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HERKUNFT ist ein Buch über den ersten Zufall unserer Biografie: irgendwo geboren werden. Und was danach kommt.

HERKUNFT ist ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung. Ein Buch über Sprache, Schwarzarbeit, die Stafette der Jugend und viele Sommer. Den Sommer, als mein Großvater meiner Großmutter beim Tanzen derart auf den Fuß trat, dass ich beinahe nie geboren worden wäre. Den Sommer, als ich fast ertrank. Den Sommer, in dem Angela Merkel die Grenzen öffnen ließ und der dem Sommer ähnlich war, als ich über viele Grenzen nach Deutschland floh.

HERKUNFT ist ein Abschied von meiner dementen Großmutter. Während ich Erinnerungen sammle, verliert sie ihre. HERKUNFT ist traurig, weil Herkunft für mich zu tun hat mit dem, das nicht mehr zu haben ist.

In HERKUNFT sprechen die Toten und die Schlangen, und meine Großtante Zagorka macht sich in die Sowjetunion auf, um Kosmonautin zu werden.

Diese sind auch HERKUNFT: ein Flößer, ein Bremser, eine Marxismus-Professorin, die Marx vergessen hat. Ein bosnischer Polizist, der gern bestochen werden möchte. Ein Wehrmachtssoldat, der Milch mag. Eine Grundschule für drei Schüler. Ein Nationalismus. Ein Yugo. Ein Tito. Ein Eichendorff. Ein Saša Stanišić.

»Eines der intelligentesten, geistsprühendsten und - nicht zuletzt - formal innovativsten Bücher dieses Frühjahrs. Eine echte Freude zu lesen!«

Denis Scheck / Das Erste "druckfrisch" (17. März 2019)

eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-16324-2
Erschienen am  18. März 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Kreatives Ende und tolle Botschaft

Von: Nina's Bücherbasar

23.05.2019

HERKUNFT ist ein Buch, zum dem ich hauptsächlich aus einem bestimmten Grundgegriffen habe: Jugoslavien. Das begründet sich daraus, dass ich bisher wenig Ahnung von den Balkankriegen hatte und das nach einer Reise nach Kroatien und Bosnien gerne ändern wollte. Der Autor beschreibt in diesem Buch seine eigene Vergangeheit so detailliert und intensiv, dass man am Ende das Gefühl hat, diesen eigentlich wildfremden Menschen sehr gut zu kennen. Gleichzeitig schafft er es auch, wichtige politische Themen anzusprechen und ein Statement zu setzen, mich nachdenklich zu stimmen. Besonders die Geschichte um seine demente Großmutter war für mich unglaublich bewegend und ist sehr gut erzählt worden. Das große Problem dieses Buches ist weder sein Inhalt noch sein etwas eigenwilliger Schreibstil mit kurzen und abgehackten Sätzen. Vielmehr ist der Aufbau des Buches und seine Sortierung der Kapitel scheinbar so willkürlich und chaotisch, dass man nicht immer der Handlung folgen kann und viele Zusammenhänge nicht erkennt. Das stört den Lesefluss enorm und sorgt trotz einfacher Sprache dafür, dass man länger als nötig braucht, um das Buch zu lesen. Großer Pluspunkt ist dann aber noch der Epilog gewesen, bei dem man als Leser selbst entscheiden konnte, wie die Geschichte ausgehen soll. Angelehnt an diverse Kinder- und Jugendbücher die nach diesem Entscheidungsschema geschrieben wurden, lockert das alles nochmal auf und hinterlässt ein positives Gefühl mit glücklichen Kindheitserinnerungen. Denn obwohl Autor Saša Stanišić in einem ganz anderen Land geboren und auch ein paar Jährchen älter ist als ich, zeigt das nur, wie viele Gemeinsamkeiten Menschen haben können, egal wo sie ursprünglich geboren wurden. Danke dafür. 4/5 Sterne Vielen Dank an das Bloggerportal und den Lucherhand Verlag für das Rezensionsexemplar

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Ein besonderes Buch - sehr lesenswert!

