Wenn der Mond am Himmel steht, denk ich an dich

Ab 13 Jahren
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Eine gefährliche Liebe ...

Die 15-jährige Farrin hat eine Menge Geheimnisse. Denn obwohl sie auf eine Schule für Hochbegabte geht und aus einer angesehenen und wohlhabenden Familie stammt, ist es nach der islamischen Revolution besser, sich möglichst unauffällig zu verhalten. Zumal ihre Mutter eine Schah-Anhängerin war und ist. Aber dann begegnet sie Sadira und alles ändert sich mit der Freundschaft zu dem klugen, witzigen und beherzten Mädchen. Als aus ihrer Freundschaft allerdings mehr wird, wissen beide, dass sie einen gefährlichen Weg einschlagen: Homosexualität steht im Iran unter Todesstrafe. Doch ihre Beziehung wird publik und beide werden inhaftiert. Getrennt von Sadira kann Farrin nur hoffen, dass ihre Familie einen Weg findet, sie vor der Hinrichtung zu retten – sie beide.

"Ein sehr poetischer, aufrüttelnder Roman [...]. Ein packendes Buch, zumal man weiß, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt."

Der Tagesspiegel (03. Dezember 2015)

Aus dem Englischen von Edith Beleites
Originaltitel: Moon at Nine
Originalverlag: Pajama Press, CA
eBook epub (epub), 1 s/w Abbildung
ISBN: 978-3-641-15498-1
Erschienen am  02. November 2015
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

[Rezension] Deborah Ellis - Wenn der Mond am Himmel steht, denk ich an dich

Von: MissRose1989

02.01.2019

Farrin ist 15 und ihr Leben bestimmt vor allem ihr Umfeld, ihre Familie zählt zu den besser betuchten Familien im Iran und sie besucht eine Schule für bessere Mädchen. Ihre Eltern reden immer wieder auf sie ein, dass sie nur nicht auffallen soll, weil sie Anhänger des Schahs sind und das kann im Iran ein Todesurteil sein, auch andere Sachen in ihrem Leben muss sie vor Andere verbergen. Doch dann begegnet Farrin Sadira, die sie sofort in ihren Bann zieht und Farrin beginnt ihr Leben zu ändern, aber ihre Freundschaft wird mehr und auch das kann im Iran tödlich sein... Mit "Wenn der Mond am Himmel steht, denk ich an dich" schafft Deborah Ellis ein Buch, was wirklich schwere Kost ist. Das Buch schafft es bereits in den ersten Seiten, den Leser emotional mit in die Geschichte zu ziehen. An der Stelle nehme ich einfach mal die Widmung des Buches, die schon vieles aussagt: ,,Für alle, die vernichtet wurden, weil sie geliebt haben, und alle, die noch lieben und der Unterdrückung tanzend und lachend entgegentreten.“ - Aus,,Wenn der Mond am Himmel steht, denke ich an dich“ von Ellis, Deborah, cbj-Verlag Nicht nur, dass sich das Lebensumfeld schon durch die Revolution durchgeschüttelt ist, auch der Zwiespalt zwischen der Loyalität zur Familie und der eigene Entfaltung macht Farrin sehr zu schaffen. Doch Sadira verändert alles und genau das ist es, was Farrin und sie in grosse Gefahr bringen wird... Die Widmung im Buch lässt schon darauf schliessen, dass das Buch eine schwierige Geschichte enthält und auch die Altersangabe ist mit 13 Jahre ist etwas tief gegriffen, weil das Buch schon viele Fragen aufwirft und auch die Liebe zwischen den Beiden, die so nicht erblühen darf, weil es illegal im Iran ist, lässt den Leser einfach mitfühlen, weil man emotional tief in die Geschichte geführt wird. Das Buch zeigt, dass das Leben von Farrin in vielen Facetten sehr komplex ist und gerade die Macht der Familie und des Staats ist allgegenwärtig und das macht es für Farrin sehr schwierig. Der Stil von Deborah Ellis ist fesselnd, aber auch eindringend, man legt das Buch nicht wirklich gerne aus der Hand und die Geschichte ist einfach so gut durchdacht, auch wenn das Ende etwas offen bleibt, was aber vielleicht auch im Leben so ist. Das Buch steckt so voller Tragik und ist auch traurig, aber das passt auch in die ganze Geschichte. Man mag vielleicht meinen, bei nicht mal 250 Seiten, die zu lesen sind, wäre die Geschichte nicht ausreichend betrachtet, aber genau das täuscht, weil das Buch einfach über die Seiten hinaus zum Nachdenken anregt und auch das Lebensbild verändern kann, weil der Unterschied zwischen unsere Einstellung in Deutschland und der im Iran ist schon immens. Man behält die Geschichte im Kopf und denkt immer wieder an Farrin und Sadira, die einfach zwei sehr authentische und tiefgehende Protagonisten sind. Fazit: "Wenn der Mond am Himmel steht, denk ich an dich" ist ein Buch, was keine leichte Kost ist, es scheidet viele Themen an, über die man sonst nicht offen im Iran anspricht und auch die beiden Protagonisten hinterlassen ein tiefes Gefühl und man leidet sehr mit den Beiden, einfach weil sie zeigen, wie schwer es sein kann, wenn das Umfeld gegen die Liebe ist und auch das Gesetz das als "schlecht" oder "unrein" empfindet und auch, wie gefährlich lieben in anderen Länder der Erde sein kann.

