein tiefgründiges, philosophisches Werk, das mich leider nicht ganz überzeugen konnte.

ich vergebe 3 ★★★

Eine hoch philosophische, traurige Geschichte

Von: M. Datum: 14.12.2017

modetrend.myblog.de/

DÄMONEN
JÜRGEN DOMIAN

Eine hoch philosophische, traurige Geschichte

Eins ist - aus meiner Sicht - klar: Jürgen Domian kann schreiben - und wie! Das ist Literatur! Das ist Philosophie! Die Geschichte ist nicht nur extrem beeindruckend und psychologisch, sie ist auch in Perfektion geschrieben. Und deshalb lässt sich "Dämonen" auch richtig gut lesen. Hier gibt's was zum Nachdenken – und zwar auf hohem Niveau.

Domian ist ja bekannt dafür, dass er sich für das Mysterium "Tod" interessiert. Ein Thema, das wir meist ausklammern, weil es uns unangenehm ist. Aber eine Sache, die uns alle am Ende unseres Lebens ereilen wird. Oder wir werden mit dem Tod konfrontiert, wenn liebe Menschen sterben. Ein vermeintlich unschönes Thema. Aber nicht für Domian. Und auch nicht für Hansen, die Hauptfigur seiner Geschichte.

Hansen wird bald 60 und so recht erfreut ihn nix mehr. Nicht mehr gutes Essen, nicht mal mehr das sich Betrinken, alles ist langweilig und eintönig geworden, jeder Tag ist gleich, nix interessiert ihn mehr, für nix kann er sich so recht mehr begeistern, die Kunst fesselt ihn nicht mehr, das Leben hat einen faden Beigeschmack bekommen. Wozu soll er morgens überhaupt noch aufstehen? Was sollte ihm das Leben schon noch bieten können? Was soll es noch bringen? Was sollte er noch erleben können, das er noch nicht erlebt hat? Was sollte noch geschehen, das ihm das Leben schmackhaft macht. Sein Leben ist gelebt! Sein Leben kann jetzt enden. Es ist aus und vorbei. Er will sterben! Das beschließt Hansen.

Und dazu fährt er nach Lappland, mietet sich in einem Haus ein und hat vor, dort die letzte Zeit seines Lebens zu verbringen. Und in der Stille, in der Einsamkeit, beim Alleinsein - da begegnet er nicht nur nicht selbst und lässt sein Leben noch mal Revue passieren, dort trifft er auch auf seine Dämonen. Und die Stille und das Schweigen bringen eben allerhand hervor - Gutes, Geheimnisvolles, Wahres, Dämonisches. So recht können wir uns heute in diesen modernen, technischen Zeiten die echte Stille vielleicht gar nicht mehr vorstellen. Eins sein mit der Natur. Allein sein mit sich selbst, um zum Kern des eigenen Ichs zu gelangen. Eine Reise zum eigenen Inneren, damit die Welt nicht mehr laut sein kann. Aber nehmen wir die Welt am Ende nicht doch irgendwie mit in diese erzwungene Stille, wohnt das Laute nicht auch in uns?

Hansen hat einen Sohn. Diesen Sohn liebt er heiß und innig. Der wichtigste Mensch in seinem Leben. Aber auch ihm sagt er nicht, dass er vorhat, zu sterben, dass er gehen möchte, dass er des Lebens müde ist. Warum soll er ihm das auch antun? Klar ist, dass da dann auch Zweifel aufkommen. Denn wie wird der geliebte Sohn denn reagieren, wenn er seinen Abschiedsbrief liest und den Vater zu Grabe trägt? Wird er ihm am Ende da nicht doch böse sein?

Und dann ist da noch der einzige Freund, dem Hansen am Tag vor seiner Abreise in einer Alkohollaune von seinem geplanten Vorhaben erzählt. Natürlich darf der Freund niemandem etwas sagen. Auch hier geht es um eine irrsinnige Gewissensentscheidung.

Fragen über Fragen über Fragen. Das Buch ist gut - zweifelsfrei. Große Literatur. Ich dachte zwischendrin sogar an Hesse. Was mir die richtig große Freude, diese innere Freude am geschriebenen Wort von Domian, ein wirklich großer Denker, dann aber doch ein kleines bisschen verdorben hat, ist die Tragik dieser Geschichte. Lustig ist hier nix. Klar, lustig ist das Leben nicht und lustig ist der Tod nicht. Bei so einem Thema kann es nicht lustig zugehen. Dennoch fehlt mir in der Story dieser Aha-Moment, die kleine Erleuchtung, der Lichtblick im Dunkeln, die wahre Erlösung. Vielleicht zu viel verlangt. Und was soll der Tod schon bringen, das uns das Leben nicht bieten kann?

Als Quintessenz bleiben für mich die Gedanken, dass wir die Zeit, die uns bleibt, nutzen sollen, ja, sogar nutzen müssen und dass wir dankbar sein sollen, für die Menschen, die uns lieben und die uns wirklich nahe stehen. Das Leben ist ein Geschenk. Punkt. Denn wir alle wissen ja nicht, wann er vor uns steht, der Tod! Und manchmal kommt er eben völlig unberechenbar daher. Meistens sogar. Und dann, ja dann wissen wir das wieder zu schätzen, was wir manchmal, weil es so schwer sein kann, dämonisieren: Das Leben!

c) M. / 14.12.2017
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