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Dann denkt mit dem Herzen Ein Aufschrei in der Debatte um Flüchtlinge

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-579-08653-8

Erschienen: 25.04.2016
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»Ich hab einen Traum: Wir öffnen die Grenzen und lassen alle herein.«

Wie nur wenige deutsche Künstler positionierte sich Konstantin Wecker in der Flüchtlingsfrage mit seinem Lied und vielen öffentlichen Statements klar für eine Willkommenskultur. Dafür musste er viel Häme einstecken, er sei »naiv« und ein »Gutmensch«. Doch für ihn zählen, am konkreten Einzelschicksal gemessen, nur Mitgefühl und tätige Hilfe. Hinter dem »Zahlenmaterial« sieht Wecker immer den Menschen.

Seine brillanten, für dieses brisante Buch geschriebenen Texte sind auch Zeugnisse eines lebenslangen Widerstands gegen Rechtsradikalismus und Rassismus, berühren Zeitthemen wie Kriegspolitik und ein ungerechtes Weltwirtschaftssystem, in dem der Liedermacher eine wesentliche Ursache für Flucht sieht.

Konstantin Weckers Texte zeugen von einem wachen Geist, der sich das Weltgeschehen nahe gehen lässt ― argumentierend, beschwörend, manchmal provozierend im Sinne eines radikalen Utopismus der Menschlichkeit: »Denken wir mit dem Herzen. Besiegen wir den Hass durch Zärtlichkeit.«

  • Das neue Buch des bekannten Liedermachers und SPIEGEL-Bestsellerautors

  • Ein bestechendes Zeugnis des Widerstands gegen Rechtsradikalismus und Rassismus, Kriegspolitik und eine ungerechte Weltwirtschaft

  • Ein deutliches Plädoyer für Mitgefühl und tatkräftige Hilfe im Kontext der Willkommenskultur

Konstantin Wecker (Autor)

Konstantin Wecker, geboren 1947, Poet, Sänger und Komponist, engagiert sich seit Jahrzehnten für Zivilcourage, Pazifismus und Antifaschismus. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Erich-Fromm-Preis (2007), dem Ehrenpreis des Bayerischen Kabarettpreises (2013) und dem Erich-Mühsam-Preis (2016). Wenn er nicht gerade on tour ist, lebt er in München.

www.wecker.de

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 144 Seiten, 10,0 x 15,5 cm

ISBN: 978-3-579-08653-8

€ 10,00 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Gütersloher Verlagshaus

Erschienen: 25.04.2016

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Es könnte so einfach sein: dann denkt mit dem Herzen

Von: Casoubon ... Datum: 14.11.2016

casoubon.blogspot.de/

Konstantin Wecker gehört zu den Menschen, die nicht schweigend zusehen, wenn etwas passiert, sondern die auf Mißstände hinweisen, die laut werden, wenn Unrecht passiert. Manchmal schießt er dabei - in meinen Augen zumindest - über das Ziel hinaus, aber meistens legt er den Finger ganz genau in die Wunde. Und diese Offenheit prägt seit jeher sein künstlerisches Schaffen, auf jeder seiner CD und in seinen Büchern finden sich Texte und Lieder, die sich gegen Rassismus und gegen Fremdenfeindlichkeit richten - das Lied "Sage nein!" und die Willy-Texte seien an dieser Stelle stellvertretend genannt.

In dem Büchlein sind seine Gedichte und Texte versammelt, die er seit 2015 im Zuge der Flüchtlingsdebatte verfasst und auf seiner Fac*ebook-Seite veröffentlicht hat. Um auch in eingen Jahren die Texte verstehen zu könne, gibt es in jedem Kapitel Einleitungstexte, die auf den Kontext hinweisen. Konstantin Wecker zeigt in den Texten, was wirklich zählt - der Mensch an sich, nicht seine Religion, nicht sein Pass - es geht um den Menschen. Wecker schreibt nicht nur, er hilft auch praktisch. Beeindruckend ist der Bericht von seinem 15jährigen Sohn, der 2015 für fünf Tage in Lesbos geholfen hat, der in diesen Tagen sehen musste, wie Kinder und Erwachsene sterben. Konstantin Wecker stärkt die Arbeit der Ehrenamtlichen, hebt ihr Engagement hervor, auch wenn die Politik teilweise nicht schnell genug handeln konnte.

Die Texte gehen zu Herzen und rufen auf zu Menschlichkeit anstatt sich von rechten Parolen leiten zu lassen. Vielleicht ist es naiv. Vielleicht ist es aber auch ganz einfach. Vielleicht sollte man einfach mit dem Herzen denken.

Ein Aufschrei in die Welt

Von: wortesammlerin Datum: 13.11.2016

www.wortesammlerin.wordpress.com

Ich ging an dieses Buch heran, ohne vorher besonders viel über diesen Konstantin Wecker zu wissen. Ich dachte nicht einmal daran, dass dieser Mann jemand anderes sein könnte, als einfach nur ein Autor, doch wie man vielleicht weiß, ist er vieles mehr. Liedermacher, Schriftsteller, Komponist, Schauspieler, stellenweise auch Poet und vor allem Politikinteressierter. Er war beispielsweise bei der bekannten ZDF-Polit-Satire-Show „Die Anstalt“ oftmals zu Gast, und ist praktisch der Vertreter einer ganzen Generation, bekannt geworden gemeinsam mit Reinhard Mey oder Hannes Wader in einer Reihe der großen Liedermacher Deutschlands. Um dem noch die Krone aufzusetzen, wurde er gerade frisch mit dem Ehrenpreis zum Deutschen Kleinkunstpreis 2017 des Mainzer Unterhauses ausgezeichnet, der seit 2008 verliehen wird

