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Die Kinder

Ungekürzte Lesung mit David Nathan

€ 25,95 [D]* inkl. MwSt.
(* empf. VK-Preis)

Hörbuch Download ISBN: 978-3-8371-3783-5

Erschienen: 04.09.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Auf einer abgelegenen Bergstraße wird die völlig verstörte Laura Schrader aus den Trümmern eines Wagens geborgen. Im Kofferraum entdecken die Retter eine grausam entstellte Leiche. Als die Polizei den Psychologen Robert Winter hinzuzieht, wird dieser mit dem rätselhaftesten Fall seiner Karriere konfrontiert: Die Geschichte, die Laura Schrader ihm erzählt, scheint unglaublich. Doch irgendwo innerhalb dieses Wahnkonstrukts muss die Wahrheit verborgen sein. Je weiter Robert vordringt, desto mehr muss er erkennen, dass die Gefahr, vor der Laura Schrader warnt, weitaus erschreckender ist als jeder Wahn.

Hörbuch-Sprecher-Spezial: Die deutsche Stimme von Stephen King

Weitere Infos zu den Büchern von Wulf Dorn

Wulf Dorn (Autor)

Wulf Dorn, Jahrgang 1969, liebt gute Geschichten, Katzen und das Reisen. Er war zwanzig Jahre in einer psychiatrischen Klinik tätig, ehe er sich ganz dem Schreiben widmete. Für seine Kurzgeschichten, die in zahlreichen Anthologien und Zeitschriften erschienen, wurde er mehrfach ausgezeichnet. Mit seinem 2009 erschienenen Debütroman Trigger gelang ihm ein internationaler Bestseller. Auch seine weiteren Romane erreichten Bestsellerstatus und sind inzwischen in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Besuchen Sie die Website des Autors unter www.wulfdorn.net


David Nathan (Sprecher)

David Nathan, die deutsche Stimme von Christian Bale, Johnny Depp u. a., gehört zu den gefragtesten Hörbuchsprechern Deutschlands. Seine Lesungen der Romane von Stephen King, Guillermo del Toro und vielen anderen stellen seine herausragende stimmliche Bandbreite unter Beweis.

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Wulf Dorn über »Die Kinder«

Hörbuch Download, Laufzeit: ca. 552 Minuten

ISBN: 978-3-8371-3783-5

€ 25,95 [D]* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Random House Audio

Erschienen: 04.09.2017

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Paperback)

Atmosphärisch und ein bisschen gruselig

Von: Krimisofa.com Datum: 04.12.2017

https://krimisofa.com

Plot: 4/5
Atmosphäre: 5/5
Charaktere: 3/5
Spannung: 4/5
Showdown: 3/5

Manche Menschen glauben, ihnen gehe es schlecht, dabei bedenken sie nur selten, dass es Menschen gibt, denen es bedeutend schlechter geht. Menschen, die täglich vor dem Krieg flüchten oder nichts zu essen haben – oder beides. Menschen, die ihre Kinder arbeiten schicken müssen oder viel schlimmeres mit ihnen tun, um mit dem Geld, das sie dafür bekommen, überleben zu können. Aber das ist nur eines von vielen Themen, die Wulf Dorn in „Die Kinder“ anspricht.

