Wendezeit

Die Neuordnung der Welt nach 1989

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Hardcover
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Die Geburt einer Epoche, deren Ende wir gerade erleben

Als im Revolutionsjahr 1989 in Berlin die Mauer fiel und in Peking auf dem Tiananmen-Platz die Proteste blutig niedergeschlagen wurden, veränderte sich die Welt dramatisch. Der Kalte Krieg war zu Ende, eine neue Weltordnung entstand. Auf Basis unzähliger unbekannter Quellen und dicht an den handelnden Personen schreibt Kristina Spohr eine neue große Geschichte dieser doppelten Wendezeit. Ihre wegweisende Studie zeigt, wie es gelang, den Übergang in eine neue Epoche so friedlich zu gestalten und wie die Richtungsentscheidungen der Jahre von 1989 bis 1992 unsere Welt bis heute formen.

Mit zahlreichen Abbildungen.

»Eine große Studie!«

ZDF aspekte (17. Oktober 2019)

Originaltitel: Post Wall, Post Square. Rebuilding the World after 1989
Originalverlag: Harper Collins
Hardcover mit Schutzumschlag, 976 Seiten, 15,0 x 22,7 cm
mit Abbildungen
ISBN: 978-3-421-04835-6
Erschienen am  21. Oktober 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Geburtsstunde einer neuen Epoche - Wendezeit

Von: Eva Krafczyk

22.02.2020

Je nachdem, wen man fragt, markierte das Jahr 1989 eine Sternstunde oder ein Desaster des ausgehenden 20. Jahrhunderts. In ihrem Buch "Wendezeit" zeigt Kristina Spohr beides und nimmt den Leser auf rund tausend Seiten mit auf einen fulminanten zeitgeschichtlichen Ausflug in die jüngste Vergangenheit. Auch bei mehr als 100 Seiten Fußnoten ist ihr Buch bei aller wissenschaftlichen Tiefe und Sorgfalt äußerst lesbar auch für diejenigen Lser, die vor historischer Theorie zurückschrecken mögen. "Wendezeit" bringt denen, die die 80-er Jahre und das große Wendejahr 1989 bewusst erlebte, dank zahlreicher Details viele Erinnerungen und Einzelheiten zurück, die angesichts der Dynamik der Ereignisse nur allzu leicht in Vergessenheit geraten mochten. Und denjenigen, die nur aus den Geschichtsbüchern wissen, was damals geschah, gibt sie einen erklärenden Hintergrund und viele Details zu den Akteuren, Staaten und jeweiligen Interessen. Besonders gelungen ist dabei die Verbindung vom großen Wurf wie auch vielen Details, der Beschränkung nicht nur auf Europa und die Schilderung der Folgen über 1989 hinaus - schließlich lautet der Untertitel "Die Neuordnung der Welt nach 1989" Schon gleich am Anfang geht Spohr nicht nur auf die USA und die UdSSR, auf Nato und Warschauer Pakt als Kontrahenten des Kalten Krieges ein, sondern widmet sich auch der Entwicklung in China und der blutigen Niederschlagung der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens - und wie dieses Ereignis wiederum die Überlegungen zum beginnenden Wandel in Polen und Ungarn beeinflusste. Der Fall der Mauer, die Sucher der ostmitteleuropäischen Kinder nach neuen Partners - Spohr beschreibt diese Zeit der Neuorientierung mit dem Begriff der "Waisen der Sowjetunion" - Befürworter, Gegner und Skeptiker der Wiedervereinigung Deutschlands und die Architekten des neuen Europas - das ist bei aller Ausführlichkeit komprimiert und ausgesprochen lesbar dargestellt. Vielleicht ist es gut, dass "Wendezeit" nun erschienen ist, in jahrzehntelangem Abstand zu den Ereignissen von 1989, denn so hat Spohr auch Gelegenheit, über die Folgeereignisse zu reflektieren, die seinerzeit vielleicht gar nicht so sehr im Zusammenhang mit den Ereignissen von 1989 gesehen wurden und doch durch neu entstandene Machtvakuums oder globale Interessen verbunden waren. Die Entwicklung in der Golfregion etwa, der erste Irakkrieg, die neue Sicherheitsarchitektur nicht nur in Europa. Spohr ist in ihrem Buch nah dran an den Entscheidern, den Staatsmännern, die in der Wendezeit ihren Platz für die Geschichtsbücher fanden. Und resümiert dennoch:"es waren die Menschen auf den Plätzen und in den Straßen, die die revolutionäre Welle von 1989 vorantrieben. Von Tallinn bis Tirana, von Berlin bis Bukarest, protestierten, demonstrierten und rebellierten sie." Auf den letzten Seiten mahnt sie mit Blick auf die Gegenwart Dialog, Kompromissbereitschaft und Berechenbarkeit als Grundlagen internationaler Politik an, gerade für das komplizierte Beziehungsgeflecht der Außenpolitik: Dieses sei "kein Pokerraum in einem Trump-Casino,noch sind Tweets und Wutanfälle ein gutes Rezept für dauerhafte Beziehungen mit Verbündeten oder Gegnern. Nadelstiche gegen Partner und die Untergrabung von Alloanzen ermutigen den Gegner nur dazu, ebenfalls Risiken einzugehen, und schwächen die regionale Stabilität in Europa und im asiatisch-pazifischen Raum, vom Nahen Osten ganz zu schweigen", mahnt die Wissenschaflerin der John Hopkins-Universität. "Wendezeit" ist ein profundes, ambitioniertes Porträt einer ganzen Epoche.

