Das europäische Jahrhundert

Ein Kontinent im Umbruch
1815-1914

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Das große Panorama des 19. Jahrhunderts

»Das europäische Jahrhundert« entwirft ein außergewöhnlich facettenreiches, überraschendes und unterhaltsames Panorama des 19. Jahrhunderts in Europa. Der Kontinent durchlief zwischen 1815 und 1914 eine drastische Transformation mit grundstürzenden Veränderungen in Kultur, Politik und Technik. Was in einer Dekade als modern empfunden wurde, war in der nächsten bereits veraltet. Großstädte schossen innerhalb einer Generation aus dem Boden, und neue europäische Länder gründeten sich. In der Zeit zwischen der Schlacht von Waterloo und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs beherrschte Europa den Rest der Welt wie niemals zuvor oder je wieder danach.

Richard J. Evans taucht tief ein in die Revolutionen und Kriege des 19. Jahrhunderts, schreibt aber auch über gesellschaftliche Verwerfungen, über Religion und Philosophie. »Das europäische Jahrhundert« ist ein in jeder Hinsicht epochales Werk und erklärt uns auf einzigartige Weise das vergangene und das heutige Europa.

»Evans verbindet ernste Wissenschaft mit meisterhafter Erzählkunst; er erweckt die Vergangenheit zum Leben. Sein Buch enthält eine imposante Menge und Vielfalt an Zahlen und Fakten, Zeitzeugenberichten und vergnüglichen Anekdoten.«

Neue Zürcher Zeitung "Bücher am Sonntag" (28. Oktober 2018)

Aus dem Englischen von Richard Barth
Originaltitel: The Pursuit of Power
Originalverlag: Penguin Books Ltd.
Hardcover mit Schutzumschlag, 1.024 Seiten, 15,0 x 22,7 cm
mit farbigen Bildteilen und Karten
ISBN: 978-3-421-04733-5
Erschienen am  15. Oktober 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Umfassender Einblick in die Geschichte Europas bis 1914

Von: Michael Lehmann-Pape

08.11.2018

1815 war nicht nur das Jahr, in dem Napoleon Bonaparte endgültig an seinen imperialistischen Zielen gescheitert ist, sondern auch der Zeitpunkt, an dem die Folgend er französischen Revolution mitsamt ihren gewaltsamen Auswüchsen „in den Griff“ kamen und sich Europa begann, zu konsolidieren (auch wenn 1870/71 noch einmal ein deutsch-französischer Krieg ausgefochten wurde). Fragen der Aufhebung der Leibeigenschaft (bis hin über die Mitte des 19. Jahrhunderts hinaus), der „demographische Übergang“ nach 1850, die Entwicklung sozialer Strukturen, die im modernen Sozialstaat im 20. Jahrhundert manifestiert wurden (Bismarcks Rente u.a.), all das zeigt einen Zeitraum auch grundsätzlichen Wandels auf, auch wenn das feudale System der Adelsherrschaft bis 1914 fast unangefochten noch vorherrschte. Daneben weist dieser von Evans gewählte Zeitraum auch den Aufstieg und die Festigung der Nationalstaaten in Europa auf mitsamt kleinerer und größerer Revolten gegen „Vielvölkerreiche“ wie Österreich / Habsburg. Was, klug gewählt, eben damit beginnt, dass sich Europa im Jahr 1815 trotz aller Kriege einen Vorsprung vor anderen „Weltreichen“ in Asien oder im Orient erarbeitet hatte. Einen Vorsprung, den Evans in seinen historischen Gegebenheiten im Buch sorgsam aufarbeitet, bis diese Vormachtstellung im ersten Weltkrieg durchaus nachhaltig ins Wanken geriet. Damit ist auch das Ende des Betrachtungszeitraums 1914 inhaltlich verständlich von Evans begründet. Da Evans zudem einen „transnationalen“ Ansatz für seine umfassende Darstellung wählt, gelingt durch die Lektüre ein „globaler“ Blick auf diesen Zeitraum, der die Ereignisse und Entwicklungen in Europa in einen großen Zusammenhang stellt und den Blick auf Europa besonders schärft. „Universalgeschichte ist etwas anderes, als die Summe der Einzelgeschichten“ (Lord Acton) und in diesem Sinne erfordert die Lektüre beim Leser Konzentration ob des breiten Rahmens, in den Evans seine Betrachtungen stellt, dafür erhält man dann aber auch einen breiten, globalen Blick auf die Epoche, in dem gerade die USA (kriegsentscheidend schon im ersten Weltkrieg) als „Mac hat von Außerhalb“ auch einen Spiegel vor die europäischen Verhältnisse setzt. Europäischer Frühling, soziale Revolution, Aufstieg der Demokratie du die Auswirkungen des später überhand nehmenden Imperialismus sind dabei die Kernthemen, die Evans vor die Augen des Lesers stellt und diese mit den kulturellen Entwicklungen der Epoche („Eroberung der Natur“ als Erweiterung der Macht auch auf die Natur; „Das Zeitalter des Gefühls“) korrespondierend jeweils klar auf den Punkt formuliert. Mit einem besonderen Augenmerk auf die „Ungleichheit“ im Volk Europas. Denn nach Auflösung der Leibeigenschaft kam es nicht zu einer rasanten sozialen Angleichung, sondern neue Abhängigkeiten (gerade mit der beginnenden Industrialisierung verbunden) entstanden, mithin ein Wechsel vom Feudalismus zur Oligarchie und Plutokratie. Aber auch der Kampf gegen bis dato tödliche Krankheit, das Zusammenwachsen der Welt durch transatlantische Kabel, die Emanzipation von religiösen Führungsansprüchen, später das Aufkommen der „Frauenbewegung“ oder die „Kraft des Kabaretts“, vielfach sind die betrachteten Themen und breit dadurch das entstehende Bild. Somit ist diese Epoche natürlich vor allem eine Geschichte der Macht, der Auflehnung gegen ungerechte Lebensumstände, der Rebellion und der Gegenrevolution, eine Zeit aber auch, in der sich das Selbstverständnis Europas ebenfalls in den Nationalstaaten festigte. Gute gelungen ist dabei in der Form auch, dass Evans in jedem Kapitel die Kernthemen anhand einer konkreten Person griffig als „Praxisbeispiel“ setzt und damit dem Leser auch emotional einen Zugang zum „Leben“ des jeweiligen Abschnitts der betrachteten Epoche gut ermöglicht. Eine anregende, sachlich fundierte und mit „globalem Blick“ verfasste Geschichtsbetrachtung, die das heutige Europa in seiner Entstehung und seinen wichtigen inneren Linien bestens vor Augen führt.

