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Streetkid Fluch und Segen, ein Kelly zu sein

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-21182-0

Erschienen: 15.05.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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In den Neunzigerjahren füllen Jimmy Kelly und seine Geschwister die größten Hallen und Stadien in Deutschland, verkaufen mehrere Millionen CDs und verdienen ein Vermögen. Doch der Erfolg hat seinen Preis: Der "Family" muss sich jeder unterordnen. Erst nach dem Tod des Vaters, der innerhalb der Familie die Fäden fest in der Hand hielt, schafft Jimmy Kelly den Ausstieg aus der Familienband – und steht vor dem Nichts, denn das Erbe ist weg. In seiner Not besinnt er sich auf seine Wurzeln und zieht wieder als Straßenmusiker durchs Land. In Streetkid erzählt er erstmals, wie er aus seiner größten persönlichen Krise zu seiner wahren Berufung und zu sich selbst findet. Ehrlich, menschlich, sehr persönlich!

Jimmy Kelly (Autor)

Jimmy Kelly, eigentlich Victor James Kelly, wurde 1971 in Talavera de la Reina, Spanien, geboren. Als Mitglied der berühmten Kelly Family, einer einzigartigen Familienband, wurde er in den Neunzigerjahren zum Popstar und Teenie-Idol. Jimmy kehrte zu seinen Wurzeln zurück und spielt seit 2007 wieder auf den Straßen Europas sowie in Kleinkunsttheatern und auf Festivals. Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in der Nähe von Aachen.


Patricia Leßnerkraus (Autorin)

Patricia Leßnerkraus, 1962 in Gießen geboren, arbeitete zunächst in der Redaktion des Bonner Außenbüros von Studio Hamburg, bevor sie 1989 ins Parlamentsbüro von Bunte wechselte, das sie sieben Jahre leitete. Ende 1999 zog die zweifache Mutter nach Stuttgart und arbeitet seither freiberuflich als Journalistin, Buchautorin und Medienberaterin.

eBook (epub)
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ISBN: 978-3-641-21182-0

€ 15,99 [D] | CHF 19,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne

Erschienen: 15.05.2017

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Paperback)

Ehrlich und persönlich

Von: Nicole W. Datum: 27.09.2017

www.lilstar.de

Ich war früher in den 90ern bis in die 2000er Jahre hinein großer Fan der Kelly Family und auf etlichen Konzerten. Damals erfuhr man nur recht wenig über die berühmte Musikerfamilie und privates schon gar nicht. Nun, Jahre später, bin nicht nur ich erwachsener geworden, sondern auch die Mitglieder dieser einzigartigen Musikerfamilie. Sie haben gelernt Individuen zu sein und alleine zu agieren. Genau darüber hat nun Jimmy Kelly ein Buch geschrieben. Er beschreibt in seinem Buch die Abnabelung von seiner Familie nach dem großen Erfolg und wie er es geschafft hat seinen eigenen Weg und seine eigene Identität zu finden.

Man kann es sich gar nicht vorstellen, dass die Kelly Family, die in den 90er Jahren Millionen von Platten verkauft, tausende von Konzerten gegeben und Rekorde gebrochen hat, nur wenige Jahre später pleite sein soll. Genau so war es allerdings und so stand Jimmy Kelly Mitte der 2000er Jahre nicht nur ohne Job und ohne seine Geschwister da, sondern auch absolut pleite. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits seine Frau Meike an seiner Seite, ebenso wie zwei kleine Töchter. Und er konnte weder seine Miete bezahlen, noch garantieren, wie in der nächsten Woche das Essen auf den Tisch kommen sollte.

Das ist bestimmt der Alptraum eines jeden Familienvaters, wie man sich vorstellen kann. Aber für jemanden wie Jimmy Kelly, der nie einen festen Beruf erlernt hatte und sich außerdem nie um Geld scheren musste, muss dies ein absoluter Tiefschlag gewesen sein.
Genau so beschreibt er diese Zeit auch. Ich war überrascht ob seiner ehrlichen und offenen Worte. Der Weg dahin fiel ihm aber auch oft nicht leicht und genau das beschreibt er auch.

