1968

Drei Generationen - eine Geschichte

(8)
Hardcover
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»Es ist nun an unseren Kindern, die Kämpfe für eine gerechtere Welt auszutragen.« (Claus Koch)

»Die Eltern legten das Land in Schutt und Asche. Dann bauten sie es wieder auf, bis ihre Kinder 1968 in Berlin und anderswo es noch einmal anzünden wollten. Um damit die Vergangenheit endlich zum Schweigen zu bringen. Und ihre Kinder? Können sie, jenseits von Stillstand und trügerischer Ruhe das Land noch einmal zu neuem Leben erwecken?«
Revolte mit Langzeitwirkung: »1968« ist die Geschichte dreier Generationen, die sich in allem unterscheiden und doch so ähnlich sind. Rasant erzählt wie ein Roadmovie, das in den 1950er-Jahren seinen Ausgangspunkt findet. Claus Koch, selbst 68er, nimmt seine Leser mit durch die wilden 60er-Jahre bis zu den Kindern und Enkeln der 68er.

  • Der Mythos 68 und seine Folgen

  • Das Erbe der 68er verstehen

  • Das politische Projekt des Aufbegehrens – und was das heute bedeutet

  • Was 1968 und 2018 generationsübergreifend miteinander zu tun haben


Hardcover mit Schutzumschlag, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-579-08655-2
Erschienen am  26. Februar 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Die Psychologie von 1968

Von: Franziska_J

23.12.2018

„Aber für uns, die jungen Leute, die Schüler und Studenten, die Arbeiter, die sich mancherorts spontan anschlossen, fühlte es sich in diesen Tagen manchmal tatsächlich so an, als würde die Revolution unmittelbar bevorstehen.“ 1968 – ein Jahr der Proteste und der Aufstände, die in die Zeitgeschichte eingegangen sind. Heute, 50 Jahre später, sind bereits genügend Sachbücher und auch Filme, die Fakten und die Chiffre 68 beschreiben, erschienen. Claus Koch, Diplompsychologe und selbst ein 68er, sticht mit seinem Buch 1968 Drei Generationen eine Geschichte (2018) aus dieser Masse an meist historisch angelegten Büchern heraus. Aus einer vorwiegend psychologischen Perspektive erkundet er das Phänomen 1968 und nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Elterngeneration der 68er, dann durch die 68er selbst und endet schließlich in der Gegenwart bei ihren Kindern und Enkelkindern. Koch fragt danach, was heute noch übrig ist von den Träumen und Idealen dieser wilden Jahre und besonders, wie die Kinder der damaligen Revolutionäre mit dieser Welt umgehen sollen, die sich seit 1968 nicht wirklich zum Besseren gewendet hat. Gleich vorweg: Wer sich entschließt, dieses Buch zu lesen, der sollte ein gewisses Interesse an Psychologie mitbringen. Besonders zu Beginn wird die Elterngeneration der 68er auf einer ausschließlich psychologischen Ebene beschrieben. Dieser extrem auf die Psyche fokussierte Blickwinkel zieht sich auch durch den Rest des Buches, wird aber doch immer wieder zugunsten von allgemeineren gesellschaftlichen Überblicken unterbrochen. Dieser Blickwinkel, den Koch hier gewählt hat, bietet jedoch einen besonderen Vorteil: Es wird möglich, zu verstehen, wie es überhaupt zu den Ereignissen von 1968 kommen konnte und warum sie letztlich zum Scheitern verurteilt waren. In einer teilweise sehr poetischen Sprache, die das Buch eher zum Roman als zum Sachbuch macht, schildert er die Kette der Ereignisse, beginnend bei der Elterngeneration, die geprägt ist durch die die Verleugnung der NS-Verbrechen und die Entbehrungen des Krieges. Es wird klar: hieraus erhalten die 68, die Kinder dieser Generation, ihre entscheidendsten Prägungen. Sie können sich nicht abfinden mit diesem Schweigen und den Verleugnungen ihrer Eltern. Hinzu kommt die aktuelle politische Lage, die v.a. durch den Vietnamkrieg bestimmt ist. Diese Kinder, inzwischen herangewachsen zu Schülern und Studenten, beginnen sich zu wehren. Zunächst noch friedlich, doch dann mit Gewalt. Besonders treffend legt Koch in diesem Zusammenhang die philosophischen Einflüsse dar, die von Marx und Lenin über Adorno bis hin zu Marcuse reichen. Leider ist der Teil zur Generation der 68er selbst sehr kurz geraten. Zwar beschreibt er mit einem rebellischen Unterton, der sicher die Kampfstimmung dieser Jahre wiederspiegelt, die damaligen Verhältnisse, doch er bleibt dabei – zumindest, was das große gesellschaftliche Ganze betrifft – zu sehr an der Oberfläche. An dieser Stelle wäre etwas mehr historischer Kontext doch angebracht gewesen. Auch methodisch ist sein Vorgehen ein wenig unsicher. Er schildert hier nur aus seiner eigenen Erfahrung heraus und stellt jedem Kapitel eine kurze Erzählung aus seinem Privatleben voran, was zwar das Buch erzähltechnisch aufpeppt, doch es letztlich sehr eindimensional und fast zu einer Art Biographie werden lässt. Es wäre gut gewesen, hier noch andere Zeitzeugen mit einzubeziehen. „Aber das revolutionäre Experiment unserer Generation ist gescheitert. Und dieses Scheitern empfanden viele von uns als ebenso grandios wie vorher die hochfliegenden Träume.“ Trotz alledem ist der Bogen, den er bis zur Gegenwart spannt, sehr gelungen. Koch zeigt, dass 1968 nicht nur ein Scheitern oder das Zerplatzen einer Revolution war, sondern dass die Auswirkungen heute noch immer, wenn auch unbewusst, spürbar sind. Koch ruft sie uns wieder ins Gedächtnis und damit zeigt das Buch auch, dass die Welt eine Veränderliche ist und wir auch endlich anfangen sollten, eine für uns lebenswerte Zukunft zu formen.