Von: Nicoles Bücherwelt

14.04.2019

Über Herkunft und Heimat… HERKUNFT ist ein Buch über den ersten Zufall unserer Biografie: irgendwo geboren werden. Und was danach kommt. HERKUNFT ist ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung. Ein Buch über Sprache, Schwarzarbeit, die Stafette der Jugend und viele Sommer. Den Sommer, als mein Großvater meiner Großmutter beim Tanzen derart auf den Fuß trat, dass ich beinahe nie geboren worden wäre. Den Sommer, als ich fast ertrank. Den Sommer, in dem Angela Merkel die Grenzen öffnen ließ und der dem Sommer ähnlich war, als ich über viele Grenzen nach Deutschland floh. HERKUNFT ist ein Abschied von meiner dementen Großmutter. Während ich Erinnerungen sammle, verliert sie ihre. HERKUNFT ist traurig, weil Herkunft für mich zu tun hat mit dem, das nicht mehr zu haben ist. In HERKUNFT sprechen die Toten und die Schlangen, und meine Großtante Zagorka macht sich in die Sowjetunion auf, um Kosmonautin zu werden. Diese sind auch HERKUNFT: ein Flößer, ein Bremser, eine Marxismus-Professorin, die Marx vergessen hat. Ein bosnischer Polizist, der gern bestochen werden möchte. Ein Wehrmachtssoldat, der Milch mag. Eine Grundschule für drei Schüler. Ein Nationalismus. Ein Yugo. Ein Tito. Ein Eichendorff. Ein Saša Stanišić. (Quelle: Klappentext) „Diese Geschichte beginnt mit dem Befeuern der Welt durch das Addieren von Geschichten. Nur noch eine! Nur noch eine! Ich werde einige Male ansetzen und einige Enden finden, ich kenne mich doch. Ohne Abschweifung wären meine Geschichten überhaupt nicht meine. Die Abschweifung ist Modus meines Schreibens. My own Adventure.“ – Seite 34, eBook Auf dieses besondere Buch aufmerksam wurde ich durch einen Bericht im Rahmen der Leipziger Buchmesse – der unheimlich gut geschriebene Klappentext führte dazu, dass ich dieses Buch sehr gern lesen wollte. „Herkunft“ ist ein Buch mit einer guten Mischung aus vielen biografischen Abschnitten und interessanten Essays, in denen Saša Stanišić über Momente aus seinem Leben und das seiner Vorfahren erzählt. Besonders seine Groß- und Urgroßeltern spielen dabei eine zentrale Rolle. Er berichtet über Erlebnisse aus seiner Kindheit in Jugoslawien – einem Land, das es heute nicht mehr gibt, über die Flucht vor dem Bosnienkrieg, die ihn und seine Eltern 1992 nach Heidelberg führte und über die Bedeutung von Heimat und Herkunft. Zentrale Punkte in dem Buch sind u.a. sein Besuch bei seiner Großmutter im Jahr 2009 in Visegrad. Sie zeigt ihm ein Ort, mit dem sie viele Erinnerungen verbindet: Oskorusa - ein kleines Dorf in den bosnischen Bergen, in dem nur noch dreizehn Menschen leben. „Ihre Hände, dieses Haus, Oskorusa. Der bitter-süße Tag mit den Lebenden und den Toten, einer leibhaftigen Schlange oder einem symbolischen Tier. Das Picknick am Grab meiner Urgroßeltern. Das alles ist eine Art Urszenerie geworden für mein Selbstporträt mit Ahnen. Es ist auch ein Porträt meiner Überforderung mit dem Selbstporträt.“ – Seite 45, eBook Saša Stanišić erzählt über Herkunft und was diese bedeutet. Der Schreibstil ist locker – gleichzeitig aber auch detailreich und fesselnd. Nach und nach erfährt der Leser etwas über das Thema Herkunft und wie viele Facetten diese eigentlich hat. Daneben schildert der Autor, der heute in Hamburg lebt, viele interessante und auch mal rührende Anekdoten aus dem Leben seiner Verwandten und natürlich aus seinem eigenen Leben: Begegnungen, Momente und Erinnerungen. Mal wahr und mal fiktiv. Gleichzeitig regt das Buch aber auch zum Nachdenken an. Das Buch ist nicht chronologisch geschrieben – die Blickwinkel wechseln ständig zwischen verschiedenen Momenten in Vergangenheit und Gegenwart. Eigentlich finde ich diese Art oftmals sehr verwirrend, hier aber nicht. Dieser Stil passt zu diesem besonderen Roman sehr gut. Mein Fazit: Ein besonderes Buch, das mit seiner Mischung aus Erzählungen und vielen biografischen Abschnitten mitreißend geschrieben ist. Im lockeren Schreibstil erzählt Saša Stanišić über die Herkunft und dessen Bedeutung, schildert Begebenheiten aus seinem Leben und das seiner Ahnen. Mal interessant, mal anrührend und mal ernst, mal zum Staunen und Nachdenken – alles ist dabei. Sehr lesenswert!