Jimmy war schon soweit auf der Straße zu spielen, aber trotzdem gestand er in der Öffentlichkeit immer noch nicht, wieso er dies tat, dass er pleite war. Es brauchte erst ein sehr ernüchterndes Ereignis, dass ihn dazu brachte offen zu reden und zuzugeben, dass die Kellys pleite sind, dass vom einigen Ruhm nicht mehr viel übrig war.
Jimmy beschreibt diese Erkenntnis ganz klar und ungeschönt in einem Kapitel dieses Buches. Und man nimmt ihm seine Worte ab.

Jimmy Kelly erzählt hier mit Hilfe von Patricia Leßnerkraus generell nicht wirklich chronologisch. Er erzählt seine Geschichte zwischen dem großen Erfolg der Kelly Family bis hin zum großen Comeback im letzten Jahr häppchenweise in Form von kurzen Kapiteln. Tatsächlich sind diese zum größten Teil chronologisch, aber nicht in der Hauptsache.
Tatsächlich geht es in den vielen Kapiteln um Ereignisse, die ihn wachgerüttelt haben, die ihm geholfen haben auf den Weg zu kommen, den er schlussendlich beschritten hat.

Jimmy ist wieder zurück auf die Straße gegangen und hat sich hart erarbeitet was er sich aufgebaut hat. Er beschreibt seinen Weg nach dem großen Erfolg, als er sich als Opfer eines Systems sah, als er versuchte die Schuld bei jemand anderem zu suchen. Er beschreibt, wie er es geschafft hat aus diesem Sumpf aus Selbstmitleid heraus zu kommen und über seinen eigenen Schatten zu springen. “Ignore the moods” – dieser Spruch wurde zu seinem Motto, was bedeutete, dass er sich einfach zusammen riss, ungeachtet von Wind, Wetter und Launen und einfach sein Ding durchzog. Er erzählt, wie er sich sein neues Leben mit seiner eigenen Band, dem Street Orchestra, aufgebaut hat, wie er wieder auf einen guten und erfolgreichen Weg kam.
Dabei erleben wir auch mit, was Jimmy mit dem titelgebenden Spruch “Fluch und Segen ein Kelly zu sein” meint.

Ich habe dieses Buch als recht emotional erlebt, eben weil ich fand, dass Jimmy hier sehr offen und persönlich seinen Weg schildert und das muss ich ihm hoch anrechnen.
Natürlich spielt auch seine Familie eine Rolle in diesem Buch. Aber nicht nur ausschließlich und genau das ist auch der Grund, warum dieses Buch doch sehr, sehr lange brauchte, bis es endlich erscheinen konnte, denn der erste Entwurf befasste sich zum größten Teil mit der Kelly Family und das sollte es ja eben nicht. Dieses Buch befasst sich mit Jimmy Kelly, dem Streetkid. Es setzt quasi dort ein, wo der große Erfolg der Kelly Family endete und es hört auf, kurz bevor die Kellys sich wieder als Band zusammen fanden.

Jimmy lässt uns in seinen Kopf, lässt uns seinen inneren Wettstreit miterleben und das hat mir sehr gefallen mir Jimmy als Menschen nahe gebracht.

Das Buch ist eine broschierte Ausgabe mit unheimlich vielen, schönen Fotoaufnahmen und einem sehr schönen Vorwort von Thomas Stachelhaus, einem seit Jahren befreundeten Fotografen der Familie und engen Freund.

Fazit

Jimmy Kelly hat mit seinem Buch Streetkid – Fluch und Segen ein Kelly zu sein wahnsinnig private Einblicke in sein Leben gegeben. Wir erleben ihn zu einer Zeit, als er ganz unten war und sich nur mühsam wieder nach oben arbeitete. Sehr persönlich und sympathisch, aber immer menschlich gewährt uns Jimmy hier Einblicke in sein Leben nach dem großen Erfolg der Kelly Family. Nicht nur für Kelly-Fans oder ehemalige lesenswert, sondern für jeden, der ebenfalls seinen inneren Schweinehund zu überwinden versucht und sich selbst finden will.

Bericht über die Rückkehr zur Straßenmusik

Von: tination Datum: 16.08.2017

https://booksoftination.wordpress.com/

Das Buch: Jimmy Kelly, einst erfolgreich mit der Kelly Family, steht nach Erbstreitigkeiten am Rande der Existenz. Da beschließt er, dass zu tun, was er schon als kleines Kind machte, um Geld zu verdienen: Straßenmusiker. Jimmy Kelly erzählt in diesem Buch über seine Rückkehr zur Straße, Begebenheiten während dieser Zeit, Geschichten rund um das Musizieren. Und letztendlich auch ein wenig den Weg zu sich selbst.

