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Old School Roman

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-453-67721-0

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Erscheint: 10.07.2017

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Die Alten schlagen zurück

Susan und Julie sind gerade 60 Jahre alt geworden. Sie leben in einem kleinen Dorf in Südengland und sind seit der Schulzeit miteinander befreundet. Susan führt ein bürgerliches Hausfrauendasein, Julie lebt in einer Sozialwohnung und arbeitet als Aushilfe in einem Pflegeheim. Als Susans Ehemann Barry tot aufgefunden wird, offenbart sich, dass er ein surreales Doppelleben führte und Susan einen finanziellen Scherbenhaufen hinterlassen hat. Um nicht in die Altersarmut abzurutschen, greifen die Frauen zu einer radikalen Lösung.

John Niven (Autor)

John Niven, geboren in Ayrshire im Südwesten Schottlands, spielte in den Achtzigern Gitarre bei der Indieband The Wishing Stones, studierte dann Englische Literatur in Glasgow und arbeitete schließlich in den Neunzigern als A&R-Manager einer Plattenfirma, bevor er sich 2002 dem Schreiben zuwandte. 2006 erschien sein erstes Buch, die halbfiktionale Novelle Music from Big Pink über Bob Dylan und The Band in Woodstock; 2008 landete er mit dem Roman Kill Your Friends – einer rabenschwarzen Satire auf die Musikindustrie – einen internationalen Bestseller. Es folgten die Romane Coma, Gott bewahre, Das Gebot der Rache, Straight White Male und Old School. John Niven schreibt außerdem Drehbücher. Er lebt derzeit in Buckinghamshire, England.

Aus dem Englischen von Stephan Glietsch
Originaltitel: Sunshine Cruise Company
Originalverlag: Heineman

Taschenbuch, Broschur, 400 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-453-67721-0

€ 10,99 [D] | € 11,30 [A] | CHF 15,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne Hardcore

DEMNÄCHST
Erscheint: 10.07.2017

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Schräg. Hart. Derb. Niven.

Von: Thomas Lawall Datum: 17.06.2017

www.querblatt.com

Julie Wickham hat Geburtstag. Sie wird 60 Jahre alt, feiert aber nur in kleinstem Kreis. Ihre Freundin Susan wartet beim besten Italiener Wroxhams "La Taverna" auf sie, wo sie schließlich verspätet eintrifft. Parkplatzprobleme gibt sie als Grund vor, doch leider klemmt es an ganz anderer Stelle.

Julies Leben als erfolgreiche Unternehmerin erfuhr eine bittere Wende, als ihr Lebensgefährte und Geschäftspartner mit dem Firmenvermögen durchbrannte und fortan nicht mehr gesehen wurde. Seither lebt sie in einer Sozialwohnung und ist als Aushilfe in einem Pflegeheim tätig. Dort lernt sie die resolute Ethel kennen, die mit ihren 87 Jahren nicht daran denkt, sich irgendwelchem Reglement anzupassen, schon gar nicht, mit ihrem Rollstuhl für irgend jemand zu bremsen.

Die gemeinsame Freundin Jill Worth hat ebenfalls größere Probleme. Ihre Tochter Linda hat ein schwerkrankes Kind. Jamie leidet an einer seltenen Lungenkrankheit und die einzige Klinik der Welt, die dieses Leiden beenden könnte, ist in Chicago. Die aufwendige Operation würde allerdings 60.000 Pfund kosten, was sich die junge Familie nicht leisten kann.

Susan ahnt nicht, dass auch sie sehr bald vor einem Scherbenhaufen stehen wird. Ihr langjähriger Ehemann, ein ebenso spröder wie vereidigter Wirtschaftsprüfer, hat nach seinem hässlichen Ableben ein paar bizarre Überraschungen auf Lager. Die versammelten Damen aber auch. Es werden Pläne geschmiedet ...

Nach "Coma" (2009) legt John Niven mit "Old School" eine weitere Thriller-Komödie vor, jedoch unter gänzlich anderen Vorzeichen. Diesmal sind die "Alten" an der Reihe und sie brauchen sich keineswegs zu verstecken. Ganz im Gegenteil, denn je älter sie sind, desto mehr machen sie ihren jüngeren Zeitgenossen vor, allen voran Ethel, die insbesondere ihr Mundwerk als Waffe zu benutzen weiß.

Einmal mehr glänzt der schottische Autor mit einer ganzen Vielzahl von liebenswert-derben Unverschämtheiten in alle Himmelsrichtungen und mit brachialer Situationskomik, welche die Existenz der Grenze des guten Geschmacks leugnet. Insbesondere seine älteste Protagonistin besticht als verbale Dreckschleuder auf Rang eins.

