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Tausend Meilen über das Meer Die Flucht des Karim Deeb

Ab 12 Jahren

Kundenrezensionen (5)

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-570-40335-8

NEU
Erschienen: 12.09.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

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Karim ist die Flucht aus seiner umkämpften Heimatstadt Homs gelungen. Mit seiner Familie schafft er es zunächst nach Ägypten und versucht von dort, mit seinem Onkel übers Mittelmeer nach Italien zu gelangen. Dabei verliert er den Onkel im Gedränge, verfehlt das Schlepperboot und landet im Gefängnis. Beim nächsten Fluchtversuch mit dem Boot kommt er im Sturm fast um. Es grenzt an ein Wunder, dass er Monate später in Konstanz zur Schule gehen darf. Obwohl Karim seine Eltern vermisst und es ihm schwerfällt, Freunde zu finden, beginnt er Fuß zu fassen. Doch da bezichtigt ihn eine Mitschülerin einer üblen Mobbingaktion.

"Ein sehr aufschlussreiches, gut geschriebenes und vor allem wichtiges Buch ist, das jeder lesen sollte!"

buecherzumtee.blogspot.de (21.09.2016)

Annabel Wahba (Autorin)

Annabel Wahba, geboren 1972, studierte Politikwissenschaft in München und besuchte die Deutsche Journalistenschule. Ihr Vater ist ägyptischer Herkunft, ihre Mutter ist Deutsche. Sie berichtete als freie Korrespondentin aus dem Mittleren Osten, war Redakteurin beim Jugendmagazin "Jetzt" der Süddeutschen Zeitung und ist seit 2007 Mitarbeiterin der ZEIT. In Reportagen beschäftigt sie sich mit der Politik im Mittleren Osten und den Themen Flucht und Integration. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Berlin.

"Ein sehr aufschlussreiches, gut geschriebenes und vor allem wichtiges Buch ist, das jeder lesen sollte!"

buecherzumtee.blogspot.de (21.09.2016)

"Ein rundum gelungenes und absolut lesenswertes Buch, das dem Leser die Augen öffnet. Große Empfehlung - nicht nur für Jugendliche!"

diary-of-a-booklover.tumblr.com (17.11.2016)

ORIGINALAUSGABE

Taschenbuch, Broschur, 256 Seiten, 12,5 x 18,3 cm

ISBN: 978-3-570-40335-8

€ 8,99 [D] | € 9,30 [A] | CHF 12,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: cbj

NEU
Erschienen: 12.09.2016

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Eine wertvolle Geschichte, die es sich zu lesen lohnt!

Von: Diary of a Booklover Datum: 16.11.2016

www.diary-of-a-booklover.tumblr.com

Autor/in: Annabel Wahba
Verlag: cbj
Seitenzahl: 248 Seiten
Genre: Jugendroman (nach wahrer Begebenheit)

Das Geräusch von Gewehrschüssen war von nun an unser ständiger Begleiter. Ich werde dieses Geräusch nie vergessen.
Erst hörst du nur ein Zischen, und dann hörst du den Einschlag der Kugel, ein dumpfes ‘Wumms’, wenn sie etwas Festes trifft.
Wenn sie einen Menschen trifft, hörst du seine Schreie.
- S. 72


Inhalt in einem Satz:
In Tausend Meilen über das Meer erzählt der junge Syrer Karim von der beschwerlichen Flucht aus seiner vom Krieg zerstörten Heimat nach Deutschland, wo er auf ein neues, sicheres Leben und ein Wiedersehen mit seiner Familie hofft.

