Hexensaat

Roman

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Alles ist Illusion – Margaret Atwoods Verneigung vor dem großen Bühnenmagier William Shakespeare

Felix ist ein begnadeter Theatermacher und in der Szene ein Star. Seine Inszenierungen sind herausfordernd, aufregend, legendär. Nun will er Shakespeares „Der Sturm“ auf die Bühne bringen. Das soll ihn noch berühmter machen – und ihm helfen, eine private Tragödie zu vergessen. Doch nach einer eiskalten Intrige seiner engsten Mitarbeiter zieht sich Felix zurück, verliert sich in Erinnerungen und sinnt auf Rache. Die Gelegenheit kommt zwölf Jahre später, als ein Zufall die Verräter in seine Nähe bringt.

In ihrem brillanten Roman schafft die große kanadische Autorin Margaret Atwood mit der Figur des Theaterdirektors Felix ein würdiges Pendant zu Shakespeares Prospero aus „Der Sturm“, jenes Zauberers, der als ein Selbstporträt des alternden Barden aus Stratford-on-Avon gilt.

»Das ist ihre wahre Meisterleistung in ‚Hexensaat‘. Atwood hat ‚Der Sturm‘ runderneuert.«


Aus dem Englischen von Brigitte Heinrich
Originaltitel: Hag-Seed
Originalverlag: Hogarth
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-16143-9
Erschienen am  17. April 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

aufregende Inszenierung

Von: seitenleben

31.08.2018

Felix ist ein gefeierter Regisseur in der Theaterszene, er leitet ein bekanntes Festival und dort soll auch seine neue Inszenierung von „der Sturm“ aufgeführt werden. Das Stück bedeutet ihm viel, er findet in Miranda seine vor kurzem gestorbene Tochter (selbigen Namens) wieder. Doch bevor das Stück auf die Bühne kommen kann, wird Felix von seinem Assistenten hintergangen und regelrecht abgesägt. Der Assistent klettert ein paar Karrierestufen höher, Felix endet als gefallener Star in einer einsamen Hütte. Doch 12 Jahre später bietet sich die Chance auf Rache. Felix leitet inzwischen eine Theatergruppe im Gefängnis, natürlich unter einem anderen Namen. Die Insassen sollen lernen mit Sprache besser umzugehen und sind mit Feuereifer bei der Sache. Ihre Stücke haben Erfolg und Felix alte Widersacher kündigen sich zu einem Besuch an. Felix kann endlich seinen Sturm aufführen, wenn auch nicht zum Vergnügen der Zuschauer…. Hexensaat ist ein weiterer Titel aus der Shakespeare-Kollektion. Bekannte Autoren interpretieren Shakespeares Werke neu. Mit Hexensaat stellt sich Margaret Atwood der Aufgabe „den Sturm“ in ein neues Gewand zu kleiden. Im Vergleich zu den anderen Büchern aus der Reihe, die ich bisher gelesen habe („der Neue“ von Tracy Chevalier, „die störrische Braut“ von Anne Tyler), geht die Autorin ganz anders an die Sache heran. Sie erzählt nicht die Geschichte neu, sondern setzt das alte Stück in einen anderen Rahmen. Ein Theater im Theater sozusagen. Denn die Gefängnisinsassen verändern den Sturm in ihrer Aufführung nur leicht, machen die Texte etwas moderner und denken sich abgefahrene Kostüme aus. Doch gleichzeitig nimmt auch Regisseur und Schauspieler Felix die Züge seiner Rolle an – er ist Prospero der Hexer, gefangen in seinen Racheplänen und immer besorgt um seine Tochter, die ihn nach ihrem Tod weiter als Hirngespinst begleitet. Das gesamte Stück wird von den Insassen analysiert und bearbeitet. Man erfährt einiges über die einzelnen Rollen, die Intensionen, die Shakespeare vielleicht gehabt haben könnte. Das klingt jetzt wie eine langweilige Theateranalyse in der Schule. Ist es aber ganz und gar nicht, denn der Handlungsrahmen und auch die Charaktere machen dieses Buch sehr lebendig, manches Mal humorvoll und eben auch ein bisschen düster, wie es sich für Shakespeare gehört. Diese neuen Ansätze und Aspekte waren wirklich sehr spannend zu lesen, manchmal vielleicht ein bisschen abgedreht, aber so erwartet man es ja auch aus der Sicht eines genialen Regisseurs. Ich hatte ein bisschen Sorge, ob mir das Buch gefallen würde, da mir der Schreibstil der Autorin in „der Report der Magd“ so gar nicht zugesagt hat. Diesmal jedoch konnte sie mich mit ihrer gekonnten und detailreichen Erzählweise wirklich von der ersten Seite an fesseln. Sie hat sich spürbar mit dem Stück auseinandergesetzt und ihre Freude daran kam bei mir an. Fazit: Eine sehr schöne und abwechslungsreiche Interpretation in einem gelungenen Rahmen. Ich habe das Original von Shakespeare nicht gelesen und kenne das Stück nur in seinen groben Zügen und aus Filmen. Deshalb findet der Kenner bestimmt noch einige Feinheiten und Anlehnungen mehr, die die Autorin in Hexensaat versteckt hat. Aber auch für mich als Leien war das Buch ein großes Lesevergnügen.

