Das amerikanische Hospital

Roman

Taschenbuch
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Über die Liebe in Zeiten der neuen Kriege

Paris, im Winter 1991. Hélène steht in der Empfangshalle des amerikanischen Hospitals, als vor ihr ein Mann zusammenbricht. Sein Blick brennt sich in ihre Augen. Das ist die erste Begegnung zwischen der dreißigjährigen Pariserin und dem Amerikaner David. Die beiden vom Schicksal Gebeutelten freunden sich an und stützen einander auf ihrer schmerzhaften Suche nach der Wahrheit über sich selbst.

Michael Kleeberg versteht es auf eindringliche Weise Zeitgeschichtliches und Privates, die seelischen Qualen des Krieges und die körperlichen des unerfüllten Kinderwunschs mit der dichten Atmosphäre der Stadt Paris zu verweben. Ein meisterhaft komponierter Roman voll erschütternder und unvergesslicher Szenen.

»Ein meisterhaft komponierter Roman voll erschütternder und unvergesslicher Szenen.«

Buchmagazin (13. März 2017)

Taschenbuch, Broschur, 240 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-328-10084-3
Erschienen am  26. September 2016
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Paris, Frankreich

Leserstimmen

Von: Michaela Schneider

21.10.2010

Gleich zu Anfang: Dieses Buch ist schön. Es ist sehr schön und gleichzeitig beklemmend ohne dabei kitschig zu werden. Ich glaube ich kann gar nicht die richtigen Worte finden um zu beschreiben wie gut es mir gefallen hat. Aber ich versuche es trotzdem. Es ist Herbst in Paris. Wir schreiben das Jahr 1991. Eine Frau steht vor den Türen des amerikanischen Hospitals als ein Mann vor ihr zusammenbricht. Ein scheinbar unbedeutender Vorfall für ein Hospital, jedoch nicht für die beiden Beteiligten Helene und David. Während Helene wegen der künstlichen Befruchtung immer wieder im Krankenhaus muss, wird David seine Erinnerungen aus dem Golfkrieg nicht los. Zunächst treffen sie sich ein paar Mal zufällig im Krankenhaus wenn sie zu ihren Behandlungen müssen und knüpfen so zarte Freundschaftsbände. Die beiden verbindet zunächst nur die Begeisterung für Lyrik und ihr Aufenthalt im Krankenhaus. Später wird aus diesen zufälligen Treffen mehr. Beide kommen bei ihren Behandlungen nicht wie gewünscht voran und geben sich unbewusst immer wieder Halt und Kraft. Was sich zunächst wie ein Liebesroman anhört, ist viel mehr als das. Es ist die Geschichte zweier Seelen, die auf der Suche sind. Dieser Roman ist so voll von Zartheit und Gefühl, dass es sich nicht in Worte fassen lässt. Der Autor greift mit der künstlichen Befruchtung und dem Kriegstrauma zwei nicht einfache Themen auf und schafft es dennoch diese so geschickt in ein Buch zu packen, dass man als Leser nur noch seufzen kann. Ich hätte nie gedacht, dass mir das Buch so gut gefallen würde. Vor allem da mich das Cover so sehr abgeschreckt hat. Eins steht fest: Dies war zwar mein erstes Buch von Michael Kleeberg aber nicht das letzte.

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Von: Birte Mentzel aus Köln

30.08.2010

„Das amerikanische Hospital“ ist das erste Buch, das ich von Kleeberg gelesen habe und als erste Besonderheit fiel mir auf, dass es keine direkte Rede gibt. Gewöhnungsbedürftiger Stil, aber man liest sich schnell rein. Ich finde beide Geschichten (Hélène, die versucht durch künstliche Befruchtung schwanger zu werden und David, der persönlich mit den Folgen seines Kriegseinsatzes zu kämpfen hat) unterhaltend und gut erzählt. Außerdem ist bemerkenswert, wie gut und ausführlich Kleeberg medizinische Abläufe im Bereich der künstlichen Befruchtung und die möglichen Folgen von Kriegstraumata recherchiert hat. Hélène habe ich als mutige und hartnäckige Frau kennen gelernt, die für ihre Überzeugung und ihre Ziele kämpft. Die Figur des David kommt mir komplexer und in sich widersprüchlicher vor. Der schöngeistige, an Literatur und Ornithologie interessierte Amerikaner wird eiskalter Berufssoldat und zieht in den Krieg, weil schon seine Vorfahren in die Armee gingen? Für mich klingt das nicht logisch. Aber ich denke, dass es hier um amerikanischen Patriotismus und amerikanische Traditionen geht, die uns Europäern (auch Hélène) unbekannt sind. Ich habe im Vorfeld gelesen, dass Kleeberg zuerst die Figur/ Geschichte der Hélène im Kopf hatte und David erst später dazu kam. Das wundert mich. Denn meiner Meinung nach ist Davids Geschichte und Charakter sehr viel detaillierter und liebevoller ausgearbeitet, als Hélènes. Was meinen Lesefluss aufgehalten hat, sind englische/französische Zitate und Gedicht-Fragmente, die teilweise nicht übersetzt werden. Ebenfalls ärgerlich fand ich ständig auftauchende englische Begriffe ie „birdwatching“, „turtleboy“, „a man of books, a man of action“, oder „wishful thinking“. Wäre dieses Buch aus dem englischen übersetzt worden, würde ich dem Übersetzer Faulheit ankreiden, aber so? Wiederum auffällig ist, dass diese Zitate und englischen Begriffe in der zweiten Hälfte des Buches deutlich seltener verwendet werden. Abschließend möchte ich das Buch jedem Empfehlen. Ich denke an keine bestimmte Lesegruppe. Dieses Buch passt in keine Schublade.Aber dieses Buch liest sich schnell, beschäftigt nachhaltig und sollte viele Leser haben. (Birte Mentzel, Mayersche Buchhandlung in Köln)

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Vita

Michael Kleeberg, 1959 in Stuttgart geboren, lebt heute in Berlin. Für sein literarisches Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. 2008 als Mainzer Stadtschreiber. Zu seinen wichtigsten Büchern zählen: „Ein Garten im Norden“ (1998), „Der König von Korsika“ (2001) und "Karlmann" (2007). 2010 erschien der Roman „Das amerikanische Hospital“, der für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde und für den Michael Kleeberg 2011 den Evangelischen Buchpreis erhielt. Sein neuester Roman „Vaterjahre“ wurde u.a. mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg ausgezeichnet. 2016 erhielt Michael Kleeberg für sein Gesamtwerk den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung.

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