Trotz alledem

Mein Leben
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Spiegel Hardcover Sachbücher

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Zwischen Politik und Poesie: Ein bewegendes Zeitzeugnis der Bundesrepublik

„Trotz alledem“: Hannes Waders Lebensgeschichte ist Arbeiterlied, Folksong und großer deutscher Gesellschaftsroman zugleich, geschrieben vom legendären Songwriter selbst. Kraftvoll, berührend, episch und poetisch wie in seinen Liedern erzählt Hannes Wader, was ihn und seine Musik geprägt hat: Nachkriegszeit auf dem Land, 68er-Jahre in Berlin, Deutscher Herbst, Friedensbewegung, der Kampf für eine gerechtere Welt und der Abschied von Illusionen. Ein Leben unter Frauen und Künstlern, mit Hunden und Pferden, Georges Brassens und Bob Dylan. Dieses Buch ist durch und durch Wader: direkt und aufrichtig, humorvoll, sarkastisch und nachdenklich-kritisch, voller Achtung für alle, die von einer besseren Welt träumen und für sie handeln.


Hardcover mit Schutzumschlag, 592 Seiten, 15,0 x 22,7 cm
mit zahlreichen Abb. aus Privatbesitz
ISBN: 978-3-328-60049-7
Erschienen am  28. Oktober 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Heute hier - morgen dort

Von: Reenchenz

03.12.2019

Mit dem musikalischen Werk von Hannes Wader, welcher hier mit „Trotz alledem – Mein Leben“ seine Autobiografie vorlegt, hatte ich in meinem bisherigen Leben erst ein einziges Mal Kontakt. Ende der 90er Jahre und vielleicht sogar bis heute, gehörte das Lied „Heute hier – morgen dort“ zum Pflichtrepertoire jedes Schülers im Musikunterricht, inkl. Benotung für den möglichst tonreinen und textsicheren Vortrag. Nur war mir damals nicht bewusst, von wem dieses Lied stammt. Vielleicht war es mir damals auch einfach nur egal. Auch Hannes Wader selbst ist dieser Umstand der Musikunterrichtspflichtlektüre bewusst, wie er im vorliegenden Buch schreibt. Im Zuge dessen verrät er, von wem die Melodie seines heute wohl bekanntesten Liedes eigentlich stammt. Hannes Wader wurde 1942 in Ostwestfalen geboren. Nach einer Lehre als Schaufensterdekorateur in einem Schuhgeschäft und einem abgebrochenen Grafikstudium widmete er sich als Komponist, Texter, Sänger und Gitarrist ganz der Musik. Er veröffentlichte 35 Studio- und Live-Alben und erhielt 2013 den ECHO für sein Lebenswerk. Diesen Musikpreis gibt es seit Kurzem nicht mehr. Die Umstände, die zur Abschaffung führten, sind sicherlich jedem interessierten Leser bekannt. Auch hierzu äußerst sich der Autor im vorliegenden Buch. Der Schreibstil ist flüssig, so dass man trotz des großen Umfangs von fast 600 Seiten gut vorankommt. Da ich über Herrn Wader, wie schon erwähnt, bisher nichts wusste und außer das oben erwähnte Lied auch keine Musik kannte, war die vorliegende Autobiografie eine durchaus abwechslungsreiche und interessante Lektüre. Die Kindheit des Autors nimmt in dem Buch einen großen Raum ein. Diesen Abschnitt fand ich besonders interessant, da es die Lebensumstände „einfacher“ Arbeiterfamilien in Nachkriegsdeutschland anschaulich beschreibt. Aufgrund einer kurzen aber schicksalshaften Begegnung wurde Hannes Wader später über viele Jahre zum Zielobjekt deutscher Überwachungsbehörden inkl. mehrjähriger Gerichtsverfahren. Dieses, für den Autor vermutlich nicht gerne erinnerte, für den Lesenden aber sehr interessante Kapitel, kam leider im vorliegenden Buch ziemlich kurz. Den Fokus legt Hannes Wader in seiner Biografie verständlicherweise auf sein musikalisches Schaffen. Der erzählende Text wird hier häufig durch verschiedene Liedtexte unterbrochen. Dies gab mir die Gelegenheit, die Lektüre immer wieder zu unterbrechen und mir die Songs anzuhören. Dieses Vorgehen kann ich jedem interessierten Lesenden der vorliegenden Autobiografie unbedingt empfehlen. In Anbetracht des umfangreichen Liedschatzes hat mich besonders das Geständnis beeindruckt, dass auch Herrn Wader die vielen verfassten Liedtexte nicht immer von allein zugeflogen sind, sondern dass, besonders am Anfang, der Schreibprozess richtig harte Arbeit war. Das gibt mir die Hoffnung, dass meine häufigen Schreibblockaden, ob Rezensionen oder Songtexte, (ich schreibe hin und wieder eigene Lieder), nicht auf generell fehlende Kreativität zurückzuführen sind, sondern, dass dies auch den Besten passiert. Für jeden Fan des Waderschen musikalischen Werkes, alt oder jung, ist dieses Buch sicherlich ein absolutes Muss. Aber auch unbedarften Musikinteressierten, wie ich es im Hannes-Wader-Fall war, kann ich diese Biografie uneingeschränkt empfehlen.

