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Das weiße Feld Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-89667-582-8

Erschienen:  11.09.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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"Eine raffiniert gewobene Familiensaga" (Libération) - ausgezeichnet mit dem Prix Renaudot des Lycéens 2016.

Sie heißen Magdalena, Libusa und Eva und teilen dasselbe Schicksal: Sie wachsen jeweils ohne ihren leiblichen Vater auf. Aber statt an diesem Schicksal, das in den Augen ihrer Umgebung ein regelrechter Makel ist, zu zerbrechen, entwickeln sie jede auf ihre Art einen unbändigen Freiheitswillen: Magdalena, die mit ihrer Mutter Marie aus dem braun gewordenen Wien flieht. Libusa, die mit ihrer Neugierde auf die Außenseiter der uniformierten Gesellschaft ihre Umgebung in Atem hält. Und Eva, die als Linkshänderin pädagogische Umerziehungsprogramme sabotiert und von fernen Ländern träumt. Alle drei eint die Zuneigung zu ihrer ebenso mürrisch-verschlossenen wie unbeirrbar selbstbewussten, beinahe überlebensgroßen Großmutter "Maman Maire", die sich als Hebamme im Dorf unentbehrlich zu machen verstand.

In einem Panoptikum unvergesslicher Charaktere - auf männlicher Seite: ein größenwahnsinniger Apparatschik, ein dichtender Tagträumer, ein patriarchalisch-humaner Bauer – entfaltet sich eine Familiengeschichte, deren großes Geheimnis erst auf den letzten Seiten seine Auflösung findet.

»Die Verhältnisse in der Tschechoslowakei über mehrere Generationen bilden die Kulisse für einen dicht erzählten Familienroman mit unerwarteter Wendung.«

Katja Lückert, NDR Info, Lesezeit (27.09.2017)

Lenka Hornakova-Civade (Autorin)

Lenka Horňáková-Civade wurde 1971 in der Tschechoslowakei in der Provinz Mähren geboren und wanderte 1991 nach Frankreich aus. Sie studierte an der Sorbonne Ökonomie und Philosophie. Heute lebt sie als Malerin und Schriftstellerin in Südfrankreich. Das weiße Feld ist ihr erster in französischer Sprache geschriebener Roman.

»Die Verhältnisse in der Tschechoslowakei über mehrere Generationen bilden die Kulisse für einen dicht erzählten Familienroman mit unerwarteter Wendung.«

Katja Lückert, NDR Info, Lesezeit (27.09.2017)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Französischen von Hanna van Laak
Originaltitel: Giboulées de Soleil
Originalverlag: Alma Editeur

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 272 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-89667-582-8

€ 20,00 [D] | € 20,60 [A] | CHF 27,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Blessing

Erschienen:  11.09.2017

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Unsichtbare Muster

Von: Niamh O'Connor Datum: 04.02.2018

chicklitscout.wordpress.com

Das weiße Feld von Lenka Hornáková-Civade erzählt von vier Frauen: Marie, deren Tochter Magdalena, der Enkelin Libuce und der Urenkelin Eva. Geschildert werden die Ereignisse in drei Teilen, jeweils aus der Perspektive von einer der drei Jüngeren, die eines gemeinsam haben: Sie sind unehelich geboren, und das ist in dem kleinen mährischen Ort, in dem sie leben, ein schwerer Makel. Marie war mit der 1929 in Wien geborenen Magdalena in die Tschechoslowakei zurückgekehrt, nachdem der Arzt, bei dem sie gearbeitet hatte, mit seiner Familie vor den Nazis geflohen war.
Magdalena verbringt den zweiten Weltkrieg in relativer Sicherheit und Abgeschiedenheit als Magd auf dem Gutshof der deutschstämmigen Familie Feldmann. Nach dem Krieg müssen die Feldmanns die Tschechoslowakei aufgrund der Benes-Dekrete verlassen, Magdalena bleibt mit ihrer Tochter Libuce zurück. 1968, zur Zeit des Prager Frühlings, ist diese eine junge Frau, und auch sie bekommt eine uneheliche Tochter. Als diese Tochter, Eva, gerade erwachsen geworden ist, fällt 1989 der Eiserne Vorhang, und der Westen, den Marie und Magdalena ein halbes Jahrhundert zuvor verlassen hatten, rückt endlich wieder in erreichbare Nähe.

Meine Meinung: Ich mag Bücher, die persönliche Lebensgeschichten vor dem Hintergrund geschichtlicher Ereignisse erzählen, vorausgesetzt, diese sind realistisch dargestellt, und das ist hier der Fall. Die Autorin lebt zwar in Frankreich und hat den Roman auf Französisch geschrieben, aber sie ist hinter dem Eisernen Vorhang aufgewachsen, und im Nachwort sagt sie selbst, es handle sich zwar um keine Autobiographie, aber der Roman erzähle auch von ihr.

