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Ein einsames Bauernhaus - und ein verhängnisvoller Besuch.

Hulda Hermannsdóttir, Kommissarin bei der Polizei Reykjavík, kehrt nach einem Schicksalsschlag gerade wieder in ihren Beruf zurück. Um sie bei der Wiederaufnahme der Arbeit zu unterstützen, wird Hulda von ihrem Chef mit einem neuen Fall betraut: Mehrere Leichen wurden in einem abgelegenen Bauernhaus im Osten des Landes gefunden, und alles deutet darauf hin, dass sie dort schon seit einigen Wochen liegen. Was ist während der Weihnachtstage geschehen, als das Bauernhaus durch einen Schneesturm vom Rest der Welt abgeschnitten war? Und gibt es ein Entkommen vor der eigenen Schuld?


Aus dem Englischen von Andreas Jäger
Originaltitel: Mistur
Originalverlag: Bjartur Veröld
eBook epub (epub), 1 s/w Abbildung
ISBN: 978-3-641-25168-0
Erschienen am  21. September 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Die HULDA Trilogie

Leserstimmen

Von Dunkelheit und Einsamkeit

Von: Libertine Literatur

13.10.2020

Als Erna sich entscheidet, ihren Mann zu heiraten, entscheidet sie sich auch für seinen Hof. Abgelegen, über viele Monate im Jahr stockfinster, Kerzen gegen die ständigen Stromausfälle. Erla ist nicht für dieses Leben gemacht, doch ihren Mann würde sie nicht im Stich lassen. Dessen Familie kümmert sich bereits seit so vielen Generationen um den Hof, dass sie weiß, dass er ihn nie verkaufen wird. Nur drei Dinge helfen ihr, damit klarzukommen: Romane, das Radio und der Gedanke an ihre Tochter Anna. Auch dieses Weihnachten soll ruhig werden. Nur sie und ihr Mann, später vielleicht noch Anna. Doch als es an der Tür klopft und ein Fremder um Einlass bittet, ist es damit vorbei. »Sie wusste, dass für Einar die Familienehre auf dem Spiel stand. Er hatte ein schweres Erbe angetreten, und es war, als wären die Geister seiner Ahnen ständig anwesend und beobachteten ihn aus den dunklen Ecken heraus.« Mit dem Fremden zieht für Erla die Furcht in das eigene Haus ein. Das Telefon ist tot, der Strom lässt sie im Stich. Und in der Nacht hört sie Geräusche, die nicht da sein sollten. Doch abgeschottet jeder weiteren Menschenseele, sich Erna, ihr Mann und der Fremde auf sich allein gestellt. »Durch den Stromausfall war die Atmosphäre ohnehin schon sonderbar genug: Es herrschte eine Art düsteres Zwielicht, das Erla an die Tageszeit erinnerte, die sie immer als besonders unheimlich empfand, die Zeit, in der Geister aus den Schatten traten und menschliche Gestalt annehmen konnten, ohne dass man es merkte.« ›Nebel‹, der dritte Teil der ›Hulda‹-Trilogie kann problemlos an die Qualität des ersten Bandes, ›Dunkel‹, und zweiten Bandes, ›Insel‹, anzuknüpfen. Der dritte Band baut zwar nicht auf den Geschehnissen des zweiten Bandes auf, was durch die achronologische Anordnung der Trilogie auch nicht möglich wäre, doch lässt er Huldas Entwicklung miterleben. Einige der Ereignisse, die im dritten Band geschehen, hatten auf den ersten und zweiten Band Auswirkungen. Was ein friedliches und besinnliches Weihnachtsfest hätte werden sollen, wird in ›Nebel‹ durch Dunkelheit und Isolation zu einem Grauen. Wie ›Dunkel‹ und ›Insel‹ kommt ›Nebel‹ ohne möglichst blutige und bestialische Morde aus. Das Grauen und die Spannung wachsen aus dem, was im Inneren des Menschen schlummert. Jónasson zeigt in seiner ›Hulda‹-Trilogie, was Geheimnisse, Schuld und Dunkelheit mit dem Menschen, Familien oder Partnerschaften machen kann. ›Nebel‹ ist ein würdiger Abschluss – oder Auftakt? – der ›Hulda‹-Trilogie. Für mich persönlich sogar der liebste Teil der Trilogie, die sich von Band zu Band noch weiter gesteigert hat. Für alle Krimi-Fans, die Lust auf unaufdringlichere Spannung haben.

