Ich und meine Mutter

(8)
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Vivian Gornick ist eine Entdeckung!

Mütter sind anstrengend und bleiben es ein Leben lang. Schon als Kind spürt Vivian Gornick bei ihrer Mutter eine blinde Wut über deren Schicksal als Hausfrau. Begleitet von der trotzigen Behauptung, die wichtigste Rolle einer Frau sei die der Ehefrau und Mutter. Darüber, dass die Tochter Unabhängigkeit und Schriftstellerei wählt, können die beiden Frauen endlos streiten, zugleich sind sie unzertrennlich. In diesem biografischen Roman, der noch nie auf Deutsch erschienen ist und gerade in mehreren Ländern neu entdeckt wird, zerlegen Mutter und Tochter auf kilometerlangen Fußmärschen durch New York weibliche Lebensentwürfe und führen ein furioses und komödiantisches Defilee verschiedenster Charaktere, ihrer Liebhaber, Träume und Enttäuschungen auf.

»Kaum mit Worten zu sagen, wie überragend gut dieses Buch ist.« Washington Post

»An die Brillanz und den Witz und die Liebe dieses Memoirs, das man als Tochter einer Mutter eigentlich nur feiern kann, wird allerdings so schnell nichts herankommen«

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (12. Mai 2019)

Aus dem Englischen von pociao
Originaltitel: FIERCE ATTACHMENTS: A Memoir
Originalverlag: Farrar, Straus and Giroux
Hardcover mit Schutzumschlag, 224 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-328-60030-5
Erschienen am  15. April 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: New York, Vereinigte Staaten von Amerika

Leserstimmen

Intimität einer Mutter-Tochter-Beziehung

Von: ulistuttgart

30.08.2019

Die 1935 als Tochter einfacher jüdischer Einwanderer in der Bronx geborene Autorin Vivian Gornick schreibt in „Ich und meine Mutter“ autobiographisch über ihr schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter und über Höhen und Tiefen ihres Lebens. Bereits 1987 hat die amerikanische Journalistin, Schriftstellerin und Feministin Vivian Gornick ihre Geschichte in den USA veröffentlich. Sie schreibt über ihre Kindheit, über den Verlust ihres Vaters, über ihr Glück studieren zu dürfen und über die Beziehung zu ihrer Mutter. Vivians Mutter, eine dominante und doch depressive Frau beherrscht das Leben von Vivian. Vor allem als Vivians Vater stirbt und ihre Mutter durch den Verlust ihrer großen Liebe und ihrem einzigen Halt zusammenbricht, wird das Verhältnis zwischen den beiden immer komplizierter. Bis ins hohe Alter der Mutter diskutieren die beiden auf kilometerlangen Fußmärschen durch New York über ihr Leben, über ihre Träume und über die Liebe. Und für Vivian ist es stets zerstörerisch und lähmend, wenn sie die Unzufriedenheit, die Ängste, die Depressionen ihrer Mutter miterleben muss. Sehr offen schreibt die Autorin über ihr Gefühlsleben und die Intimität ihrer Mutter-Tochter-Beziehung. „Wann lernt eine Frau, ihre Mutter zu verstehen, wann hören Mütter auf, falsche Erwartungen auf ihre Töchter zu projizieren“ (Zeit.de) Das Thema gefällt mir sehr gut. Die Abhängigkeit von Mutter und Tochter. Der Einfluss auf Leben und Gedanken. Trotzdem hat mich die Geschichte nicht gänzlich mitreißen können. Einige Passagen waren für mich zu langgezogen und ich bin beim Lesen mit den Gedanken abgeschweift. Trotzdem ist das Buch lesenswert und ich vergebe 4 Sterne.

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Spitzzüngige Dialoge und lebenskluge Einblicke über Frauenbilder im Wandel der Generationen

