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Das Marillenmädchen Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-442-75705-3

Erschienen: 12.09.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

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Welche Erinnerungen sind es, die ein Leben bestimmen?

»Sie schmeckte nach Rauch und dem verbrannten Boden des Topfes und gleichzeitig süß, diese Marmelade, sodass man nur einen Löffel nehmen wollte und dann war es auch genug. Genug Erinnerung, genug, dass mein Herz aufgewühlt wurde und schneller schlug, als gut für mich war.« Ein Marillenbaum in einem alten Wiener Garten. Seit ihrer Kindheit in den 1940er Jahren kocht Elisabetta jeden Sommer Marmelade ein. Und jedes Mal, wenn sie ein Glas aus dem alten Kellerregal in die Hand nimmt, es öffnet und den süßen Duft einatmet, erinnert sie sich an ihr Leben, an ihre in Dachau ermordete Familie, an ihre große Liebe Franz, an ihre Tochter Esther und ihre Enkelin Rahel. Elisabetta lebt zurückgezogen in ihrer Welt mit den Stimmen der Vergangenheit. Als die Tänzerin Pola bei ihr zur Untermiete einzieht, reißen die alten Wunden auf.

"ein berührendes Buch"

Berliner Zeitung (07.12.2016)

Beate Teresa Hanika (Autorin)

Beate Teresa Hanika, geboren 1976 in Regensburg, schrieb bereits mehrere erfolgreiche Jugendbücher , die u.a. mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet und für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurden. "Das Marillenmädchen" ist ihr erster Roman für Erwachsene. Beate Teresa Hanika lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Regensburg.

"ein berührendes Buch"

Berliner Zeitung (07.12.2016)

ORIGINALAUSGABE

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 256 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-442-75705-3

€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen: 12.09.2016

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Berührend, packend , ein Roman der zu Herzen geht

Von: Arietta  aus Traben - Trarbach Datum: 02.04.2017



Meine Meinung zur Autorin:
Beate Teresa Hanika, hat einen packenden Roman geschrieben, in dem es um schmerzhafte Erinnerungen geht. In leisen, behutsamen Tönen ,mit viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen erzählt sie uns Elisabetha Lebensgeschichte einer Jüdin. Einer Zeitzeugin einer schwierigen und düsteren unserer dunkelsten Epoche. Ihr Sprachstil ist schon fast Poetisch und tiefgründig. Sie gibt uns Einblicke in das Schicksalhafte Leben einer alternden Frau und derer toten Familie. Sehr gut kamen die Schuldgefühle und Ängste der überlebenden rüber, ihr Schmerz, der Verlust und das Gefühl des Verlassenseins. Ihre Sehnsucht nach der verlorenen Familie und warum sie als einzige überlebt hat. Der Versuch sich mit der Freundin ihrer Enkelin anzufreunden um zu zueinanderzufinden und zu vergeben.

Meine Meinung zum Inhalt:
Sehr schön hat sie Elisabeth beschrieben, ob als Kind oder bis zur Alten Frau. Man spürte oft die bedrückende Stille des Hauses, ihre Erinnerungen und hörte die Stimmen der ermordeten Schwestern, die im KZ Dachau starben. Die Schwestern begleiten einem durchs ganze Buch beim Lesen. Man lauscht Elisabeths Gesprächen die sie mit Rahel und Judith führt, es ist so als wären sie lebendig und präsent, einfach Alterslos. Ihre Jugendliebe Franz, begleitet uns häufig. Oft saß man mit ihr unter dem Alten Marillenbaum, man sah ihn blühen, schmeckte die reifen Früchte und der Duft der köstlichem Marillenmarmelade stieg einem in die Nase. Auch die Tänzerin Pola ihre Untermieterin und einzigste Freundin ihrer Enkelin Rachel, versucht Elisabetha nahe zukommen, den auf ihr und ihrem Bruder Adel lastet große Schuld . Das ihr beider Gewissen belastet, besonders Adel muss Abbitte leisten . Nach und nach blickte man hinter die Fassade von Hass und den alten Wunden die wieder aufrissen durch Polas Einzug. Eine Geschichte voller überraschender Wendungen. Elisabetha hat viele Verluste hinnehmen müssen, ihrer Eltern, ihre Schwestern umgekommen im KZ. Die Liebe zu Franz die keine Erfüllung finden durfte, der Verlust durch einen tragischen Brand von ihrer Tochter Esther und Enkelin Rahel. Man lernt Elisabeth verstehen warum sie sich in eine andere Welt flüchtet, wo alle noch lebendig sind.


