Schwarzer Leopard, roter Wolf

Dark Star 1. Roman

(5)
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Sucher, der Jäger mit dem besonderen Sinn, wird vor seine schwierigste Aufgabe gestellt. Er muss einen Jungen aufspüren, der vor drei Jahren spurlos verschwand. Seine Fährte führt ihn durch Wälder und Städte, zu Gestaltwandlern, Ausgestoßenen und Hexen. Aber kann er den Jungen retten und die Welten wieder in Einklang bringen?

»Man Booker Prize«-Träger Marlon James legt mit »Schwarzer Leopard, roter Wolf« den Auftakt zu einer Trilogie vor, die afrikanische Geschichte und Mythen zu einem gewaltigen Fantasy-Epos verflicht.

»Man kann hier die Freude an Pulp-Fiction-Romanen amerikanischer Bauart ebenso herauslesen wie an Shakespeare-Dramen und den Gemälden von Hieronymus Bosch.«


Aus dem Englischen von Stephan Kleiner
Originaltitel: Black Leopard, Red Wolf - The Dark Star Trilogy 1
Originalverlag: Riverhead Books
Hardcover mit Schutzumschlag, 832 Seiten, 15,0 x 22,7 cm, 10 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-453-27222-4
Erschienen am  21. Oktober 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Marlon James: “Schwarzer Leopard, roter Wolf” (Heyne Hardcore)

Von: Christian Funke

05.11.2019

Der erste Roman der Dark Star-Trilogie Der im Jahr 1970 in Kingston, Jamaika geborene Schriftsteller Marlon James ist kein Autor einfacher Lektüre. Sein sprachgewaltiger, zum Teil sehr verschachtelter Stil, sein unglaublich komplexer, ausschweifender inhaltlicher Aufbau und seine Schonungslosigkeit in puncto Gewalt traf man bereits in seinen früheren Geschichten, macht aber auch Schwarzer Leopard, roter Wolf zu einem literarischen Brocken, den man sich hart erarbeiten muss. Die mehr als 800 Seiten dienen hier als Einstieg in eine geplante Trilogie, die Elemente der Fantasy und des Horrorgenres auf afrikanische Mythen und Sagen treffen lässt und sich dabei nicht von irgendwelchen stilistischen oder erzählerischen Beschränkungen einengen lässt. Als Leser benötigt man, auch wenn der Stil sehr lesenswert und in seiner klaren Sprache flüssig ist, ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, um sich gänzlich in die morbide Welt des Autors zu begeben, sich komplett auf das Geschehen einlassen zu können. Kennt man die anderen Bücher des mehrfach preisgekrönten Marlon James, weiß man, dass einem hier definitiv kein herkömmlicher Fantasy-Roman geboten werden wird. Und so betritt man eine surreale Welt des Aberglaubens, der Fabelwesen und Dämonen, erkennt jedoch auf einer Metaebene gleichzeitig die sehr persönliche Geschichte eines talentierten Autors, der die großen Vorbilder des Genres kennt und offensichtlich ausgiebig studiert hat, sich gleichzeitig jedoch die Freiheit nimmt, sämtliche Grenzen aufzubrechen und den Leser mit mehrzügigen, teilweise sich überlagernden Handlungen zu fordern. Seine Beschreibungen sind dabei sehr freizügig, seine im Roman vorkommende Gewalt monströs. Die Titelfigur, genannt „der Sucher“, soll in einem phantastischen Afrika jenseits unserer Zeitrechnung ein verschlepptes Kind finden, welches die ursprüngliche Thronfolge eines weit entfernten Königreichs wieder herstellen soll. Doch seine Suche ist gefährlich, voller Irrwege und geheimnisvoller Weggefährten. Marlon James nimmt sich die erzählerische Freiheit, eine gänzlich eigene, nach seinen Regeln funktionierende Welt aufzubauen, die er jedoch geschickt mit Elementen afrikanischer Sagen, griechischer Mythologien und Inspirationen aus der klassischen Fantasy vermengt. Keine einfache Lektüre, die es sich jedoch zu erkämpfen lohnt. Schwarzer Leopard, roter Wolf (Originaltitel: Black Leopard, Red Wolf - The Dark Star Trilogy 1, USA 2018) erscheint als gebundenes Hardcover mit Lesezeichenband in einer Übersetzung von Stephan Kleiner bei Heyne Hardcore (832 Seiten, 28 €). Neben der Geschichte befinden sich Karten, eine erklärende Auflistung der Figuren dieser Erzählung zur besseren Übersicht, mehrere schwarz-weiße Abbildungen und eine Danksagung des Autors in dem voluminösen, wunderschön aufgemachten Buch. Schwarzer Leopard, roter Wolf ist ein komplex aufgebauter, afrikanische und griechische Sagen und Mythen mit eigener Fantasy vermengender Brocken von einem Roman, der einen fulminanten, Grenzen sprengenden Einstieg in eine bildgewaltige Welt darstellt. Ein Autor, der erzählerisch Haken schlägt und den Leser damit herausfordert, ihm zu folgen, ohne dabei den Anschluss zu verlieren. Ich bin sehr gespannt, wohin mich dieser Weg noch führen wird! Christian Funke

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Beeindruckend und erschreckend zugleich!

