In der Ferne der Fuji wolkenlos heiter

Moderne Tanka. Mit fünf meisterhaften Kalligrafien des Autors

(5)
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31 Silben und 5 Zeilen, die die Welt anhalten

Tanka, diese älteste Gedichtform Japans, bannt den Augenblick zu einem lyrischen Schnappschuss des Lebens. Ursprung des Haiku, schließen sich auch beim Tanka Spontanität und tiefe Allgemeingültigkeit nicht aus, wie die vorliegende Auswahl eindrücklich beweist: Sie folgt in über 250 Fünfzeilern dem japanischen Tanka-Großmeister Wakayama Bokusui, zeugt von dessen intensiven Naturbegegnungen, von gelingender und vergehender Liebe und tiefen seelischen Krisen. Radikal subjektiv, doch angenehm unpathetisch im Ton, lassen seine 100 Jahre alten Gedichte einen modernen Zeitgenossen erkennen.

«Den Fluss hinunter
geht es zum Meer: blauwogende
Wellen – die Stadt
gefärbt von aufbrechenden
Knospen der Bergkirschbäume»

»Federleichte Verse, hingetuscht gleichsam und doch ins Zeitlose hinein notiert. Eduard Klopfenstein ist Philologe und Dichter in einem. Seine gelehrten Exkurse überzeugen ebenso wie seine genuine Musikalität.«

NZZ am Sonntag, Gundula Ludwig (29. April 2018)

Aus dem Japanischen von Eduard Klopfenstein
Originalverlag: .
Hardcover mit Schutzumschlag, 144 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
5 Kalligrafien
ISBN: 978-3-7175-2452-6
Erschienen am  19. März 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

TIEFGRÜNDIG, BERÜHREND, TRIST UND DENNOCH LEBENSWEISEND.

Von: Sarah Ricchizzi

13.11.2018

Mit einer beeindruckend authentischen Note, die allen voran seiner subjektiven Sicht und die Teilnahme an seinem Leben zu verdanken sei, trifft jedes von Wakayama Bokusui Gedichten den Leser mitten ins Herz. Es erschüttert, wie nah er seine Leser an sich heran lässt. Durch die Gedichtsform des Tanka, die den Augenblick festhalten soll, lässt uns der Autor tief in seine Gedanken blicken. Es fasziniert wie nah er uns in sein Leben lässt, fast als lese man sein persönliches Tagebuch, in Momenten festgehalten. Auch heute dichte ich Verse weiß nicht warum getrieben von Sehnsüchten Traurigkeit. Obwohl seine Worte meist trister Natur sind, so ziehen die Gedichte den Leser nicht in einen dunklen Sog hinein, sondern lassen einen eher die Perfektion der Worte bewundern. Denn so kurz die Gedichte auch sind, ebenso zielgenau rufen sie die erwünschte Wirkung hervor. Die Auswahl die durch den Übersetzer und den Verlag getroffen wurden, spiegeln sowohl das Leben von Wakayama Bokusui wieder als auch ein breites Spektrum an Emotionen. Obwohl die Tristesse überwiegt, so begleiten wir ihn auch durch seine großen Momente und erleben, wie er liebte, verlassen wurde und schließlich Schmerz und Trauer durchlitt. Mit Wehmut denke ich zurück an meine Gedichte Jedes einzelne ein Fußabdruck den ich auf diese Erde hinterlasse. Die Themen, die behandelt werden, entsprechen meist einer Sparte, wodurch sich schnell ein gewisser Trab einstellt. Aus dem Grund ist es eher ratsam, sich die Tanka eher nach und nach und für zwischendurch zu Gemüte zu führen, als sie an einem Stück zu lesen. Auf diese Art ist diese Sammlung hingegen auch. eher gedacht: Für bestimmte Momente sollen sie Situationen spiegeln, in denen man sich selbst unerwartet entdecken wird. Fazit Ein faszinierender und vor allem lebensnaher Eindruck der Dichtung des Tanka. Zurecht zählt Wakayama Bokusui zu den besten Dichtern des Tanka. Mit ausdrucksstarken Worten und einer emotionalen Tiefe, verschafft er uns einen höchst intimen Einblick in sein Leben, oder vielmehr das Leben von allen.