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Vita

Kristina Spohr ist erste Inhaberin der Helmut-Schmidt-Ehrenprofessur am Henry A. Kissinger Center for Global Affairs an der Johns Hopkins University in Washington, D.C., und lehrt außerdem internationale Geschichte an der London School of Economics. Spohr hat an der University of East Anglia, am Sciences Po in Paris und der University of Cambridge studiert und war ein Jahr lang als Senior Research Fellow im Büro des NATO-Generalsekretärs im Hauptquartier in Brüssel tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die internationalen Beziehungen und besonders die Geschichte Deutschlands im globalen Kontext seit 1945. Sie publiziert in Zeitschriften zu aktuellen Themen der Weltpolitik und ist Autorin und Herausgeberin mehrerer Bücher; auf Deutsch ist von ihr das vielbeachtete Buch »Der Weltkanzler« (2016) über die Außenpolitik Helmut Schmidts erschienen.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Eine höchst kenntnisreiche Darstellung dieses so ereignisreichen und spannenden Zeitraumes.«

Der Tagesspiegel (06. November 2019)

»Ein umfassendes Panorama der internationalen Politik der Jahre 1989 bis 1992, gestützt auf eine reiche Literatur, auf einen großen Fundus archivalischer Quellen sowie auf Zeitzeugeninterviews.«

Eckart Conze, Süddeutsche Zeitung (23. Januar 2020)

»Es ist das Verdienst von Kristina Spohr, den hohen Wert der persönlichen Beziehungen, des kooperativen Austauschs der ›Manager des Wandels‹ lebendig darzustellen.«

rbbKultur (10. Dezember 2019)

»Ein großer Wurf. Ein Werk, das auf Jahre hin das Standardwerk zur Transformation europäischer wie globaler Politik rund um das Umbruchsjahr 1989/90 sein dürfte. Ein höchst kurzweiliges Lesevergnügen.«

Portal für Politikwissenschaft (10. Dezember 2019)

»Ein Text von 800 faktensatten Seiten, der sich ausgezeichnet liest, aber kein Roman. Es ist das Monumentalgemälde einer Impressionistin, immer den historischen Protagonisten hart auf den Fersen.«

Freie Presse (10. Januar 2020)

»Eine detaillierte, kenntnisreiche und gehaltvolle Studie. Kristina Spohrs glänzend präsentierte Forschungen zeigen, wie eng alles miteinander verflochten war. Das von ihr gewählte Verfahren bündelt die Fülle der Fakten, der Verlautbarungen und Konferenzen, die multilateralen und bilateralen Gespräche und lässt das Ganze transparent werden.«

Literaturkritik.de (17. Januar 2020)

»Ein fesselndes Werk. Äußerst lesenswert.«

Kleine Zeitung (15. Dezember 2019)

»Ein außerordentlicher Glücksfall für den Leser und trotz der komplexen Thematik leicht und faszinierend geschrieben.«

Stadtecho Bamberg (09. Februar 2020)

»Eine hervorragende Rekonstruktion des von der bipolaren zu einer neuen unipolaren Weltordnung.«

Lehrerbibliothek.de (20. Dezember 2019)

»Ein spannendes und detailreiches Buch, das zu einem tieferen Verständnis unserer heutigen Weltordnung hinführt, und die enge deutsche Ost-West-Nabelschau ablöst.«

Pankower Allgemeine Zeitung (10. November 2019)