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Vita

Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad (Jugoslawien) geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Sein Debütroman »Wie der Soldat das Grammofon repariert« wurde in 31 Sprachen übersetzt. Mit »Vor dem Fest« gelang Stanišić erneut ein großer Wurf; der Roman war ein SPIEGEL-Bestseller und ist mit dem renommierten Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet worden. Für den Erzählungsband »Fallensteller« erhielt er den Rheingau Literatur Preis sowie den Schubart-Literaturpreis. Saša Stanišić lebt und arbeitet in Hamburg.

Zur AUTORENSEITE

Events

28. Mai 2019

Lesung

19:00 Uhr | Wuppertal | Lesungen
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29. Mai 2019

Lesung mit Sasa Stanisic

19:30 Uhr | Frankfurt | Lesungen
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05. Juni 2019

Lesung mit Sasa Stanisic

19:00 Uhr | Aalen | Lesungen
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06. Juni 2019

Lesung

19:00 Uhr | Karlsruhe | Lesungen
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11. Juni 2019

Lesung mit Sasa Stanisic

20:00 Uhr | Hamburg | Lesungen
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12. Juni 2019

Lesung

19:30 Uhr | Oldenburg | Lesungen
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13. Juni 2019

Lesung mit Sasa Stanisic

19:30 Uhr | Lüneburg | Lesungen
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19. Juni 2019

Lesung

20:15 Uhr | Berlin | Lesungen
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20. Juni 2019

Lesung

19:30 Uhr | Leipzig | Lesungen
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26. Juni 2019

Lesung

19:30 Uhr | Bolanden | Lesungen
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27. Juni 2019

Lesung

19:30 Uhr | Westerburg | Lesungen
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17. Juli 2019

Lesung mit sasa Stanisic

19:00 Uhr | Düsseldorf | Lesungen
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18. Juli 2019

Lesung mit sasa Stanisic

19:30 Uhr | Mönchengladbach | Lesungen
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06. Aug. 2019

Gespräch mit Sasa Stanisic

18:00 Uhr | Berlin | Lesungen
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07. Aug. 2019

Lesung mit Sasa Stanisic

Osnabrück | Lesungen
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30. Okt. 2019

Lesung mit Sasa Stanisic

20:00 Uhr | Dossenheim | Lesungen
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06. Nov. 2019

Lesung mit Sasa Stanisic

20:00 Uhr | Lesungen
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07. Nov. 2019

Lesung mit Sasa Stanisic

20:00 Uhr | Schwabach | Lesungen
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27. Nov. 2019

Lesung mit Sasa Stanisic

19:30 Uhr | Rosenheim | Lesungen
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Pressestimmen

»Klug, herzzerreißend, verrückt. Mehr geht nicht. Unbedingt lesen!«

Natascha Geier / NDR Fernsehen "Kulturjournal" (18. März 2019)

»Dass ein Buch wichtig sei, sagt sich leicht, dieses ist, gerade heute, gerade hier, von großer Bedeutung.«

Richard Kämmerlings / Die Welt (16. März 2019)

»Wenn es sie gibt, die goldene Generation der deutschen Gegenwartsliteratur mit Migrationshintergrund, dann ist Saša Stanišić ihr Libero.«

Ijoma Mangold / DIE ZEIT (14. März 2019)

»Mit kräftigen Farben malt Stanišić seine Ahnengalerie und die eigene Geschichte, aber nicht mit einem Behördenbleistift, sondern mit einem buschigen Pinsel.«

Daniel Kaiser / NDR Info (13. März 2019)

»Einer der tollsten Erzähler überhaupt!«

Kristian Thees / SWR3 (11. Mai 2019)

»Saša Stanišić ist ein moderner Bänkelsänger, der beste, den wir haben, das beweist er hier einmal mehr.«

Thomas Hummitzsch / Rolling Stone (28. Februar 2019)

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