Der Garten meiner Mutter

Roman

(8)
Hardcover
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„In meiner Kindheit war ich als der Junge bekannt, dessen Mutter mit einem Engländer durchgebrannt war“, so beginnt die Geschichte von Myshkin und seiner Mutter Gayatri. Es sind die dreißiger Jahre, Indien hadert mit der britischen Kolonialherrschaft. Da kommen zwei Fremde in den kleinen Ort am Himalaya, der deutsche Maler Walter Spies und eine Tänzerin, und Gayatri, die immer Künstlerin sein wollte, ergreift ihre Chance, der traditionellen Ehe zu entfliehen. Ein großes zeitgeschichtliches Panorama und die ergreifende Geschichte einer ungewöhnlichen Frau, die für ihre Kunst und Freiheit lebt.

»Eine ergreifende Familiengeschichte, die man nicht mehr aus der Hand legen will.«

Flow (18. April 2020)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence
Originaltitel: All The Lives We Never Lived
Originalverlag: MacLehose Press
Hardcover mit Schutzumschlag, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87632-0
Erschienen am  25. Mai 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Nimm dieses Buch mit in den Urlaub!
Dieses Buch spielt in: Himalaya, Indien

Leserstimmen

Ein sanfter poetischer Fluss..

Von: Gedankenlabor

01.10.2020

>>...Die Wurzeln der Bäume wachsen tief und in viele Richtungen, wir können nicht vorhersehen, welche unterirdischen Wege sie nehmen,...<< „Der Garten meiner Mutter“ von Anuradha Roy – ein Buch, das mit einem wie ich finde ganz besonderen Lesegefühl einher geht. Für mich war dieses Buch wie ein sanft fließender Fluss, der mich festhält, mit fließen lässt, berührt und mir eine Geschichte erzählt. Es ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Frau, die für die Kunst und ihre ganz eigene Freiheit kämpft und dafür vieles zurück lässt. Die Autorin erzählt eindringlich und doch auf nahezu poetische Weise, wie weit eine Mutter und Ehefrau geht um ihre Freiheit zu leben. Sie hat für mein Leseempfinden eine sehr schön fließende Symbiose geschaffen die Probleme, die damit einhergehen und die politische Situation der Welt, insbesondere natürlich im Blick auf Bali um 1930 herum zu veranschaulichen. „Der Garten meiner Mutter“ ist kein Buch mit hoher Spannungskurve, es ist wirklich ein sehr ruhiges Buch, wenn auch mit tiefer Thematik und Gefühlswelt. Wer die leisen Lesetöne mag, der sollte hier auf jeden Fall einen Blick riskieren!

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Indische Befreiungsgeschichte

