Junktown

Roman

Paperback
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Abstinenz ist Hochverrat!

Diese Zukunft ist ein Schlaraffenland: Konsum ist Pflicht, Rauschmittel werden vom Staat verabreicht, und Beamte achten darauf, dass ja keine Langeweile aufkommt. Die Wirklichkeit in »Junktown«, wie die Hauptstadt nur noch genannt wird, sieht anders aus. Eine eiserne Diktatur hält die Menschen im kollektiven Drogenwahn, dem sich niemand entziehen darf, und Biotech-Maschinen beherrschen den Alltag. Als Solomon Cain, Inspektor der Geheimen Maschinenpolizei, zum Tatort eines Mordes gerufen wird, ahnt er noch nicht, dass dieser Fall ihn in die Abgründe von Junktown und an die Grenzen seines Gewissens führen wird. Denn was bleibt vom Menschen, wenn der Tod nur der letzte große Kick ist?

»[…] Auch deshalb wird das Buch in unterrichteten Kreisen inzwischen als bester deutschsprachiger Sci-Fi-Roman seit Dietmar Daths "Pulsarnacht" gehandelt.«

DIE ZEIT (22. Juni 2017)

ORIGINALAUSGABE
Paperback , Klappenbroschur, 400 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-31821-2
Erschienen am  09. Mai 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Von Drogen und Maschinen

Von: Tharos

31.12.2019

In Junktown nimmt uns Matthias Oden in eine ganz eigene Welt mit. In einer faschistischen Gesellschaft, regiert durch die Konsumistische Partei, ist Drogenkonsum Pflicht. Jeder Bürger muss durch regelmäßige Tests nachweisen, dass er seinen Drogenlevel hoch genug hält. Menschen werden von mechanischen Brutmüttern geboren und in Humanklassen eingeteilt, die den Status und den Nutzen des Menschen in der Gesellschaft angeben. Wer durch exzessiven Drogenkonsum keinen Nutzen für die Gesellschaft mehr hat, wird herabgestuft und "recycled", so dass wenigstens seine Biomasse noch von Nutzen sein kann - um einen neunen Konsumenten zu erschaffen. In diese dystopische, totalitäre Gesellschaft schickt Oden, seinen Ermittler Solomon Cain der Gemapo (die Geheime Maschinenpolizei) um den Mord an einer Brutmutter aufzuklären. Klingt nach einer wenig freundlichen Umgebung? Korrekt - und Matthias Oden hält dieses Bild einer dunklen Gesellschaft voller Kontrolle auch durch seinen harten, dreckigen Sprachstil aufrecht. Auch kurze Momente der Freunde und sich anzeichnende "Feel Good" Momente werden im Keim erstickt. Also definitiv kein Buch für jemanden, der gerne schöne, rosa Welten voller Freude und Herzlichkeit sieht. Man könnte Junktown fast als Noir-Krimi in einem Sci-Fi-Setting bezeichnen - wenig Hoffnung, kaputte Charaktere und kein Happy End. Wer sich auf eine solche Welt und Geschichte einlassen kann und möchte, wird an Junktown seine Freude haben! Matthias Oden verwebt einige bekannte Dinge sehr geschickt in eine eigene stimmige Welt. Bezeichnungen wie Gemapo, Rauschparteitagsgelände oder das "recyclen" von Menschen, die für die Gesellschaft keinen Nutzen mehr haben, erinnern frappierend an die Zeit des Nationalsozialismus und geben dem ganzen so eine noch dunklere Aussage. Manches übernimmt er auch ganz einfach mal, wie z.B. die Stimmungsorgel zur Beeinflussung von Gefühlen, die der Sci-Fi Leser bereits aus Philip Dicks "Blade Runner" kennt. Was ich etwas schade fand: Es wird zwar eine ganz eigene Gesellschaft des Drogenkonsums generiert, aber das wieso und warum wird nicht wirklich erklärt. Der Leser wird einfach ohne größere Erklärungen in diese Welt hineingeworfen, und bekommt auch bis zum Ende hin nur wenig Einblick in das System an sich und die Beweggründe - schade, hier hätte ich mir definitiv mehr gewünscht. Alles in allem aber ein Lesetipp für all jene, die sich nicht an dunklen Welten mit wenig freudigen Momenten stören.

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Super Roman mit ein paar kleinen "Mängeln"