„ Ein Buch das mich Nachdenklich machte und für Versöhnung wirbt „

Eindringlich, intensiv und höchst literarisch

Von: Damaris Datum: 07.11.2016

www.damarisliest.de

Beate Teresa Hanika schreibt sehr erfolgreich Jugendbücher. Diesen ist ein ganz besonderer Stil zueigen, und sie berühren mit aktuellen Themen, viel Schmerz und einem Feingefühl, dass man aus jeder Zeile herauslesen kann. "Das Marillenmädchen" ist der erste Erwachsenenroman der Autorin. Die Geschichte handelt von quälenden Erinnerungen, besonderen Freundschaften und der Fähigkeit zu verzeihen, aber niemals zu vergessen.

Eine alte Frau erinnert sich an ihre Kindheit und ihr Leben als Jüdin im Wien des Zweiten Weltkriegs, und hat heute noch mit den Folgen des Schmerzes zu kämpfen - so könnte man die Geschichte in einem Satz zusammenfassen. Diese Art von Geschichten sind wichtig, hinterlassen bei vielen Lesern jedoch ein Bedürfnis des Wegsehens oder der Übersättigung. "Das Marillenmädchen" positioniert sich anders. Das Buch hat einen großen Mittelpunkt, nämlich einen alten Marillenbaum, bzw. die Marmelade, die von seinen Früchten gemacht wird. Das sich jährlich wiederholende Marmeladekochen gibt einer traumatisierten Frau den benötigten Halt, ist Erinnerung und Trost gleichermaßen.
Die Geschichte thematisiert nicht nur das Schicksal zweier Frauen und ihre Verbindung zueinander, sie ist auch eine Familiengeschichte, die im Zweiten Weltkrieg beginnt und deren Ausläufer sich bis ins Heute erstrecken. Abwechselnd geht es um Elisabetta, ihre Erfahrungen, aber auch ihr jetziges Leben, und um Pola, die bei Elisabetta zur Untermiete wohnt und selbst einer Erinnerung hinterher jagt, bzw. ihre jüngste Vergangenheit verarbeiten muss. Dass die Schicksale beider Frauen miteinander verbunden sind, realisiert man als Leser recht schnell. Das Wie ist anfangs noch sehr vage und erst nach einiger Zeit komplett zu erfassen.

Kann man sich später erinnern an das, was man gedacht hat, als man jung war? Pola nahm sich vor, sich zu erinnern. Keinen einzigen Gedanken zu vergessen, kein Bild zu verscheuchen, vor allem die glücklichen Bilder nicht, und dies war fast ein glückliches Bild. - S. 22/23

Die Geschichte ist hervorragend zusammengesetzt und recherchiert, sehr poetisch interpretiert. Sie serviert dem Leser nicht alles auf dem Silbertablett, ist manchmal sogar subjektiv. Mit ruhiger Eindringlichkeit und unterschwelliger Dramatik erlebt man den Roman bis zum Ende, und kann dann alle Fäden miteinander verknüpfen. Dadurch nimmt man die Geschichte sehr intensiv war, wird sich vielleicht erst im Nachhinein bewusst, wie tiefgründig man diese erlebt hat.
Am Ende steht nicht nur die Frage im Raum, wie viel Schmerz ein Mensch ertragen kann, man hat sogar das dringende Bedürfnis, sich vor den Protagonisten der Geschichte zu verneigen. Sie bleiben im Gedächtnis und wirken noch lange nach.

Das persönliche Fazit
"Das Marillenmädchen" ist für mich ein Roman auf höchstem Niveau. Das Buch setzt ein bekanntes, historisches Thema in einen metaphorischen Kontext, der nicht nur sehr tief geht, sondern sich bis in die Gegenwart fortsetzt. Ich bin immer noch überrascht, wie stark mir die Geschichte nachhängt, und mich beim Verfassen dieser Worte rührt. Die Protagonisten sind unglaublich authentisch, leben mit schmerzvollen Erinnerungen in einem herausfordernden Jetzt. Die Autorin schreibt perfekt, mit poetischer Intensität und überaus literarisch. 5 Sterne!

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