Aller Anfang fällt vom Himmel

Roman

Taschenbuch
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Korbinian Gerhard lebt seit dem Tod seiner Frau alleine und legt größten Wert auf Ordnung. Doch von einem Tag auf den anderen ist nichts mehr, wie es vorher war. Denn als völlig überraschend die heimatlose Billa bei ihm strandet, bricht das Chaos in seinem Leben aus. Und Korbinian, der stets darauf bedacht war, die Menschen von sich fernzuhalten, ist auf einmal verstrickt in äußerst turbulente Ereignisse. Dabei merkt er erst sehr spät, dass er längst seine alten Pfade verlassen hat und im Begriff ist, sich auf eine ganz neue, unerwartete Reise zu begeben ...

»Eine herzerwärmende Story über Freundschaft.«

Moments

Originaltitel: Aller Anfang fällt vom Himmel
Originalverlag: Goldmann Verlag, München 2015
Taschenbuch, Broschur, 288 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-48598-7
Erschienen am  15. Mai 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Absolute Empfehlung!

Von: Lina Arnold

18.02.2018

Rezension: Mich hat dieses ruhige, schlichte Cover auf die Geschichte aufmerksam gemacht, und der Klappentext hat mich dann vollends gepackt. Ich habe mir von der Geschichte tolle, originelle Figuren versprochen, und die habe ich auch bekommen. Korbinian ist Lehrer und hat den Tod seiner Frau nie richtig überwunden. Er lässt sich nur für seine Arbeit und die abendlichen Kneipengänge blicken. Ansonsten lebt er zurückgezogen in seiner Wohnung, die ihm viel zu groß ist, seit seine Frau nicht mehr an seiner Seite ist. Korbinian besteht auf seiner Tagesstruktur, Abweichungen kann er gar nicht leiden und versucht alles, um sie zu vermeiden. Und doch trifft er auf Billa, ein obdachloses Mädchen, dem er etwas Kleingeld gibt. Dass Billa im folgt, bemerkt er zunächst nicht. Er erlaubt ihr, im Hausflur zu schlafen, doch das lässt ihm keine Ruhe. Er bespricht sich mit seiner Schwester, die kurz darauf bei ihm eintrifft. Billa hat Fieber und muss aus dem kalten Flur raus, also ziehen sie und die Schwester bei Korbinian ein. Seine geliebte Tagesstruktur kann er also vergessen. Doch nicht nur die Hauptfiguren sind toll, auch einige Nebenfiguren sind sehr sympathisch und kein Charakter ist überflüssig. "Aller Anfang fällt vom Himmel" lässt sich sehr leicht lesen. Das liegt zum einen an dem lockeren und flüssigen Schreibstil, und zum anderen an den gut ausgearbeiteten Figuren. Es macht Spaß, die Geschichte zu verfolgen, ich habe oft Mitleid mit Korbinian gehabt, dessen Leben sich von einem auf den anderen Moment komplett umkrempelt. Mit der Kernaussage der Geschichte bin ich einer Meinung, sie verdeutlicht, dass man seine Augen vor den Schicksalen um sich herum nicht verschließen, sondern helfen soll, wenn man kann. Auch Korbinians Entwicklung diesbezüglich hat mir sehr zugesagt, denn durch Billas Anwesenheit verliert er sein starres Korsett, in das er sich selbst seit dem Tod seiner Frau gesteckt hat. Er schaut wieder nach rechts und links, somit nimmt er wieder Anteil am Leben um sich herum. Fazit: Diese Geschichte ist eine der wenigen, die man nie vergisst. Zum einen wegen der Figuren, zum anderen wegen der Ereignisse und der Kernaussage. Eine absolute Empfehlung.

