Die große Illusion

Versailles 1919 und die Neuordnung der Welt

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Der Frieden, den keiner wollte: Der Versailler Vertrag und seine Folgen

Der Versailler Vertrag hat die Welt geprägt bis heute – alte Reiche versanken, moderne Nationalstaaten erwachten, es entflammten aber auch neue Konflikte, ob auf dem Balkan oder im Nahen Osten. Dabei waren 1919 die Hoffnungen der ganzen Welt darauf gerichtet, dass nach dem Großen Krieg eine stabile Ordnung geschaffen und dauerhafter Friede herrschen würde. Doch wie Eckart Conze in seinem glänzend geschriebenen und minutiös recherchierten Buch zeigt, erwiesen sich alle Hoffnungen als gewaltige Illusion. Denn weder die alliierten Sieger noch das geschlagene Deutschland und die anderen Verlierer waren bereit, wirklich Frieden zu machen. Auf allen Seiten ging auch nach dem Waffenstillstand der Krieg in den Köpfen weiter, mit verheerenden Folgen. Versailles - das war der Frieden, den keiner wollte.

»Eine beachtliche Leistung, die noch mehr Glanz erhält, weil Conze sich nicht vor dem Erzählen scheut.«


Hardcover mit Schutzumschlag, 560 Seiten, 15,0 x 22,7 cm
mit Abbildungen
ISBN: 978-3-8275-0055-7
Erschienen am  01. Oktober 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Der Frieden von Versailles

Von: Benedikt Bögle

18.05.2019

Vor bald 100 Jahren - am 28. Juni 1919 - wurde in Versailles der nach dem Ort der Unterschrift benannte Vertrag unterzeichnet. Damit sollte wieder Frieden herrschen in Europa, Frieden nach dem großen Ersten Weltkrieg, der so viele Opfer forderte. Die Geschichte lehrt: Von langer Beständigkeit war dieser Frieden nicht. Zwanzig Jahre später nur überzog Hitlers Verbrecherstaat Europa erneut mit einem noch verheerenderen Krieg. Immer wieder gaben Deutsche an, gerade wegen der belastenden, durch den Versailler Vertrag festgesetzten Reparationszahlungen Hitler gewählt zu haben. 100 Jahre nach dem Versailler Vertrag wirft der Historiker Eckart Konze einen vertieften Blick auf den Frieden: "Die große Illusion. Versailles 1919 und die Neuordnung der Welt" ist im Siedler-Verlag erschienen. Conze ist Professor für Neue und Neuere Geschichte an der Universität Marburg. Im vorliegenden Werk beschäftigt er sich eingehend mit den Verhandlungen, Ergebnissen und Nachwirkungen des Versailler Friedens. Eckart Conze zeigt in seiner Monographie, dass die Friedensverhandlungen von Versailles an den großen Erwartungen eigentlich nur scheitern konnte. Der erste Weltkrieg hatte Europa verheert, nach seinem Ende brachen drei große Weltreiche zusammen: Das Osmanische 1922 und schon zuvor das russische Zaren- und das österreichische Kaiserreich. Diese großen Reiche, bestehend aus verschiedenen Kulturen und Sprachen, sollten in eine neue Ordnung überführt werden - ein Unternehmen, dass sich als schier unmöglich herausstellte. Zudem hatten sich die Völker in den Kolonien Hoffnungen auf nationale Selbstbestimmung gemacht - auch diese Hoffnung wurde letztlich zunichte gemacht . In der deutschen Wahrnehmung wirkt der Frieden von Versailles oft als Aushandlung allein des Friedens der Siegermächte mit Deutschland. Eckart Conze widerspricht: "Es ging um nicht weniger als die Neuordnung der Welt." Die Gründe für das Scheitern der von Versailles vorgesehenen neuen Ordnung sind vielfältig; dazu zählt etwa mangelndes Engagement der Amerikaner. Auswirkungen zeitige die Konferenz von Versailles bis heute, so stehe etwa der Konflikt im Nahen Osten auch in Zusammenhang mit der Konferenz, auf der schon die Frage nach einem jüdischen Staat und die Frage nach den Palästinensern Raum hatte. Am Ende des Werkes steht auch eine Warnung: "In Europa - und auch hier meint man Entwicklungen und Konstellationen der Zwischenkriegszeit des 20. Jahrhunderts wiederzuerkennen - gefährden Dynamiken der Renationalisierung, oftmals begleitet von verharmlosenden Tarnvokabeln wie "Selbstbewusstsein" und "nationales Interesse", die Gemeinsamkeit und den Zusammenhalt der Europäischen Union." Mehr als bedenkenswert.

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Über den Frieden, den niemand wollte..

