VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü
  • facebook
  • google+
  • whatsapp
  • twitter
  • add this

Die Zweige der Esche Roman

Bestellen Sie mit einem Klick

oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler.

€ 13,99 [D] inkl. MwSt.
CHF 17,00*
(* empf. VK-Preis)

eBook (epub) ISBN: 978-3-641-17107-0

Erschienen: 25.04.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Gebundenes Buch

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Anmeldung

  • Info

  • Vita

  • Pressestimmen

  • Service

  • Biblio

Sie nennt sich selbst Ash, doch das ist nicht ihr wahrer Name. Eigentlich ist sie Constance, die treusorgende Ehefrau eines Farmers in Indiana. Aber sie ist die bessere Schützin und die mutigere von beiden. Also schneidet sie sich die Haare ab und verbirgt ihre weiblichen Formen unter der Uniform der Nordsaaten, um für die Freiheit zu kämpfen. Doch was treibt sie wirklich in den Krieg?

Warum verlässt sie ihren Ehemann, um den Terror des Krieges in seiner ganzen Grausamkeit zu erleben? Und wird es ihr gelingen, jemals wieder zur heimischen Farm zurückzukehren?

»gewöhnungsbedürftig und packend, trostlos und ergreifend. ‚Die Zweige der Esche‘ beeindruckt auf ganz eigene Art.«

Silke Hellwig, Weser Kurier (11.05.2017)

Laird Hunt (Autor)

Laird Hunt ist amerikanischer Schriftsteller, dessen Romane mehrfach für den Pen/Faulkner Award nominiert waren. Er arbeitete als Pressereferent bei den Vereinten Nationen und unterrichtet heute Creative Writing an der Universität von Denver. Er lebt mit seiner Frau, der Lyrikerin Eleni Sikelianos, und ihrer gemeinsamen Tochter in Boulder, Colorado.

»gewöhnungsbedürftig und packend, trostlos und ergreifend. ‚Die Zweige der Esche‘ beeindruckt auf ganz eigene Art.«

Silke Hellwig, Weser Kurier (11.05.2017)

»Ash/Constance zeiht die Leserinnen und Leser mitten ins Geschehen, lakonisch und beherzt, in einer oft mündlich wirkenden Diktion, hinter der ein versierter Autor sein Handwerk verbirgt.«

Frank Kaspar, Deutschlandfunk Kultur - Lesart (31.05.2017)

Aus dem Englischen von Kathrin Razum
Originaltitel: Neverhome
Originalverlag: Little, Brown and Company

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-17107-0

€ 13,99 [D] | CHF 17,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen: 25.04.2017

  • Leserstimmen

  • Rezension verfassen

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

eins der besten Bücher dieses Jahr

Von: Sabine Ibing Datum: 29.11.2017

www.sabine-ibing.ch/literaturblog-sabine-ibing.htm

Der erste Satz: »Ich war stark und er nicht, also bin ich und nicht er in den Krieg gezogen, um die Republik zu verteidigen.«

Ein Roman über den Sezessionskrieg, den Bürgerkrieg der Vereinigten Staaten, 1861-1865. Die Protagonistin ist Constance, die mit ihrem Mann Bartholomew auf einer Farm in Indiana lebt. Aus jeder Familie soll ein Mann in den Krieg ziehen. Doch Bartholomew ist zu schwach und Constance bricht auf, verkleidet als Mann, nennt sich nun Ash. Geschichtlich ist es bewiesen, es gab Frauen, die in diesem Krieg als Männer verkleidet gekämpft haben, nicht nur die unzähligen Frauen, die als Krankenschwestern oder in anderer humanitärer Weise unterwegs waren. Durch Berichte von USSC- und WRSCS-Mitarbeiterinnen weiß man heute, dass es in beiden Armeen kämpfende Frauensoldaten gab, schätzungsweise 750. Mary Livermore von der USSC vermutete bereits während des Krieges, dass circa 400 Frauen als Männer verkleidet in der Unionsarmee kämpften und circa 60 von ihnen getötet oder verwundet wurden. Laird Hunt hat die Briefe der Kämpferinnen gelesen. Für diesen Roman recherchierte er und las sich in die Ereignisse aus Sicht der Kämpferinnen ein.

In der Familie von Constance hielt man nicht die andere Wange hin, schon gar nicht die Frauen. Zunächst geht es in die Ausbildung, als Rekrut, danach wird in die Kriegsrichtung marschiert. Beim ersten Kanonengrollen hauen einige Soldaten ab in die Büsche, rennen schlotternd zurück nachhause. So nicht Ash Thomson. Ash kann klettern wie ein Eichhörnchen und erlegt auf der Jagd Eichhörnchen mit einem Schuss durch das Auge. Ash ist galant, legt einer Frau am Wegesrand ihre Jacke um die Schulter, denn ihr Oberteil war verrutscht durch übergriffige Soldaten. Man spinnt das Ereignis in eine Erzählung ein, sie wird weitergegeben, in Lider verpackt, Constance geht als »Kavalier Ash« in die Kriegsgeschichte ein. Dem Colonel gefällt der mutige Kerl …

weiter: http://www.sabine-ibing.ch/rezension-sabine_ibing-Die_Zweige_der_Esche-Laird_Hunt.htm