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Es hat mich zerstört.

Von: queerBUCH

25.01.2018

Nicht überall geht es uns so gut wie in Deutschland, in Europa, in fast der gesamten westlichen Welt. Diese oder ähnlich Worte hören wir oft und führen sie uns dennoch viel zu selten vor Augen. In diesem Beitrag geht es um das Thema »Homosexualität im Iran«, welches Deborah Ellis in ihrem neuen Jugendbuch Wenn der Mond am Himmel steht, denk ich an dich behandelt. Anders als bei uns ist Homosexualität dort nicht nur illegal, sondern steht sogar bis heute unter Todesstrafe. Als wäre das nicht schlimm genug, basiert ihre Geschichte auf einer wahren Begebenheit. Kurzbeschreibung Inhalt Wir schreiben das Jahr 1988. Es ist das Jahr, in dem der Krieg zwischen dem Iran und dem Irak endet, nachdem unzählige Männer und Jungen an der Front ihr Leben verloren haben oder verwundet worden sind. Die Revolution ist in vollem Gange. Die 15-jährige Farrin geht auf eine Schule für hochbegabte Mädchen. Die Devise lautet: Bloß nicht auffallen. Ihre Eltern sind leidenschaftliche Schah-Anhänger, obwohl dieser von der Revolution längst abgelöst worden ist. Eines Tages begegnet sie der neuen Schülerin Sadira, die sie sofort in ihren Bann zieht. Zum ersten Mal hat Farrin eine echte Freundin, mit der sie alles teilen kann. Zwischen den beiden entwickelt sich mehr, und ohne zu wissen, wie ihnen geschieht, haben sie bald viel größere Sorgen als Schulnoten oder ihrer Aufseherin eins auszuwischen. Meine Meinung Dieses Buch hat mich fertiggemacht. Es fängt ganz leicht an, in einfacher Sprache folgen wir Farrin durch ihren Alltag und erleben dabei ihre unbedarfte und teils naive Sichtweise auf die Lebensrealität Ende der 80er im Iran. Sie schreibt Geschichten, liest heimlich amerikanische Literatur und denkt nicht im Geringsten daran, dass ihr etwas Schlimmes passieren könnte, abgesehen von der Zurechtweisung durch ihre Mutter. Zu Beginn hat man das Gefühl, eine leichte Young Adult Geschichte vor sich zu haben, die fast eher für jüngere Teenager geschrieben wurde; auch die geringe Seitenanzahl ließ mich das vermuten. Ich habe also trotz der Thematik keinen großen Tiefgang erwartet. Wie sehr ich mich da getäuscht habe. Der einfache, blauäugige Schreibstil verstärkt den Schrecken noch, den man hier miterlebt. Die Heftigkeit der Ereignisse wird dadurch real, dass die Protagonistin nie geglaubt hätte, dass so etwas tatsächlich passieren würde. Den LGBT-Teil finde ich auch wahnsinnig gut umgesetzt. Das Wort »Homosexualität« wird in Farrins Umgebung nicht auch nur ein einziges Mal gebraucht, vielmehr wird deutlich, dass die Existenz von gleichgeschlechtlicher Liebe totgeschwiegen wird. Farrin weiß überhaupt nicht, dass es so etwas gibt, was das ist oder dass ihre Liebe von anderen als etwas Sittenwidriges betrachtet werden könnte. Sie liebt einfach. So, wie es hoffentlich mal in unserer Welt die Normalität sein wird. Dass sich junge Menschen einfach verlieben und das als gegeben hinnehmen, ohne gleich in große Grübeleien und Kategorisierungen zu verfallen. Dass bei unserer Liebe kein Unterschied mehr gemacht wird und sie als die großartige Eigenschaft der Menschen gesehen wird, die sie ist. Ich schätze, das ist hier die Ausprägung der Erziehung und der