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Lebensweg mit Liedern als Politikbarometer

Von: Sommerlese

03.12.2019

"Trotz alledem" heißt Hannes Waders Lebensgeschichte aus dem Penguin Verlag. Politik und Poesie haben Hannes Wader auf seinem Lebensweg bisher immer begleitet. Seine Biografie ist durchzogen von Arbeiterliedern, Folksongs, einer Kindheit im Nachkriegsdeutschland und wirft so einen bewegenden Blick auf die Entwicklung der Bundesrepublik. Mit seinen Liedtexten bringt er poetisch und aussagekräftig zum Ausdruck, was ihn bewegte. Es geht um die 68er-Jahre in Berlin, die Friedensbewegung, den Kampf für eine gerechtere Welt und auch um den Abschied von Illusionen. Hannes Wader startet mit einem aufrichtigen Vorwort, Er ist einer, wie er selbst sagt, der nicht gern schreibt, aber mit dem Schreiben seiner Lieder seinen Lebensunterhalt verdient. Hannes Waders Biografie beginnt in seiner Kindheit in der Nachkriegszeit, der frühe Verlust des Vaters, die Arbeit in einem Schuhgeschäft und die Lebensumstände dieser Zeit bringt er eindrucksvoll zu Papier. Ende der 60-er war er Protest-Liedermacher und wetterte gegen Krieg und Kapitalismus, er unterstützte den Kommunismus, trat 1979 in die Partei ein. Doch Tschernobyl und einige Erfahrungen bei Reisen in die Sowjetunion ließen ihn dann an dieser Ideologie zweifeln. Später machte er in den 90-ern auch als Interpret von Eichendorff-Texten und Schubert-Liedern von sich reden. Er wandte sich musikalisch auch traditionellem und plattdeutschem Liedgut zu, sang Shanties. Man kann heute sagen, er wanderte mal hierhin, mal dahin. Vielleicht heißt eines seiner Lieder deshalb auch "Heute hier, morgen dort". Es will heißen: Was heute wahr ist, stimmt morgen schon nicht mehr. Wader drückt in seinen Texten Gefühle, Sorgen und gesellschaftliche Zwänge aus. Seine politische Position zeigte sich auch, als er seine Hamburger Wohnung an Gudrun Ensslin, eine der bekanntesten RAF-Terroristin, vermietete. Man kann ihn als Lebenskünstler, politischen Zweifler bezeichnen und Romantiker zugleich. Gemeinsam mit Konstantin Wecker und Reinhard Mey feierte er musikalische Erfolge. Seine Lieder waren nicht mehr politisch, sie zeigten jemanden, den seine Sicht auf das Leben im Alter milde gestimmt haben. Er erzählt durchaus selbstkritisch und legt sein Leben anhand vieler persönlicher Fotos offen für seine Leser/-innen. Wader ist ein Beobachter seiner Zeit, ein sozialkritischer Chansonnier der politischen Liederszene, der die Studentenbewegung durch seine Songs prägte. Seine Lieder begleiten mich dank einiger Ohrwürmer schon viele Jahre meines Lebens. Wader ist im Alter meiner Mutter, ich sang seine schönen und eingängigen Melodienen völlig unpolitisch laut mit. Erst viel später habe ich die Inhalte der Texte realisiert und ihn bei einem Konzert miterlebt. "Es ist an der Zeit", vielleicht kam ihm beim Singen dieses Liedes die Idee, seine Biografie zu schreiben. Auf alle Fälle ist es ein sehr umfangreiches Buch, mit vielen persönlichen Inhalten, politischen An- und Einsichten und einem Leben voller Musik. Der Erzählstil ist gut zu lesen, sehr aufrichtig, selbst-kritisch und persönlich. Diese Biografie zeigt in persönlicher und natürlich musikalischer Weise die letzten 70 Jahre deutscher Geschichte aus der Sicht von Hannes Wader auf eine interessante und aufrichtige Art. Seine Lieder sind eine Art Politbarometer und sind Zeugen seines Lebens.

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Vita

Hannes Wader, geboren 1942 in Bethel bei Bielefeld in Ostwestfalen, widmete sich nach einer Lehre als Dekorateur und einem abgebrochenen Grafikstudium in Bielefeld und Berlin ganz der Musik. Der Komponist, Texter, Sänger und Gitarrist gehört zu den bekanntesten deutschen Songwritern. Er veröffentlichte 35 Studio- und Live-Alben, von „Hannes Wader singt“ (1969), „7 Lieder“ (1972), „Plattdeutsche Lieder“ (1974), „Es ist an der Zeit“ (1980) bis zu „Macht’s gut“ (2018). 2013 wurde er mit dem Echo für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Hannes Wader lebt in Kassel.

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