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Das verrückte Tagebuch des Henry Shackleford Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-442-75489-2

Erschienen: 21.09.2015
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Taschenbuch, eBook (epub)

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Ausgezeichnet mit dem National Book Award.

Kansas im Jahre 1857: Hier, im Mittleren Westen der USA, lebt der junge Sklave Henry Shackleford. Hier tobt auch der Krieg zwischen überzeugten Sklavenhaltern und bibeltreuen Abolitionisten besonders wüst. John Brown ist einer derjenigen, die beseelt davon sind, Gottes Willen durchzusetzen und die Schwarzen in die Freiheit zu führen. Als er zufällig in einer Kneipe auf Henrys grausamen Master trifft – einen weithin bekannten und berüchtigten Sklavenhalter –, kommt es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung, in deren Folge beide fliehen müssen: sowohl John Brown als auch der junge Henry, der irrtümlicherweise für ein Mädchen gehalten wird und schnell begreift, dass dies seine Vorteile hat …

James McBride (Autor)

James McBride – Autor, Musiker, Drehbuchschreiber, Journalist – wurde weltberühmt durch seinen autobiografischen Roman "Die Farbe von Wasser". Das Buch gilt inzwischen als Klassiker in den Vereinigten Staaten, es stand zwei Jahre lang auf der New York Times Bestsellerliste. McBrides Debüt "Das Wunder von St. Anna" wurde vom amerikanischen Kultregisseur Spike Lee verfilmt. Für "Das verrückte Tagebuch des Henry Shackleford" erhielt McBride den renommierten National Book Award.


Werner Löcher-Lawrence (Übersetzer)

Werner Löcher-Lawrence, geb. 1956, studierte Journalismus, Literatur und Philosophie, arbeitete als wissenschaftlicher Assistent an der Universität München und als Lektor in verschiedenen Verlagen. Er ist der Übersetzer von u.a. Ethan Canin, Patricia Duncker, Michael Ignatieff, Jane Urquhart.

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Amerikanischen von Werner Löcher-Lawrence
Originaltitel: The Good Lord Bird
Originalverlag: Riverhead Books

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 464 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
Pepper: "National Book Award"

ISBN: 978-3-442-75489-2

€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen: 21.09.2015

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Das verrückte Tagebuch des Henry Shackleford

Von: Niklas' Leseblog Datum: 17.05.2016

niklas-leseblog.jimdo.com

Kansas im Jahre 1857: Hier, im Mittleren Westen der USA, lebt der junge Sklave Henry Shackleford. Hier tobt auch der Krieg zwischen überzeugten Sklavenhaltern und bibeltreuen Abolitionisten besonders wüst. John Brown ist einer derjenigen, die beseelt davon sind, Gottes Willen durchzusetzen und die Schwarzen in die Freiheit zu führen. Als er zufällig in einer Kneipe auf Henrys grausamen Master trifft – einen weithin bekannten und berüchtigten Sklavenhalter –, kommt es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung, in deren Folge beide fliehen müssen: sowohl John Brown als auch der junge Henry, der irrtümlicherweise für ein Mädchen gehalten wird und schnell begreift, dass dies seine Vorteile hat …



Eine Mischung aus Skurril, Lustig, Traurig, Ernsthaftigkeit und einer großen Portion amerikanischer Geschichte, die in dieser fasziniernden Geschichte skurril und lustig zugleich umgesetzt wurde.

Die Story ist so vielschichtig, dass ich da gar nicht weiter drauf eingehen möchte. Vielmehr auf das Drumherum wie Schreibstil, etc.:
Denn eben erwähnter ist wirklich gelungen und unterstützt diese Geschichte total. Leider führt er auch dazu, dass dieses Buch nicht um Längen und Langatmigkeit herum kommt, denn nicht alles was Henry erlebt ist so lustig, berührend oder fesselnd zugleich. Das ist etwas schade und gibt in der Endnote Punktabzug. Alles in allem jedoch trotzdem mal ein Weg, der etwas anders an die amerikanische Geschichte heran geht.

Denn diese Form nimmt einiges vom historischen Kontext auf und setzt diesen dann kreativ um. Das ist definitv nichts für jeden und auch sehr speziell, sodass man es entweder mag oder nicht. Mir hat es größtenteils dann doch recht gut gefallen - es war einfach mal eine etwas andere Umsetzung eines ernsten und realen, wenn auch schon älteren Themas, von dem man trotzdem immer lernen kann.



Fazit: Gut und vor allem kreativ - dennoch nichts für Jedermann.

