VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü
  • facebook
  • google+
  • whatsapp
  • twitter
  • add this

Monte Verità 1900 – der Traum vom alternativen Leben beginnt

Bestellen Sie mit einem Klick

oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler.

€ 20,00 [D] inkl. MwSt.
€ 20,60 [A] | CHF 27,90*
(* empf. VK-Preis)

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-421-04685-7

Erschienen:  16.10.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: eBook (epub)

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Anmeldung

  • Info

  • Vita

  • Pressestimmen

  • Termine

  • Service

  • Biblio

Grüner leben, wilder denken, freier lieben - Gegenkultur im frühen 20. Jahrhundert

Das 20. Jahrhundert ist noch kein Jahr alt, da macht sich eine Gruppe junger Aussteiger nach Ascona an den Lago Maggiore auf. Sie gründen den Monte Verità, den Berg der Wahrheit. Ihre Agenda: in der Natur leben, sich vegan ernähren, freier lieben, sich selbst verwirklichen. Schnell verbreitet sich ihr Ruf nach Berlin, München, Genf und St. Petersburg. Erich Mühsam kommt, völlig blank, mit dem schönen Dichter Johannes Nohl im Schlepptau, doch er verträgt das vegetarische Essen nicht. Käthe Kruse tanzt mit ihrem unehelichen Kind an Weihnachten ums Feuer. Hermann Hesse flüchtet sich vor dem Alkohol nach Ascona und gräbt sich in die Erde ein. Marianne Werefkin malt über sechshundert Bilder. Mary Wigman folgt ihrem Lehrer Rudolf von Laban auf den Berg und bringt diesen mit ihrem Tanz an die Sonne zum Beben.

Stefan Bollmann erzählt von den Lebensreformern und der faszinierenden Aktualität ihrer Ideen bis heute.

»Ein unterhaltsames wie kluges Buch.«

Martin Doerry, DER SPIEGEL (28.10.2017)

Stefan Bollmann (Autor)

Stefan Bollmann, geboren 1958, promovierte nach einem Studium der Literatur, Geschichte und Philosophie über Thomas Mann. 1998 tauschte er den Beruf des Hochschullehrers gegen den des Lektors in Publikumsverlagen. Stefan Bollmann hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter „Frauen, die lesen, sind gefährlich“, 2005 im Elisabeth Sandmann Verlag erschienen. Seine Bücher wurden in 16 Sprachen übersetzt und verkauften sich annähernd eine halbe Million Mal. Auch sein letztes Buch, „Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist“ (DVA 2016), stand wieder auf der Bestsellerliste.

»Ein unterhaltsames wie kluges Buch.«

Martin Doerry, DER SPIEGEL (28.10.2017)

»Bollmann hat einen einnehmenden, dem Feuilletonistischen und der Ironie verpflichteten Ton, der dem Buch etwas Leichtes verleiht.«

Falter (12.10.2017)

»Stefan Bollmanns lebendig geschriebenes Buch überzeugt, weil es diese erste moderne Gegenkultur in ihre kulturhistorischen Kontexte einbettet.«

NZZ am Sonntag (28.01.2018)

»Äußerst lesenswert…Wer mit Stefan Bollmanns Buch nach Ascona reist, dürfte bestens vorbereitet sein.«

Rheinpfalz (30.10.2017)

»Stefan Bollmann rekonstruiert die Anfänge alternativer Lebensform um 1900...Lesenswert!«

die tageszeitung (05.11.2017)

mehr anzeigen

14.05.2018 | Ranis

21. Thüringer Literaturtage

Lesung und Vortrag

  • add this
  • facebook
  • google+
  • whatsapp
  • twitter
  • add this

Mehr Infos

Literatur- und Kunstburg Ranis
Burg Ranis
07389 Ranis

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
mit Abb.

