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Die Kostbarkeiten von Poynton Roman

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Gebundenes Buch, Leinen mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-7175-2352-9

Erschienen: 26.06.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Wer sagt, dass Blut dicker ist als Wasser? Henry James erklärt in seinem Roman «Die Kostbarkeiten von Poynton» die Familie zum Schauplatz boshafter Verteilungskämpfe. Nach dem gefeierten Erfolg von «Die Europäer» und «Washington Square» führen wir die Henry-James-Renaissance mit dieser Neuübersetzung eines Spätwerks fort.

Wertvolle Gobelins, Elfenbeinschnitzereien, edle Bronzen und alte spanische Altardecken ... Adela Gereth hat in «Poynton Park», ihrem Landsitz aus dem 17. Jahrhundert, lebenslang leidenschaftlich erlesene Einrichtungsgegenstände aus ganz Europa gesammelt. Dass nun weder Sohn Owen noch die von ihm umworbene Mona Brigstock diese Kostbarkeiten zu würdigen wissen, bereitet Adela Kopfzerbrechen. Dass das junge Paar sie ausquartieren will, bringt sie gar an den Rand der Verzweiflung. Dabei hat sie in Fleda Vetch doch bereits eine adäquate und sachkundige Schwiegertochter ausgemacht. Fleda findet tatsächlich nicht nur Gefallen am Haus, sondern auch an Owen – und sitzt plötzlich zwischen allen Stühlen. Bekannt für seine sprachliche wie psychologische Raffinesse, lässt uns Henry James auch mit diesem Roman wieder in die Abgründe menschlicher Beziehungen blicken.

»Früher, mittlerer oder später James; man braucht dafür keine Begründungen mehr (dies ist ein später) und sollte einfach alles von ihm lesen. Auch am Strand.«

FAS Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Paul Ingendaay (02.07.2017)

Henry James (Autor)

Henry James (1843–1916) wurde in New York geboren, verbrachte jedoch die meiste Zeit seines Lebens auf Reisen und in Europa. Dessen klassischer Literatur, insbesondere aus Russland und Frankreich, galt seine höchste Wertschätzung. Seinen Ruf als Meister der psychologischen Erzählkunst erschrieb er sich mit zwanzig Romanen und über hundert Erzählungen.

»Früher, mittlerer oder später James; man braucht dafür keine Begründungen mehr (dies ist ein später) und sollte einfach alles von ihm lesen. Auch am Strand.«

FAS Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Paul Ingendaay (02.07.2017)

»Ein hinreißendes Buch über den Fluch des guten Geschmacks. Ihren Landsitz hat Adela Gereth zu einem Schatzkästchen gemacht. Jetzt droht ihr Werk am Unverstand ihrer Familienmitglieder zu zerschellen. Henry James schreibt wie stets mit psychologischem Feingefühl über die hohe Kunst der Intrige.«

SWR Bestenliste, September 2017: Platz 1, Oktober 2017: Platz 2 (03.10.2017)

»Ein hinreißend choreografiertes Ballett der Begierden und Intrigen.«

Süddeutsche Zeitung, Lothar Müller (02.12.2017)

»Vorbildlich kümmert sich der Manesse-Verlag um das Werk von Henry James. … Nikolaus Stingl hat den filigranen psychologischen Roman, der 1897 erstmals in Buchform erschien, in ein klares, schmiegsames Deutsch gebracht.«

NZZ am Sonntag (CH), Manfred Papst (02.07.2017)

»Die Erziehung des Herzens und der Seele, mit Henry James lässt man sich diese stets aufs Neue gefallen.«

Der Tagesspiegel, Gerrit Bartels (10.12.2017)

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Aus dem Englischen von Nikolaus Stingl
Originaltitel: The Spoils of Poynton

Mit Nachwort von Alexander Cammann

Gebundenes Buch, Leinen mit Schutzumschlag, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-7175-2352-9

€ 24,95 [D] | € 25,70 [A] | CHF 32,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Manesse

