Die Wiese

Lockruf in eine geheimnisvolle Welt
Von dem preisgekrönten Dokumentarfilmer, mit 32 Bildseiten

(4)

Bestseller Platz 46
Spiegel Hardcover Sachbücher

Hardcover
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Mit umfangreichem farbigen Bildteil

Kitzelnde Gräser, leuchtende Blumen, summende Insekten: So fühlt sich eine Sommerwiese an. Jan Haft nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise in ein wahres Naturparadies, in dem Hunderte bunter Pflanzen und bizarrer Tiere leben, deren Naturgeschichte oft noch gar nicht richtig erforscht ist. Nirgendwo sonst leben mehr Insektenarten, nirgendwo sonst herrscht eine solche Farbenpracht. Und gleichzeitig ist kein heimischer Lebensraum so sehr bedroht: Etwa ein Drittel unseres Landes war einst von blühenden Wiesen bedeckt. Heute sind es noch klägliche zwei Prozent. Das mit zahlreichen Fotos bebilderte Buch weckt Begeisterung für diesen artenreichen, lebendigen Lebensraum und ist zugleich ein Aufruf zur Rettung der letzten Blumenwiesen.

Das Buch wird nach höchsten ökologischen Standards (Cradle to Cradle) hergestellt und nicht in Folie eingeschweißt.

»Der Biologe hat ein feuriges Plädoyer für den Erhalt naturnaher Wiesen geschrieben. Ein wunderbares Buch über den Miniaturdschungel vor der eigenen Haustür.«


Hardcover, Pappband mit Schutzumschlag, 256 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
Flyer Wildtierstiftung
mit farbigen Abbildungen
ISBN: 978-3-328-60066-4
Erschienen am  25. März 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Wiesen - bedrohte Artenvielfalt