Es hat eine Zeit gedauert, bis ich mich in dem neuesten Thriller von Wulf Dorn zurechtgefunden habe, denn man begegnet anfangs einigen Charakteren. So wie den oben beschriebenen Patrick, oder dem Psychiater Robert Winter, oder Kommissar Bennell. Sie alle haben eines gemein: Sie alle sind nur Nebendarsteller. Hauptfigur ist Laura Schrader, die sich in der Psychiatrie nach und nach dem Kern ihrer und damit Dorns Geschichte nähert. Laura begegnet man zwar schon recht früh, als Hauptfigur kristallisiert sie sich aber erst später heraus. In der Geschichte, die sie erzählt, gibt es wiederum eine ganz andere Hauptfigur, nämlich ihre Nichte Mia, die eigentlich ein aufgewecktes Mädchen ist, seit einem Vorfall aber nicht mehr spricht und damit ihre Mutter Su und Laura in immer größere Sorgen stürzt. Zwischen der Hauptgeschichte findet man immer wieder Kapitel mit Kurzgeschichten, die mit der Hauptgeschichte scheinbar nichts zu tun haben, außer, dass in jeder dieser Geschichten Kinder im Mittelpunkt stehen. Jede dieser Geschichten hat einen wahren Hintergrund, wie Dorn in einem Vorwort schreibt und sich damit wesentlich geschickter anstellt als andere Autoren, die ich in letzter Zeit rezensiert habe.

Man könnte in den Plot so viel hineininterpretieren, weil Dorn einige Themen behandelt. Unter anderem übt er Kritik an der Werbeindustrie und zeigt auf, in welch Überfluss die westliche Welt lebt. Aber auch die tägliche Reizüberflutung, derer wir ausgesetzt werden oder der wir uns bewusst aussetzen, weil wir nichts verpassen wollen, kritisiert er. Wulf will damit auf ein bestimmtes Thema hinweisen, überspitzt es aber bewusst. Welches Thema das ist, wird an dieser Stelle allerdings nicht verraten. Insgesamt ist „Die Kinder“ ein wunderbares, aber auch ziemlich gruseliges Buch. Man kommt nie wirklich dahinter, wie die Geschichte enden wird, weshalb der Spannungsbogen ständig vorhanden ist und man endlich wissen will, was hier vor sich geht. Psychothriller trifft es gut, wenn man „Die Kinder“ einem Genre zuordnen müsste, aber ich würde das Buch auch ein Stück weit im Horror-Genre verorten.

Das Buch ist mit 320 Seiten recht schlank ausgefallen, die Kapitel der Hauptgeschichte haben plusminus 20 Seiten und beginnen durchgehend auf den Seiten mit ungeraden Seitenzahlen, weshalb es öfter passiert, dass die Seite davor unbeschrieben ist. Wenn man dann noch bedenkt, dass die Geschichte aufgrund von Widmungen, Zitaten und dem Vorwort erst auf Seite dreizehn beginnt, hat die Geschichte keine 300 Seiten, was schon sehr dürftig ist. Dennoch wird man ziemlich gut unterhalten und kann das Buch nur schwer aus der Hand legen; Leerläufe sucht man nämlich vergebens.

Tl;dr: „Die Kinder“ von Wulf Dorn ist ein packender, atmosphärischer und gruseliger Psychothriller mit einem Schuss Horror, der Gesellschaftskritik übt und uns darüber nachdenken lässt, wie wir eigentlich leben. Zwar ist er mit unter dreihundert Seiten recht schlank, dafür wird er aber auch nicht langweilig.

Gebt den Kindern das Kommando!

Von: WolfgangB Datum: 29.11.2017

www.buecherkaffee.de

ACHUNG: DIESE REZENSION ENTHÄLT SPOILER


Regen.
Zwielicht.
Eine verlassene Bergstraße.
Und ein verunfalltes Auto mit einer Schwerverletzten und einer Leiche im Kofferraum.

Bereits mit dem Auftakt seines neuen Thrillers gibt Wulf Dorn klar zu verstehen, daß er im Kampf um die Aufmerksamkeit des Lesers keine Konkurrenz duldet. Die Vernehmung der überlebenden Marketingagentin Laura Schrader durch einen Gerichtspsychologen bildet dabei den Rahmen, in den stückweisen Rückblicken entrollt sich die Handlung: Allerorts stehen plötzlich Kinder auf unerklärliche Weise in Kontakt zueinander, verhalten sich abweisend, geradezu aggressiv gegenüber Erwachsenen. Als diese Veränderung sich schließlich auch in Bluttaten zu manifestieren beginnt, drängt sich spontant der Verdacht auf, der Autor habe Sebastian Fitzek, seines Zeichens Routinier im Fach Psychothriller, übertreffen wollen. In dessen Roman "Das Kind" offenbart sich ein Zehnjähriger als Mörder - die Steigerung findet sich also nicht nur im Titel, sondern auch in der Handlung.