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Eine nahegehende Geschichte

Von: Monika Stutzke

24.08.2016

Korbinian Gerhard wohnt seit 8 Jahren allein in einer viel zu großen Wohnung. Die Wohnung hatte seinerzeit seine Frau ausgesucht und eingerichtet, er hat nichts verändert, ihre Zimmer jedoch hat er nach ihrem Tod abgeschlossen und nie wieder betreten. Er ist Grundschullehrer, ein Einzelgänger und unterläuft in seinem Leben einem geordneten Plan. Ordnung ist für ihn die Richtlinie, Abweichungen sind nicht gut, also gibt es keine. Seit dem Tod seiner Frau geht er morgens zur Schule und anschließen in eine Gaststätte das Tagesgericht essen, ohne dass er es extra aussuchen muss. Er ist festgefahren in seiner Einsamkeit und in seinem Leben. Eines Tages trifft er auf Billa, einem Mädchen, das vor einem Supermarkt zusammengesunken sitzt. Er kauft ihr etwas zu essen und merkt später nicht, dass sie ihm nach Hause folgt. Als es ihm bewusst wird, gestattet er ihr, im Hausflur zu nächtigen. Aber so ganz geheuer ist ihm die Sache nicht und er bittet seine Schwester um Hilfe. Es dauert auch nicht lange und sie steht bei ihm auf der Matte und stellt fest, dass das Mädchen Fieber hat und es nicht sein kann, dass sie dort im Flur übernachtet. Kurzerhand zieht sie für ein paar Tage zu ihrem Bruder, das Mädchen Billa ebenfalls. Eine Entscheidung, die Leben veränderte... Solange das Mädchen krank ist, geht das schon mal, denkt sich Korbinian. Auch dass seine Schwester vorerst mit bei ihm einzieht, findet er ok, denn das Gerede, was entstehen würde, wenn er als Grundschullehrer ein junges Mädchen bei sich aufnimmt, mag er sich gar nicht erst vorstellen. Es ist aber tatsächlich so, dass er sich stellenweise wie ein Fremdkörper in seiner Wohnung vorkommt. Die beiden Frauen okkupieren die Wohnung, seine tägliche Routine wurde empfindlich gestört und er sehnt den Tag herbei, an dem er wieder für sich allein ist und er der Einsamkeit frönen kann. Obwohl Korbinians Schwester in der Nähe lebt und einen Buchhandel betreibt, verbindet ihn sonst nichts mit ihr. Er hat keine Ahnung, wie sie lebt und was für ein Mensch sie ist. Sie haben sich irgendwann zwischen der Kinderzeit und dem Heute verloren. Keine Telefonate, keine Besuche, keine Kontakte und doch ist sie sofort zur Stelle, als er sie um Hilfe bittet. Jeder der Protagonisten hat sein Päckchen zu tragen, keiner von ihnen hat es leicht. Die Probleme der einzelnen kommen erst nach und nach ans Licht. Obwohl sie völlig verschieden sind, kommen sie sich näher, verstehen sich. Sie sind füreinander da. Was anfangs undenkbar erscheint, das Korbinian aus seinem Schneckenhaus herauskommt, das passiert. Die Autorin hat verletzliche Protagonisten geschaffen, die ihren Weg gehen. Aber auch die Personen, die am Rande mitmischen, sind sehr gut und treffend gezeichnet. Der Kneipenwirt, der beobachtet und gut zuhören kann sowie die Freunde von Billa. Bei denen war ich mir lange nicht schlüssig, ob ich sie mag oder nicht, wechselte meine Sympathie mit Antipathie. Es ist eine wunderbar nahegehende Geschichte über Menschen, die einsam sind, nicht wegsehen und für einander da sind. Die ihre Bedürfnisse zugunsten anderer zurückstellen, was ihnen nicht leicht fällt. Der Roman hat mich noch eine ganze Zeit nicht losgelassen, ich habe mich gefragt, wie ich wohl reagiert hätte. Ein wunderbares Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.

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Vita

Veronika Peters, geboren 1966 in Gießen, verbrachte ihre Kindheit in Deutschland und Afrika. Im Alter von 15 Jahren verließ sie ihr Elternhaus, schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch und absolvierte eine Ausbildung zur Erzieherin. Sie arbeitete in einem psychiatrischen Jugendheim, bis sie Ende 1987 für zwölf Jahre aus dem sogenannten bürgerlichen Leben ausstieg und in eine Benediktinerinnenabtei eintrat. Von der Zeit, die sie dort lebte, handelt die autobiographische Erzählung »Was in zwei Koffer passt« (2007). Es folgten die Romane »An Paris hat niemand gedacht« (2009), »Das Meer in Gold und Grau« (2011), »Die Liebe in Grenzen« (2013) und »Aller Anfang fällt vom Himmel« (2015). In ihrem neuesten Roman »Die Dame hinter dem Vorhang« setzt sie der englischen Exzentrikerin Edith Sitwell ein Denkmal.
Veronika Peters ist verheiratet mit dem Schriftsteller Christoph Peters, hat eine Tochter und lebt als freie Autorin in Berlin.

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Pressestimmen

»Ein mitreißender Mutmachroman.«

Stadtanzeiger

»Zweifelsohne, man muss sie einfach mögen, diese Riege seltsamer Käuze und liebenswerter Spinner, mit denen die Autorin ihren lebensklugen Roman bevölkert.«

Stadtanzeiger Hamm

»Einmal damit angefangen, möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.«

Südkurier Online

»Amüsante Unterhaltung mit Tiefgang. Es wird einem ganz schwindelig von so viel gutem Lesespaß.«

literaturmarkt.info

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