VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü
  • facebook
  • google+
  • whatsapp
  • twitter
  • add this

In der Ferne der Fuji wolkenlos heiter Moderne Tanka. Mit fünf meisterhaften Kalligrafien des Autors

Bestellen Sie mit einem Klick

oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler.

€ 16,00 [D] inkl. MwSt.
€ 16,50 [A] | CHF 22,90*
(* empf. VK-Preis)

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-7175-2452-6

Erschienen:  19.03.2018
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: eBook (epub)

Nichts verpassen und zum kostenlosen Buchentdecker-Service anmelden!

Anmeldung

  • Info

  • Vita

  • Pressestimmen

  • Video

  • Links

  • Service

  • Biblio

31 Silben und 5 Zeilen, die die Welt anhalten

Tanka, diese älteste Gedichtform Japans, bannt den Augenblick zu einem lyrischen Schnappschuss des Lebens. Ursprung des Haiku, schließen sich auch beim Tanka Spontanität und tiefe Allgemeingültigkeit nicht aus, wie die vorliegende Auswahl eindrücklich beweist: Sie folgt in über 250 Fünfzeilern dem japanischen Tanka-Großmeister Wakayama Bokusui, zeugt von dessen intensiven Naturbegegnungen, von gelingender und vergehender Liebe und tiefen seelischen Krisen. Radikal subjektiv, doch angenehm unpathetisch im Ton, lassen seine 100 Jahre alten Gedichte einen modernen Zeitgenossen erkennen.

«Den Fluss hinunter
geht es zum Meer: blauwogende
Wellen – die Stadt
gefärbt von aufbrechenden
Knospen der Bergkirschbäume»

Klassiker der japanischen Literatur bei Manesse Zum Special

»Federleichte Verse, hingetuscht gleichsam und doch ins Zeitlose hinein notiert. Eduard Klopfenstein ist Philologe und Dichter in einem. Seine gelehrten Exkurse überzeugen ebenso wie seine genuine Musikalität.«

NZZ am Sonntag, Gundula Ludwig (29.04.2018)

Wakayama Bokusui (Autor)

Wakayama Bokusui (1885–1928) wuchs in einem entlegenen Tal der japanischen Insel Kyūshū auf. Noch während seines Studiums in Tōkyō veröffentlichte er einen ersten Gedichtband und galt schon wenig später als eine der führenden Dichterpersönlichkeiten des Landes. Die heutige Popularität des fünfzeiligen Kurzgedichts Tanka in Japan ist untrennbar mit seinem Namen verknüpft.

»Federleichte Verse, hingetuscht gleichsam und doch ins Zeitlose hinein notiert. Eduard Klopfenstein ist Philologe und Dichter in einem. Seine gelehrten Exkurse überzeugen ebenso wie seine genuine Musikalität.«

NZZ am Sonntag, Gundula Ludwig (29.04.2018)

»Ein Verdienst um eine besondere japanische Gedichtform, eine feine Beobachtungsgabe für Stimmungen und Ästhetik sowie die Tragik einer viel zu kurzen Schaffenszeit – all dies zusammen macht die Tanka von Wakayama Bokusui wirklich lesenswert.«

japanliteratur.net, Friederike Krempin (28.04.2018)

»Neben der ansprechenden Gestaltung des Bandes, in dem auch einige Kalligrafen Bokusuis abgebildet sind, fasziniert die Modernität seiner Lyrik. ... Spannend, dass durch die sprachlich reduzierte Verschränkung von Ich-Krise und Naturreflexion ausgerechnet die auf jahrhundertalten Traditionen beruhenden japanischen Tanka Wegbereiter der weltliterarischen Moderne waren.“«

Neue Westfälische (05.05.2018)

»Wakayama Bokusui in der Übersetzung von Eduard Klopfenstein – ein schönes Buch, reich ausgestattet und brillant.«

fixpoetry.com, Eric Giebel (26.03.2018)

»Literatur zum Einlassen. Wer sich die Zeit dafür nimmt, wird belohnt.«

Heilbronner Stimme (02.06.2018)

Aus dem Japanischen von Eduard Klopfenstein
Originalverlag: .

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 144 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
5 Kalligrafien

ISBN: 978-3-7175-2452-6

€ 16,00 [D] | € 16,50 [A] | CHF 22,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Manesse

Erschienen:  19.03.2018

  • Leserstimmen

  • Rezension verfassen

Ein Buch für den Frühling

Von: Aufziehvogel (Marcel) Datum: 10.05.2018

misteraufziehvogel.blogspot.de/

Japan

In der Ferne der Fuji wolkenlos heiter
Autor: Wakayama Bokusui
Verlag: Manesse
Übersetzung und Nachwort: Eduard Klopfenstein
Genre: Tanka, Lyrik



Vor beinahe exakt 3 Jahren hatte ich 2015 mit "Japanische Jahreszeiten" einen ähnlichen Titel besprochen. Der unterschied zum hier vorliegenden Band ist aber signifikant genug. Bei "Japanische Jahreszeiten" sammelte man Haikus und Tankas diverser Autoren gleichermaßen. Bei "In der Ferne der Fuji wolkenlos heiter" vereint der Manesse Verlag diesmal die Tankas von Wakayama Bokusui.

