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Ein Sommer in Corona del Mar Roman

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CHF 11,00*
(* empf. VK-Preis)

eBook (epub) ISBN: 978-3-641-13027-5

Erschienen:  13.03.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Taschenbuch

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Es ist Sommer in der südkalifornischen Stadt Corona del Mar. Die beiden Freundinnen Mia und Lorrie Ann sind unzertrennlich. Doch als Lorrie Anns Vater stirbt, weiß Mia nicht, was sie für ihre Freundin tun kann. Und dies ist nur der erste von vielen schweren Schicksalsschlägen, die Lorrie Ann treffen werden … Jahre später steht Lorrie Ann plötzlich wieder vor Mias Tür: barfuß, hungrig und vom Leben gezeichnet. Und Mia kann nicht verstehen, wie das Leben ihrer scheinbar makellosen Freundin so aus dem Ruder laufen konnte. Kann es sein, dass sie Lorrie Ann nie wirklich gekannt hat?

Rufi Thorpe (Autorin)

Rufi Thorpe wuchs in Kalifornien auf und studierte in New York Literatur und Kreatives Schreiben. Ihr erster Roman »Ein Sommer in Corona del Mar« war nominiert für den International Dylan Thomas Prize und den Flaherty-Dunnan First Novel Prize. Rufi Thorpe lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Kalifornien.

Aus dem Amerikanischen von Beate Brammertz
Originaltitel: The Girls from Corona del Mar
Originalverlag: Knopf

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-13027-5

€ 8,99 [D] | CHF 11,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen:  13.03.2017

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Ein richtig, richtig gutes Buch :-)

Von: Ponine Datum: 12.01.2018

nichtnocheinbeautyblog.blogspot.de/

Es ist Sommer in der südkalifornischen Stadt Corona del Mar. Die beiden Freundinnen Mia und Lorrie Ann sind unzertrennlich. Doch als Lorrie Anns Vater stirbt, weiß Mia nicht, was sie für ihre Freundin tun kann. Und dies ist nur der erste von vielen schweren Schicksalsschlägen, die Lorrie Ann treffen werden … Jahre später steht Lorrie Ann plötzlich wieder vor Mias Tür: barfuß, hungrig und vom Leben gezeichnet. Und Mia kann nicht verstehen, wie das Leben ihrer scheinbar makellosen Freundin so aus dem Ruder laufen konnte. Kann es sein, dass sie Lorrie Ann nie wirklich gekannt hat?



Ich hatte mich ja sponta in das Titelbild verliebt und dann den Klappentext nicht mehr wirklich gelesen, als es darum ging, mir im bloggerportal ein neues Rezensionsexemplar auszusuchen. Dementsprechend hatte ich gestern Morgen im Zug erwartet, ein irgendwie locker-schnuffiges Buch zu finden, vielleicht so im Stil von Stephen Kings "Th Body", so eine Teenager-Freundschaft, diein diesem Sommer ihren Zenit erlebt ... Das war es dann doch nicht. Stattdessen habe ich ein Buch bekommen, dass mich dazu veranlasst hat, die drei Kilometer vom Bahnhof zur Arbeit und wieder zurück zu laufen, statt das Fahrrad zu nehmen, damit ich während des Laufens weiterlesen kann.


Mich hat das Buch von Anfang an gefangen genommen. Da sind zuerst einmal Mia und Lorrie Ann, denen man am Anfang begegnet und die so gegensätzlich sind, wie sie nur sein können. Mia, die nüchtern auf das Leben blickt und als Ich-Erzählerin durch das Leben führt, und Lorrie Ann, die Träumerin, die an die große Liebe glaubt. Von Anfang an macht Mia klar, dass es Lorrie Ann schlecht ergehen wird, aber boah, die wird im Laufe des Buchs wirklich von einer miesen Situation in die nächste geworfen! Das ganze wird von Thorpe so schonungslos und ohne jede Regung erzählt, dass man manchmal wirklich schlucken muss. Im Gegensatz macht ausgerechnet Mia einen Abschluss in Yale, wird eine renommierte forscherin und findet ganz allmählich und ohne es eigentlich zu wollen, das Glück, das sie immer finden wollte - nicht zuletzt aber auch dank Lorrie Ann. Das wird Mia aber vermulich nie zeigen, denn es stimmt, was Lorrie Ann mal feststellt - sie braucht die andere eigentlich dazu, um über sich selbst zu sprechen, letztlich ist Lorrie Anns Schicksal für Mia aber fast schon egal, sie mag es nur nicht, nicht daran teil zu haben.


Diese Geschichte einer Freundschaft knüpft Thorpe dann in einem ziemlich dramatischen Hauptteildialog mit großen Fragen nach dem Mutterbild, das wir oder die Gesellschaft haben will, der Frage nach Abtreibung und Sterbehilfe, danach, ob das eigene Glück manchmal wichtiger sein darf als das Glück von anderen. Für mich war das schwere Kost zu lesen, wirklich, aber ich fand die beiden Positionen spannend vertreten, und genau deshalb konnte ich mich wie gesagt gar nicht los reißen.



Ein wirklich, wirklich gutes Buch, das ich euch uneingeschränkt ans Herz lege!

