Dopesick

Wie Ärzte und die Pharmaindustrie uns süchtig machen

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Stürzte täglich ein Flugzeug ab, würde man auch etwas tun, oder?

In eine Boeing 787 passen ungefähr 250 Menschen. Genauso viele Menschen sterben in den USA täglich an Opioiden, also an Schmerzmitteln wie etwa Oxycodon, Vicodin oder Fentanyl. In der Altersgruppe der unter 50-Jährigen stellt die Überdosierung von Schmerzmitteln oder Drogen mittlerweile die häufigste Todesursache dar, noch vor Waffengewalt oder Verkehrsunfällen. Viele der Süchtigen bekamen die Medikamente anfangs von ihrem Arzt verschrieben, etwa nach einer Operation oder einer Sportverletzung. Von den hochwirksamen Mitteln kamen die Patienten dann nicht mehr los. Millionen Amerikaner sind somit durch Opioide auf Rezept in die Abhängigkeit geschlittert. Die Pharmakonzerne, die diese neuartigen und hochintensiven Schmerzmittel in den 1990er-Jahren in den Markt gedrückt haben, spielten und spielen die Risiken einer Sucht herunter. Milliardenprofite stehen im Raum.

Die preisgekrönte Journalistin und Sachbuchautorin Beth Macy ist durch die USA gereist und hat Süchtige, Betroffene und Hinterbliebene besucht und ihre Lebenswege und Schicksale nachgezeichnet. Stellvertretend für die vielen Mütter, die ihre Kinder verloren haben, stellt sie die Frage nach dem Warum. Entstanden ist ein erschütternder Bericht über ein abhängiges, betäubtes und sterbendes Amerika.

»Tiefe und dringend benötigte Einblicke in das dunkle Herz Amerikas.«

Tom Hanks

Aus dem Amerikanischen von Andrea Kunstmann
Originaltitel: Dopesick - Dealers, doctors, and the drug company that addicted america
Originalverlag: Little, Brown & Company
Hardcover mit Schutzumschlag, 464 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 36 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-453-27227-9
Erschienen am  26. August 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Dopesick!

Von: elena_liest

09.09.2019

Beth Macy begleitet in ihrem Buch "Dopesick" Süchtige, deren Familienangehörige, Ärzte und Polizisten in ihrem Kampf gegen Drogen und Medikamentenmissbrauch. Sie geht dabei schonungslos und ehrlich vor, nimmt kein Blatt vor den Mund und schreckt vor der Wahrheit nicht zurück. Entstanden ist ein erschreckender Bericht über die derzeitige Situation in Amerika - und durch das Nachwort merkt man, dass auch Deutschland von diesem Problem betroffen ist. Macy macht den Lesern klar, dass die Drogensucht fast immer gleich anfängt. Jemand hat eine Verletzung, bekommt opioidhaltige Schmerzmittel verschrieben, wird danach süchtig und kommt von dort dann zu Heroin oder anderen Drogen, die leichter erhältlich sind als beispielsweise Oxy. Die Drogenabhängigen bestehlen ihre Familien, verkaufen ihren Körper und begehen Straftaten, um ihre Sucht zu stillen. Wirklich geholfen wurde ihnen lange nicht und wird ihnen auch heute oft noch nicht. Man sperrt sie weg oder führt einen kalten Entzug durch - was nachweislich zu Rückschlägen führt. Beth Macy hat die Betroffenen über 6 Jahre hinweg begleitet und interviewt, dabei sind teilweise sehr enge Beziehungen entstanden. Es wird ein nachvollziehbares und authentisches Bild geschaffen, das einen meist sprachlos und traurig zurücklässt. Manche Gesprächspartner sind bereits während der Recherche verstorben, diese Schicksale haben mich besonders bewegt. Der Schreibstil der Autorin ist sehr klar und verständlich. Da das Buch so interessant ist, lies es sich auch wirklich gut lesen, auch wenn der Inhalt teilweise harter Tobak war. Zudem ist das Buch auch toll aufgemacht. In der Mitte des Buches befinden sich einige Seiten mit Bildern der Menschen, mit denen Macy gesprochen hat und die sie in ihrem Kampf gegen die Pharmaindustrie und die Ärzte, die leichtfertig süchtigmachende Medikamente verkauft haben, begleitet hat. Ich kann jedem, der sich für dieses Thema interessiert nur empfehlen, "Dopesick" zu lesen. Man erhält einen guten und spannenden Einblick in die Thematik. Ich vergebe 4 / 5 ⭐.