Eine Geschichte über uneheliche Kinder ist immer auch eine Geschichte über Patchworkfamilien, auch wenn dieser Begriff so gar nicht zur Atmosphäre des Romans passt. Marie, Magdalena und Libuce heiraten und bekommen noch weitere Kinder. Die Ehemänner kommen im Roman allesamt nicht gut weg, und für mich war es schwer, als Leserin mitansehen, was die Frauen sich alles gefallen lassen und was sie vor allem auch ihren Töchtern abverlangen. Marie und Magdalena betonen immer wieder, wie wichtig die Freiheit sei, aber das, was sie als Freiheit bezeichnen, ist in meinem Verständnis nur die Fähigkeit, viel zu ertragen und nicht daran zu zerbrechen. Aus heutiger Perspektive wirkt das alles fast unverständlich, aber trotzdem hat mich das Buch sehr schnell gefangen genommen. Den Reiz hat für mich auch ausgemacht, dass die drei unehelichen Töchter als junge Mädchen und Frauen zu Wort kommen, die über ihre Träume, Hoffnungen und Sehnsüchte berichten, während sie als Mütter in den Erzählungen ihrer Töchter als pragmatisch, streng und unerbittlich erscheinen. Die Lebensgeschichten der Frauen sind dabei stimmig erzählt, sie folgen den unsichtbaren Mustern, die auch in der Realität häufig dafür sorgen, dass die nächste Generation das Leben der vorhergehenden nachspielt. Mein Fazit: Eine faszinierende und berührende Geschichte über eine Welt, die – hoffentlich – der Vergangenheit angehört.

3 Frauen – eine Geschichte

Von: tination Datum: 31.01.2018

https://booksoftination.wordpress.com/

Das Buch: 3 Frauen. Mutter, Tochter, Enkelin. Magdalena, Libuce, Eva. Alle haben etwas gemeinsam. Sie kennen ihren Vater nicht. Und müssen in dem Zeitalter des 20. Jahrhunderts sich selbst und allen anderen beweisen, dass sie nicht ein Balg sind, sondern jeweils eine starke Frau. Sie meistern ihr Leben in Zeiten vieler Krisen. Magdalena kämpft um ihre Liebe zu einem Sohn aus reichem Hause, Libuce mag Außenseiter und Eva macht eh alles anders, als sie es sollte. Eine Familie, ein Schicksal, viele Leben.

Das Fazit: Es ist ein Buch, dass durch die große Gemeinsamkeit der drei Frauen geprägt wird: der jeweils unbekannte oder verschollene Vater. Alle drei wachsen ohne ihren leiblichen Vater auf. Wie diese drei Frauen gezeugt wurden, kann man hier nachvollziehen, aber man muss es nicht verstehen. Es wirkt zu aufgesetzt. Aber da dieser Punkt für die weitere Geschichte notwendig wurde, ist sie nun einmal im Buch zu finden. Denn mit dem weißen Feld ist nicht ein Feldstück gemeint. Hier handelt es sich um das Feld z.B. bei der Geburtsurkunde, wo der Vater eingetragen werden sollte. Bei den Damen bleibt es leer. Und somit weiß. Das weiße Feld.

Alle drei werden getrieben von der „Dörflichkeit“. Jeder Aufbruch in das Ungewisse, jede Tat abseits der Normalität des Dorfes wird von der Gesellschaft scharf verurteilt. Die drei Frauen müssen stets gewollt und auch ungewollt dagegen ankämpfen.

Bei diesem Kampf bleiben sie aber leider immer für sich. Einzelkämpfer. Nicht einmal die eigene Tochter, die in die gleiche Situation wie die Mutter gerät, kann Mitleid von der Mutter erwarten. Sie bleiben für sich. So wie das Buch in drei Bücher, jeweils mit den Frauennamen betitelt, untergliedert ist. Sie bleiben sich und dem Leser sehr unnahbar.

Diese Gemeinsamkeit ist neben der Familienzugehörigkeit fast die einzige Verbindung zwischen den drei Frauen. Lange ist nur der rote Faden der Zeit die Verbindung zwischen den Kapiteln des Buches. Man mag es kaum glauben, aber das Ende kam dann doch zu gewollt. Dies birgt nämlich eine kleine Verbindung zwischen Eva und Magdalena (die Oma von Eva). Diese ist aber so dünn, dass sich der Leser an dieser Stelle noch einige Seiten mehr gewünscht hätte. Auch

Die drei Damen erzählen chronologisch jeweils aus der Ich-Perspektive ihre Leben bis zu dem Moment der Geburt der Tochter. Das soll wahrscheinlich eine Verbindung zwischen den Damen und dem Leser schaffen, tut es aber nicht. Es hätten ruhig ausführlicher die Geschehnisse rund um die Frauen erzählt werden können. Doch da hätte man eine andere Erzählweise wählen müssen.

Zusammenfassend bleibt dieses Buch der Generationen hinter den eigenen Erwartungen zurück. Leider schafft es keiner der Damen, den Leser tief zu berühren. Sie leben ihr leben, begehen ein paar Dummheiten und schon geht es weiter zur nächsten Dame. Schade. Ein wenig mehr Tiefe und Gefühl hätten hier wahre Wunder bewirken können.

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