Ein Schelmenstück

Von: Bibliomarie  aus Düsseldorf Datum: 30.11.2015


John Brown’s body lies a-mouldring in the grave – but his soul goes marching on
Jeder kennt diesen berühmten Marsch, aber außerhalb der USA kennen wenige den Mann, dem er gewidmet ist. John Brown war ein bibelfester strenger Mann, der aus tiefster gläubiger Überzeugung ein Gegner der Sklaverei, ein Abolitionist war, aber für seine Überzeugung vor keiner Gewalt und Gräueltaten zurückschreckte, heute würde man ihn vielleicht einen Fundamentalisten und Terroristen nennen. Nach dem berühmt-berüchtigten Massaker von Pottawatomie und einem erfolglosen Sklavenaufstand wurde er 1959 gefangengenommen und hingerichtet. Auch wenn sein Aufstand gegen die Sklaverei anfangs erfolglos war, legte er doch den ersten Grundstein zur Abschaffung der Sklaverei.
In Dutch Henry’s Kneipe verbringt der Sklavenjunge Henry seine Tage. Er ist dort Schuhputzer, während sein Vater als Barbier arbeitet. Sie gehören Dutch Henry Sherman, genau wie die Kneipe und die Möbel darin. Dutch ist ein gewalttätiger Mann, wie man wie Westen eben gewalttätig sein muss, um nicht unterzugehen. Keiner stellt das in Frage, nicht mal der kleine Henry. Der schaut, was er kriegen kann, egal ob Brot oder Bier und erzählt schlitzohrig davon. Henry erinnert an Huck Finn, im Leben zwar zu kurz gekommen, aber davon lässt man sich nicht unterkriegen. Sein Vater ist ein Prediger vor dem Herrn, wirft mit eigenwilligen Bibelsprüchen um sich, während er in der Kneipe die Gäste rasiert. Das gehört zum Amüsement der wilden rauen Trinker, die dieses Etablissement zum Huren, Saufen und Kartenspielen aufsuchen. In diesen Tagen ist viel die Rede von John Brown, einem Yankee, der den Südstaatlern doch glatt das Recht auf Sklavenhaltung streitig machen möchte. Dazu bedient er sich nicht nur der Bibel, er ist gewaltig und schreckt vor keiner Grausamkeit zurück, um seine Ziele durchzusetzen – mit alttestamentarischer Billigung – wie er überzeugt ist. Grade in dieser Kneipe treffen John Brown und Henry aufeinander. John Brown will die Sklaven, auch gegen ihren Willen, befreien und ist dabei mit Pulver und Blei nicht wählerisch, dass Henry’s Vater dabei stirbt, ist halt Pech. Wie alle Sklavenjungs trägt Henry einen alten Kartoffelsack und weil sich mit seinen Vorfahrinnen schon öfters ein weißer Sklavenhalter vergnügte, ist Henry auch ziemlich hell ausgefallen, auch sein Haar kräuselt sich nicht ganz stark. Aber dass John Brown ihn deswegen für ein Mädchen hält, ist ein starkes Stück. Doch bald erkennt Henry - jetzt Henrietta, dass das Ikognito ganz praktisch ist. Henrietta, inzwischen mit dem Spitznamen Onion gerufen, wird zum Glücksbringer für John Brown und zieht also mit dem alten Abolitionisten. Er trifft auf die absonderlichsten Menschen, lauscht den Predigten John Browns. Er freundet sich mit immer mehr mit ihm an, hängt an seinen Lippen und beginnt, sein Sklavenleben zu hinterfragen. Für ihn war sein Leben bisher so, wie es sein sollte. Dutch Henry war nicht schlimmer als andere, er kannte seine Stellung, Recht und Unrecht definierten andere und für Henry gab es keinen Grund sich dagegen aufzulehnen. In einem Tagebuch hält er seine Gedanken fest und erst als junger Mann ist er bereit aus seinem Kleid zu schlüpfen und sich der Welt zu stellen.
Einige Jahre nach „Die Farbe des Wasser“ ist James McBride erneut mit einem großen Roman in Erscheinung getreten. Ganz zurecht wurde das Buch mit dem National Book Award ausgezeichnet. Großartig wie er Henry zu Wort kommen lässt, ungeschminkt, derb, manchmal auch zotig, aber immer echt und wahrhaftig. Es ist ein Stück lebendiger, amerikanischer Geschichte, die den meisten Europäern fremd sein dürfte, Henry ist ein Bruder im Geiste von Huck Finn, vielleicht auch vom Simplicissimus. Fremd und etwas langatmig sind John Browns Predigten ausgefallen, das hat mir den Lesefluss immer wieder unterbrochen. Das ist aber fast der einzige Kritikpunkt. Henry Shakleford hat mich von der ersten Seite an gefesselt und in Bann gezogen.
Eins finde ich schade, der deutsche Titel ist so austauschbar, das englische Original „The Good Lord Bird“ hätte mir auch übersetzt besser gefallen.




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