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Nicht das, was ich gesucht hatte

Von: Ylva

24.10.2018

Dieses Jahr ist es fünfzig Jahre her - das Jahr 1968 mit all seinen Geschehnissen, Protesten und neuen Ideen. Aus dem Anlass erscheinen viele Bücher und da ich mich bisher wenig mit dem Thema beschäftigt hatte, habe ich die Gelegenheit wahrgenommen und ein Buch zu dem Thema gelesen. 1968 von Claus Koch ist im Gütersloher Verlagshaus erschienen und wurde mir freundlicherweise über das Bloggerportal als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Leider musste ich jedoch relativ schnell feststellen, dass das Buch nicht das war, was ich eigentlich hatte lese wollen, nämlich ein Buch über die historischen Ereignisse, deren Folgen und Ursachen. Stattdessen geht es mehr darum, dass der Autor darauf zurückblickt, wie er die Zeit erlebt hat (dies sagt er aber nie explizit, sondern spricht von "wir", wenn er oftmals sich selbst meint) und er analysiert die Elterngeneration, die während des zweiten Weltkrieges aufwuchs, die Generation derer, die an den Protesten teilnahm sowie die heutigen jungen Erwachsenen. Der Leser sollte also schon ein wenig Vorwissen mitbringen, um manche Bezüge sowie seine Analyse besser zu verstehen. Der Schreibstil war an manchen Stellen schon eine Herausforderung, wenn man die besprochenen Theorien und deren Hintergründe nicht wirklich kennt. Begriffe wie "repressive Entsublimierung" musste ich nachschlagen, um zu verstehen, was gemeint war. Wenn der Leser jedoch mit den theoretischen Texten sowie den Geschehnissen einigermaßen vertraut ist, erwartet ihn eine teils nostalgische, philosophische Analyse dreier Generationen und der Gesellschaft, der man zustimmen kann oder nicht. Mir waren seine Formulierungen oft zu verallgemeinernd, was natürlich nicht ausbleibt, wenn man das Bild einer Generation zeichnen möchte. Manche Implikationen, wie beispielsweise, dass die Generation derer, die zur Nazizeit groß geworden sind, alle mehr oder weniger bindungsgestört waren und ihre Kinder nicht lieben konnten, gingen mir zu weit. Er verurteilt sie sehr harsch und schlägt wenig versöhnliche Töne an. Sein Blick auf 1968 war mir teilweise auch zu nostalgisch verklärt und seine Einschätzung der heutigen Zeit fand ich zu negativ. Er sieht es so, dass heute der Kapitalismus gesiegt hat, wir aber den Feind nicht mehr erkennen und uns deswegen nicht gemeinsam gegen ihn wehren können. Ich fand das Buch interessant, um die Perspektive eines ehemaligen 68ers kennenzulernen, aber insgesamt war es nicht das Buch, das ich erwartet hatte und ich konnte nicht so viel damit anfangen. Mit mehr Vorwissen wäre das sicherlich anders gewesen. Ich vergebe darum leider nur zwei Sterne und würde es dann empfehlen, wenn man eine detaillierte Analyse der drei Generationen lesen möchte. Als Einstieg ins Thema taugt es leider nicht wirklich.

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Vita

Claus Koch, Dr. phil., geboren 1950, Diplompsychologe, Studium der Philosophie und Psychologie; bis 2015 Verlagsleitung im Bereich Sachbuch im Beltz Verlag, Weinheim. U.a. Lehrauftrag an der Universität Bielefeld; zahlreiche Vorträge, Buchveröffentlichungen und Artikel in (Fach-)Zeitschriften. Mitgründung des Pädagogischen Instituts in Berlin (PIB).

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