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Morgengrauen Storys

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Gebundenes Buch, Pappband ISBN: 978-3-328-60061-9

NEU
Erschienen:  15.10.2018
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Geschrieben im Hochsicherheitsgefängnis von Edirne - »ein Zeichen des Widerstands gegen Erdogan« FAS

Wenn eine Frau Opfer staatlicher Willkür wird, nur weil sie zur falschen Zeit auf dem Weg zur Arbeit ist. Wenn ein Vater sich gezwungen sieht, über seine Tochter zu richten, um die Ehre der Familie zu retten. Wenn einem Mädchen nur die Flucht von zu Hause bleibt, um selbst über sein Leben zu bestimmen.

Jede einzelne der Schicksalsgeschichten lässt einem den Atem stocken, weil nichts so erschütternd ist wie die Realität, aus der Selahattin Demirtaş schöpft. Nur selten kommt man dem Alltag in der islamischen Welt so nahe wie in diesen Erzählungen. Konkret und ungeschönt schildern sie das Leben in der Türkei, das gespalten ist zwischen Tradition und Moderne, Ignoranz und ohnmächtiger Wut. Storys von politischer Wucht – die in der Türkei von Hunderttausenden gelesen werden.

»Demirtaş‘ Storys sind ein kunstvoll verschlüsseltes, subtil erzähltes Dokument der Menschenliebe und der Moral, ein Plädoyer für die Zukurzgekommenen.«

Deutschlandfunk Kultur, Ingo Arend (16.10.2018)

Selahattin Demirtaş (Autor)

Selahattin Demirtaş, Jahrgang 1973, war bis Februar 2018 Co-Vorsitzender der Oppositionspartei HDP, der Demokratischen Partei der Völker, die sich für eine pluralistische Türkei einsetzt. Der kurdische Politiker ist Erdoğans wichtigster Gegenspieler und wird seit November 2016 festgehalten. Im Hochsicherheitsgefängnis von Edirne hat Demirtaş angefangen, Erzählungen zu schreiben. »Morgengrauen« wurde zum Bestseller und hat sich 200.000 Mal in der Türkei verkauft. Es ist für den renommierten französischen Prix Médicis étranger nominiert.


Gerhard Meier (Übersetzer)

Gerhard Meier, geboren 1957, lebt seit 1986 in Lyon und übersetzt literarische Werke aus dem Türkischen und Französischen, unter anderem von Orhan Pamuk, Zülfü Livaneli, Amin Maalouf, Henri Troyat und Sait Faik. 2014 erhielt er für sein Gesamtwerk den Paul-Celan-Preis.

»Demirtaş‘ Storys sind ein kunstvoll verschlüsseltes, subtil erzähltes Dokument der Menschenliebe und der Moral, ein Plädoyer für die Zukurzgekommenen.«

Deutschlandfunk Kultur, Ingo Arend (16.10.2018)

»Ein Zeichen des Widerstands gegen Erdoğan.«

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»Sehr eindrücklich skizziert Selahattin Demirtaş in seinen Geschichten die wunden Punkte der Gesellschaft in der Türkei. Geprägt von einem zutiefst demokratischen und emanzipatorischen Grundverständnis, zwingt er seine Leserinnen und Leser zur Auseinandersetzung mit blinden Flecken wie den stillen Schicksalen von Frauen und Mädchen. Damit stellt Demirtaş erneut unter Beweis, dass er einer der wichtigsten politischen Denker der Türkei ist.«

Cem Özdemir

»Man kann ›Morgengrauen‹ als Fortsetzung eines humanitären Kampfes mit literarischen Mitteln deuten. Doch hat es als Kunst über diese Intention hinweg Bestand.«

Der Standard (A), Richard Schuberth (17.11.2018)

»Demirtaş erweist sich als höchst talentierter und sprachgewandter Erzähler, der den Leser mit wenigen Sätzen tief hineinführt ins Seelenleben seiner Figuren.«

fixpoetry.com, Gerrit Wustmann (17.10.2018)

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Aus dem Türkischen von Gerhard Meier
Originaltitel: Seher
Originalverlag: Dipnot Yayinlari

Gebundenes Buch, Pappband, 144 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
mit Banderole

ISBN: 978-3-328-60061-9

€ 16,00 [D] | € 16,50 [A] | CHF 22,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Penguin

NEU
Erschienen:  15.10.2018

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Erzählungen aus dem Hochsicherheitstrakt von Edirne

Von: Sören Heim Datum: 29.10.2018

https://diekolumnisten.de/Kolumnen/heimspiel/

Eigentlich hatte ich gar nicht geplant, hier eine Serie zu zeitgenössischer türkischer Literatur zu beginnen. Was ich dazu weiß, stammt aus eigener Lektüre, und als Experte würde ich mich nicht bezeichnen. Aber dank interessanter Rezensionsexemplare hat es sich nun scheinbar doch so ergeben. Das hier zumindest ist die vierte Kolumne zum Thema. Auffällig, wie viele Texte dabei aus dem Gefängnis kommen oder vom Gefängnis handeln. Das spiegelt sicherlich einerseits die Situation in der Türkei heute wieder, ebenso wie die an Willkürherrschaften nicht arme Geschichte. Es mag aber auch den deutschen Leseerwartungen geschuldet sein, dass gerade solche Texte übersetzt werden und andere eher nicht.