Von: sk

14.12.2018

Zum Cover: Das Cover zeigt mehrere Soldaten, die meistens auf Tischen oder Stühlen sogar kleinen Sessel stehen, um einen besseren Blick auf die Gegebenheiten in der Räumlichkeit nebenan zu gewinnen, oder einfach auf Sofas sitzen und warten. Im Hintergrund erkennt man nur einige Männer. Um sich der Thematik anzupassen, wird es sich um die Räumlichkeit im Hintergrund wohl wahrscheinlich um den Spiegelsaal von Versailles handeln, indem der Friedensvertrag unterzeichnet worden ist. Zum Inhalt: Der Versailler Vertrag und die Pariser Friedenskonferenz von 1919 haben die Welt geprägt. Alte Reiche versanken, moderne Nationalstaaten erwachten und es entflammten neue Konflikte, die noch bis heute zu spüren sind. Bei den Versailler Verhandlungen richteten sich die meisten Hoffnungen auf den amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson, nicht nur weil dieser als großer Sieger aus dem Ersten Weltkrieg hervorgegangen ist, sondern weil dieser zuvor das Selbstbestimmungsrecht der Völer proklamiert hatte, dessen Folgen der Marburger Historiker Eckart Conze in seinem Buch untersucht. Laut Conze beschränkten sich Wilsons Vorstellungen jedoch nur auf die europäischen Völker, doch reisten plötzlich auf afrikanische und asiatische Delegationen nach Paris. Nach dem Weltkrieg hoffte die ganze Welt auf eine stabile Ordnung und einen dauerhaften Frieden. Doch erwiesen sich alle Hoffnungen als gewaltige Illusion. Weder die alliierten Siegermächte noch die großen Verlierer waren wirklich berteit Frieden herrschen zu lassen. Versailles, war der Frieden, den keiner wollte. Wie früh die Zeitgenossen im sich abzeichnenden Frieden den Beginn neuer Feindseligkeiten erkannten, wird auch in diesem Buch ganz klar thematisiert. Gerade die Briten sahen den sich abzeichenden Frieden scharf, ihre Kriegsverluste waren im Vergleich geringer und ihr Kriegsziel, das Ende der überseeischen Ansprüche Deutschlands, rasch erreicht. Die Angst der Franzosen vor dem Nachbarn blieb, dem Idealismus Wilsons misstrauten sie und dennoch setzten sie es durch, Deutschland bis zum Rhein zurückzudrängen. Zwischen den Siegermächten wuchsen die Spannungen zwischenzeitlich so sehr an, dass man es nicht mehr wagte, mit den Gegner in Verhandlungen zutreten, denn diese hättel zu leicht die Koalition sprengen können. Die Alliierten handelten die Freidensbedingungen unter sich aus. Zum Schreibstil: Der Autor Eckart Conze, Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität, hat ein toll recherchiertes Buch geschrieben, indem es Ihm gelungen ist, lebendige Stimmungsbilder zu schaffen. Conze gibt eine gut geschriebene Darstellung, deren Schwerpunkt auf Deutschland und Europa liegt. Dass es auch außereuropäische Aspekte zur Thematik gibt, bleibt nicht unerwähnt, spielt aber eine eher ergänzende Rolle. Neben der Betrachtung der Vergangenheit, stellt der Autor auch eine Verknüpfung zur heutigen Zeit her. Die Gestaltung des Buches ist sehr hochwertig, was man schon an den beiden Karten im Inband erkennt. Die erste Karte zeigt das Deutsche Reich und dessen Gebietsverluste nach dem Ersten Weltkrieg, während die zweite Karte die Situation Europas 1919 darstellt. Das Inhaltsverzeichnis ist sehr übersichtlich angelegt, sodass man von Station zu Station fährt und zwangsläufig in den Zweiten Weltkrieg Dieses Sachbuch ist in Einleitung, dreizehn Kapitel, einem Epilog, sowie Anmerkungen, Literaturverzeichnis, Personenregister und Bildnachweis. Mein Fazit: Der renommierte Historiker Eckart Conze zeigt in diesem glänzend geschriebenen Buch, warum alle Hoffnungen, die mit dem Frieden von Versailles verbunden waren, sich als große Illusion erwiesen und was dies für unsere Gegenwart bedeutet. Dementsprechend gebe ich 5 von 5 Sterne! Danke an das Bloggerportal und dem Siedler - Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

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Vita

Eckart Conze, geboren 1963, ist Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Marburg. Von ihm zuletzt erschienen: "Die Suche nach Sicherheit. Eine Geschichte der Bundesrepublik von 1949 bis in die Gegenwart" (2009) und "Das Amt und die Vergangenheit. Deutschen Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik" (mit N. Frei, P. Hayes und M. Zimmermann, 2010).

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Es ist ein fesselnder Stoff, der dem Leser das Gefühl gibt, in Versailles als Ohrenzeuge im Raum gestanden zu haben.«

Kleine Zeitung (A), Ingo Hasewend (10. März 2019)

»Frieden zu schließen kann eine zähe Angelegenheit, muss aber kein zäher Leserstoff sein. Das beweist das Buch des Marburger Historikers (...).«

Die Literarische Welt, Marc Reichwein (10. November 2018)

»Hier erfahren wir, was passieren kann, wenn die Akzeptanz einer Ordnung erodiert und der Garant einer Ordnung plötzlich sich selbst genügt.«

NZZ Bücher am Sonntag, Victor Mauer (27. Januar 2019)

»Conze gibt eine gut geschriebene, vergleichsweise streng zusammengefasste Darstellung, deren Schwerpunkt auf Deutschland und Europa liegt.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Stephan Speicher (06. Oktober 2018)

»Wie man es auch dreht und wendet, der Versailler Vertrag war der Anstoß, der den Prozess der neuerlichen Zerstörung Europas in Gang setzte.«

Der Tagesspiegel, Bernhard Schulz (31. Oktober 2018)

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