Der Unterschied zwischen Tankas und Haikus (die Tankas waren als erstes da) ist die Länge. Handelt es sich bei Haikus um die weltbekannten Dreizeiler, so sind die im Westen weniger bekannten Tankas Fünfzeiler. Das Konzept hinter dieser alten japanischen Gedichtform ist ungefähr das selbe (ich hoffe, einen Laien der Dichtkunst wird man nun nicht steinigen sofern ich falsch liege). Man beschreibt eine Momentaufnahme. Schon in meiner letzten Besprechung habe ich angemerkt, dass ich mich für die allgemeine Dichtkunst nie begeistern konnte. Bis heute hat sich da nichts geändert, die Ausnahme sind jedoch besagte Tankas und Haikus aus Japan. Die Kunst dieser wunderschönen Gedichte besteht darin, in wenigen Zeilen etwas alltägliches zu beschreiben und es außergewöhnlich erscheinen zu lassen. Bei den Tankas ist das selbstverständlich nicht anders als bei den Haikus. An der Kunst der Haikus habe ich mich sogar für die auf NHK World ausgestrahlte Sendung "Haiku Masters" selbst einmal versucht und habe schnell meine Grenzen der Kreativität aufgezeigt bekommen, als ich ein eigenes Werk eingesandt habe.

Der japanische Poet Wakayama Bokusui (1885-1928) war damals daran beteiligt, die etwas angestaubte japanische Dichtkunst wieder zu modernisieren. Bokusuis Reisen führten in durch ganz Japan und Korea und die meisten seiner Schöpfungen sind Andenken an seinen Reisen. Bokusui verstarb bereits in einem recht jungen Alter was vermutlich auch seiner Liebe zum japanischen Reiswein Sake geschuldet war.


"Vogelgezwitscher
wie plätscherndes Wasser
Bergkirschen blühen
zur Mittagszeit zwischen Kiefern
in Waldestiefe"


Wie bei dieser Dichtkunst üblich haftet den Tankas gerne eine melancholische Atmosphäre an. Nichts tragisches oder deprimierendes, es ist eine sehr angenehme Stimmung und bei so manchem Werk kann man beinahe das Meer im Hintergrund rauschen hören. Diese kleinen Fünfzeiler befassen sich mit der Schönheit der Natur und passen besonders jetzt zum Frühling ausgezeichnet gut.

Übersetzt (und mit einem ausführlichem Nachwort versehen) wurden die Tankas vom erfahrenen Japanologe Eduard Klopfenstein (geb. 1938). Neben den ausgezeichnet übersetzten Tankas in eine moderne deutsche Sprache findet sich im Nachwort noch viel wissenswertes über Wakayama Bokusui und der Entstehungsgeschichte seiner Tankas. Versehen sind alle Tankas zusätzlich mit der Jahreszahl ihrer Entstehung. Die einzelnen Abschnitte sind im Buch unterteilt und jeweils Kalligrafien von Bokusui versehen, die in ihrer Originalform abgedruckt wurden und zusätzlich in lateinischer Schrift (aber weiterhin in japanischer Sprache) hinzugefügt wurden. Die Tankas selbst befinden sich allerdings nur in deutscher Sprache im Buch.

Manesse präsentiert hier eine herrliche bibliophile Ausgabe, gebunden mit Schutzumschlag aus einem wie immer hochwertigem Material. Ein Buch, welches zwar zum mitnehmen einlädt, aber man sollte es ausreichend schützen während des Ausflugs. Kleiner Makel: Es gibt leider kein Lesebändchen.



Empfehlung

Erstmals in deutscher Sprache präsentiert Manesse hier einen wundervollen Sammelband, der über 250 Tankas aus Wakayama Bokusuis Schaffenskraft beinhaltet. Sammler von Gedichtbänden aber auch besonders Freunde der japanischen Literatur werden mit "In der Ferne der Fuji wolkenlos heiter" ein kleines Juwel für ihr Geld erhalten. Und da alle guten Dinge bekanntlich drei sind, so hoffe ich, wird Manesse die Reihe der japanischen Dichtkunst fortsetzen.

"Kleine Imbissbude
an der Hafenmole
Ich schaue mir
die Schiffe an beiße in einen
Apfel da rieselt der Ruß..."