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Einfach grandios

Von: Hirilvorgul

16.07.2017

Kennt ihr diese Bücher, die man nicht mehr aus der Hand legen kann, aber dennoch mit Erschrecken das Abnehmen der verbleibenden Seiten beobachtet? „Hexensaat“ ist definitiv einer davon. Ich wusste überhaupt nicht, was mich erwartet – kannte ich doch auch das Shakespeare-Original nicht. Klar hatte ich von Prospero schon mal etwas gehört, aber das war es dann auch. So bin ichvöllig unvoreingenommen an das Buch herangegangen. Bekommen habe ich dann ein echtes Highlight. Was für ein genialer Plan des abservierten Regisseurs Felix Philipps! Was für eine unglaubliche Umsetzung des Stücks mit Laiendarstellern! Ich war total fasziniert davon, wie er seine Darsteller sich das Stück und die Rollen erschließen ließ. Absolut genial: die Reflexion der einzelnen Teams am Ende und vor allem die Überlegungen, wie es mit den Figuren weitergehen könnte. Realistischer und moderner kann man Shakespeare nicht erleben. Und zum guten Schluss hat diese Story auch noch ein wunderbar rundes Ende. Ich bin noch immer total im Bann dieser Geschichte und kann Knaur nur für dieses Projekt danken, das uns Shakespeares große Werke in neuem Gewand präsentiert und mit Sicherheit den ein oder anderen Leser an die Klassiker heranführen wird. Von mir gibt es uneingeschränkte 5 Sterne, eine Leseempfehlung an… einfach alle, die gut erzählte Geschichten lieben. Fazit: Großartige Neuerzählung von Shakespeares „Sturm“, der einen sofort das Original lesen und den nächsten Theaterbesuch planen lassen will.

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Vita

Margaret Atwood, geboren 1939, ist unbestritten eine der wichtigsten Autorinnen Nordamerikas. Ihre Werke liegen in über 20 Sprachen übersetzt vor und wurden national wie international vielfach ausgezeichnet. Neben Romanen verfaßt sie auch Essays, Kurzgeschichten und Lyrik. Margaret Atwood lebt in Toronto.

Zur AUTORENSEITE

Zitate

»Atwood reiht dabei fantasievolle, anspielungsreiche, satirische Details, macht sich mehr als nur ein bisschen lustig über den Theater- und Literaturkurs-Betrieb.«

»In dieser atemberaubenden Story demonstriert Margaret Atwood erneut ihre erzählerische Meisterschaft.«

Freie Presse, Ulf Heise (28. April 2017)

»Shakespeare, soviel ist sicher, hätte dieses mehrfache, intelligent konstruierte Vexierspiel garantiert gefallen.«

Kölner Stadt-Anzeiger, Petra Pluwatsch (05. Mai 2017)

»Dabei läuft Margaret Atwood zu großer Form auf. Ihr gedoppeltes Spiel gerät niemals in Gefahr, zu simpel eine Ebene in der anderen zu spiegeln.«

»Ihr 'Sturm', mit Spannung erwartet und in England zum 'Buch des Jahres' gekürt, zeigt narrative Meisterschaft unter erschwerten Bedingungen.«

»(…) wie Atwood alles mit Tempo und Situationskomik erzählt, ist grosse Klasse.«

20 Minuten (CH), Wolfgang Bortlik (02. Mai 2017)

»Es ist in großen Elementen sehr spannend, als Ganzes wahrscheinlich gescheitert, aber empfehlenswert.«

Claus Peymann im ZDF „Das Literarische Quartett“ (05. Mai 2017)

»Atwood, die Große, setzt nun mit Felix ein von bissiger Phantasie und scharfem Witz befeuertes Rachewerk in Szene, das seinesgleichen sucht.«

BÜHNE (A)

»Das Ergebnis ist erstaunlich stimmig und – nicht zuletzt – von schöner Komik.«

»Raffiniert doppelt Atwood Shakespeares Stoff, lässt die kriminellen Darsteller den Klassiker zerpflücken, neu zusammenbasteln und wiederbeleben. Shakespeare hätte das gefallen!«

Münchner Merkur (22. Mai 2017)

»Das hat enormen Schwung. Wie eben Shakespeare auf der Bühne.«

dpa, Thomas Borchert (09. Mai 2017)

»Ihr spöttisch-kluger Witz und eine faszinierende Sprache, in der sich Jugendslang und Shakespeare mischen, lassen diese Geschichte zu einem Lesevergnügen werden.«

Wiener Zeitung (A), Bernadette Conrad (03. Juni 2017)

»Und am Ende nimmt Felix wie Prospero Rache – so aufregend, wie es eines Shakespeare würdig ist.«

Kronen Zeitung (A) (05. Mai 2017)

»Zugleich ist ‚Hexensaat‘ eine ironisch-bissige Abrechnung mit den Eitelkeiten des Politik, aber auch des Kunstbetriebs und auch von daher sehr vergnüglich.«

»Während sie die Handlung an einem ungewöhnlichen Theaterstück aufknüpft, erfreut man sich als Leser an der wunderbaren Sprache, der allgegenwärtigen Frische und den glaubhaften Figuren.«

Geek! (15. Dezember 2017)

»Die Kanadierin beweist hier einmal mehr, dass sie eine der bedeutendsten zeitgenössischen Autorinnen ist. Rache ist zeitlos – guter Stil ist es auch.«

Wege (A)

»Eine sehr gelungene Umsetzung eines alten Stoffes in die heutige Zeit.«