ISBN: 978-3-421-04685-7

€ 20,00 [D] | € 20,60 [A] | CHF 27,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: DVA Sachbuch

Erschienen:  16.10.2017

  • Leserstimmen

  • Rezension verfassen

Der Traum des guten Lebens

Von: Fräulein Julia Datum: 19.01.2018

www.fraeuleinjulia.de

Sie waren die Hippies der Jahrhundertwende: Um 1900 entstand in Ascona die Gemeinschaft auf dem Monte Veritá. Stefan Bollmann erzählt ihre Geschichte.

Aus der Gesellschaft aussteigen – sofern das überhaupt möglich ist – und an einem idyllischen Ort eine neue Gemeinschaft mit eigenen Regeln gründen: Dieser Traum hat sich nicht erst während der Blütezeit der Hippies Ende der 1960er in den Köpfen andersdenkender Menschen festgesetzt. Was noch heute in kleineren Landkommunen besteht, geht bis auf das Jahr 1900 zurück.

Als das neue Jahrhundert begann, wurden bei so manchem die Zweifel laut. Soll das unser Lebensentwurf sein? Der rasante Fortschritt von Industrialisierung und Technik, die verqualmten Städte, der Lärm auf den Straßen, die Armut, die fehlende Verbindung zur Natur? Eine kleine Gruppe entschied sich dagegen, sich weiter diesem Geziehe und Gezerre auszusetzen und wanderte gemeinsam nach Ascona. Ida Hoffmann und ihre Schwester Jenny, Henri Oedekoven, Karl und Gusto Gräser und Lotte Hattemer fanden dort einen Berg, den sie als ideal für ihr Vorhaben betrachteten: Ein Leben mit und in der Natur, ohne Korsett und spitze Schuhe, Monokel und Vatermörder – nur Luft, Licht und Liebe in schnörkellosen Holzhütten und mit rein veganer Kost und „Sonnenlichtnahrung“.

Immer mehr alternativ gesinnte Menschen bekamen Wind von den Aussteigern und machten sich ihrerseits auf den Weg zum Monte Veritá – dem „Berg der Wahrheit“, wie ihn die neuen Siedler getauft hatten. Hermann Hesse holte sich beim Nacktbaden einen Sonnenbrand am ganzen Körper, und Erich Mühsam suchte sich Gleichgesinnte für seine anarchistischen Anliegen (eine Leichtigkeit, war doch das gesamte Unternehmen in gewisser Weise Anarchismus pur). Karl Gräser und Jenny Hoffmann, zwei der Gründer, versuchen außerhalb des entstandenen Sanatoriums eine völlig autonome Lebensweise in der Natur zu etablieren und scheitern letztendlich an ihren eigenen Ansprüchen.

Stefan Bollmann hat für dieses Buch sicherlich eine längere Recherche-Zeit benötigt, denn: die Gemeinschaft auf dem Monte Veritá war über die Landesgrenzen, ja sogar bis in die USA bekannt und entfachte immer wieder die Sehnsucht von Menschen, die mit den starren Regeln des Kaiserreichs nicht zurecht kamen. Diese weit verzweigten Beziehungen unter einen Hut zu bekommen, war sicherlich nicht leicht – und führt im Falle dieses Buches auch dazu, dass man in etlichen kleinen Kapiteln leider immer nur einen kurzen Einblick in die verschiedenen Lebensgeschichten bekommt. Wie ging es denn mit Gusto Gräser weiter? Und welche Rolle spielte Gustav Nagel, der „Naturmensch und Wanderprediger“?

Als Leser möchte man gelegentlich kapitulieren vor der schieren Flut an auftauchenden Namen und behält letztendlich nur das Wesentliche im Kopf: Ida, Henri, Ascona, Berg, nackt sein, keine Tiere essen, Lichthütten und Sonnenbad. Was im Klappentext als „mitreißendes Panorama“ beschrieben wird, ist eher ein – dadurch aber nicht weniger ansprechendes – sachlich zusammengestelltes Konglomerat aus Informationen rund um den Monte Veritá und seine rätselhaften Bewohner. Als Einstieg in die Thematik ist das eine schöne Sache – von hier aus können die privaten Recherchen dann tiefer führen.