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Sucht auf Rezept

Von: Elke Heid-Paulus

01.09.2019

Der Gesetzgeber hat lange unbeteiligt zugesehen, aber nun endlich bewegt sich etwas. Vergangene Woche wurde Johnson & Johnson zu einer Geldstrafe von 572 Millionen Dollar verurteilt. Begründet wurde dieses Urteil damit, dass ihre abhängig machenden Schmerzmittel mitverantwortlich für die Drogenkrise in den Vereinigten Staaten sind. Aber natürlich läuft ein Berufungsverfahren. Gleichzeitig gibt es Gerüchte über Vergleichsverhandlungen des Pharmakonzerns Purdue und dessen Eignerfamilie Sackler, Hersteller des Schmerzmittels OxyContin, gegen die rund 2000 Klagen anhängig sind. In der Gesamtsumme geht es dabei um ca. 12 Milliarden Dollar. 400.000 Todesfälle zwischen 1999 und 2017, in 2018 pro Tag ca. 250 Tote in den USA durch ihre Schmerzmittelsucht. Das ist der Stoff, aus dem sich Beth Macys „Dopesick“ speist, die auf ihrer Reise durch die USA Betroffene und Hinterbliebene besucht und befragt hat. Fast alle eint der Fakt, dass ihnen die Opioide erstmalig von ihren Ärzten verschrieben wurden. Ärzten, denen Vertreter des Pharmagiganten Purdue ab 1996 weisgemacht haben, dass sie mit OxyContin ein wahres Wundermittel gegen Schmerzen auf den Markt gebracht hätten. Wobei die verheerenden Nebenwirkungen natürlich verschwiegen und die Risiken heruntergespielt wurden. Denn natürlich drehte sich alles um den Profit. Ganz gleich ob Stadt oder Land, Arbeitsloser oder Akademiker, die Abhängigkeit zieht sich durch sämtliche gesellschaftlichen Schichten. Und nicht selten folgt dem Medikament, der Opioid-Abhängigkeit, der Umstieg auf Heroin. Die Geschichten ähneln sich allesamt. Sie zeigen beeindruckend nicht nur das Ausmaß sondern auch die Auswirkungen der Sucht, nicht nur auf den Einzelnen sondern auch auf die Gesellschaft. Aber es gibt auch Licht am Ende des Tunnels, denn gerade die Konsumenten, die sich aus der Sucht befreit haben, bekämpfen deren Verursacher nun mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mittel. Im Kleinen wie im Großen. Die Lektüre von „Dopesick“ macht traurig, aber auch wütend. Wütend, weil so lange weggeschaut wurde. Wütend, weil gerade unter Trump die Profite, nicht nur von Big Pharma, über das Wohl der Menschen gestellt werden. Wütend, weil diese Konzerne unantastbar scheinen. Aber nun das Urteil gegen Johnson & Johnson. Der Anfang ist gemacht.

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Vita

Beth Macy

Die renommierte Autorin und Journalistin Beth Macy wurde für ihr Schreiben bereits vielfach ausgezeichnet. Alle ihre Bücher standen auf der »New-York-Times«-Bestsellerliste. Beth Macy lebt mit ihrer Familie in Roanoke, Virginia.

Zur AUTORENSEITE

Andrea Kunstmann

Andrea Kunstmann, Jahrgang 1970, studierte Germanistik, Romanistik und Buchwissenschaft und arbeitete danach als Verlagslektorin. Seit 2013 übersetzt sie aus dem Englischen, Französischen und Italienischen.

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Pressestimmen

»Eine wichtige Lektüre zur richtigen Zeit.«

Booklist

»Macy beschreibt, wie sich Ärzte, Dealer und Pharma-Firmen miteinander verschwören, um große Teile der amerikanischen Bevölkerung abhängig von Schmerzmitteln zu machen.«

Elle

»Ein einfühlsam geschriebenes und drastisch erzähltes Buch über die Opioid-Epidemie.«

Entertainment Weekly