VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü
  • facebook
  • google+
  • whatsapp
  • twitter
  • add this

Die Kostbarkeiten von Poynton Roman

Bestellen Sie mit einem Klick

oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler.

€ 24,95 [D] inkl. MwSt.
€ 25,70 [A] | CHF 32,50*
(* empf. VK-Preis)

Gebundenes Buch, Leinen mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-7175-2352-9

NEU
Erschienen: 26.06.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: eBook (epub)

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Anmeldung

  • Info

  • Vita

  • Pressestimmen

  • Service

  • Biblio

Wer sagt, dass Blut dicker ist als Wasser? Henry James erklärt in seinem Roman «Die Kostbarkeiten von Poynton» die Familie zum Schauplatz boshafter Verteilungskämpfe. Nach dem gefeierten Erfolg von «Die Europäer» und «Washington Square» führen wir die Henry-James-Renaissance mit dieser Neuübersetzung eines Spätwerks fort.

Wertvolle Gobelins, Elfenbeinschnitzereien, edle Bronzen und alte spanische Altardecken ... Adela Gereth hat in «Poynton Park», ihrem Landsitz aus dem 17. Jahrhundert, lebenslang leidenschaftlich erlesene Einrichtungsgegenstände aus ganz Europa gesammelt. Dass nun weder Sohn Owen noch die von ihm umworbene Mona Brigstock diese Kostbarkeiten zu würdigen wissen, bereitet Adela Kopfzerbrechen. Dass das junge Paar sie ausquartieren will, bringt sie gar an den Rand der Verzweiflung. Dabei hat sie in Fleda Vetch doch bereits eine adäquate und sachkundige Schwiegertochter ausgemacht. Fleda findet tatsächlich nicht nur Gefallen am Haus, sondern auch an Owen – und sitzt plötzlich zwischen allen Stühlen. Bekannt für seine sprachliche wie psychologische Raffinesse, lässt uns Henry James auch mit diesem Roman wieder in die Abgründe menschlicher Beziehungen blicken.

»Früher, mittlerer oder später James; man braucht dafür keine Begründungen mehr (dies ist ein später) und sollte einfach alles von ihm lesen. Auch am Strand.«

FAS Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Paul Ingendaay (02.07.2017)

Henry James (Autor)

Henry James (1843–1916) wurde in New York geboren, verbrachte jedoch die meiste Zeit seines Lebens auf Reisen und in Europa. Dessen klassischer Literatur, insbesondere aus Russland und Frankreich, galt seine höchste Wertschätzung. Seinen Ruf als Meister der psychologischen Erzählkunst erschrieb er sich mit zwanzig Romanen und über hundert Erzählungen.

»Früher, mittlerer oder später James; man braucht dafür keine Begründungen mehr (dies ist ein später) und sollte einfach alles von ihm lesen. Auch am Strand.«

FAS Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Paul Ingendaay (02.07.2017)

»Vorbildlich kümmert sich der Manesse-Verlag um das Werk von Henry James. … Nikolaus Stingl hat den filigranen psychologischen Roman, der 1897 erstmals in Buchform erschien, in ein klares, schmiegsames Deutsch gebracht.«

NZZ am Sonntag (CH), Manfred Papst (02.07.2017)

»Ein herrlicher Roman, übersetzt von Nikolaus Stingl, in besonders schön gestalteter Ausgabe.«

Chemnitzer Morgenpost (13.08.2017)

Aus dem Englischen von Nikolaus Stingl
Originaltitel: The Spoils of Poynton

Mit Nachwort von Alexander Cammann

Gebundenes Buch, Leinen mit Schutzumschlag, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-7175-2352-9

€ 24,95 [D] | € 25,70 [A] | CHF 32,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Manesse