Von: Gedankenlabor

28.10.2019

>>Ein gefährliches, halluzinatorisches, vergangenes Afrika als Fantasywelt...<< „Schwarzer Leopard, roter Wolf“ von Marlon James ist definitiv alles andere als konventionell... es ist sehr brutal, kalt, verwirrend, erschreckend, verstörend und doch voller Wortkraft und einer wie ich finde sehr bunten und anziehenden Welt. Das Buch ist ein ziemlich dicker Leseschicken und bedarf definitiv die ganze Aufmerksamkeit des Lesers. Nebenbei konnte ich das Buch folglich nicht lesen. Dafür musste ich mir wirklich Ruhephasen nehmen, damit ich eben abtauchen und mich auf Marlon James Erzählung einlassen konnte. Manchmal war das ehrlich gesagt nicht ganz einfach und ich fand mich des öfteren etwas zerrissen zwischen beeindruckt und völlig schockiert wieder. Der Fantasy-Aspekt wurde hier für meinen Geschmack sehr schön mit den afrikanischen Einflüssen inszeniert. Neben der Zerrissenheit waren es viele bunte und magische Bilder, die meine Lesezeit so begleitet haben. Für mich persönlich war dieses Buch definitiv sehr besonders, wenn auch auf brutale Art und Weise. Ich habe die Lesezeit mit diesem Buch genossen und es wird definitiv ein Buch bleiben, was mir noch eine ganze ganze Weile gedanklich nachhängen wird, denn Marlon James konnte mich als Leser brutal tief und gewaltig treffen. Ich bin gespannt, was die weiteren Bände dieser Trilogie bereit halten werden und ich werde ganz sicher nicht umhin kommen sie zu lesen! Ich kann das Buch definitiv empfehlen, allerdings mit der Warnung, dass es wirklich wortgewaltig und mitunter sehr brutal ist! Für Leser unter 18 Jahren würde ich es nicht empfehlen! Ich denke man sollte sich gegebenenfalls vorher auch mal eine Leseprobe anschauen, denn Marlon James Stil ist doch sehr besonders und speziell, das wird Liebhaber begeistern, aber auch sicher ab Abneigung stoßen.

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Vita

Marlon James, geboren 1970 in Kingston auf Jamaika, gilt als einer der bedeutendsten Literaten seiner Generation. Seine Romane wurden in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen geehrt. Unter anderem erhielt James als erster Jamaikaner den Man Booker Prize. Das »Time Magazine« zählte ihn zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten 2019. James lebt heute in Minneapolis, Minnesota.

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Stephan Kleiner

Stephan Kleiner, geboren 1975, lebt als literarischer Übersetzer in München. Er übertrug u. a. Geoff Dyer, Michel Houellebecq, Lawrence Osborne und Hanya Yanagihara ins Deutsche.

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Pressestimmen

»Neues Highlight für „Game of Thrones”-Fans ... Und ein feuriges Erweckungserlebnis für alle, die sonst nie Fantasy lesen.«

BRIGITTE, Angela Wittmann (09. Oktober 2019)

»James’ Kraft liegt im Lied seiner Sprache, in ihren Rhythmen, in den wuchtigen Worten, den seltsamen Szenarien. Große, wilde Bilder krachen einem hier in den Kopf, und fordern das Vorstellungsvermögen heraus.«

»Ein Roman wie ein Open-World-Videospiel, indem sich die Geschichte mit jedem Schritt der Hauptfigur verändert.«

»James legt seine Handlung breit an, greift auf ein umfangreiches Ensemble an Figuren zurück und erfindet eine eigene Welt mit farbenfroh angelegten und sauber kartografierten Schauplätzen, die als Kulisse für herzhafte Schlachten dienen.«

DER SPIEGEL (19. Oktober 2019)

»Tatsächlich fragt man sich, warum erst James auf die Idee gekommen ist, dem alten Tolkien mit Afrikas reichem Volksglauben zurück auf die Füße zu helfen.«

Welt am Sonntag, Wieland Freund (03. November 2019)

»In seinem neuen Roman "Schwarzer Leopard, roter Wolf" baut Marlon James eine bildgewaltige Fantasywelt mitten in Afrika auf.«

»Wie im Vorgänger beeindruckt seine Sprachgewalt, hier kommt aber noch die Eigentümlichkeit der Welt hinzu, die er entwirft und die mit gängigen Afrika-Klischees bricht.«

GALORE, Florian Fischer (10. Oktober 2019)

»Die Sprachgewalt des Autors beeindruckt wie schon bei "Eine kurze Geschichte von sieben Morden".«

Austria Presse Agentur, Wolfgang Hauptmann (30. Oktober 2019)

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