1968

Drei Generationen - eine Geschichte

(7)
Hardcover
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»Es ist nun an unseren Kindern, die Kämpfe für eine gerechtere Welt auszutragen.« (Claus Koch)

»Die Eltern legten das Land in Schutt und Asche. Dann bauten sie es wieder auf, bis ihre Kinder 1968 in Berlin und anderswo es noch einmal anzünden wollten. Um damit die Vergangenheit endlich zum Schweigen zu bringen. Und ihre Kinder? Können sie, jenseits von Stillstand und trügerischer Ruhe das Land noch einmal zu neuem Leben erwecken?«
Revolte mit Langzeitwirkung: »1968« ist die Geschichte dreier Generationen, die sich in allem unterscheiden und doch so ähnlich sind. Rasant erzählt wie ein Roadmovie, das in den 1950er-Jahren seinen Ausgangspunkt findet. Claus Koch, selbst 68er, nimmt seine Leser mit durch die wilden 60er-Jahre bis zu den Kindern und Enkeln der 68er.

  • Der Mythos 68 und seine Folgen

  • Das Erbe der 68er verstehen

  • Das politische Projekt des Aufbegehrens – und was das heute bedeutet

  • Was 1968 und 2018 generationsübergreifend miteinander zu tun haben


Hardcover mit Schutzumschlag, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-579-08655-2
Erschienen am  26. Februar 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Nicht das, was ich gesucht hatte

Von: Ylva

24.10.2018

Dieses Jahr ist es fünfzig Jahre her - das Jahr 1968 mit all seinen Geschehnissen, Protesten und neuen Ideen. Aus dem Anlass erscheinen viele Bücher und da ich mich bisher wenig mit dem Thema beschäftigt hatte, habe ich die Gelegenheit wahrgenommen und ein Buch zu dem Thema gelesen. 1968 von Claus Koch ist im Gütersloher Verlagshaus erschienen und wurde mir freundlicherweise über das Bloggerportal als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Leider musste ich jedoch relativ schnell feststellen, dass das Buch nicht das war, was ich eigentlich hatte lese wollen, nämlich ein Buch über die historischen Ereignisse, deren Folgen und Ursachen. Stattdessen geht es mehr darum, dass der Autor darauf zurückblickt, wie er die Zeit erlebt hat (dies sagt er aber nie explizit, sondern spricht von "wir", wenn er oftmals sich selbst meint) und er analysiert die Elterngeneration, die während des zweiten Weltkrieges aufwuchs, die Generation derer, die an den Protesten teilnahm sowie die heutigen jungen Erwachsenen. Der Leser sollte also schon ein wenig Vorwissen mitbringen, um manche Bezüge sowie seine Analyse besser zu verstehen. Der Schreibstil war an manchen Stellen schon eine Herausforderung, wenn man die besprochenen Theorien und deren Hintergründe nicht wirklich kennt. Begriffe wie "repressive Entsublimierung" musste ich nachschlagen, um zu verstehen, was gemeint war. Wenn der Leser jedoch mit den theoretischen Texten sowie den Geschehnissen einigermaßen vertraut ist, erwartet ihn eine teils nostalgische, philosophische Analyse dreier Generationen und der Gesellschaft, der man zustimmen kann oder nicht. Mir waren seine Formulierungen oft zu verallgemeinernd, was natürlich nicht ausbleibt, wenn man das Bild einer Generation zeichnen möchte. Manche Implikationen, wie beispielsweise, dass die Generation derer, die zur Nazizeit groß geworden sind, alle mehr oder weniger bindungsgestört waren und ihre Kinder nicht lieben konnten, gingen mir zu weit. Er verurteilt sie sehr harsch und schlägt wenig versöhnliche Töne an. Sein Blick auf 1968 war mir teilweise auch zu nostalgisch verklärt und seine Einschätzung der heutigen Zeit fand ich zu negativ. Er sieht es so, dass heute der Kapitalismus gesiegt hat, wir aber den Feind nicht mehr erkennen und uns deswegen nicht gemeinsam gegen ihn wehren können. Ich fand das Buch interessant, um die Perspektive eines ehemaligen 68ers kennenzulernen, aber insgesamt war es nicht das Buch, das ich erwartet hatte und ich konnte nicht so viel damit anfangen. Mit mehr Vorwissen wäre das sicherlich anders gewesen. Ich vergebe darum leider nur zwei Sterne und würde es dann empfehlen, wenn man eine detaillierte Analyse der drei Generationen lesen möchte. Als Einstieg ins Thema taugt es leider nicht wirklich.

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Mir hätte es gefallen, wenn der Autor sich etwas zurückgenommen hätte...

Von: warmerSommerregen

14.10.2018

In diesem Buch behandelt Claus Koch den Mythos 68 und dessen Folgen und versucht, das Erbe der 68er begreifbar zu machen. Auch stellt er Vergleiche zwischen dem politischen Projekt des Aufbegehrens damals und der Bereitschaft der aktuellen Jugend, aktiv zu werden, an. Was mir an diesem Werk sehr gefallen hat, ist, dass Koch viel aus den Werken Maos, Marx' und anderen zitiert, da ich auf diese Weise viele Ausdrücke aus meinem normalen Wortschatz wiederentdecken und konkret einordnen konnte. Auch habe ich auf diese Weise Anregungen noch zu lesender Bücher erhalten. Viele Werke zum Thema 1968 bedienen sich zwar ganz selbstverständlich solcher Begrifflichkeiten, erklären diese jedoch nicht so genau wie es in diesem Buch geschehen ist. Was mir allerdings sehr negativ aufgefallen ist, ist die Selbstdarstellung des Autors: Er war einer der ersten, hat aber verstanden, dass der Kommunismus nicht so zielführend ist, wie von der Bewegung angenommen, während andere für solche Erkenntnisse zu verblendet waren; und die Bewegung, wie er sie mitbegründet hat, wurde nachher von anderen kopiert - jedoch ohne die Ausmaßen des Originals jemals zu erreichen. Auf mich wirkte das sehr selbstgefällig und überflüssig. Darüber hinaus wurde ich den Eindruck, immer wieder Verbitterung zwischen den Zeilen erkennen zu können, jedoch ohne zu verstehen, auf was sie letztendlich bezogen ist - immerhin scheint sie bei unterschiedlichen (und konträren) Aspekten durch - nicht los. Andere Passagen hingegen wirkten geradezu verträumt-schwärmerisch... Alles in allem hält dieses Werk viele Informationen bereit und zeigt die Anfänge und Beweggründe der 68-Bewegung gekonnt auf. Die Idee, diese Bewegung aus der Perspektive verschiedener Generationen zu betrachten, gefällt mir äußerst gut, allerdings lässt mich der Autor mit seinen Werturteilen zwiegespalten zurück. Ich vergebe daher 3 Sterne.

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Vita

Claus Koch, Dr. phil., geboren 1950, Diplompsychologe, Studium der Philosophie und Psychologie; bis 2015 Verlagsleitung im Bereich Sachbuch im Beltz Verlag, Weinheim. U.a. Lehrauftrag an der Universität Bielefeld; zahlreiche Vorträge, Buchveröffentlichungen und Artikel in (Fach-)Zeitschriften. Mitgründung des Pädagogischen Instituts in Berlin (PIB).

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