NEU
Erschienen: 26.06.2017

  • Leserstimmen

  • Rezension verfassen

Meisterliche Manipulationen, Wendungen und Blendungen

Von: artWORDising Diana Wieser Datum: 30.07.2017

schreiblust-leselust.de

Die distinguierte Mrs. Gereth liebt Kunst und erlesene Schönheit. Ihren Landsitz „Poynton Park“ hat sie mit seltenen Kostbarkeiten aus ganz Europa geadelt. Leider geht der Besitz an ihren Sohn Owen über, der kein Auge für Kunst hat, aber dafür Gefallen an der stillosen, aufgedonnerten Mona Brigstock gefunden hat. Undenkbar, den beiden ihr Lebenswerk zu überlassen! Zum Glück hat Mrs. Gereth in der klugen Fleda Vetch eine Komplizin gefunden, die sich als würdige Schwiegertochter erweisen könnte. Mögen die Spiele – mit all ihren Intrigen – beginnen!

Henry James zeigt sich als Meister der subtilen, doppelbödigen Gesellschaftsdramen, die mit vielen Wendungen und ironischen Dialogen aufwarten. Seine Charaktere und ihre Beweggründe sind zunächst nicht leicht zu durchschauen, was einen eigenen Reiz ausmacht. Zwischen dem, was sie fühlen und denken und dem, wie sie sich nach außen zeigen und handeln, liegen oft Welten. Kein Wunder, sind sie doch den Zwängen ihrer Zeit unterworfen. Mrs Gereth verkörpert den tragischen Typ der „entthronten, entrechteten Mutter.“ Nach dem englischen Gesetz geht das Haus mit seinen Besitztümern nach dem Tod ihres Mannes an ihren Sohn über. Sie, die ihr ganzes Leben damit verbracht hat, es zu verschönern, muss ihren Platz räumen für eine Schwiegertochter, welche all die Kostbarkeiten nicht zu würdigen weiß. Die nahezu mittellose Fleda Vetch wiederum hat lediglich ihre hohe Moral als Wert anzupreisen. Darum scheut sie davor zurück, die Rolle der Ehebrecherin einzunehmen und einen Mann mit beschädigtem Ruf zu wählen, selbst wenn er das Versprechen gegenüber seiner Verlobten aus Liebe zur Fleda auflösen würde.

Für einen männlichen Autor der damaligen Zeit ist es erstaunlich, dass alle handlungsrelevanten Figuren weiblich sind. Owen Gereth dient mehr oder weniger als Spielball zwischen den Fronten. Er wird als wenig intelligent, naiv, aber aufrichtig beschrieben. Ein denkbar geeigneter Spielball also. Und letztlich bleibt den Damen, denen Besitz und Wahlrecht zum ausgehenden 19. Jahrhundert noch versagt sind, gar nichts anderes übrig, als die „tonangebenden“ Männer wie Marionetten für ihre eigenen Interessen zu benutzen.

Herausragend ist der Stil von Henry James. Bereits die ersten Seiten sind ein wahrer Genuss für Freunde literarischer Lästereien. In welch erlesenen Phrasen der Autor Mrs. Gereth und Fleda über den fürchterlichen Geschmack der Gastgeber herziehen lässt! Wie „undefinierbare Einrichtungsgegenstände, bei denen es sich um Auszeichnungen für Blinde handeln könnte“, alles zeugt von ihrem „unfehlbaren Instinkt für Desaströses“. Die Kostbarkeiten von Poynton werden in luziden, wohlklingenden Worten gepriesen, bleiben aber wenig greifbar. Sie dienen als allgemeines Symbol für die Begierden der Menschen, für die sie bereit sind, über sich selbst hinauszuwachsen.

Abgerundet wird der Plot durch ein Nachwort von Alexander Cammann. Er setzt den 1896 geschriebenen Roman in einen autobiografischen Kontext. Welche konkrete Geschichte hat den Autor inspiriert? Warum ist das Buch eine Neu- und Weiterentwicklung seiner bisherigen Romane? Einige Fakten zu dem in New York geborenen Schriftsteller von Werken wie „Washington Square“ lassen das Gelesene in einem neuen Licht erscheinen.

Fazit: 264 Seiten voller meisterlicher Manipulationen, doppelzüngiger Dialoge, Wendungen und Blendungen. Ein literarisches Vergnügen ohnegleichen!

Voransicht

  • Weitere Bücher des Autors