Von: Kate Rapp

10.09.2020

„Der Garten meiner Mutter“ von Anuradha Roy Anuradha Roy ist eine großartige Erzählerin! Bereits auf den ersten Seiten hat sie mich mit ihrem bildreichen Stil für ihren Roman gewonnen. Es ist eine Familiengeschichte, rückblickend erzählt von dem alten Myshkin. Er wuchs in einer bürgerlichen Familie im Indien der Dreißiger Jahre auf, sein Großvater ein Arzt, sein Vater College-Professor und seine Mutter Gayatri nach arrangierter Ehe äußerst unzufrieden. Es ist die Zeit der großen Umbrüche, des gewaltlosen Widerstandes Gandhis, der Unabhängigkeitsbewegung Indiens, der Emanzipation von der kolonialen Abhängigkeit von England. In wunderschönen Bildern schildert Roy, wie der junge Myshkin nicht nur die politischen Veränderungen sondern auch die zunehmende Unzufriedenheit und Streitbarkeit seiner Mutter wahrnimmt. Wie er den Einfluss des Deutschen Malers Walter Spieß und seiner Begleiterin, der Tänzerin Beryl de Zoete zunächst nicht als bedrohlich empfindet. Doch dann ist er vollkommen davon überrascht, dass seine Mutter ihn und seinen Vater verlässt als er neun Jahre alt ist, um mit dem Künstler nach Bali zu gehen. Mich hat der Roman nicht nur wegen seiner wunderschönen Sprache begeistert sondern auch, weil hier zwei große Emanzipationsgeschichten miteinander verschränkt werden und parallel ablaufen: die von Gayatri und die des Landes Indien. Myshkins Vater, der die Unabhängigkeitsbewegung begeistert unterstützt, bemerkt gar nicht, dass, was er über das Land sagt, ebenso sehr auf seine Frau zutrifft. Seine Uneinsichtigkeit führt dazu, dass er sie, wie auch England seine Kolonie- verliert. Die ersten beiden Drittel des Buches handeln daher überwiegend von der Einsamkeit und der Leerstelle, die seine Mutter Gayatri bei Myshkin hinterlässt. Im letzten Drittel dagegen kommt sie selbst zu Wort, in Briefen, die sie an ihre Freundin Lis nach Hause schreibt. Sie spiegeln ihre Perspektive, ihre Träume, Wünsche und widerstreitenden Gefühle wider. Dabei nehmen sie immer wieder Bezug auf Walter Spieß, kreisen um sein Leben auf Bali, seine Kunstwerke, sein Museum. So tritt die Figur der Gayatri ein wenig hinter der des historischen Malers zurück und bleibt weiterhin nicht wirklich greifbar, weder für ihren Sohn Myshkin, der diese Briefe erst als alter Mann liest, noch für uns Leserinnen. Dennoch ein empfehlenswertes Buch und eine Hommage an die indische Kunst, den Tanz, die Kultur. Ich hoffe sehr, dass auch noch weitere Werke dieser großen, mit zahlreichen Preisen geehrten Autorin übersetzt werden!

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Vita

Anuradha Roy hat mehrere Romane verfasst und lebt in Ranikhet, einer Stadt im indischen Himalaya. Die Autorin war 2011 für den Man Asian Booker Prize und 2016 für den Man Booker Prize nominiert, wurde 2011 mit dem Economist Crossword Prize und 2016 mit dem D.S.C. Prize for South Asian Literature ausgezeichnet. Ihr Roman »Der Garten meiner Mutter« kam auf die Shortlist des JCB Fiction Prize 2018, des Hindu Literary Prize 2019, wurde nominiert für den Walter Scott Prize for Historical Fiction 2018 und gewann den Tata Book of the Year Award for Fiction 2018.

Zur AUTORENSEITE

Werner Löcher-Lawrence

Werner Löcher-Lawrence, geb. 1956, studierte Journalismus, Literatur und Philosophie, arbeitete als wissenschaftlicher Assistent an der Universität München und als Lektor in verschiedenen Verlagen. Er ist der Übersetzer von u.a. Ethan Canin, Patricia Duncker, Michael Ignatieff, Jane Urquhart.

zum Übersetzer

Pressestimmen

»Ob Indiens Sehnsucht nach Unabhängigkeit oder Myshkins tiefe Einsamkeit: Roy erzählt bildstark und sensibel.«

Peter Twiehaus / ZDF Morgenmagazin (16. Juni 2020)

»Die Beschreibungen der indischen Kultur und der indischen Sehnsucht nach Eigenständigkeit zählen zu den stärksten Passagen des Buches.«

Jan Ehlert / NDR Kultur (22. Mai 2020)

»Anuradha Roys Prosa ist so detailreich, anschaulich und auch witzig, dass einem die Dramatik der Geschichte erst nach und nach bewusst wird.«

Lina Brünig / WDR 5 (04. Juli 2020)

»Ein nachdenklicher, emanzipatorischer Roman vor großer Kulisse.«

Johanna Popp / Münchner Merkur (26. Mai 2020)

»Roy gelingt ein großer Wurf, ein wunderbarer Roman, der zu Recht diverse Preise gewonnen hat.«

Heike Krause-Leipoldt / Lesart (01. Juni 2020)

»Mitreißend bis zur letzten Seite!«

Anne Sutter / Ratgeber Frau und Familie (20. April 2020)