Ich sehe auf die Wellen, die von einer leichten Brise angetrieben auf das Ufer zuschwappen. Das Rauschen wird lauter, die Brandung heftiger. Das Meer schäumt. Täusche ich mich oder steigt das Wasser?
Ich darf nicht schlafen, sonst ertrinke ich. Aber ich bin so unendlich müde.
- S. 10


Meine Meinung:
Erst einmal ein großes Lob an die Autorin Annabel Wahba, dass sie sich Karims Geschichte angenommen und sie für uns zu Papier gebracht hat, was sicher nicht so einfach war. Die Flüchtlingsthematik ist meiner Ansicht nach ein unglaublich wichtiges Thema und ich finde es toll, dass mittlerweile immer mehr Bücher darüber veröffentlicht werden, sodass man als Leser einen Einblick in die aktuellen Geschehnisse erhält, und hoffentlich auch das eine oder andere Vorurteil aus dem Weg geräumt wird.

Was für schreckliche Dinge die unzähligen Menschen, die sich derzeit auf der Flucht vor Angst, Gewalt und Tod befinden, erleiden müssen, kann man sich als nicht Betroffener kaum vorstellen. Doch in Tausend Meilen über das Meer ist es Annabel Wahba gelungen, mir als Leserin ein Bild über die grausame Willkür des Krieges in Syrien und über die Flucht eines tapferen Jungen zu vermitteln, dessen (leider wahre) Geschichte mir von der ersten Seite an Gänsehaut bereitete.

Karim Deeb, dessen Name zu seinem Schutz abgeändert wurde, blickt in diesem Buch auf die Strapazen seiner gefährlichen Flucht zurück, bei der er Freunde, Familie und Heimat zurücklassen und sich immer wieder in Todesgefahr begeben musste. Ein zusätzlicher Erzählstrang berichtet darüber, wie es Karim an seiner neuen Schule in Deutschland ergeht, denn auch hier hat er es nicht einfach, muss mit Mobbing und den quälenden Erinnerungen klarkommen und wird von der ständigen Angst begleitet, seine neue Sicherheit wieder zu verlieren.

Anfangs habe ich mich gewundert, dass der Schwerpunkt nicht völlig auf die Flucht gelegt wurde, doch schon bald wurde mir klar, wie hilfreich die Kapitel, die zu einem späteren Zeitpunkt hier in Deutschland spielen, sind, um Karims Kultur und Denkweise kennenzulernen. Denn in Syrien herrschen natürlich andere Traditionen und Regeln als hier, und so entwickelt man durch die Gegenwartskapitel noch sehr viel mehr Empathie gegenüber dem Protagonisten und versteht, warum es manchmal zu interkulturellen Missverständnissen kommen kann.

Gerade Karims Sicht auf die Deutschen fand ich sehr aufschlussreich, denn viele unserer Sitten kann er gar nicht begreifen und auch ich kam sehr ins Grübeln über manche unserer Gewohnheiten, die ich bisher nie hinterfragt hatte. Zusätzlich führen die unterschiedlichen Zeitebenen dazu, dass der Kontrast zwischen unserem wohlbehüteten Leben hier und der Situation der Syrer in ihrem Heimatland unheimlich drastisch verdeutlicht wird.

Da Karim ja keine fiktive Person ist, ist es natürlich schwer, ihn als Protagonisten zu bewerten. Dennoch möchte ich erwähnen, was für ein unglaublich mutiger, intelligenter und tapferer Mensch er ist. Er muss so viel Elend ertragen und gibt doch nie auf, hält an seinen Prinzipien fest und beschreibt seine absolut einleuchtenden Gedanken und Ängste, die zeigen, dass er trotz anderem Herkunftsland genauso tickt wie wir, dass seine Kultur nicht weniger wert und sein Volk nicht rückständiger ist als unseres, was mit diesem Buch wohl selbst der letzte Flüchtlingsgegner begreifen würde.

Neben den wahnsinnig traurigen und berührenden Aspekten bekommt man zusätzlich auch einen sehr guten Überblick über die politischen Lage in Syrien, lernt die Fakten und die Zusammenhänge der Bevölkerungsgruppen kennen und wird beiläufig, aber umfassend informiert, wie und warum der Krieg überhaupt ausbrach und was genau sich derzeit in Syrien abspielt.