Gesellschaft. Wo nichts offensichtlich schlecht geredet wird, kann auch nichts von Anfang an als falsch betrachtet werden. In diesem Fall wird das Farrin aber zum Verhängnis. Hätte sie es besser gewusst, wäre sie mit ihrem Mut und Selbstbewusstsein vielleicht vorsichtiger gewesen. Noch heute steht Homosexualität im Iran unter Todesstrafe. Zeugenaussagen reichen zur Verurteilung schon aus. Typische Vorgehensweisen wie »Nenn mir weitere Namen, dann wirst du verschont« tauchen auch in dieser Geschichte auf. Deborah Ellis ist der »echten« Farrin auf einer ihrer Reisen begegnet; das heißt, sie hat es entgegen unzähliger anderer Schicksale irgendwie geschafft, zu überleben. Das Buch endet mit so einem Knall, mit so einer Wucht, und lässt einen dann hängen. Ich lasse mir nach dem Lesen eines Buchs gern ein paar Tage zeit, bevor ich die Rezension schreibe, um das Erlebte etwas sacken zu lassen und mich auch im Nachgang noch etwas damit auseinanderzusetzen. Ich kann nicht aufhören, an die echte Farrin zu denken. Wie es ihr wohl ergangen ist, ob sie heute glücklich ist. Ihre Geschichte hat mich so betroffen gemacht, dass ich nicht aufhören kann darüber nachzudenken, wie so etwas in unserer heutigen Welt überhaupt möglich ist (so lange ist 1988 schließlich noch nicht her). Ich kann nur hoffen, dass sich diese Situation für Frauen und Homosexuelle irgendwann ändert; dort und in den vielen anderen Ländern auf der Welt, in denen sie unterdrückt und verfolgt werden. Fazit Wenn der Mond am Himmel steht, denk ich an dich* ist eine Geschichte, die leicht anfängt und mit einem schweren Gefühl im Magen endet. Es ist vielleicht nicht die richtige Lektüre für einen lockeren Tag im Liegestuhl, sondern nimmt einen ganz schön mit. Ich finde es wichtig, dass wir uns immer wieder vor Augen führen, dass unser Weg zur Akzeptanz noch lange nicht zu Ende ist und viele Länder in dieser Entwicklung noch meilenweit zurückliegen. Dass Deborah Ellis die Geschichte von Farrin erzählt und mit uns teilt, ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Mehr zur Rechtslage »Homosexualität im Iran« findet ihr auf der Internetseite der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), der ich auch die Informationen dieses Beitrags entnommen habe. Humor: ●○○○○ Anspruch: ●●●○○ Spannung: ●●●●○ Liebe: ●●●●○ Erotik: ●○○○○ Originalität: (kann aufgrund der wahren Begebenheit nicht bewertet werden) Meine Wertung: 4/5 Sterne

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Vita

Deborah Ellis ist Schriftstellerin und Psychotherapeutin in Toronto, wo sie die Organisation »Frauen für Frauen in Afghanistan« gründete. 1999 verbrachte sie viele Monate in afghanischen Flüchtlingslagern in Pakistan und Russland, wo ihre vielbeachtete Afghanistan-Trilogie „Die Sonne im Gesicht“/“Allein nach Mazar-e Sharif“/“Am Meer wird es kühl sein“ entstand.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

"Ein sehr lesenswerter zeitgeschichtlicher und politisch geprägter Einblick in ein anderes Land, eine andere Kultur."

BÜCHER Magazin (27. November 2015)

"Ein ganz wunderbares und wertvolles Buch, das lange nachklingt."

"Der Roman hat einen wirklich starken Eindruck bei mir hinterlassen und ich war sehr berührt."

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