Dunbar und seine Töchter

Roman

Hardcover
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Edward St Aubyns meisterhafter Roman über einen machtbesessenen und eitlen Despot am Ende seines Lebens

Sein ganzes Leben lang hat Henry Dunbar auf nichts und niemanden Rücksicht genommen, besessen von der Vision, seinen kleinen Zeitungsverlag zu einem Medienkonzern auszubauen. Auf dem Zenit seiner Macht hat nur noch einen einzigen, aber mächtigen Feind: das Alter. Dunbar weiß, er muss sein Reich in die Hände seiner Töchter legen. Nur zwei der Kinder hält er für geeignet. Doch das Leben erteilt ihm eine bittere Lektion.

In seinem neuen Roman, inspiriert von Shakespeares König Lear, seziert Edward St Aubyn gekonnt innerfamiliäre Beziehungen. "Dunbar und seine Töchter" ist ein brillantes Lehrstück über Egoismus, Starrsinn und die Erkenntnis, wie leicht einem am Ende des Lebens alles Erreichte aus den Händen gleiten kann.

»König Lear hat in Henry Dunbar einen würdigen literarischen Nachfahr gefunden.«


Aus dem Englischen von Nikolaus Hansen
Originaltitel: Dunbar
Originalverlag: Hogarth
Hardcover mit Schutzumschlag, 256 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-8135-0698-3
Erschienen am  20. November 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

König Lear im Shakespeare-Projekt

Von: marcsbuecherecke aus Bingen am Rhein

28.09.2018

Shakespeare ist wohl der unangefochtene Meister des Theaters und besonders seine Tragödie "König Lear" hat es mir besonders angetan. Das Stück vereint alles, was eine Tragödie in meinen Augen haben sollte: Spannung, Emotionen, ein passendes Setting, gelungene Charaktere ...., weshalb ich mich umso mehr freute, als ich feststellte, dass es das Stück in einer modernen Adaptionen im Rahmen des Shakespeare projekts zu erwerben gibt. Edward St. Aubyn hält sich sehr genau an das Original ohne verkrampft jede Szene einbauen zu wollen. Die verschiedenen Charaktere sind eindeutig wiederzufinden, aber auch hier bleibt er im Großen und Ganzen seiner eigenen Handschrift treu, zumindest insoweit ich das beurteilen kann. Gerade die Töchter sind ihm herrlcih gelungen und sorgten bei mir für mehr als nur einen Schmunzler. Der schmale Grat des Wahnsinns auf dem schon Lear im Original regelmäßig ins Schwanken gerät, hat St. Aubyn ebenfalls gekonnt in Szene gesetzt. Der Schreibstil war flüssig, bildhaft und einfach perfekt passend für die Geschichte. Das Ende hält auch für Kenner des Stücks noch die ein oder andere Überraschung bereit, was mir ebenfalls gut gefallen hat. Fazit: Die perfekte Adaption: Nah genug am Original und dennoch losgelöst, um als individuelle Geschichte zu funktionieren. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!

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Der Medienmogul

Von: Bri

24.07.2018

William Shakespeares Stücke sind ohne Zweifel Meisterwerke. Auch heute noch sind seine Stoffe aktuell, handeln sie doch von den uns als Menschen maßgeblich bestimmenden Gefühlen und Eigenschaften wie zum Beispiel Liebe und Vertrauen, Hass und Mißgunst, Neid und Hinterhältigkeit. Die Struktur gebenden Elemente seiner Bühnenstücke sind uns bis heute mehr als bekannt und gerade deshalb werden seine Dramen und Komödien nach wie vor überall auf der Welt gespielt. Dabei werden natürlich auch Änderungen und Modernisierungen vorgenommen, die Grundidee adaptiert und in unsere Sprache und / oder Zeit transferiert.Die Protagonisten jedoch sind dieselben. Gerade diese Klasse spornt natürlich an, einen Stoff weiterzuentwickeln, neu zu übersetzen oder gar neu zu erzählen. Letzteres wurde durch das Hogarth Projekt initiiert, das acht namhafte Autor*innen anlässlich des 400. Geburtstages Shakespeares damit beauftragte, ihrem Lieblingsstoff aus des Dichters Feder einen neuen Schnitt zu verpassen. Da ich Edward St. Aubyn sehr verehre und vermutete, dass er mit dem Familienkonflikt König Lears aufgrund seiner eigenen Biographie recht gut zu Rande käme, habe ich mich mit Freude auf Dunbar und seine Töchter gestürzt und wurde nicht enttäuscht. Zunächst einmal hält sich St. Aubyn sehr nah an die Vorlage – Henry Dunbar allerdings ist nicht König eines Staates, sondern eines Medienkonzerns. Als er öffentlich auffällig wird, lassen ihn zwei seiner Töchter quasi aus dem Verkehr ziehen. Er soll den Weg frei machen, damit die beiden die Firma übernehmen und ihren Reibach damit machen können. Seine dritte Tochter, von ihm enterbt, weil für das Geschäft nicht für geeignet befunden, hat sich zurückgezogen und spielt das Spiel der Intrigen ihrer beider Schwestern nicht mit. Doch anders als Shakespeares König Lear, der erst zum Schluss seine Fehler einsieht und bereut, ist sich Dunbar dieser gleich zu Beginn bewußt. »Mit gehörte mal ein ganzes Reich«, sagte Dunbar »Hab ich Ihnen schon die Geschichte erzählt, wie es mir gestohlen wurde?« […] »Ich hab Wilson gesagt, dass ich den Aufsichtsratsvorsitz behalte« begann Dunbar, »ich behalte das Flugzeug, die Leute, die Liegenschaften und die mir zustehenden Privilegien, aber ich werde mich der Lasten« – er nahm die große Vase mit den Lilien und stellte sie behutsam auf den Boden –, »der Lasten entledigen, die die operative Führung des Konzerns mit sich bringt. von jetzt an, hab ich ihm gesagt, ist die Welt mein privater Spielplatz und, wenn es eines Tages an der Zeit ist mein privates Hospiz.« […] »›Aber der Konzern ist alles‹, hat mir Wilson gesagt.« Je tiefer Dunbar in die Geschichte vordrang, desto mehr erregte sie ihn. »›Wenn Sie den abgeben, hat er gesagt, dann bleibt Ihnen nichts mehr. Sie können nicht etwas abgeben und gleichzeitig behalten.‹« Während die beiden intriganten und überaus bösartigen Töchter Dunbar nicht nur wegsperren, sondern auch ruhigstellen lassen, sucht seine dritte Tochter Florence nach ihm. Denn er hat nicht nur seine Fehler erkannt, sondern auch die Absichten von Abbigail und Megan und ist kurzerhand und mithilfe des schwer Alkoholabhängigen Komikers Peter ausgebüchst. Mitten durch die unwirtliche, weil kalte cumbrische Landschaft – wunderbar beschriebene, nein gezeigte, Natur. Dort überkommen ihn Reue und Erkenntnis und schlussendlich aber auch eine Rettung. Doch diese ist nur von kurzer Dauer und Dunbar muss erkennen, dass all die Dinge, die er als Medienmogul sein Leben getan, den eigenen Töchtern vorgelebt hat, sich nun quasi durch diese gegen ihn selbst wenden. Manchen Rezensent*innen ist die Adaption des Dramas um König Lear zu nah am Original geblieben. Auch sprachlich sieht der eine oder die andere St. Aubyn weit hinter Shakespeare – doch mir ist dabei nie ganz klar, ob hier das Original oder die Übersetzung gemeint war. Meine Lektüre war eine durchaus intensive und beglückende. St. Aubyn hat es wieder einmal vermocht, die Familienstrukturen geschickt freizulegen und dabei gleichzeitig mit seinem unvergleichlichen Esprit Szenen zu schaffen, die einen laut auflachen lassen. Für mich ist Dunbar und seine Töchter eine durchweg äußerst gelungene Transformation des Shakespearschen Stoffes in unsere medial geprägte Welt, deren scharfsichtige und -züngige Analyse auch Leser*innen einen Heidenspaß bereiten dürfte, die sich sonst nicht an klassische Stoffe wagen.

