Trotz alledem

Mein Leben
Mit exklusivem Fotomaterial

Hardcover
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Zwischen Politik und Poesie: Ein bewegendes Zeitzeugnis der Bundesrepublik

„Trotz alledem“: Hannes Waders Lebensgeschichte ist Arbeiterlied, Folksong und großer deutscher Gesellschaftsroman zugleich, geschrieben vom legendären Songwriter selbst. Kraftvoll, berührend, episch und poetisch wie in seinen Liedern erzählt Hannes Wader, was ihn und seine Musik geprägt hat: Nachkriegszeit auf dem Land, 68er-Jahre in Berlin, Deutscher Herbst, Friedensbewegung, der Kampf für eine gerechtere Welt und der Abschied von Illusionen. Ein Leben unter Frauen und Künstlern, mit Hunden und Pferden, Georges Brassens und Bob Dylan. Dieses Buch ist durch und durch Wader: direkt und aufrichtig, humorvoll, sarkastisch und nachdenklich-kritisch, voller Achtung für alle, die von einer besseren Welt träumen und für sie handeln.

»Das ungewöhnlich bescheidene Porträt eines Feinsinnigen – und einer bewegten Ära.«

STERN (12. Dezember 2019)

Hardcover mit Schutzumschlag, 592 Seiten, 15,0 x 22,7 cm
mit zahlreichen Abb. aus Privatbesitz
ISBN: 978-3-328-60049-7
Erschienen am  28. Oktober 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Eindrucksvoll

Von: Thomas Fischer aus Freiburg

20.08.2020

Seit Jahrzehnten verfolge ich die Liedermacherszene in Deutschland und war vor allen Dingen ein Fan von Reinhard Mey. Erst später habe ich begonnen, mich in Hannes Waders Werk rein zu hören und es immer mehr zu schätzen. Ich habe seine Abschiedstournee live miterlebt und gespannt auf das Erscheinen seiner Autobiografie gewartet. Ich habe die über 500 Seiten verschlungen und bin überrascht von Waders literarischen Fähigkeiten. Er schreibt lebendig, authentisch und versucht nicht, seine Karriere zu glorifizieren. Ehrlich und selbstkritisch geht er mit den dunkleren Seiten seines bewegten Lebens um und versucht seine begangenen Fehler nicht schön zu reden. Ich werde das Buch bestimmt noch einmal weniger hektisch, Stück für Stück, durchlesen und mir dabei die jeweils erwähnten Lieder zu Gemüte führen. Ich halte das Buch auch für ein wertvolles Zeugnis der Zeitgeschichte, vor deren Hintergrund sich die Lebensgeschichte Waders vollzog.