Er ist öffentlicher Pazifist und einer dieser in den heutigen Tagen laut beschrienen „Gutmenschen“. Er trat gerade im Verlaufe der letzten beiden Jahre, seit den Beginnen der Flüchtlingskrise 2014, vermehrt und energischer für die Menschen ein, die hinter den Massen stecken, die wir seitdem jeden Tag im Fernsehen in kleinen Booten und überfüllten Zelten sehen können, ankommend mit ihren Kindern, ihren Eltern oder vollkommen allein, verängstigt, panisch, verloren. Auf diese fanden sich zwei vorherrschende Reaktionen in Deutschland und Europa; die Sparte der „Gutmenschen“, die bald Teil der sich spontan zusammen tuenden deutschen Willkommenskultur wurden, und die Sparte des Rassismus gegen die Flüchtlinge. Angst um den wirtschaftlichen Stand des Landes machte sich breit, die Armen klagten, sie bekämen in Zukunft noch weniger, die Ausländerfeindlichen spuckten auf die Neuankömmlinge oder zündeten die überfüllten und provisorisch errichteten Heime an. Diese Bilder wiederum kontrastierten mit denen der Menschen an deutschen Bahnhöfen, die die Menschen begrüßten und sie vorerst mit dem Nötigsten ausstatteten.

Dieses Bild in Deutschland erschreckte den schon immer politisch orientierten Konstantin Wecker und veranlassten ihn im Sommer 2014, sein Lied „Ich habe einen Traum“ zu schreiben, in dem er eine offene Welt ohne Fremdenhass und Grenzen beschreibt, ein Lied, das zum Nachdenken anregt. Die erste Reaktion der meisten zu seinem Ton, das in diesem Lied und in allen anderen Texten in diesem Sammel-Büchlein zu finden ist, wird die Frage sein, ob er eigentlich besonders realistisch denkt. Wie soll so eine grenzenlose und scheinbar auch regellose Welt funktionieren, wird gefragt, und Konstantin Wecker als naiv beiseite getan. Seine Artikel und poetisch bis prosaisch inspirierten Texte, die unter anderem in seinem Netzmagazin www.hinter-den-schlagzeilen.de erschienen sind, versuchen, dem deutschen Bürger nach und nach einen Perspektivenwechsel zu ermöglich und fungierten für mich auch als eine Art Rückblick und Vorschau auf Jahre der Ungerechtigkeiten und politischen Entscheidungen, die über ganze Völker richten. In seinen Aussagen hält sich Konstantin Wecker stets auf der Seite des Humanismus, er zeigt offen, wie er sich ein Leben nach Dostojewskis Vorstellungen (im Vorwort zu finden), also als Mensch unter Menschen vorstellt. Er spricht von Mitgefühl über dem Verstand, von Liebe und Hass, von Grenzüberwindung, nicht bloß im geografischen Raum, und Toleranz. Wovor haben die Deutschen, oder größer, die Europäer, Angst? Was kann passieren, anders, was könnte passieren, wie wunderbar könnte es sein, wenn es anders verlaufen würde, fragt sich der große deutsche Liedermacher.

Oft klagt er, dass die Menschen ihn nicht ernst nehmen, nicht daran glauben können, was er sich unter einer gut besonnenen Welt vorstellt. Regelmäßig erhält er Schimpftiraden in Mails und Hassposts auf seine Facebookseite. Er sei realitätsfern, ein linker Grüne-Heile-Weltler und ein Träumer, der nichts mit Politik anzufangen wüsste und nichts produktiveres auf die Kette kriege als Weltfrieden zu predigen, wie eine Miss America im Fernsehen. Doch ich denke, das ist etwas, was die Welt braucht. Mal ganz abgesehen davon, dass er sehr wohl ein gewisses Verständnis von Politik besitzt und mitunter mehr Intelligenz beweist als so mancher Politiker in hohem Amt. Er sieht die Dinge nun einmal nicht aus der Sicht der Menschen, die bloße Zahlen im Fernsehen hören und mit massenhaft Bildern und Interviews bombardiert werden, die nichts und wieder nichts sagen.

Dieses Büchlein ist eine Sammlung an Gedanken, die einen neuen Zeitgeist reflektieren, von einer Warte aus, die der Durchschnitt mitunter nicht bedenkt. Er berichtet von seinen Gefühlen und Ängsten, die ihn erfassen, wenn er an eine Zukunft denkt, die sich niemand ausmalen möchte, mit Grenzen und neuen Mauern, Zäunen, Stacheldraht. Er ermahnt in seinem Ton die Menschen, zu bedenken, was sie tun würden, gemahnt der Empathie. Das Konzept ist gut, allerdings gefallen mir die Anmerkungen vor den Texten nicht. In kursiver Schrift wird vorab der Kontext des Artikels oder Textes erläutert (grundsätzlich lobenswert), doch nicht in neutraler, sondern in sehr wertender und werbungsähnlicher Form. Mit dem puren Kontext wäre ich auch bereits zufrieden gewesen, schließlich benötige ich in diesem Fall keine Werbung um die Person Weckers, ich halte sein Buch ja bereits in Händen. Dennoch haben seine Texte etwas Neues und durchaus Lesenswertes an sich, er weiß, wovon er schreibt und kennt auch durchaus die richtigen Leute zum Zitieren. Viele, viele interessante Stellen haben mich zum Nachdenken angeregt, allen voran „Hass kann man verwandeln“.

Fazit: Eine freundliche Erinnerung, dass die Unmenschlichkeiten auf der Welt uns nicht unserer Menschlichkeit berauben sollten.

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