Erschienen: 26.06.2017

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Ein Spätwerk von Henry James

Von: Miss Foxy Reads Datum: 13.11.2017

missfoxyreads.blogspot.com

(1)
Die Kostbarkeiten von Poynton, eines der Spätwerke von Henry James, wurde im Manesse Verlag in neuer Übersetzung von Nikolaus Stingl herausgegeben und hat darüber hinaus eine wunderschöne Gestaltung mit farbigem Buchschnitt und Leineneinband erhalten, die allein schon zum Sammeln seiner Werke wunderbar ist. Doch auch der Name Nikolaus Stingl trägt eine Art Gütesiegel unter den deutschen Übersetzern, weshalb ich mich auf eine gute Übersetzung und eine tolle Geschichte von Henry James freute.
Ich bin ein großer Fan von Henry James, habe jedoch bisher tatsächlich nur zu seinen frühen Werken gegriffen. Somit war Poynton mein erstes Spätwerk des Autors und ich erkannte schnell, dass es einen ganz anderen Charme hat. Ich bleibe nach wie vor ein Fan der früheren Werke doch was in seinen älteren Büchern ebenso heraussticht, das ist die große Gabe, Gesellschaften und einzelne Personen genauestens zu analysieren und ihre Schwächen auf teilweise sehr satirische aber auch versteckte Art dazustellen. Nichts anderes war auch hier der Fall und man kann einfach nicht anders, als die Passagen nach Hinweisen abzusuchen, das Verhalten der Charaktere zu analysieren und sich darüber zu amüsieren.
Besonders spannend fand ich hierbei Fleda. Die wird schnell zu einem Werkzeug von Mrs Gereth, als diese erkennt, dass sie die Schönheit Poyntons genauso schätzt, wie sie selbst: Das Problem ist nämlich, dass ihr Sohn eine Frau heiraten möchte, die die Kostbarkeiten nicht zu schätzen weiß und an die Mrs Gereth diese keinesfalls verlieren möchte. Sie sieht in Fleda somit nicht nur eine potentielle Schwiegertochter sondern auch eine Lösung des Gesamtkonflikts und auch Fleda findet nach und nach Gefallen an Mrs Gereths Sohn Owen. Dennoch versucht Fleda immer wieder, nicht zum Spielball der Witwe zu werden und lehnt sic in ihrem Verhalten häufiger gegen diese auf, was ihr jedoch nicht immer gelingt. Besonders spannend war es auch, ihre Entwicklung nachzuverfolgen und gegen Ende nimmt dieser Punkt immer mehr an Spannung zu.
Gemeinsam mit Mrs Gereth und Owen hängt Fleda in einer Art Kommunikationsdreieck und der Großteil des Buches spielt sich auch in Gesprächen dieser drei Parteien ab. Wir haben also einen interessanten Familienkonflikt, der mich sehr fesseln konnte und darüber hinaus sowohl im Konflikt selbst als auch in seiner Lösung sehr unüblich ist. Darüber hinaus fand ich viele Wendungen, die ich erstaunt las, da ich sie so nicht erwartet habe und das Ende des Romans setzt dem ganzen noch eine Krone auf und führt dazu, dass der Leser noch einige Zeit an die Geschichte zurückdenkt.
Fazit: Henry James Spätwerk Die Kostbarkeiten von Poynton unterscheidet sich zwar von seinen früheren Werken, die Kunst, Personen und Gesellschaften zu analysieren, ist jedoch erhalten geblieben. Er entführt den Leser in eine Geschichte, mit einem sehr eigenartigen Familienkonflikt und schafft es, mit seiner Charakteranalyse zu fesseln. Besonders hervorgehoben werden, muss außerdem die gute Übersetzung.