Von: Elementares Lesen

26.06.2019

Die Wiesen Mitteleuropas waren einst von einer reichhaltigen Flora und Fauna bewohnt. Den Wäldern abgetrotzt, als Kulturlandschaften gepflegt, – bis im 20. Jahrhundert die Landwirtschaft intensiviert wurde. Seitdem veröden und verschwinden diese artenreichen Habitate. Der preisgekrönte Dokumentarfilmer und Biologe Jan Haft hat ein sehr persönliches Buch über den Wandel einer Landschaftsform geschrieben: Die Wiese – Lockruf in eine geheimnisvolle Welt. Jan Haft lebt mit seiner Familie im ländlichen Isental bei München. Dort, auf einem alten Bauernhof, ist auch der Sitz seiner Firma nautilusfilm, wo geniale Produktionen wie Magie der Moore, Das grüne Wunder – Unser Wald, Biene Majas wilde Schwestern und Kinder der Sonne – Unsere Schmetterlinge entstanden sind. Auch zum neuen Buch gibt es einen Film: Die Wiese – Ein Paradies nebenan, der bereits in den Kinos lief und ab Herbst im Handel erhältlich ist. Erfreulicherweise ist auch sein Buch sehr gut gelungen! Hier erfährt man, wie aus einem naturvernarrten, insektensammelnden Jungen ein renommierter Dokumentarfilmer wurde. Seine Erfahrungen als aktiver Naturschützer verknüpft der Autor mit der Geschichte der Wiesen und dem aktuellen Forschungsstand zur Wiesenökologie. Wiesen existierten schon vor dem Auftreten des Menschen. Früher wurden sie vermutlich durch die inzwischen ausgestorbenen Tiere der Megafauna und andere große Pflanzenfresser offengehalten. Dann kam der Mensch und machte daraus Lebensräume, die als Weidegrund und Viehfutter nutzbar sind. Die Bewirtschaftung förderte sogar eine artenreiche, bunte Zusammensetzung. Erst in Zeiten industrialisierter Landwirtschaft gerät das Gleichgewicht ins Wanken, denn die Wiesen werden überdüngt und viel zu häufig gemäht. Oder sie werden sich selbst überlassen und verbuschen. Das Ergebnis ist ein “Verschwinden der Farben”, wie Jan Haft schreibt, ein Verlust blühender Wiesen. Die vier Haupttypen – fette oder magere, trockene oder feuchte Wiesen – lassen sich je nach Bodenchemie, Lage und Klima in eine Vielzahl von Habitaten unterteilen, zum Beispiel magere Trockenwiesen, wechselfeuchte Wiesen, nährstoffreiche Feuchtwiesen, Halbtrockenrasen und vieles mehr. Pflanzen und Tiere haben sich auf bestimmte Wiesentypen spezialisiert und komplexe Lebensgemeinschaften miteinander gebildet. Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling legt seine Eier ausschließlich auf den Blüten des Großen Wiesenknopfs ab. Dessen Raupen lassen sich von Knotenameisen in ihren Bau schleppen, um deren Brut zu fressen; dort verpuppen sie sich – bis sie nach elf Monaten als geschlüpfte Schmetterlinge das Weite suchen und der Kreis von Neuem beginnt. Dieses ausgeklügelte Timing wird aber durch falsches Mähen der wechselfeuchten Wiesen durchbrochen. Orchideen wie das Gefleckte und das Fleischfarbene Knabenkraut leben in Symbiose mit Pilzen, die ihre Wurzeln durchdringen und Nährstoffe miteinander austauschen. Durch Überdüngung sterben jedoch die Pilze ab. Damit werden bald auch die Orchideenwiesen verschwinden, beklagt Jan Haft. Ein Profiteur der allgegenwärtigen Überdüngung ist der Löwenzahn, der aber andere Arten verdrängt. Die frühere Form der Mahd, maximal zweimal im Jahr, entspricht den Bedürfnissen vieler Arten. Vögel haben Zeit, ihre Eier auszubrüten, Blumen bieten Nektar und Pollen für zahlreiche Insekten, und wenn ihre Fruchtstände Zeit zum Reifen haben, verbreiten sie sich. Zu viel Dünger und zu häufiges Mähen zerstört ihre Lebensgrundlage. Das macht Haft an vielen Beispielen deutlich. Er äußert Verständnis für die ökonomischen Zwänge der Landwirte und fordert zur Rettung der Wiesen eine bessere Agrarpolitik, ganz im Sinne der Artenvielfalt. Besonders faszinierend ist sein Vorschlag, die alte Wässerwirtschaft wiederzubeleben. Dabei werden Wiesen an Bachläufen zweimal jährlich geflutet, um die Mineralstoffe herauszulösen. Das erspart das künstliche Düngen und führt zu einer besseren Heuernte. Haft berichtet auch vom Projekt “Jeder Gemeinde ihr Biotop” der Heinz-Sielmann-Stiftung, das dazu dient, größere Verbünde von Schutzgebieten zu bilden. Auf seinem Bauernhof im bayerischen Isental gibt es Totholz und Tümpel, um Lebensraum für seltene Arten zu schaffen – sogar einen Ringelnatternhügel, denn diesen Schlangen gilt seine besondere Leidenschaft. Es ist ihm sogar gelungen, eine Magerwiese zu renaturieren. Hier schreibt also ein Naturschützer mit Leib und Seele! Dessen Buch lebt von der Begeisterung Hafts für alles, was er beobachtet, ob es um den seltsamen Gesang der Wanzen geht, um die bunte Pilzgattung der Saftlinge oder um die enorme Vielfalt an Grashüpfern. Zum Schutz dieser wunderbaren Lebensräume unterbreitet der Autor viele konstruktive Vorschläge, so dass am Ende kein Verlustgefühl, sondern die Hoffnung auf ihre Rettung steht. Wunderschöne Fotos runden dieses Buch ab, mit reichhaltiger Blütenpracht, scheuen Bodenbrütern und seltenen Insekten. Lobenswert sind auch die informativen Bildunterschriften. Eine faszinierende Reise ins Reich der Wiesen!