Von: artWORDising Diana Wieser

12.08.2019

Mütter und Töchter – eine lebenslang schwierige Beziehung. Autorin Vivian Gornick schildert eine dieser „Sie lieben und sie hassen sich“- Geschichten, die ihrer eigenen Biografie entsprungen ist. Während der gemeinsamen Spaziergänge durch New York lässt sie in herrlich bösartigen Dialogen die Lebensentwürfe von sich und ihrer Mutter aufeinanderprallen. Ein Minenfeld voller spitzzüngiger Gemeinheiten. Gornicks Mutter muss in den 30er Jahren ihren Beruf für ihre beiden Kinder aufgeben – der Ehemann wollte es so – und hasst fortan ihre eintönige Existenz als Hausfrau. Den Frauen in ihrem Häuserblock intellektuell überlegen, findet sie in Klatsch und Besserwisserei bald ihre neue Bestimmung. Tochter Vivian hingegen lebt ein völlig anders Leben als Journalistin und Schriftstellerin, finanziell unabhängig, ohne Mann und Kinder. Zwischen Neid und Bewunderung für das Leben der jeweils anderen schwankend, können die beiden nicht mit- und nicht ohne einander leben. Am Ende müssen beide erkennen, dass sie mehr gemeinsam haben, als sie wahrhaben wollen. In wundervollen, fast schon poetischen Szenen, schildert die Autorin ihre Kindheit im New Yorker Stadtteil Bronx in den 40er Jahren. Die Vierteil sind in jüdische, italienische und irische Einwanderer gegliedert, die Familien teilen nicht nur das Badezimmer am Ende des Flurs, sondern auch das Leben der anderen miteinander. Hier charakterisiert die Autorin verschiedene Frauenbilder, darunter auch Nachbarin Nettie, die einzige Nichtjüdin im Block, die nach dem Tod ihres Mannes ihre Sexualität frei auslebt. Gornick zeichnet das Bild von verwirrten, verlorenen, achtbaren und klatschsüchtigen Frauen mit Akzent, die nicht am wahren Leben da draußen in New York teilnehmen können, weil ihnen Geld, Erfahrung und Möglichkeiten fehlen. Gefesselt an ihren Block bauen sie sich einen eigenen Mikrokosmos auf. Schnell spürt die Autorin, dass ihre Mutter diesen Mikrokosmos hasst und sich stattdessen hinter der Rolle der liebenden Ehefrau sowie später hinter der trauernden Witwe versteckt. Gornick erarbeitet sich Stück für Stück ein anderes Leben, zum Beispiel durch den Besuch des City-College. Sie wählt die Welt des Geistes, die Welt des Herzens erschließt sich ihr lange Zeit nicht. Ihre erste Ehe zerbricht. Spät folgt die Erkenntnis, dass sie das Grundgerüst der mütterlichen Beziehung auch auf ihre Beziehung zu Männern überträgt. Die Streitigkeiten, die bei ihrer Mutter allgegenwärtig sind, sucht sie unbewusst auch bei ihren Partnern. Sie wählt Männer, an denen sie sich intellektuell reiben kann inklusive stundenlanger Diskussionen. So wie sie ihrer Mutter niemals ganz nahe sein kann, hält sie auch die Männer auf Distanz, führt Affären, teilt Zeitfenster, aber kein Leben. An ihren gemeinsamen Spaziergängen halten Mutter und Tochter jedoch fest – egal, wie sehr sie einander auch an die Gurgel springen. Nach und nach nehmen die Spitzen ab, Annäherung, Versöhnung, ja sogar Verständnis scheinen möglich… Der 1987 erschienene Roman gilt zurecht als ein amerikanischer Klassiker. Zwar mögen die Gräben zwischen den Generationen heute nicht mehr ganz so tief sein, dennoch sind insbesondere Frauenrollen einem ständigen Wandel unterzogen. Jede Generation hat ihre eigenen Ideale, jede Generation definiert die Rolle der modernen Frau neu. Es wird wohl kaum eine Leserin geben, die sich nicht in der einen oder anderen Situation wiederfindet. Die Abnabelung der Eltern gestaltet sich für Söhne und Töchter gleichfalls diffizil, doch kommt für Frauen erschwerend hinzu, dass sie sich den gewählten Weg oft aus eigener Kraft ebnen müssen. „Männer haben die Möglichkeit, sich vor ihren Ängsten in eine bereits vorgefertigte Identität zu flüchten. Frauen hatten nicht so viel Glück. Mit wem sollten sie sich identifizieren?“ beklagt Gornick. Die vielfach ausgezeichnete Autorin Vivian Gornick hat ein Buch voller Lebensklugheit, bemerkenswerter Charaktere und weiser Beobachtungen geschrieben. Auch die Liebe zu New York ist zwischen den Zeilen deutlich spürbar und erinnert fast ein wenig an Woody Allans „Stadtneurotiker“. Neurotisch sind mehr oder weniger alle Beziehungen in diesem Buch. Aber dies macht sie nicht weniger liebenswert.

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Vita

Vivian Gornick, 1935 als Tochter einfacher jüdischer Einwanderer in der Bronx geboren, ist Autorin, Journalistin, Literaturkritikerin und bekennende Feministin. Sie begann ihre Karriere bei der New Yorker Wochenzeitung The Village Voice und schreibt seither für zahlreiche renommierte Medien, darunter The New York Times und Atlantic Monthly. Gornick veröffentlichte bisher elf Sachbücher mit oft autobiografischem Hintergrund. Mit »Ich und meine Mutter«, diesem modernen Klassiker der amerikanischen Frauenbewegung, ist nun erstmals eines ihrer Werke auf Deutsch erhältlich. 2019 wurde »Ich und meine Mutter« von der New York Times zum besten Memoir der vergangenen fünfzig Jahre gewählt.

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pociao

Pociao studierte Anglistik und Vergleichende Literaturwissenschaften, übersetzt u.a. Paul Bowles, William S. Burroughs und Evelyn Waugh und gewann 2017 den Don DeLillo-Übersetzungswettbewerb.

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Pressestimmen

»Ein beeindruckendes Buch über zwei beeindruckende Frauen.«

»Wie hat meine Mutter mein Leben geprägt? Vivian Gornick verhandelt diese Frage meisterlich. Alles ist nicht nur furios beschrieben, sondern oft auch extrem lustig.«

Deutschlandfunk Kultur, Kim Kindermann (22. Juli 2019)

»Die Verbindung von Intellektualität und Emotion, feinster auch sinnlicher Wahrnehmung durchdringt ihr ganzes Schreiben und bringt es zum Leuchten.«

taz (24. Juni 2019)

»Ein Buch, so rasant und lebendig wie die Stadt, in der es spielt.«

Der Tagesspiegel, Susanne Kippenberger (20. April 2019)

»Vivian Gornick hat ein starkes Buch über die Verstrickungen zwischen Mutter und Tochter geschrieben«

«Was soll man sagen? Brillant. Ein amerikanischer Klassiker. Kaum mit Worten zu sagen, wie überragend gut dieses Buch ist.»

The Washington Post

»Die Geschichte einer anhaltend schwierigen Beziehung, glänzend und furios erzählt.»

The New York Times

»Zurecht als zeitloser Klassiker gefeiert.»

Jonathan Lethem

«Vibrierend und lebendig – ‹Ich und meine Mutter› kartografiert Gefühle und Prägungen und zeichnet eine genaue Landkarte der eigenen Persönlichkeit.»

Los Angeles Times