Frau im Krieg

Von: Constanze Matthes Datum: 28.08.2017

https://zeichenundzeiten.com

Die Wahl Abraham Lincolns zum amerikanischen Präsidenten 1860 und die Sklaverei-Frage spalten das Land. Mehrere Südstaaten verlassen die Union und schließen sich zu einer Konföderation zusammen. Als am 12. April 1861 Fort Sumter (South Carolina) durch Soldaten aus dem Süden beschossen wird, verwandelt sich der Konflikt in einen Krieg. 3,8 Millionen Soldaten nehmen in den kommenden vier Jahren daran teil, rund 560.000 von ihnen lassen ihr Leben. Obwohl bereits viel über diese Zeit geschrieben wurde, ist ein Kapitel nur wenig bekannt: Dass sich auch Frauen den beiden Armeen einst angeschlossen haben. Der amerikanische Autor Laird Hunt erzählt davon in seinem Roman „Die Zweige der Esche“.

Grundlage seines Buches waren neben Fotografien der Schlachtfelder, wie Hunt in seiner Danksagung am Ende des Buches erklärt, die Recherche und Lektüre zahlreicher Werke zu diesem Thema. Zwei von ihnen widmen sich konkret weiblichen Soldaten während des Bürgerkriegs; darunter Briefe von Sarah Rosetta Wakeman, die als Lyons Wakemann im 153. Infanterie-Regiment der Union gekämpft hat. Gerade 21-jährig verstarb sie 1864 in einem Marine Hospital in New Orleans. Hunt, der früher als Pressereferent für die Vereinigten Nationen tätig war und heute Kreatives Schreiben unterrichtet, nennt seine Heldin Ash Thompson, alias Constance Thompson. Nach einigen Diskussionen, aber schließlich mit dem Segen ihres Mannes Bartholomew verlässt die junge Frau die heimische Farm in Indiana und zieht für die Nordstaaten in den Krieg. Weil sie robuster und stärker ist als ihr Mann. Selbst gegen kräftige Kerle gewinnt sie das Armdrücken im Handumdrehen.

Was in den Tagen und Wochen auf Wanderschaft und später im Ausbildungscamp an eine erlebnisreiche Zeit und Reise in neue und unbekannte Gefilde, schlichtweg an ein Abenteuer erinnert, wird später inmitten der Schlachten und der Schützengräben zu einem Grauen. Der Tod ist ein stetiger Begleiter, weil Kameraden sterben, weil die Felder voller Leichen sind. Er fragt nicht nach dem Alter oder nach der Herkunft, ob der Soldat eine Familie hat, welchen Beruf er ausübt. Auch Krankheiten fordern ihren Tribut. Menschlichkeit findet sich nur in wenigen kurzen Augenblicken. Ash wird Zeugin dieser dunklen Welt und ist zugleich ein Gewalt ausübender Teil von ihr, die ohne zu zögern zur Waffe greift, Mut und Klugheit beweist; ohne indes dass das Gros der Armee ahnt, dass sich in der Uniform eine Frau befindet. Zu den besonderen Begegnungen vor, während und nach der Schlachten sind neben den Aufeinandertreffen mit dem charismatischen und belesenen Colonel und spätere General jene, in sie auf andere Frauen trifft. Die Kompanien sind allgemein „bunt gemischt“. Chinesen, Indianer und Afroamerikaner gehören den Armeen an. In Briefen berichtet Ash ihrem Mann von ihren Erlebnissen, zudem hält sie stille Zwiesprache mit ihrer bereits verstorbenen Mutter. Doch die Gefahren lauern nicht nur im Kampfgetümmel. Die junge Frau wird von Banditen gefangengenommen, später von einer Frau, die sie erst freundlich in ihrem Haus aufnimmt, hinterrücks verraten. Ash findet sich schließlich als Spionin verrufen in einem Irrenhaus wieder.

„Die Zweige der Esche“ ist keine emotional leichte Lektüre, kein spannendes Historien-Drama mit leicht kitschigem Sepia-Anstrich, das man nach der letzten Seite zuklappen und innerlich abhaken kann. Vielmehr erweist sich der Roman als harte Kost, der sich mit vielen seiner Szenen einbrennt. Die Erzählerin ist keine geringere als Ash selbst, die in einer burschikosen und verknappten Sprache von ihrem Leben als Soldatin und ihrer Rückkehr sowie in kurzen Streiflichtern von ihrer Vergangenheit berichtet. Das Buch handelt nicht von militärischer Taktik, sondern vom Leid der Soldaten und Zivilisten, deren Heimat zerstört wurde, aber auch wie ganz normale Menschen mit einer Waffe in der Hand das Leben anderer auslöschen und jeden Hauch von Menschlichkeit zunichte machen. So auch Ash, nach deren Heldentaten die Soldaten ein Lied zu singen hatten, sondern die letzten Endes zur Verursacherin ihrer eigenen Tragödie wird.

Dass der Funken, der die Welt in Brand setzt, schon früher entstanden ist, zeigen vor allem Szenen im letzten Drittel des Buches, in dem nicht nur die Wahl des deutschen Titels erklärbar wird. Denn auch die Sklaverei findet mit mehreren Passagen, die sowohl die unmenschliche Behandlung der Sklaven als auch den Hass auf Gegner der Sklaverei schildern, Eingang in die Handlung, obwohl dieses gerade für diesen Bürgerkrieg so entscheidende Thema wohl noch etwas mehr Raum in diesem trotz alledem herausragenden Roman hätte bekommen können.

Voransicht