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Vita

Richard J. Evans, geboren 1947, war von 1998 bis 2017 Professor für Neuere Geschichte an der Cambridge University, 2008 wurde er zum Regius Professor ernannt. Er ist mit bahnbrechenden Publikationen zur deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und zum Nationalsozialismus hervorgetreten. Zwischen 2003 und 2008 veröffentlichte Evans eine dreibändige Geschichte des »Dritten Reiches«, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde und bei der DVA auf Deutsch erschienen ist. Zu seinen Auszeichnungen zählen der Wolfson Literary Award for History und die Medaille für Kunst und Wissenschaft der Hansestadt Hamburg. 2012 wurde Evans von Queen Elizabeth II. zum Ritter ernannt. Zuletzt ist von ihm erschienen »Veränderte Vergangenheiten. Über kontrafaktisches Erzählen in der Geschichte« (DVA, 2014)

Zur AUTORENSEITE

Zitate

»Das Buch ist toll geschrieben, entwickelt einen romanhaften Sog, vereint die grossen, transnationalen Linien mit überraschenden Details.«

Tages-Anzeiger (12. November 2018)

»Die Erzählkraft des Historikers ist beeindruckend. Ihm gelingt es scheinbar mühelos, Geschichte greifbar zu machen und aus trockenen historischen Daten lebendige Erzählungen zu schaffen. [...] Unbedingt lesenswert! Denn nur wer die Vergangenheit kennt, versteht die Gegenwart.«

kulturbuchtipps.de (26. Oktober 2018)

»Evans erzählt, zum einen pointiert, weil er sich kurz zu fassen weiß, zum anderen anekdotisch, und er wäre wohl kein Brite, wenn er nicht auch den Blick für das Kuriose hätte.«

Nürnberger Nachrichten (13. November 2018)

»Ein noch nie dagewesenes Must-read in der Sachliteratur. Selten hat man ein besseres, spannenderes und deskriptiveres Geschichtsbuch gelesen.«

literaturmarkt.info (26. November 2018)

»Was in einer Dekade als modern empfunden worden war, galt in der nächsten als veraltet. Diesen elementaren Wandlungsprozess einem breiten Publikum überaus anschaulich zu vermitteln, ist das Verdienst von Evans.«

Neue Zürcher Zeitung (21. November 2018)

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