"Auch heute dichte ich Verse"

Von: Fenna Wächter Datum: 22.04.2018

lesemanie.com/

Bei Tanka handelt es sich um eine der ältesten japanischen Gedichtformen. "Tanka" bedeutet so viel wie "das Kurze Lied" oder "Kurzgedicht". Ein solches Gedicht besteht aus 31 Moren (das sind kurze Sprechtakte / Lauteinheiten, die nicht mit deutschen Silben identisch sind), gegliedert in 5-7-5-7-7.

Im 9. Jahrhundert dominierte diese Gedichtform die höfische Lyrik in Japan, während es im 18./19. Jahrhundert als überholt und steif galt. Eine Gruppe junger Dichter verhalf der Form im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert zu neuer Beliebtheit, die bis heute andauert. Wakayama Bokusui (1885 - 1928) gilt bis heute als einer der bedeutendsten Tanka-Dichter Japans.

Bokusuis Tankas sind in den meisten Fällen scharfsinnige Naturbeobachtungen; oft durchstreifte der Dichter monatelang die japanische Natur und brachte seine Eindrücke in Versform zu Papier. So sind literarische Momentaufnahmen entstanden, die in fünf Zeilen ganze Jahreszeiten abzubilden vermögen:

Vogelgezwitscher
wie plätscherndes Wasser
Bergkirschen blühen
zur Mittagszeit zwischen Kiefern
in Waldestiefe

Immer wieder findet sich auch Biographisches in Bokusuis Gedichten, was durch den Übersetzer und Herausgeber Eduard Klopfenstein teilweise in kurzen Anmerkungen zu Beginn eines Gedichts vermerkt ist und auch im Anhang noch einmal umfassend erläutert wird. Das wird auch durch Auswahl und Anordnung der Tanka verdeutlicht, die Klopfenstein in fünf Schaffensperioden geordnet hat:

"Frühwerk" (1904 - 1910), das insbesondere durch die intime Naturverbundenheit des Dichters geprägt ist.
"Dunkle Jahre des Übergangs" (1910 - 1912), entstanden in Jahren des Geldmangels und einer wachsenden (und anhaltenden) Alkoholsucht, die sich in vielen Texten wiederfindet. Die Beziehung zu einer verheirateten Frau zerbricht.
"Stabilität & Selbstironie" (1913-1917), eine Epoche, die sich an Bokusuis Hochzeit anschließt und in deren Verlauf auch die Kinder des Paares geboren werden. Zugleich stirbt der Vater des Dichters und er sieht sich mit Druck durch die Familie konfrontiert, um seiner Rolle als Erstgeborener gerecht zu werden.
"Gereifte Sensibilität" (1918-1920), hier schreibt ein etablierter Mann, der den Widrigkeiten des Lebens deutlich gelassener gegenübersteht als noch einige Jahre zuvor.
"Die letzten Jahre" (1921 - 1928): In den Jahren vor seinem plötzlichen Tod lebt Bokusui hauptsächlich komfortabel; dank der Einkünfte aus seiner Dichtung kann er für die Familie ein Haus auf dem Land kaufen und gründet eine moderne Poesie-Zeitschrift für Japan. Doch damit mutet er sich zu viel zu - überschuldet stirbt er mit 43 Jahren wahrscheinlich an den Folgen seiner Alkoholsucht.

Mit diesen Informationen lassen sich die Tanka im Kontext von Bokusuis Leben verordnen. Doch ihre Stärke liegt darin, dass sie dank ihrer reduzierten Form automatisch zu etwas Exemplarischen werden, zu Szenen, die im Kopf des Leser direkt Erinnerungen an eigene Erfahrungen wecken können.

Im Japanischen werden Tanka meistens in einer Zeile und ohne Satzzeichen geschrieben. In deutschen Übersetzungen werden sie in der Regel in fünf Zeilen dargestellt. Der Übersetzer Eduard Klopfenstein hat nach Möglichkeit ebenfalls auf Satzzeichen verzichtet um den Fluss von Bokusuis Worten nicht zu stören. Bewusst hat er sich dennoch für den Einsatz von Fragezeichen und Ausrufezeichen entschieden, die im Japanischen in Partikelform platziert werden und so in der deutschen Übersetzung untergehen würden. Auch mit sparsam platzierten Gedankenstrichen und Abständen prägt Klopfenstein den Lesefluss - durch die so forcierten Pausen entfalten die Konstruktionen erst ihre volle Wirkung. So wohnt selbst augenscheinlichen Banalitäten ein gewisser Zauber inne:

Das Wetter ganz
wie's in der Zeitung stand:
vom Sprühregen
gestern Abend ein feuchter Glanz
über den Buschkleeblüten

Bei den Tankas von Wakayama Bokusui handelt es sich um wunderschöne Poesie, die den Leser durch alle Jahreszeiten, durch Stadt und Land und durch ganz unterschiedliche Lebens-Phasen hindurch begleitet.

Voransicht

  • Unsere Empfehlungen