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Wunderbar anders

Von: buecherecke

16.08.2018

Inhalt: 31 Silben und 5 Zeilen, die die Welt anhalten Tanka, diese älteste Gedichtform Japans, bannt den Augenblick zu einem lyrischen Schnappschuss des Lebens. Ursprung des Haiku, schließen sich auch beim Tanka Spontanität und tiefe Allgemeingültigkeit nicht aus, wie die vorliegende Auswahl eindrücklich beweist: Sie folgt in über 250 Fünfzeilern dem japanischen Tanka-Großmeister Wakayama Bokusui, zeugt von dessen intensiven Naturbegegnungen, von gelingender und vergehender Liebe und tiefen seelischen Krisen. Radikal subjektiv, doch angenehm unpathetisch im Ton, lassen seine 100 Jahre alten Gedichte einen modernen Zeitgenossen erkennen. Mein Lieblingszitat: Meine Meinung: Für dieses kleine Büchlein habe ich mich erwärmen können, weil ich mich sehr für japanische Kultur und Literatur interessiere. Über einige Jahre (Anfang des 20. Jahrhunderts) schrieb Wakayama Bokusui Tankas, fünfzeilige Gedichte, von denen eine kleine Auswahl hier abgedruckt werden. Thema seiner Gedichte ist meist die Natur, die die jeweilige Jahreszeit wiederspiegelt. So tauchen die Motive Berg, Wald und Fluss sehr oft in seinen Fünfzeilern auf. Eduard Klopfenstein, der die Gedichte auswählte und übersetzte hat klugerweise das zugehörige Datum der Werke beigefügt, sodass erkennbar wird, dass die Literatur Bokusuis nicht nur die Natur, sondern ebenfalls seine entsprechende Lebenssituation zeigt. So wird sichtbar, wenn für ihn eine Liebe zuende geht, wenn seine Kinder geboren werden oder er lange andauernd Reisen unternimmt. Die Sprache und die Satzstellung unterscheiden sich von herkömmlichen Gedichten, machen das ganze aber noch interssanter. Beim Lesen konnte ich über viele Zeilen nachdenken und habe erst einmal inne gehalten. Gefallen hat mir außerdem, dass der Band in fünf Kapitel eingeteilt wurde, um einen besseren Überblick in das Leben des Autors zu bringen. Auch wurden teilweise die Originalfassung der Gedichte abgedruckt, sowohl als Schriftzeichen, als auch als Wortlaut, was die Stimmung der Werke japanischer gefärbt hat. Zum Schluss gibt der Autor eine Zusammenfassung des Lebens von Wakayama Bokusui und zeichnet ein kleines Porträt der damaligen Kultur Japans nach, sodass auch ein bisschen Hintergrundswissen beim Leser ankommt. Mein Fazit: Für Interessenten der japanischen Kultur absolut zu empfehlen! Vielen Dank an den Manesse Verlag für die Bereitstellung des Buches! In der Ferne der Fuji wolkenlos heiter bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

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Vita

Wakayama Bokusui (1885–1928) wuchs in einem entlegenen Tal der japanischen Insel Kyūshū auf. Noch während seines Studiums in Tōkyō veröffentlichte er einen ersten Gedichtband und galt schon wenig später als eine der führenden Dichterpersönlichkeiten des Landes. Die heutige Popularität des fünfzeiligen Kurzgedichts Tanka in Japan ist untrennbar mit seinem Namen verknüpft.

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Zitate

»Wunderschöne kleine Szenen – das sind die Tanka-Gedichte von Wakayama Bokusui. … Mehrere tausend Tankas hat Bokusui geschrieben. Aus ihnen hat der Japanologe Eduard Klopfenstein nun eine wunderbare Auswahl von knapp 250 Texten zusammengestellt. … Er hat die Texte aus dem Japanischen übersetzt, zeitlich eingeordnet und mit einem ausführlichen, aussagekräftigen und hervorragend zu lesenden Nachwort versehen«

»Bokusuis Kunst lag in Klangfiguren und rhythmischen Wechseln. In den schönsten Gedichten durchdringen sich der atmosphärische Ausschnitt und die rhythmische Fügung und Zuspitzung ganz und gar.«

»Ein Verdienst um eine besondere japanische Gedichtform, eine feine Beobachtungsgabe für Stimmungen und Ästhetik sowie die Tragik einer viel zu kurzen Schaffenszeit – all dies zusammen macht die Tanka von Wakayama Bokusui wirklich lesenswert.«

»Neben der ansprechenden Gestaltung des Bandes, in dem auch einige Kalligrafen Bokusuis abgebildet sind, fasziniert die Modernität seiner Lyrik. ... Spannend, dass durch die sprachlich reduzierte Verschränkung von Ich-Krise und Naturreflexion ausgerechnet die auf jahrhundertalten Traditionen beruhenden japanischen Tanka Wegbereiter der weltliterarischen Moderne waren.“«

Neue Westfälische (05. Mai 2018)

»Wakayama Bokusui in der Übersetzung von Eduard Klopfenstein – ein schönes Buch, reich ausgestattet und brillant.«

»Literatur zum Einlassen. Wer sich die Zeit dafür nimmt, wird belohnt.«

Heilbronner Stimme (02. Juni 2018)

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