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Vita

Edward St Aubyn, geboren 1960, stammt aus einer der bekanntesten und ältesten Familien des englischen Hochadels. Er durchlebte eine schwierige Kindheit, verbrachte die meiste Zeit davon in Internaten, wurde bereits als Jugendlicher drogenabhängig und brauchte Jahre, um von seiner Sucht loszukommen. Er verarbeitete diese traumatischen Erlebnisse in mehreren Romanen, deren Veröffentlichung als Tabubruch empfunden wurde.

Edward St Aubyn lebt in London.

Zur AUTORENSEITE

Zitate

»Exzentrisch, gallig, finster – wie ein gelungener Theaterabend.«

STERN (18. Januar 2018)

»Dieser neue Roman St Aubyns ist nicht hoch genug zu preisen, er ist das Werk eines Wortsinn ungeheuerlich guten Schriftstellers.«

»Eine grandiose Neubearbeitung von Shakespeares ‚King Lear‘!«

Kleine Zeitung (A) (10. Dezember 2017)

»Edward St Aubyn ist der ideale Autor für die Aktualisierung dieser finsteren Geschichte.«

Welt am Sonntag, Richard Kämmerlings (03. Dezember 2017)

»Das sind großartig lodernde Szenen zwischen tränenreicher Erleuchtung und schauerlich fantastischer Geistesverwirrung - geschrieben mit einer ekstatischen Wucht, die mitreißt – mal in die Wirklichkeit, mal in den Wahn.«

»Herausgekommen ist ein rasanter, beeindruckend gut erzählter Roman, der Shakespeares vermutlich unsterblichem Klassiker absolut keine Schande macht.«

WDR 5 Literaturmagazin "Bücher", Ferdinand Quante (20. Januar 2018)

»St Aubyns Roman ‚Dunbar und seine Töchter‘ ist ein Meisterstück eleganter britischer Bosheit.«

Chemnitzer Morgenpost (15. April 2018)

»Auf kluge Weise augenzwinkernd zeigt Edward St. Aubyn auf eigenwillige und unterhaltsame Weise, warum Shakespeares Stücke unverwüstlich sind, und sich selbst beweist der großartige Autor als Satiriker.«

»Gekonnt seziert er familiäre Verwirrungen, zieht aus dem dichten Geflecht sprachgewaltige Fäden voller Eitelkeit und Starrsinn – und erteilt dem Despoten eine Lektion.«

Emotion, Janis Voss (06. November 2017)

»Die Tragödie des greisen Königs in die Jetztzeit zu holen, das ist Edward St. Aubyn beeindruckend gelungen.«

»‘Dunbar und seine Töchter‘ ist eine rasante, sprachlich avancierte Geisterbahnfahrt durch eine bekannte Handlung.«

Deutschlandfunk, Joachim Geil (26. Dezember 2017)

»Dieser brillante Roman entstand im Rahmen des Hogarth-Shakespeare-Projekts bei Knaus.«

General-Anzeiger Bonn (18. Dezember 2017)

»Ein großartiger, sprachlich furioser Roman, der in die Raubtierwelt des Kapitalismus einführt.«

Bühne (A) (01. Januar 2018)