Mit der englischen Polizei steht der Autor wohl auf Kriegsfuß oder zumindest in kritischer Distanz. Anders kann man sich seine Figur des Detectice Sergeant Hugh Boscombe, einem Trottel vor dem Herrn, nicht vorstellen. Allerdings haben wir diesem Einfaltspinsel, dem kein Fettnapf zu groß zu sein scheint, eine ganze Reihe von herrlich schräger Action zu verdanken, beispielsweise die sicherlich skurrilste Verfolgungsjagd, die Hollywood noch nicht verfilmt hat!

Auch im Zusammenhang mit diesem Werk, sollten Leserinnen und Leser, zum weiteren Verständnis der Lektüre, dem Sarkasmus nicht abgeneigt sowie in der Lage sein, sich an einem gerüttelt Maß Schadenfreude zu ergötzen. Spannender, lustiger, derber und unverschämter kann ein Thriller nicht sein.

Schräg. Hart. Derb. Niven.

Schräg: Old School – John Niven

Von: Dunkles Schaf Datum: 23.03.2016

diedunklenfelle.wordpress.com

Schon Mist, wenn sich herausstellt, dass man 40 Jahre seines Lebens mit einem Lügner verschwendet hat. So passiert es Susan Frobisher, deren Mann stirbt, als er gerade seinem geheimen zweiten Leben fröhnt: in einer kleinen Wohnung, vollgeklebt mit pornographischen Bildern, auf den Knien und mit Maske, an die Decke gebunden und einem 60cm langen Dildo im Arsch – der auch der Todesgrund ist.
Da Barry seiner Frau nicht nur einen unrühmlichen Tod sondern auch mengenweise Schulden hinterlassen hat, muss Susan nun befürchten ihr Haus zu verlieren.

Kurzerhand plant sie mit ihrer ältesten Freundin Julie, der christlichen Jill, der verrückten Ethel und dem senilen Nails einen Bankraub. Blöd ist nur, dass ausgerechnet der senile Nails den Fluchtwagen fahren soll und dieser zwischendrin vergisst warum er im Auto wartet und sich lieber eine Eistüte holt. So gipfelt der ansonsten vorzüglich geplante Bankraub für die vier Mädels älteren Kalibers in einer Flucht quer durch Europa, immer verfolgt von dem hartnäckigen, aber verstopften und vom Pech verfolgten Detective Boscombe und seinem Seargant.

„‘OGOTTOGOTTOGOTT!‘, skandierte Julie.
‚AHHHHRGHHH!‘, stöhnte Susan.
‚Hilf mir, o Herr!‘, kreischte Jill.
‚FUCK!‘, brüllte Ethel.“ (S. 147)

Schräg, rasant und irrwitzig gestaltet John Niven den Roadtrip der Ladies. Er geht gar nicht so ins Detail, der Plan für den Bankraub ist nach einem Nachmittagstee mit Tanzstündchen schnell erledigt und wird durchgezogen. Die Flucht ist das Hauptaugenmerk und als Leser begleitet man die Damen, nun nicht quer durch Europa, ein schon durch ein paar Länder bis der Absprung über den Ozean geschafft ist. Unterwegs gabeln die vier noch eine Anhalterin/Ausreisserin auf, die in einigen Situationen ganz nützlich ist und den Altersdurchschnitt erheblich senkt.

Und dann gibt es da noch die andere Seite. Die Polizei. Boscombe und seinen Seargant, der seinen Chef machen lässt und sich vieles nur denkt, der meistens nicht der gleichen Meinung ist und so ganz anders als er. Boscombe ist hartnäckig wie ein Pitbull, uneinsichtig und ganz allgemein ein sehr unangenehmer Zeitgenosse – nciht nur wegen seiner Verdauungsstörungen. Und hier schrappt der Roman haarscharf am Slapstick, denn die Situationen, die Boscombe verursacht, die Missgeschicke, die ihm passieren, die sind nun schon sehr hart an der Grenze ins Absurde. Aber wäre der Polizist, der die Mädels verfolgt ein anderer, dann die Geschichte nur halb so schräg und vermutlich fürchterlich langweilig. Die Kombination der ahnungslosen und doch irgendwie geschickt agierenden alten Damen mit dem müffelnden, hartnäckigen Bullen macht sich einfach irre gut. Wer hier Ernsthaftigkeit sucht, ist völlig falsch – dieses Buch soll Spaß machen. Und verdammt nochmal, das macht es!

Fazit:
Ein schräger Roadtrip, der einfach Spaß zum Lesen macht, auch wenn Boscombe, der Polizist, fast einen Ticken zuviel war. Tolle Unterhaltung für einen Sonntagnachmittag!

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