Von: Fruneh

30.07.2018

In einer Stadt in der Zukunft, ‚Junktown‘, in der Drogenkonsum rechtlich vorgeschrieben wird und Maschinen fast genauso zur Gesellschaft gehören wie Menschen, lebt Solomon Cain. Er ist Inspektor bei der Geheimen Maschinenpolizei. Der Leser begleitet Cain in den Ermittlungen eines Mordfalls, bei welcher es zu vielen Ungereimtheiten kommt. Das Buch fand ich bei der gezielten Suche nach einem Science-Fiction(-artigem) Buch. Das Cover setzte sich am besten von den anderen - in Blau/Grau/Grün-Tönen gehaltenen - Covers ab und der Klappentext hat mich dann endgültig überzeugt. Meiner Meinung nach hat der Roman ein sehr gutes Verhältnis zwischen SciFi-/ausgedachten Elementen und der Realität. Man ist nicht vollkommen verloren in einer Welt aus ausgedachten Rassen und Gruppen, da bekannte Grundstrukturen (eine Partei stellt die Regierung, Menschen und Maschinen, Drogenkonsum etc.) verwendet werden und mit neuen Gedanken verknüpft sind. Oder es werden komplett neue Elemente sinnvoll in die vorhandenen Strukturen eingefügt. Daher finde ich es auch nicht tragisch, dass die Vorgeschichte kaum thematisiert wird - die Meisten werden beispielsweise eine (grobe) Idee einer Revolution im Kopf haben und diese kann man dann einfach auf die gegebenen Umstände im Roman anwenden. Neue Begriffe werden meistens unmittelbar im Fließtext erklärt, zum Nachschlagen gibt es aber auch zwei Anhänge, die noch einmal alles übersichtlich gegliedert aufführen. Bei Erklärungen im Fließtext könnte man teilweise auf mehr Informationen hoffen, muss aber auch bedenken, wie langatmig das Buch dann geworden wäre. Daher sehe ich es wie es ist als perfekte Balance zwischen Neuem und Bekannten, sowie Erklärtem und Dingen, die man sich selber dazu denken kann/muss. Die Figuren an sich sind gut ausgearbeitet und man versteht ihr Handeln, da es nachvollziehbar dargestellt oder erklärt wird. Die Dialoge sind lebhaft und -wo es angebracht ist- in einer natürlichen Umgangssprache gehalten. Ein Minuspunkt für mich ist der Mangel an weiblichen Charakteren, welcher zwar mit einer Aussage im Buch erklärt werden kann, mich aber dennoch stört, da diese einen dermaßen geringen Anteil an Frauen meiner Meinung nach nicht rechtfertigt. Im Roman wird mehr oder weniger kontinuierlich Spannung aufgebaut. Dies geschieht mit vielen kleinen ‚Plottwists‘ im Werdegang der Handlung. Stellen, die nicht zum Spannungsaufbau dienen werden mit Erläuterungen der ‚neuen Welt‘ ausgefüllt und sind somit - für jemanden, der sich für die Thematik interessiert - durchaus interessant. Wenn man mit dem Gedanken einer ausgedachten Dystopie mit Parallelen zur heutigen Zeit nichts anfangen kann und man eher auf der Suche nach einem Krimi ist, ist einem das Buch eher nicht zu empfehlen. Beim Lesen merkte ich an vielen Stellen, dass Oden eine intensive Hintergrundrecherche betrieben und/oder über ein breit gefächertes Vorwissen verfügt, denn von den Gerüchen der einzelnen Drogen beim Konsum, über Fakten die menschliche Psyche betreffend, bis hin zu Kommunikationswissenschaft wird alles passend in den Roman eingebaut. Der Autor neigt nicht zu seitenlangen Sätzen, bei denen man schnell den Faden verliert, sondern einem guten Mix aus einfachen und komplexen Konstruktionen, die den Lesefluss unterstützen. Anstrengend sind zu Beginn die vielen Abkürzungen, wenn man sich daran gewöhnt hat (/gewöhnen kann) stören diese aber nicht mehr. Die Kapitelenden erregen oft den Wunsch, weiterzulesen, da es an den spannendsten Punkten zu einem Bruch kommt. Durch den gesamten Roman zieht sich eine düstere Stimmung. Zusammen mit Anspielungen auf die heutige Zeit macht dies das Buch zu alles anderem als einen ‚Happen für Zwischendurch‘, da es einem zum Nachdenken bringt, auch über die Lesezeit hinaus. Generell sind die Herleitungen in der Ermittlung immer schlüssig und zeitlich passend - nicht ‚aus dem Nichts hervorgeholt‘ und alle offenen Fragen werden am Ende geklärt. Fazit: 4/5 für einen (indirekt) gesellschaftskritischen Roman über eine Mordermittlung in einem spannenden dargestelltem Fall in einer dystopischen Welt. Nicht zu empfehlen, wenn man auf der Suche nach etwas mit einer leichten, freundlichen Atmosphäre ist.

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Vita

Matthias Oden studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Ethnologie. Der gelernte Wirtschaftsjournalist wurde mehrfach ausgezeichnet und arbeitet bei einer Marketingagentur. Sein Debütroman »Junktown« erregte bereits Aufsehen, und mit »Die Krone der Elemente« hat er den Auftakt zu seinem großen Fantasy-Epos vorgelegt. Matthias Oden lebt mit seiner Familie in München.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Science Fiction auf sprachlich hohem Niveau mit dem gewissen Etwas sorgfältig durchdachter Ideen. Ein grandioses Roman-Debüt!.«

fantasyguide.de

»Für mich war's der Überraschungsroman in Sachen deutschsprachiger Science Fiction des Jahres 2017 – spannend und lesenswert.«

»Mit der Synthese von Technologie, Biologie, Pharmazeutik und totalitärer Politik macht (...) Matthias Oden sein dystopisches Gesellschaftspanorama zu einem einzigartigen Mix. Und zu einem Hammer-Debüt.«

derStandard.at (13. Mai 2017)

»Galaktisch gut!«

BUNTE (11. Mai 2017)

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