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Nebel (Ragnar Jonasson)

Von: Poldi

11.10.2020

Erst spät werden die Leichen entdeckt, die in einem abgelegenen Bauernhaus ermordet wurden. Die weihnachtliche Dekoration im Inneren lässt sofort darauf schließen, wann die Morde stattgefunden haben, ansonsten tappt die Polizei zunächst im Dunkeln. Erst als Hulda Hermannsdottir dem Fall zugeteilt wird und sich mit vollem Eifer den Ermittlungen hingibt, werden die Umrisse der Tat schärfer. Dabei hat die Ermittlerin nach einem Schicksalsschlag eigentlich genug mit sich selbst zu tun – und mit ihrer Tochter… Ich gebe es offen zu: Nach dem zweiten Teil von Ragnar Jonassons Romantrilogie um seine isländische Ermittlerin Hulda Hermannsdottir war ich skeptisch ob sein Konzept auch aufgeht. Denn die drei Fälle der Hauptfigur wurden rückwärts-chronologisch erzählt, von ihrem Karriereende über den Höhepunkt ihrer Laufbahn kehrt der Leser in „Nebel“ dementsprechend zu der jüngeren Hulda zurück. Man weiß von ihrem persönlichen Schicksal, worauf dieser Band zusteuert und steht dem doch hilflos gegenüber. Die Katastrophe, die sich anbahnt, wird aber noch von den anderen persönlichen Umständen der Ermittlerin ergänzt, was ihr eine psychologische Tiefe verleiht und jetzt erst einige Verhaltensweisen der ersten beiden Romane erklärt. Beeindruckend ist auch, wie geschickt der Autor die Handlung um Hulda mit dem eigentlichen Fall verknüpft und beide Themen und Stimmungen gekonnt ineinanderfließen lässt. Beides passt so genau zusammen, ist sorgsam und glaubwürdig konstruiert, dass „Nebel“ in meinen Augen der stärkste Band dieser sehr gelungenen Serie ist. Das liegt auch an der eindrucksvollen Stimmung, die Jonasson geschaffen hat. Denn durch einige Rückblenden erfährt der Leser, was zu Weihachten in dem Bauernhaus tatsächlich geschehen ist – und das ist nervenaufreibend und hochspannend geraten. Diese Gefühle übertragen sich auf den Leser, der Spannungsbogen kann dabei über den gesamten Roman tragen und lässt in seiner Intensität nicht nach. Durch die verwendete klare, aber dennoch anspruchsvolle Sprache werden intensive Bilder geschaffen, was das Profil des Romans noch weiter schärft. „Nebel“ ist ein herausragender Abschluss einer sehr lesenswerten Romantrilogie und zeigt, dass das ungewöhnliche Konzept nicht nur interessant klingt, sondern vom Autor auch sehr geschickt ausgearbeitet wurde. Das persönliche Schicksal von Hulda als Ermittlerin greift gekonnt die Stimmung des eigentlichen Falles auf und lässt beides wie eine untrennbare Einheit wirken. Eine klare Leseempfehlung – aber unbedingt in der Reihenfolge der Veröffentlichung.

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Vita

Ragnar Jónasson, 1976 in Reykjavík geboren, ist Mitglied der britischen Crime Writers‘ Association und Mitbegründer des »Iceland Noir«, dem Reykjavík International Crime Writing Festival.
Seine Bücher werden in 21 Sprachen in über 30 Ländern veröffentlicht und von Zeitungen wie der New York Times und Washington Post gefeiert.
Ragnar Jónasson lebt und arbeitet als Schriftsteller und Investmentbanker in der isländischen Hauptstadt. An der Universität Reykjavík lehrt er außerdem Rechtswissenschaften. Die preisgekrönte Hulda-Trilogie erscheint bei btb erstmals auf Deutsch.

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