Von politischem Interesse – aber auch gut?

[vll kleinere Spoiler]

Morgengrauen (Oder: Morgen Grauen?) ist ein schmaler Band mit Erzählungen von Selahattin Demirtaş, der bis Februar 2018 Co-Vorsitzender HDP war und die Zeit im Hochsicherheitsgefängnis von Edirne mit Schreiben totschlägt. Zu den wie in jüngerer Vergangenheit meist fragwürdig wirkenden Hintergründen der Verhaftung informiert kusorisch Wikipedia.

Nun macht allerdings politisches Engagement noch keinen guten Schriftsteller und wenn jemand Belletristik veröffentlicht, der anderweitig bekannt geworden ist, bin ich erst mal skeptisch: Hat hier einfach ein Verlag eine Chance gewittert? Hat der Autor sich das Handwerkszeug erarbeiten können, dass man meist nur durch viele Jahre des (oft erfolglosen) Schreibens erlangt?
Demirtaş scheint zumindest aus einer ordentlichen Grundlage schöpfen zu können. Seine Texte sind einfach, gradlinig, auch sprachlich leicht gehalten, dabei aber in den besseren Momenten wie eine Reihe schmerzhafter Punchlines. Manche Erzählungen, etwa die in der Çukurova spielende „Seher“, die dem Band auch den Titel verleiht (Seher heißt Morgengrauen bzw. Zwielicht) sind sogar wirklich gelungen. Eine junge Liebe, heimlich ausgetauschte Bicke und eine gemeinsame Ausfahrt. Dann plötzlich das Umschlagen der Stimmung: Eine Vergewaltigung. Und als die traumatisierte Seher endlich zu Fuß zu Hause ankommt, eine weitere schockierende Wendung: Unter glaubhaftem Bedauern bis hin zur Agonie bereitet der Vater den Mord an der Tochter vor, um die Ehre reinzuwaschen, was der Bruder ausführen soll. Worauf die Tochter in schmerzhaftem Einverständnis sogar noch anbietet, sich selbst zu töten, damit wenigstens der Bruder nicht ins Gefängnis muss.

Texte von wechselnder Qualität

Andere Erzählungen, wie etwa die der Sperlingsfamilie, deren Nest geräumt wird („Der Mann in uns“), sind all zu offensichtliche Parabeln, aber immerhin noch pfiffig erzählt. Immer spielen das Gefängnis und die innerfamiliäre Gewalt herausragende Rollen. Selbst in einer kleinen Liebesträumerei wie „Schönen Gruß an die schwarzen Augen“, in der ausnahmsweise einmal keine schreckliche Wendung lauert, droht der Zorn der Familien, während die späte Enthüllung, dass unser Träumer ausgerechnet das Gefängnis mit erbaut, in dem der Autor derzeit sitzt, uns aus dem „was wäre wenn“ herausreißt.

Einige weitere Texte sind offenkundig nicht mehr als Gedächtnisprotokolle, man kann sie kaum Erzählungen nennen. Allerdings dürften die Verhältnisse in einem Hochsicherheitsgefängnis auch nicht geradezu dazu einladen, immer bis ins Letzte an den eigenen Texten zu feilen.

Dennoch liefert Morgengrauen genügend literarisch genießbare Texte, als dass man den schmalen Band aus diesem Grund lesen kann und sich nicht von dem spektakulären biografischen Hintergrund ködern lassen muss.
Demirtaş widmet seinen belletristischen Erstling „allen misshandelten und ermordeten Frauen“, was sich in den zahlreichen starken Frauenfiguren in den Texten widerspiegelt. Das ist angesichts der Tatsache, die die Rolle der Frau im Kampf um die Ausrichtung der modernen türkischen Gesellschaft spielt, durchaus konsequent. Manchmal kommt es allerdings all zu plakativ herüber.

Von: gaby vardar Datum: 18.04.2018

Ich lese gerade das Original, "Seher", und ich hoffe dass die Übersetzung diese Geschichten genauso lebendig und einfühlsam widergeben wird. Selahattin hat in diesem Buch in einem einzigartigen Erzählstil, den Alltag von einzelnen Personen und Gruppen in der Türkei hervorragend aufleben lassen. Ich kann es jedem empfehlen.

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