VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü
  • facebook
  • google+
  • whatsapp
  • twitter
  • add this

, ,

Der Wurm in unserem Herzen Wie das Wissen um die Sterblichkeit unser Leben beeinflusst

Bestellen Sie mit einem Klick

oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler.

€ 19,99 [D] inkl. MwSt.
CHF 24,00*
(* empf. VK-Preis)

eBook (epub) ISBN: 978-3-641-18272-4

Erschienen: 18.04.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Gebundenes Buch

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Anmeldung

  • Info

  • Vita

  • Pressestimmen

  • Service

  • Biblio

Die treibende Kraft in unser aller Leben

Als Wurm im Herzen des Menschen bezeichnete der amerikanische Psychologe und Philosoph William James einst das Wissen um unsere Vergänglichkeit. In einer faszinierenden Studie, die auf zahlreichen Versuchen beruht, schildern die amerikanischen Psychologen Solomon, Greenberg und Pyszczynski, wie sehr die Furcht vor dem Nicht-mehr-Sein unser alltägliches Leben beeinflusst – häufig unbewusst. Menschen, die in bestimmten Situationen vor Entscheidungen gestellt werden, reagieren anders, wenn sie zuvor mit dem Gedanken an ihre Sterblichkeit konfrontiert wurden: So fällt ein Richter ein härteres Urteil gegen eine Angeklagte, die moralische Normen verletzt hat, und Studenten beurteilen Kritik am eigenen Land negativer.

Zwei Dinge, so zeigen die Autoren, spielen eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der Furcht: unsere Geborgenheit in einer Kultur, die für Sinnstiftung und eine umfassende Ordnung sorgt, sowie das Gefühl jedes Individuums, ein bedeutungsvolles Leben zu führen. Sie sind der Antrieb für die kulturellen Leistungen der Menschen, für unsere Loyalitäten, aber andererseits auch für Unruhen und Kriege. Ein Buch voll überraschender Einsichten!

»Ein großartiges Buch«.

NZZ am Sonntag (29.05.2016)

Sheldon Solomon (Autor)

Sheldon Solomon, Jeff Greenberg und Tom Pyszczynski sind jeweils Professor für Psychologie am Skidmore College, der University of Arizona sowie der University of Colorado. Sie arbeiten und forschen seit mehr als dreißig Jahren miteinander. Zum Thema „Angst vor dem Tod“ haben die Wissenschaftler Ende der 80er Jahre die Terror-Management-Theorie entwickelt. Sie befasst sich mit typischen Reaktionsmustern, die Menschen im Umgang mit Todesangst und dem Bewusstsein der eigenen Sterblichkeit an den Tag legen. In den letzten 25 Jahren konnten die Psychologen ihre Theorie in zahlreichen Studien empirisch bestätigen. Ihre mehrfach ausgezeichnete Arbeit hat die moderne Psychologie maßgeblich beeinflusst.

»Ein großartiges Buch«.

NZZ am Sonntag (29.05.2016)

»Das Buch zwingt einen, sich auf milde Weise mit dem unausweichlichen Ende seines aktuellen irdischen Daseins auseinanderzusetzen, ohne Schrecken zu verbreiten.«

Badische Zeitung (22.06.2016)

»Man sollte das Buch auch als Gebrauchsanweisung für Gesellschaften im Bann des Terrors lesen.«

Die Presse (31.07.2016)

»Ein gut geschriebenes, eingängiges und nachdenklich stimmendes Buch«.

Psychologie Heute compact (14.12.2016)

»Es gibt gute Bücher – und Bücher, die das Leben verändern können. Das Buch der amerikanischen Psychologen gehört in diese Kategorie.«

Bild der Wissenschaft (13.12.2016)

Aus dem Englischen von Susanne Kuhlmann-Krieg
Originaltitel: The Worm at the Core: On the Role of Death in Life
Originalverlag: Random House

eBook (epub), 1 s/w Abbildung

ISBN: 978-3-641-18272-4

€ 19,99 [D] | CHF 24,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: DVA Sachbuch

Erschienen: 18.04.2016

  • Leserstimmen

  • Rezension verfassen

Trauen Sie sich an dieses Thema!

Von: Wichmann-Reviews.de Datum: 15.08.2016

www.wichmann-reviews.de

Cover
Interessante Aufmachung! Drei Schriftfarben, hintergründig die Daten zum Buch, groß der Titel und rot die Beschreibung des Inhalts. Und Herzblut steckt hier drin!

Inhalt
Wie das Wissen um unsere Sterblichkeit unser Leben beeinflusst wird von drei Psychologen unter die Lupe genommen. Anhand von Beispielen und Studien werden die Ergebnisse vorgestellt. Doch nicht nur Ergebnisse, sondern auch der Umgang mit der Angst, unser Sinnen und Treiben, dieser ursächlichen Angst zu entfliehen sind beleuchtet und führen hin zum eigenen Umgang mit dem Thema Tod.