Das Fazit: Rezension über wahre Begebenheiten und Erzählungen sind immer schwierig. Noch dazu als kleiner Kelly Family Fan. Da kennt man die Person Jimmy Kelly schon etwas länger. Und tatsächlich hatte ich das Gefühl, dass Jimmy mir mit seinem Akzent dieses Buch in meinem Kopf vorlesen würde.

Jimmy erzählt in recht kurzen Kapiteln vorwiegend über seine Zeit als Straßenmusiker. Viele kleine Ereignisse bilden ein rundes Etwas. Leider fehlt doch ein Tick Tiefgründigkeit. Natürlich erzählt er, warum er die Entscheidung traf, wieder auf der Straße zu singen. Mit allen Konsequenzen. Doch es scheint alles nur Friede-Freude-Eierkuchen. Es fehlt dieser der letzte Biss. Ein wenig schien dieser Biss in den ersten Kapiteln durch, als er Parallelen zu seiner Vergangenheit zog. Doch leider hielt dies nicht länger an. Dann folgten viele Geschichten der Straße, die auch ab und zu im zeitlichen Rahmen umsortiert wurden, um das Buch runder zu machen.

Die einzelnen Geschichten reihen sich aneinander. Doch sie bleiben kaum hängen. Sie bringen zum Teil den Leser zum Lächeln, manchmal sind sie traurig. Aber es bleiben kleine Episoden.

Im letzten Viertel des Buches dreht es sich eher um die Entstehung und Entwicklung der Folkband. Interessanterweise setzt sich diese Band aus sehr unterschiedlichen Straßenmusikern zusammen. Und ich könnte mich heute noch ärgern, dass ich damals,2009, nicht zu dem Konzert von Jimmy Kelly und Band in einer Bar in unserer Stadt ging. Aber sei es drum: dieses Datum gab mir ein wenig Halt in der zeitlichen Anordnung von Jimmys Erzählungen. Denn es werden kaum Daten oder Jahreszahlen genannt. Dies bleibt doch ein wenig schwammig zurück. Siehe Punkt Tiefgründigkeit.

Ein wenig cheesy wird es dann doch Richtung Ende des Buches. Nämlich dann, wenn Jimmy von seinem Trip nach Lourdes und dem Grab seiner Mutter erzählt. Doch das gehört irgendwie zu ihm dazu. Denn erst dann fand er Frieden mit sich, seiner Familie und der Welt. Dann ist es auch wieder in Ordnung.

Geschrieben wurde dieses Buch sehr einfach. Jimmy, mit der Hilfe von Patrica Leßnerkraus erzählt sehr simpel seinen Lebensabschnitt. Klar wird dies in der Danksagung. Da entschuldigt sich Jimmy sogar für seine Sprache. Dies hätte er so durchgesetzt. Und das macht ihn wieder sehr sympathisch. So wirkt er eigentlich im ganzen Buch über.

Gestalterisch ist dieses Buch wunderbar aufgebaut. Viele Fotos von Thomas Stachelhaus schmücken das Buch, dass doch in einem ungewöhnlichen Format daherkommt (und schwer ist!). Leider kann man hier schnell die kurze Bemerkung auf der Seite vor dem Inhaltsverzeichnis überlesen. Denn da steht, was eigentlich offensichtlich ist: die Fotos haben nichts mit den Erzählungen im Buch zu tun. Manchmal haben sie den Anschein. Mehr nicht. Denn wirklich, wenn man pleite ist, hat man keinen Fotografen an seiner Seite um die Geschichten zu fotografieren. Aber die vier oder fünf Orte, wo der Fotograf Jimmy begleitete (für die Fotos zum Buch) reichen völlig aus, um das Feeling der Straßenmusik und von Jimmy dem Leser näher zu bringen. Dieses Buch ist das Beste Beispiel, dass gute Bilder ein Buch wahnsinnig aufwerten können.

Zusammenfassend bringt dieses Buch doch einen guten Blick hinter die Kulissen. In die Zeit nach der Kelly Family und all dem Ruhm. Man kann Jimmys Freude am Leben sehr spüren. Und die Aufmachung des Buches ist eh gelungen.

3 Sterne + 1 Stern, da ich ein großes Kelly-Herz habe

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