Der Traum vom einfachen Leben - immer neu

Von: Erika Mager Datum: 12.12.2017

https://litblogkoeb.wordpress.com/

Der Traum vom einfachen, natürlichen Leben - jeder Mensch träumt ihn sicher ab und zu, vor allem wenn ihn äußere Zwänge über Gebühr belasten. Was uns heute so modern und zeitgemäß erscheint und sich in hohen Auflagen von Zeitschriften wie "Landlust" und "Walden" niederschlägt, ist jedoch keine neue Erscheinung. Schon Diogenes saß ganz bescheiden und zufrieden in seiner Tonne. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte sich Henry David Thoreau für ein Jahr von der Zivilisation ab und versuchte ein Leben in und mit der Natur. Er schrieb seine Erfahrungen am Lake Walden auf und ist damit der Vorreiter aller modernen Sinnsucher im einfachen Leben.

Stefan Bollmann ist es nun zu verdanken, die Stimmung zu Beginn des 20. Jahrhunderts einzufangen. Mit der Industrialisierung und der Motorisierung wurde das Leben für die meisten Menschen zur Plackerei in Fabriken und eng besiedelten Städten. Die Wohnungen waren eng und die Kleidung auch. Als Befreiung davon setzte sich mehr und mehr der Gedanke der Reform durch, die zu Reformkleidung und auch zum Reformhaus führte. Wer es sich leisten konnte, befreite sich von Korsett und Fischbein und ernährte sich vegetarisch.

Wie so oft bei neuen Strömungen gibt es kleine Gruppen, die den neuen Gedanken der Freiheit und des natürlichen Lebens radikal in die Tat umsetzen möchten. Stefan Bollmann zeigt mit seiner detailreichen Studie die allgemeine Tatsache, dass es immer wenige sind, die eine Utopie stellvertretend für alle anderen so leben, als wäre sie schon erreicht.

Es sind dann auch viele allgemein gültigen Erkenntnisse, die in den "Der Aufbruch", "Die Agenda" und "Die Verwandlung" überschriebenen Teilen des Buches zum Ausdruck kommen.

Wie bei vielen "spinnerten" Projekten, braucht es Menschen mit Ideen und Menschen mit Geld. Hier war es zu Anfang nur eine kleine Gruppe von sechs Personen: zwei Schwestern und Musikerinnen Ida und Jenny Hofmann, zwei Brüder Karl und Gustav Gräser, dazu noch Lotte Hattemer, ein "Mädchen mit einer Vorliebe für Esoterisches" und der vermögende Industriellensohn Henri Oedekoven. Nachdem die Idee geboren war und Formen annahm, fand man mit ein paar anderen Gleichgesinnten das Grundstück oberhalb Asconas am Lago Maggiore.

"Sie gehen zu Fuß, in ′einfacher und luftiger Kleidung′, auf den Rücken vermutlich recht schwere Rucksäcke, jedoch ohne das verpönte Schuhwerk, das die direkte Erdberührung verhindert - den ersehnten Kontakt mit der Natur." (S.37)

Die Gegend war wie geschaffen für einen Ort des Rückzugs und des geistig und körperlichen Neubeginns, waren doch schon "vor der Jahrhundertwende bereits eine Handvoll Aussteiger nach Locarno gelangt - Langhaarige und Vegetarier wie die nun aus München kommende Schar" (S. 42)

Im Laufe der Zeit kamen zahlreiche Schriftsteller und Künstler, wie z.B. Oskar Maria Graf, Erich Mühsam und Herrmann Hesse, und Visionäre wie Rudolf von Laban, der die rhythmische Gymnastik und den Tanz reformierte, auf den Monte Verità.

Stefan Bollmann erzählt die wechselhafte und sonderbare Geschichte des Bergs der Wahrheit mit all seinen verschrobenen Typen, Künstlern und Lebemenschen, die es wahrlich nicht immer leicht hatten, ihre Ideale zu leben, bis in die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts, als der Kunstmäzen und Bankier Eduard Freiherr von der Heydt den Komplex übernimmt und aus dem Monte Verità ein alternatives Wellness-Resort macht.

Voransicht

  • Weitere Bücher des Autors