Auch wenn es kaum glaubhaft scheint, aber trotz der geballten Autoren-Fachkompetenz, werden statt Fachbegriffe aus der Wissenschaft gängige Worte verwendet. Das Buch ist klar strukturiert und geht auf die so wichtigen erste Jahre eines Lebens ein, die bekanntermaßen als Lehrjahre bezeichnet werden.
Affenjunge, denen in Form von gepolsterten und ungepolsterten Gestellen ein Mutterersatz gegeben wurde, zeigen auf, welche Auswirkungen erste Erfahrung hat.
So wie sich einst Gilgamesch mit dem Tod beschäftigte, werden auch weitere interessante Fakten dargestellt. Wie entwickelte sich der Kult des Trauerns, die die Sterberiten?
Der Leser lernt, dass Symbole und Vorstellungen helfen, die Todesfurcht im Zaum zu halten, ja Unsterblichkeit zu erlangen in dem der ja so wissende Mensch sich je nach Couleur müht für sich den richtigen Weg zu finden, sei es symbolisch, als Teil eines großen Ganzen, oder gar in der Versuchung die Alterung rückgängig zu machen, sich zu konservieren oder den Körper später wieder aufzutauen.
Die Autoren schreiben davon, wie die Bekämpfung der eigenen Angst vorangetrieben wird und wurde, um wieder Herr zu werden durch eigenes Selbstwertgefühl und eigene Weltbilder. Sie schrecken nicht davor zurück vom Abschlachten der Indianer vom Volk der Lenni Lenape zu berichten, die einst fröhlich waren und ein hohes Alter erreichten. Von Hetzparolen ist die Rede von Gräueltaten und Herrschern, die, so der Erklärungsversuch, ihre eigene Sterbensangst versuchen in den Griff zu bekommen, indem sie ihre eigene Welt und Vorstellung als einzig wahr und sinnvoll durchzusetzen versuchen: Wer siegt, hat recht.
Und so grenzen wir uns von Tieren ab und behängen uns mit Schmuck. Doch Todesfurcht verschwindet so nicht, sondern durch Verinnerlichung: Es ist irrational sich zu fürchten, da man im Tode nichts mehr spürt. Es ist Quatsch sich zu fürchten, da es im Jenseits keine Angst gibt.

Du Mensch kannst bewusst leben, weil du weißt, dass du stirbst. Wo also ist das Problem?

Nur durch Sterben können wir weiterleben, als Teil des Ganzen.

Und so führt dieses Buch durch die Geschichte hin zu einer Idee und gibt Anlass nachzudenken, die eigenen Glaubenswerte zu prüfen und zu überdenken, denn es spannt einen weiten Bogen.

Rezension von Wichmann-Reviews.de
Redaktioneller Hinweis: Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Wie der Tod sich in unser Leben schleicht

Von: wortesammlerin Datum: 06.11.2016

www.wortesammlerin.wordpress.com

„Das Wissen darum, dass wir sterben müssen, nicht der Tod selbst ist der Wurm in unserem Herzen.“ So steht es schwarz auf weiß auf Seite 305. Der Wurm in unserem Herzen, der Teil von uns, der unsere Seele, wenn man es so nennen möchte, zu steuern vermag, ohne, dass wir uns dessen vollständig bewusst sind. Der Wurm frisst sich unablässig tiefer hinein in uns und greift unsere Gedanken an, bringt uns dazu, anders zu leben, als wir es womöglich tun würden, ohne uns unserer Vergänglichkeit bewusst zu sein. Doch wie kann das möglich sein? Niemand wacht morgens auf und ist des frühen Morgens, noch vor dem ersten Kaffee, von einer Panik-Attacke erfasst, in der sich unsere Gedanken um nichts drehen können, als darum, dass unser Körper eines Tages verwesen und von unserem heutigen Selbst nichts mehr übrig sein wird. Oder doch?

Das amerikanische Autorenteam, bestehend aus den drei Professoren der Psychologie Sheldon Salomon, Jeff Greenberg und Tom Psyzczynski, die seit 30 Jahren gemeinsam an dieser Theorie forschen, machen uns in diesem Buch klar, wie unbewusst wir uns tagtäglich mit dem Tod auseinanderzusetzen haben – ohne, dass wir davon überhaupt erfahren. Unser Kopf dreht sich scheinbar, so die hier formulierte Terror-Management-Theorie, pausenlos um das Sterben. Der Tod treibt uns alle an und soll unsere Entscheidungen und Wesensarten maßgeblich beeinflussen, doch unsere Gedanken bleiben zumeist weit von ihm entfernt. Unsere Todesangst manifestiert sich in unserer Sucht nach Anerkennung, einem erstrebenswerten, hohen Selbstwertgefühl und der Suche nach einem sinnerfüllten Leben, das unser Dasein auf der Erde zu rechtfertigen hat. Viele interessante Beispiele veranschaulichen diese, im ersten Moment für mich zu einfach klingende, Theorie und verifizieren sie durch Experimente mit den unterschiedlichsten Probanden und Versuchsaufbauten. Ein Beispiel gefällig?