Meisterliche Manipulationen, Wendungen und Blendungen

Von: artWORDising Diana Wieser Datum: 30.07.2017

schreiblust-leselust.de

Die distinguierte Mrs. Gereth liebt Kunst und erlesene Schönheit. Ihren Landsitz „Poynton Park“ hat sie mit seltenen Kostbarkeiten aus ganz Europa geadelt. Leider geht der Besitz an ihren Sohn Owen über, der kein Auge für Kunst hat, aber dafür Gefallen an der stillosen, aufgedonnerten Mona Brigstock gefunden hat. Undenkbar, den beiden ihr Lebenswerk zu überlassen! Zum Glück hat Mrs. Gereth in der klugen Fleda Vetch eine Komplizin gefunden, die sich als würdige Schwiegertochter erweisen könnte. Mögen die Spiele – mit all ihren Intrigen – beginnen!

Henry James zeigt sich als Meister der subtilen, doppelbödigen Gesellschaftsdramen, die mit vielen Wendungen und ironischen Dialogen aufwarten. Seine Charaktere und ihre Beweggründe sind zunächst nicht leicht zu durchschauen, was einen eigenen Reiz ausmacht. Zwischen dem, was sie fühlen und denken und dem, wie sie sich nach außen zeigen und handeln, liegen oft Welten. Kein Wunder, sind sie doch den Zwängen ihrer Zeit unterworfen. Mrs Gereth verkörpert den tragischen Typ der „entthronten, entrechteten Mutter.“ Nach dem englischen Gesetz geht das Haus mit seinen Besitztümern nach dem Tod ihres Mannes an ihren Sohn über. Sie, die ihr ganzes Leben damit verbracht hat, es zu verschönern, muss ihren Platz räumen für eine Schwiegertochter, welche all die Kostbarkeiten nicht zu würdigen weiß. Die nahezu mittellose Fleda Vetch wiederum hat lediglich ihre hohe Moral als Wert anzupreisen. Darum scheut sie davor zurück, die Rolle der Ehebrecherin einzunehmen und einen Mann mit beschädigtem Ruf zu wählen, selbst wenn er das Versprechen gegenüber seiner Verlobten aus Liebe zur Fleda auflösen würde.

Für einen männlichen Autor der damaligen Zeit ist es erstaunlich, dass alle handlungsrelevanten Figuren weiblich sind. Owen Gereth dient mehr oder weniger als Spielball zwischen den Fronten. Er wird als wenig intelligent, naiv, aber aufrichtig beschrieben. Ein denkbar geeigneter Spielball also. Und letztlich bleibt den Damen, denen Besitz und Wahlrecht zum ausgehenden 19. Jahrhundert noch versagt sind, gar nichts anderes übrig, als die „tonangebenden“ Männer wie Marionetten für ihre eigenen Interessen zu benutzen.

Herausragend ist der Stil von Henry James. Bereits die ersten Seiten sind ein wahrer Genuss für Freunde literarischer Lästereien. In welch erlesenen Phrasen der Autor Mrs. Gereth und Fleda über den fürchterlichen Geschmack der Gastgeber herziehen lässt! Wie „undefinierbare Einrichtungsgegenstände, bei denen es sich um Auszeichnungen für Blinde handeln könnte“, alles zeugt von ihrem „unfehlbaren Instinkt für Desaströses“. Die Kostbarkeiten von Poynton werden in luziden, wohlklingenden Worten gepriesen, bleiben aber wenig greifbar. Sie dienen als allgemeines Symbol für die Begierden der Menschen, für die sie bereit sind, über sich selbst hinauszuwachsen.

Abgerundet wird der Plot durch ein Nachwort von Alexander Cammann. Er setzt den 1896 geschriebenen Roman in einen autobiografischen Kontext. Welche konkrete Geschichte hat den Autor inspiriert? Warum ist das Buch eine Neu- und Weiterentwicklung seiner bisherigen Romane? Einige Fakten zu dem in New York geborenen Schriftsteller von Werken wie „Washington Square“ lassen das Gelesene in einem neuen Licht erscheinen.

Fazit: 264 Seiten voller meisterlicher Manipulationen, doppelzüngiger Dialoge, Wendungen und Blendungen. Ein literarisches Vergnügen ohnegleichen!

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