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WICHTIGES WIESENWISSEN

Von: Ulrike Sokul

12.06.2019

Dieses Buch bietet einen faszinierenden, hochinformativen Lesespaziergang, der fundiert Entwicklungsgeschichte und ökologische Zusammenhänge des Lebensraums Wiese sowie aktuelle Gefahren und Rettungschancen erklärt und dabei lebhafte Wiesenlust weckt. Der Autor Jan Haft ist Biologe und Naturfilmer. Im Jahr 2017 drehte er zwei Filme über Insekten („Biene Majas wilde Schwestern“ und „Kinder der Sonne – Unsere Schmetter-linge“), außerdem wurde er bekannt mit seinen Filmen „Das Grüne Wunder – Unser Wald“ und „Magie der Moore“. Im April 2019 kam sein neuer Film „Die Wiese – Ein Paradies nebenan“ ins Kino. Ab Herbst 2019 wird dieser Film auf DVD und Blu-ray überall erhältlich sein. Atmosphärisch führt uns der Autor mit seinem Prolog „Ein Morgen im Mai“ in sein Buch und in „seine“ Wiese und ihre bunte Lebensvielfalt ein, blendet zurück zu persönlichen Kindheitserinnerungen voller Naturerfahrungen und kindlicher Entdeckungslust und schwenkt dann über zum erstaunlichen Lebenszyklus des Wiesenknopf-Ameisenbläu- lings, der uns als erstes Mitlebewesen der Wiese anschaulich illustriert, welch eine hochkomplexe, tierisch-pflanzliche Lebenskomposition und Abhängigkeitskaskade die Voraussetzung für die Existenz und Erhaltung des Wiesenknopf-Ameisenbläulings ist. Wiesen gehören zu den artenreichsten Flächen, wenn sie nicht – wie es inzwischen in der industriellen Landwirtschaft üblich ist – gedüngt werden, um den Grasertrag zu steigern. Um viele Kühe zu ernähren, braucht man viel Gras und Heu. Dank mineralischer und organischer Dünger wachsen Gräser wesentlich schneller, und eine Mahd ist inzwischen fünf bis sechsmal jährlich üblich. Die meisten Wiesenpflanzen sind evolutionär an magere Lebensbedingungen angepaßt und leben in speziellen Symbiosen mit Insekten oder Pilzen, die durch Düngung und häufiges Mähen empfindlich gestört werden. Schnell sprießende, hohe Gräser über-schatten kürzere, zartere, langsamere Gewächse, die mangels Licht und Platz nicht oder nur noch kümmerlich wachsen. Gelingt ihnen dennoch das Wachstum, werden sie mitten in der Blüte oder vor der Samenausbildung abgeschnitten und können sich nicht mehr vermehren. So wird das Vieh satt, aber die Wiese verarmt und bietet nur noch wenigen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum. Weit über tausend einheimische Arten von Farn- und Blütenpflanzen und in ihrem biologischen Gefolge rund 3500 Tierarten finden sich auf extensiv bewirtschafteten Weiden und Wiesen. Ein Drittel dieser Arten steht bereits auf der roten Liste und findet sich nur noch in kleinen Restrefugien. „Seit Mitte des letzten Jahrhunderts … ist der Anteil des sogenannten mesophilen Grün-lands, Grünlands also mittlerer Feuchtigkeit, um mehr als 98 Prozent zurückgegangen.“ (Seite 47) „Kein anderer Lebensraum ist in Deutschland auch nur annähernd so bedroht wie die Blumenwiese.“ (Seite 48) Eindringlich klärt der Autor über die Gefahren intensiver Landwirtschaft und allgegenwärtiger Stickstoffdüngung auf, die inzwischen fast unausweichlich bereits über die Luft geschieht und so auch Standorte erreicht, die garnicht vorsätzlich gedüngt werden. Ammoniak und Stickoxide entweichen „aus Verbrennungsvorgängen in Verkehr, Industrie und Haushalten“ sowie aus der Gülle. Es sind reaktive Stickstoffverbindungen, die sich durch den Wind übers Land verteilen. „Bundesweit landen so auf jedem einzelnen Hektar jährlich zwischen zehn und 50 Kilogramm Stickstoffverbindungen …“ (Seite 184). Stickstoff ist für