Die Psychologen wollten anhand eines Experimentes ihre frisch aufgestellte Theorie beweisen, die in der Fachpresse gar nicht bis negativ aufgenommen wurde (wegen nicht beweisbarer Gedankenspiele, so sagte man), die, wie oben beschrieben, besagt, dass der Mensch von seinem, dieser Spezies eigenen, Sterbebewusstsein angetrieben und beeinflusst wird. Ein einfacher, psychologischer Versuch sollte erste Aufklärung bieten. Einigen US-Richtern wurden, da man der Ansicht war, dass gerade Richter ein starkes Bewusstsein für Gerechtigkeit entwickelt haben sollten, Fälle einer Frau vorgelegt, die der Prostitution beschuldigt wurde, ein Tatbestand, der von mehreren Zeugen berichtet worden war und demnach einen einfachen und vor allem klaren Fall darstellte. In der Regel sollte die Kaution um die fünfzig US-Dollar betragen, genau die Summe, die die Richter der Kontrollgruppe ohne zu zögern angaben. Der anderen Gruppe wurde der gleiche Fall vorgelegt, doch erst nachdem ihnen mit zwei einfachen Fragen ihre Sterblichkeit ins Bewusstsein gerufen wurde: Die nach den Gefühlen, die der Gedanke an den eigenen Tod in ihnen hervorrief, und die, was sie sich vorstellten, was mit ihnen nach ihrem Tod geschehen würde. Und wenn Sie nun denken, dass diese Richter, die sich ihres kommenden Todes während ihres Urteils vollkommen im Klaren waren, hätten die gleiche oder eine nur minimal erhöhte Kautionen gefordert, dann liegen Sie vollkommen falsch.

Aber nicht nur die Urteilsfähigkeit dieser Richter konnten auf diese Art und Weise manipuliert werden, nein, sobald sich ein Mensch, und das Mensch-Sein ist einzige Voraussetzung hierfür, seines Todes bewusst wird, bemerkt er urplötzlich den Wurm in seinem Herzen und unterliegt seinen Urinstinkten, diesen Gedanken und dieses größer werdenden Lochs wieder zurück hinter den Vorhang des Unbewussten zu drängen. Wir leben verschwenderischer, ungesünder, unbedachter und radikaler in Mimg_20161103_152632omenten dieses Bewusstseins und geraten von einem zum anderen Moment in vollkommenes Gefühlschaos, in dem sich das Gehirn scheinbar nicht damit zufrieden geben kann, sich selbst als bloße ‚Genweitergabemaschine‘
zu betrachten. Der Sinn des jeweiligen Lebens verschiebt sich und neue Prioritäten werden gesetzt. Einen Abdruck zu hinterlassen, das wird das hinlängliche Ziel, erinnert zu werden, vielleicht sogar geehrt.

Doch dass das auch gefährlich sein kann, dass die Angst vor dem Tod, kommt sie uns immer wieder im Laufe unseres Lebens in die Quere, uns auch körperlich krank machen kann, ist ebenfalls Thematik in diesem wirklich umfassenden Buch (siehe Inhalt). In mehreren Abschnitten werden verschiedene psychische Störungen behandelt, deren Auslöser nachweisbar in dieser Angst verankert sind, beispielsweise im Gefühl, ohne Bedeutung auf der Erde zu verweilen oder ohne Erwartung eines Lebens nach dem Tod zu verweilen. Doch nicht nur das, auch der Umgang mit dem Sterben wird aufgenommen, außerdem verschiedene Wege mit diesem Bewusstsein umzugehen zu lernen und somit glücklich zu leben.

Alles in allem bleibt es natürlich ein Fachbuch, doch es ist unglaublich interessant geschrieben und erschließt sich schnell und einfach auch dem Otto-Normal-Verbraucher. Selbst die Literaturangaben, mit wirklich empfehlenswerten Beispielen und teilweise auch mit literarischen Beispielen, haben es mir angetan. Zu wissen, wo man sich weiter in das Thema einlesen könnte, vermittelte mir als Laie ein gewisses „extra“ Lesegefühl. Ich selbst hatte vorher noch nichts mit der Psychologie am Hut, kenne keine Fachtermini oder bin sonst irgendwie auf der Welle der Zeit, was diesen Fachbereich angeht. Ich bin bloße Interessentin an Unbekanntem und kann sagen, dass ich so vieles gelernt habe, das mir mein Leben tatsächlich erklärt, meine Gedanken auch in gewisser Weise zu ordnen vermochte und mich beruhigt hat, dass der Tod vielleicht auch einfach nur der Tod bleiben kann, ohne mich vom Leben abzuschrecken. Tatsächlich hat der ungefähre Ton der Terror-Management-Theorie etwas von einer „Therapie Light“, womit ich sagen will, dass viele tabuisierte Themen, wie der Sinn von Religionen für die Menschheit und ihre Kultur, oder die Motivation zum Terrorismus, angesprochen wurden, die einem modernen Menschen täglich begegnen, aber eher selten tatsächlich angesprochen werden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit kann auf diese offene, neutrale Weise der Beschreibung die Lähmung beim Gedanken an den Tod etwas dämpfen und Erklärung bieten für unser Handeln und Denken.

Denn „Wir alle müssen sterben, um sicherzustellen, dass das Leben weitergeht.“ (S.308).

Voransicht