Wie Fitzek reüssierte auch Wulf Dorn mit raffiniert komponierten Handlungen, die sich drehen, den Wirklichkeitsbegriff sowohl der Figuren als auch der Leser mehrfach infrage stellen, die sich Schicht für Schicht wie eine Zwiebel häuten. Und wie Fitzek (der mit "Noah" vor allem seine Leser überraschte), scheint auch Dorn nicht bereit, sich auf diese Form der Erzählung festzulegen, sondern stellt sich mit seinem aktuellen Titel nach seinen Jugendromanen dem erwachsenen Publikum neu vor. Im Vergleich etwa zu "Trigger", "Kalte Stille" und "Dunkler Wahn" ist "Die Kinder" linear und chronologisch geordnet erzählt. Was der Leser mit immer mulmigerem Gefühl zu erahnen beginnt, entpuppt sich tatsächlich als Kern des Romans, die große Überraschung besteht darin, daß große Überraschungen ausbleiben.

"85 Tote bei Bombenanschlag"
"Babyleiche in Mülltonne entdeckt"
"Erneut Raketentests in Nordkorea"
"Syrisches Krankenhaus bombardiert"
(S. 68)

Mit erschreckend aktuellen Schlagzeilen will der Autor seine Leser jenen Schluß zielen lassen, der den Antrieb des Romans bildet: Die Gesellschaft ist dekadent, von innen heraus verrottet, Erwachsene sind nicht in der Lage, ein friedliches Zusammenleben zu gewährleisten. Die Sozialkritik verbleibt jedoch im Ansatz, wird zu wenig eindringlich vorgetragen, um den Leser an jenen Punkt zu treiben, an dem die gewaltsame Lösung des Generationenkonflikts als einzige Lösung der Situation akzeptiert wird. Obwohl die Illusion des kurzfristigen Konsumglücks mit dem Elend von Kindern in vielen Teilen der Welt kontrastiert wird, scheint das Fundament des Romans zu wenig tragfähig für eine derart radikale Folgerung. Zudem verbleiben zu viele offene Fragen, wenn eine Welt ohne Erwachsene als Idealzustand skizziert wird: Wo wird die Altersgrenze gezogen, ab der ein Kind als erwachsen gilt? Warum soll der Zustand der Gewaltlosigkeit gerade durch Gewalt erreicht werden? Und wie sollen die Annehmlichkeiten komplexer zivilisatorischer Errungenschaften aufrechterhalten werden, wenn doch dafür umfangreiches Wissen und Kompetenzen erforderlich sind?

Unklar bleibt auch das auslösende Moment für den kollektiven Aufstand der Kinder und die Wahl des Zeitpunktes für die verschärften Kontrollen an der Altersgrenze. Der Ansatz einer rationalen Erklärung auf den letzten Seitens wirkt daher wie der Versuch einer Vollbremsung vor der Logikmauer.

Ist man bereit, die Voraussetzungen des Romans zu akzeptieren, erlebt man Wulf Dorn als brillianten Erzähler, der das Spiel mit Vorausdeutungen und offenen Kapitelenden souverän beherrscht und beinahe genüßlich den Leser vor spielenden Kindern auf einer Schmetterlingswiese das Fürchten lehrt.


Persönliches Fazit

Wäre zwischen den Buchdeckeln kein hochspannender Roman, sondern eine Musik-CD zu finden, würde Herbert Grönemeyers "Kinder an die Macht" zur Melodie von "Bad Moon Rising" aus den Lautsprechern hallen.

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