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Trotz alledem

Von: Dagmar

17.07.2020

„Trotz alledem“, ein Unabhängigkeitssong aus dem alten Schottland um 1795, begleitet Hannes Wader über lange Etappen seines Lebens in variierender Gestalt und gibt schließlich einen wunderbaren Titel ab, für eine Autobiographie eines eigenwilligen Musikers, bei dem man sofort einen Namen, einen Zeitgeist, ein Gefühl im Kopf hat. „Vorsicht Spoiler!“ „Allein bei der Vorstellung, mich derart einzuengen, meinen Tag zu planen, am Vorabend schon festzulegen, was ich am nächsten Vormittag tun und was ich am Nachmittag lassen werde, bekomme ich Bauchschmerzen.“ S.299 Er steht für ein in den Sechzigern aufkommendes tiefes Bedürfnis nach Befreiung von überkommenen Zwängen. Er liebt die Freiheit, seine Beziehungen sind unkonventionell, gleichzeitig ist er jemand, der an Beziehungen festhält, an seinem Wohnort gerne einen Garten hat, Gemüse anbaut, die ihn umgebenden Natur genießt und jede Nacht vor dem Einschlafen liest, egal wie betrunken er ist. Das Lied, das mich am meisten mit Hannes Weder verbindet ist „Heute hier, morgen dort“, eine zauberhafte Gitarrenmelodie, die man leicht ein bisschen umdichten kann und in die alle Sehnsüchte gepackt werden können. „Vorsicht Spoiler!“ „Ich verschließe >>dem tötenden Insekte gerühmter besserer Vernunft mein Herz<< und lasse meinem Hang zur Übertreibung bis zur Maßlosigkeit freien Lauf. Ohne Rücksicht auf eigene oder fremde Verluste.“ S.185 Hannes Waders Abkehr von einer beruflich gesicherten Zukunft, nach abgeschlossener Berufsausbildung und angefangenem Grafik-Studium in Berlin, bildet die Zäsur in seinem Leben, mit der es ihm weitestgehend gelingt, sich von den Zwängen eines Arbeitsbegriffs zu befreien, der den Vorstellungen einer Künstlernatur entgegen läuft. Mit der marxistischen Deutung von Arbeit wird er sich später befassen, zunächst wird er in seinen Zwanzigern in Berlin auf Leute treffen, die ihre Träume umsetzen wollen und er wird zum ersten mal mit der Gitarre auf der Strasse ein paar Mark verdienen. „Vorsicht Spoiler!“ „Einige meiner vor sich hindösenden Eigenheiten, die ich in den letzten Monaten unterm Deckel halten konnte, brechen jetzt erneut aus mir hervor. Rigide setzen sie ihren Führungsanspruch durch, den sie für den Rest meines Lebens immer wieder behaupten werden. Aufgelistet stünde da an erster Stelle mein Hang zur Besessenheit: mich anfallartig und obsessiv auf den jeweiligen Gegenstand meines Interesses und meiner Leidenschaft zu stürzen, um mich ihm dann mit einer fast wütenden Ausschließlichkeit zu widmen, bis ich seiner überdrüssig bin und in einen - zum Glück nie lange anhaltenden - Zustand depressiver Untätigkeit und Antriebslosigkeit verfalle.“ S.211 In seiner fast 600 Seiten starken Autobiographie beschreibt Hannes Wader seinen Werdegang als einer der einflussreichsten deutschen Liedermacher seiner Zeit. Diese Biographie ist auch ein Zeitdokument, das, immer ganz aus seiner persönlichen Perspektive heraus, die Zusammenhänge erhellt zwischen einer zunehmend anspruchsvollen Musikrezeption der jungen Zuhörerschaft und der Möglichkeit, in einer Zeit der Umbrüche mit deutschen Liedtexten dem revolutionären Anspruch auf ein anderes Leben Ausdruck zu geben. Seit 1964 gibt es Open Air Konzerte auf der Burg Waldeck im Hunsrück unter dem Titel „Chanson Folklore International“. Beim dritten mal wird dort Hannes Waders erster großer Auftritt sein, bei dem er auch gleich die entsprechenden Kontakte knüpft um schon bald sein erstes Album herauszubringen. Zu diesen Kontakten gehört auch eine sich anbahnende, über Jahrzehnte haltende Freundschaft mit Reinhard May, später auch mit Konstantin Wecker. Mit beiden wird er 2003 eine Tournee und ein Album machen unter dem Titel „Das Konzert“. Die Diskographie ist beeindruckend. Genau 40 Alben bis zu „Macht’s gut“ 2018. Hannes Wader betrachtet retrospektiv die Art und Weise eines vollkommen aufs Notwendigste reduzierten Musikmachens mit höchstem Anspruch auf das Texthören: „Wir haben unwillentlich, und gottlob nur vorübergehend, eine Diktatur der Auftrittsästhetik errichtet.“ S.429 Politisch zieht es ihn eine zeitlang zur DKP - obwohl der Juso Sigmar Gabriel damals, man glaubt es heute kaum, in Braunschweig regelmäßig Hannes Weder Konzerte organisiert. Über Jahrzehnte gehört er der DKP an, veröffentlicht Arbeiterlieder und wird dementsprechend von den öffentlich-rechtlichen in den „Giftschrank“ gepackt. Der Medienboykott schadet ihm nicht. „Heute hier, morgen dort“ singt er 2013 gemeinsam mit Campino von den Toten Hosen, als er den „Echo“ verliehen bekommt. Und diese Melodie im Kopf verleitet immer wieder dazu, die Gitarre auszupacken und den alten Träumen nachzuspüren, mit ein bisschen Wehmut und mit ein bisschen Glück in der Melancholie. Gut, dass Hannes Weder seine Biographie schließlich selbst geschrieben hat. Hannes Wader: Trotz alledem. Mein Leben. Pinguin Verlag, München 2019

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Vita

Hannes Wader, geboren 1942 in Bethel bei Bielefeld in Ostwestfalen, widmete sich nach einer Lehre als Dekorateur und einem abgebrochenen Grafikstudium in Bielefeld und Berlin ganz der Musik. Der Komponist, Texter, Sänger und Gitarrist gehört zu den bekanntesten deutschen Songwritern. Er veröffentlichte 35 Studio- und Live-Alben, von „Hannes Wader singt“ (1969), „7 Lieder“ (1972), „Plattdeutsche Lieder“ (1974), „Es ist an der Zeit“ (1980) bis zu „Macht’s gut“ (2018). 2013 wurde er mit dem Echo für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Hannes Wader lebt in Kassel.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Das Leben des Liedermachers, ebenso bescheiden wie pointiert nacherzählt«

Musikexpress, Jochen Overbeck (12. Dezember 2019)

»Wader spart nichts aus. Aufrecht steht er vor allem zu sich selbst, zu einem großen Werk, das den Text immer wieder ergänzt. Aber auch zu seinen Unzulänglichkeiten. Das macht ihn aus.«

Rolling Stone, Max Kühlem (21. November 2019)

»So wird „Trotz alledem“ zu einem prächtigen Panorama, das kurzweilig, weil immer aus privatem Winkel, auch einige Zeitalter besichtigt.«

Leipziger Volkszeitung, Norbert Wehrstedt (21. November 2019)

»Das Buch ist so poetisch, nachdenklich und manchmal anklagend wie seine Lieder.«

HNA Hessische/Niedersächsische Allgemeine, Peter Klebe (11. Dezember 2019)

»Das Publikum liebte ihn. Und es wird auch dieses Buch lieben.«

Stadtblatt Osnabrück, George Webber (01. März 2020)