Kulturpflanzen und Gräser eine willkommene Nährstoffzugabe, aber für die meisten Wiesenpflanzen bedeutet dieses Nährstoffangebot den Untergang, da sie von den wenigen Arten, die mit der hohen Stickstoffkonzentration schneller und kräftiger wachsen, verdrängt werden. Der Löwenzahn gehört zu den Stickstoffprofiteuren, was den Autor zu einem interessanten Exkurs über die vielfältigen Eigenschaften und Nutzanwendungen des Löwenzahns führt. Zur Zeit wird vielversprechend an Löwenzahnkautschuk aus Löwenzahnmilchsaft geforscht. Konstruktive Überlegungen zu einer zwischen extensiv und intensiv ausgeglichenen Landwirtschaft und entsprechende Förderungen, die Landwirte großflächig und groß- zügig für das »Produktionsziel Biodiversität« belohnen und nicht für die massenhafte Mitweltbelastung durch Gift und Gülle und den dadurch forcierten dramatischen Artenschwund, runden die biologischen Betrachtungen auffordernd- gesellschaftspolitisch ab. Der Autor geht zudem auch auf den flächenschonenden, ökologischen und gesundheitlichen Sinn und Nutzen einer deutlich stärker vegetarisch orientierten Ernährung ein. In der vorindustriellen, kleinteiligen, strukturreichen Landwirtschaft wurden Wiesen teils beweidet und teils als gewachsene Vorratskammer für Viehfutter nur ein bis zweimal im Jahr gemäht. Die beweideten Flächen wurden zwar von den Ausscheidungen des Viehs gedüngt, jedoch in einer verträglichen Menge, die nur die abgegraste Pflanzenbio- masse ausglich. Der ein- bis zweimal jährlich erfolgende Schnitt und die Entfernung des Schnittguts sind für Wiesenpflanzen sogar nützlich, und sie verhindern die Verbuschung durch aufstrebende Gehölzkeimlinge. Wiesenpflanzen treiben kräftiger wieder aus, wenn sie abgemäht werden, und der Abstand zwischen den Schnitten läßt ihnen genug Zeit für die Samenbildung und -Ausbreitung, auch die Insekten können ihre Entwicklungszyklen weitgehend vollenden. Durch die Entfernung des Schnittguts bleibt der Boden mager und der Standort licht, sonnig und warm, was für viele Insekten, Schmetterlinge, Heuschrecken und Zikaden überlebenswichtig ist. Die zahlreichen beeindruckenden Fotos von Wiesentypen, Wiesenpflanzen und Wiesen-tieren erfreuen das Auge des Lesers und schulen den Blick für natürliche Details. Weiterführende Literaturhinweise und nützliche Links (z.B. Deutsche Wildtier Stiftung www.deutschewildtierstiftung.de) laden zur Vertiefung des Wiesenwissens ein. Leider fehlt ein Stichwortregister zum schnellen Nachblättern; vielleicht könnte dies für eine neue Auflage in wohlwollende Erwägung gezogen werden. Nach der Lektüre dieses ebenso naturliebhaberischen wie wissenswert- vollen Buches können wir sehenden Auges hinausgehen und tatsächlich Wiesen lesen.

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Vita

Der Biologe Jan Haft, geboren 1967, ist ein vielfach ausgezeichneter Natur- und Tierfilmer. Er lebt mit seiner Frau und drei Kindern auf einem Bauernhof im Isental bei München. Eine seiner Lieblingswiesen liegt gleich neben dem Hof. Sein neuer Film „Die Wiese – ein Paradies nebenan“ erscheint im April 2019.

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Events

19. Nov. 2019

Lesung und Filmvorführung

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Die Wiese

18. Feb. 2020

Lesung

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Pressestimmen

»Jan Haft schildert mit großer Sachkenntnis und Erzählfreude das überraschend vielfältige Leben von Tieren und Pflanzen in verschiedensten Wiesenarten, wie man es so detailreich noch nicht wusste.«

Imkerzeitschrift bienen&natur, Ausgabe 5/2019