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Taschenbuch)

Die perfekte Freundin

Von: daslesendesatzzeichen Datum: 10.12.2017

https://feinerbuchstoff.wordpress.com

Die Zitate „Unwiderstehlich.“ und „Bezaubernd!“ von Elle und Glamour auf der Rückseite des Buches sind irreführend. Sie sind es deshalb, weil allein die bloße Nennung dieser Lifestyle-Blättchen mich sofort in eine ganz andere Richtung gelenkt hat. „Ah,“ dachte ich. „Also doch eher etwas Seichtes …“

Doch weit gefehlt! Der Erstling „Ein Sommer in Corona del Mar“ von der kalifornischen Newcomerin Rufi Thorpe war immerhin gleich mal nominiert für den International Dylan Thomas Prize und den Flaherty-Dunnan First Novel Prize und enttäuscht den mutigen Leser, der sich trotz Glamour und Elle ins Lesevergnügen stürzt, nicht! Und er ist sicher vieles, aber bestimmt nicht „bezaubernd“ …

Mia und Lorrie Ann sind beste Freundinnen, wahrscheinlich vor allem deshalb, weil sie sehr unterschiedlich sind. Der Roman startet gleich voll durch, es gibt keine Einleitungsphase. Der erste Satz, um einen Eindruck zu vermitteln, was ich meine, lautet:

„Du musst mir einen Zeh brechen“, erklärte ich.

Mia hat nämlich ein akutes Problem. Sie ist in der 10. Klasse und schwanger, und das von einem Kerl, den sie nicht mal besonders toll findet. Daher gibt es auch nur einen Ausweg für die Fünfzehnjährige: Abtreibung in der Frauenklinik. Lorrie Ann muss sie fahren, sie ist glücklicherweise schon sechzehn und hat den Führerschein. Am Tag nach dem Eingriff, das ahnt Mia, wird sie beim Meisterschaftsspiel nicht Softball spielen können. Also soll Lorrie Ann ihr den Zeh brechen, um ihr ein Alibi zu verschaffen.

Zu Beginn des Buches scheint die Freundschaft nicht im Gleichgewicht. Es wirkt, als gäbe es da ein klares Gefälle. Mia ist die verrücktere, unstetere von beiden. Sie ist chaotisch und auf Lorrie Ann angewiesen, denn diese erdet sie immer wieder. Lorrie Ann hat nicht nur eine stabiler wirkende Persönlichkeit, sie hat auch so viel, um was sie von Mia und sämtlichen Mädchen aus Corona del Mar beneidet wird: Sie sieht gut aus, sie ist nett, sie hat Eltern, die sie lieben und die sie sehr liebt, Brüder, mit denen sie sich gut versteht und die sie wiederum abgöttisch lieben.

Mias eigene Mutter ist Kosmetikerin und meistens betrunken. Der Vater ist irgendwann abgehauen und die ein, zwei Male, die Mia ihn pro Jahr sieht, sind meist grauenvoll, weil sich die beiden herzlich wenig zu sagen haben und bemüht sind, dies nicht zu deutlich zu zeigen.

Doch irgendwann drehen sich die Verhältnisse in der Freundschaft um hundertachtzig Grad. Bei Mia geht es bergauf, bei Lorrie Ann beginnen sich die Unglücksmomente zu häufen. Alles beginnt mit dem plötzlichen und gänzlich unerwarteten Tod ihres Vaters. Die Familie, zwischen deren Mitglieder kein Blatt passte, wird in ihren Grundfesten erschüttert und zerbricht langsam, aber sicher an diesem Schicksal. Die „Unglücksgeier“, wie Mia sie bezeichnet, lassen Lorrie Ann nicht mehr in Ruhe, sie klopfen von nun an in regelmäßigen Abständen bei ihr an.

Die ganze Geschichte wird aus Mias Perspektive erzählt. Sie hat mittlerweile eine steile Unikarriere absolviert und lebt und arbeitet heute mit ihrem Freund in Istanbul. Dort erreicht sie auch aus dem Nichts heraus der Telefonanruf von Lorrie Ann, die in der Stadt ist und sich unbedingt mir ihr treffen will. Wie bei jedem Treffen nach jahrelanger Funkstille, muss Mia entsetzt feststellen, dass ihre Freundin noch ein bisschen tiefer gefallen ist. Lorrie Ann, die von ihr ein halbes Leben lang auf einen Thron gehoben und angehimmelt wurde, wirkt wie ein abgestürzter Engel. Drogenabhängig, pleite und sozial völlig am Boden – so steht ihr ehemaliges Jugendidol in Istanbul vor ihr. Was ist nur geschehen?

Rufi Thorpe stellt genaue Charakterstudien an, sie skizziert feinsinnig, wie scheinbar bedeutungslose Situationen ein Leben in eine komplett andere Richtung lenken können, sei es zum Guten oder zum Bösen hin. Keine der beiden Freundinnen hat jemals wirklich eine objektiv falsche Entscheidung getroffen, sie haben immer einfach nur das getan, was ihnen in dem jeweiligen Moment – oft nach langen Gesprächen – am sinnvollsten erschien. Wie so oft ist das Leben aber einfach nicht fair. Das Schicksal hätte sich auch nochmals drehen können und Mia eine Pechsträhne verpassen können – doch sie blieb auf der sonnigen Seite des Lebens. Und doch, denkt man am Ende, ist auch bei Lorrie Ann nicht alles schlecht. Em Ende ist es doch vor allem wichtig, dass man nicht auf der Stelle tritt, dass man jeden Tag seinem Leben eine neue Chance gibt. Auch wenn bislang vieles schief lief, kann der morgige Tag ein guter werden. Man muss ihm nur eine Chance geben.

Und so entwickeln sich die beiden ehemals besten Freundinnen weiter, nicht zusammen, sondern jede für sich. Und sie erkennen ihre eigene Stärke, ihre Persönlichkeit vielleicht gerade deshalb, weil sie nicht mehr zusammenglucken wie früher.

Für mich ist der schonungslose Roman die Überraschung meines Bücherstapels schlechthin, hatte ich mir doch nicht viel mehr als ein paar belanglose angenehme Lesestunden von ihm erwartet – und dabei bietet er einem so viel mehr. Klarer Aufruf: Lesen!

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