Verpackt wurde das Ganze in einem angenehmen, flüssigen und einfachen Schreibstil, der die Gedanken des jugendlichen Erzählers sehr überzeugend wiedergibt.

Und so liege ich nun in meinem Bett in Konstanz.
In Sicherheit - und fühle mich doch wie in jener Nacht auf der Sandbank im Mittelmeer, als uns der Kapitän unserem Schicksal überließ.
Allein. Voller Angst, unterzugehen.
- S. 50


Mein Fazit:
Tausend Meilen über das Meer erzählt die traurige Geschichte eines mutigen jungen Flüchtlings, aber es hat noch so viel mehr zu bieten! Ein rundum gelungenes und absolut lesenswertes Buch, das dem Leser die Augen öffnet. Große Empfehlung - nicht nur für Jugendliche!

Bewertung: �� �� �� �� �� (5/5) + Lieblingsbuch ��

Vielen herzlichen Dank an das Bloggerportal und den cbj-Verlag, die mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Aktuelles Thema, gut umgesetzt

Von: privatkino Datum: 28.10.2016

privatkino.org

Der Einstieg in dem Buch beginnt damit, dass man erfährt, wieso die Familie Deeb die Flucht angetreten ist. War es in ihrer Heimat Homs lange ruhig, ist der Bürgerkrieg in Syrien doch auch dort angekommen. Viele von Karims Freunden und Bekannten sind gestorben oder längst geflohen. Die Familie Deeb wollte an Besserung glauben, doch als es eher nur schlimmer wird, fliehen sie nach Ägypten. Warum sie von dort aus, nur der Sohn und Onkel auf den Weg machen, all dies wird beschrieben und liest man dann über die Strapazen der Flucht, wird einen selbst klar, dass nur jemand mit körperlicher Stärke eine Chance hat.

Karim erzählt aus der Gegenwart, er ist längst in Konstanz geht zur Schule und wohnt bei seinem Onkel, die Szenen der Flucht blitzen wie Flashbacks auf. Das Buch ist ein Gemisch aus Gegenwart und Vergangenheit. Es schwebt eine Schwere über den Worten, obwohl Karim Leichtigkeit aufzeigen möchte, allerdings wird dem Leser deutlich vor Augen geführt, was die Flucht aus der Heimat wirklich bedeutet, was es heißt, in einem neuen Land anzukommen, wenn das eigene von Krieg zerfressen ist, doch er scheint gut hier anzukommen.

In der Schule ist er zwar nicht sonderlich beliebt, aber als Außenseiter kann man ihn auch nicht bezeichnen. Er ist irgendwo dazwischen und scheint damit ganz froh zu sein, hat er doch genug Gedanken, die er erst einmal ordnen muss, muss er erst einmal mit der Trennung seiner Eltern klar kommen. Vom Schulalltag an sich bekommt man gar nicht so viel mit, als es dann zu den Mobbingvorfall kommt, überlegte ich mir schon, ob daran nicht etwas wahres ist. Warum auch nicht, so abwegig war der Vorfall nicht und doch stellt man sich selbst die Frage, ob man nicht jetzt doch an Vorurteilen festhält. Gefangen in diesem Dilemma, ließ ich mich einfach von der Geschichte führen.

Karims Flucht und die Ankunft in Deutschland gleicht einer Musterintegration. Er ist verständnisvoll für die neue Kultur, passt sich den Gewohnheiten an und urteilt nicht – passend für ein Jugendbuch, um jedoch etwas Realität in die Geschichte zu bringen, hätte man allerdings durchaus von Ankunftsschwierigkeiten schreiben können, damit es eben zeigt, das Ankommen nicht so einfach ist. Kein Kritikpunkt, er ein kleiner Wunsch, der für mich die Geschichte vervollständigt hätte.

Ein wirklich Kritikpunkt bleibt für mich aber zum Schluss: das Buch bleibt leider nicht in Erinnerung, die Geschichte ist für mich nach dem Lesen viel zu schnell verblasst.

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