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Rosaleens Fest Roman

Kundenrezensionen (16)

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-421-04700-7

Erschienen: 09.11.2015
Dieser Titel ist lieferbar.

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Rosaleen ist eine Frau, die nichts tut und von den anderen alles erwartet. Sie ist Mitte siebzig, die vier Kinder sind schon lange aus dem Haus. Die Brüder Dan und Emmet sind vor der Enge der irischen Heimat in die Ferne geflohen; das Nesthäkchen Hanna wollte auf den Theaterbühnen der Welt reüssieren, spricht aber nun dem Alkohol zu, und Constance, die Älteste, hat sich selbst verloren. Doch abgenabelt hat sich keines der Kinder. Noch immer versucht jedes auf seine Weise, es dieser besten aller Mütter recht zu machen. Und scheitert.

Da kommt die Einladung zu einem letzten Weihnachtsfest in Ardeevin. Rosaleen möchte das Haus, in dem die Kinder groß geworden sind, das voller Erinnerungen an glückliche Momente und Verletzungen steckt, verkaufen. Die Geschwister reisen mit diffuser Hoffnung auf Versöhnung an – und doch endet es, wie noch jedes Weihnachten geendet hat.

Booker-Preisträgerin Anne Enright wagt sich auf den dunklen Grund unserer Gefühle, studiert menschliches Verhalten dort, wo es am störanfälligsten ist, wo Liebe und Hass nahe beieinander liegen und es kein oder zumindest kein einfaches Entrinnen gibt: in der Familie.

"Von der Mutter verlassen" - ndr.de

"Großartig" - Rezension auf lilos-reisen.de

"Stählern geflochtene Familienbande" deutschlandradio.de

"Rezension auf neue-buchtipps.de

»Das Raffinement des Romans ist von Anne Enrights bisweilen bis zum Sarkasmus reichender Scharfsichtigkeit unterfüttert.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Rose-Marie Gropp, 28.11.2015

Anne Enright (Autorin)

Anne Enright wurde 1962 in Dublin geboren und lebt heute im irischen Bray, County Wicklow. Die vielfach ausgezeichnete Autorin zählt zu den bedeutendsten englischsprachigen Schriftstellern der Gegenwart und wurde 2015 zur ersten Laureate for Irish Fiction ernannt. Ihr Roman „Das Familientreffen“ wurde unter anderem 2007 mit dem renommierten Booker-Preis ausgezeichnet, ist in gut dreißig Sprachen übersetzt und weltweit ein Bestseller. Für "Anatomie einer Affäre" (2011) erhielt sie die Andrew Carnegie Medal for Excellence in Fiction. „Rosaleens Fest“ (2015), ihr sechster Roman, war unter anderem wieder für den Booker-Preis nominiert und wurde mit dem Irish Novel of the Year Prize ausgezeichnet.

»Das Raffinement des Romans ist von Anne Enrights bisweilen bis zum Sarkasmus reichender Scharfsichtigkeit unterfüttert.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Rose-Marie Gropp, 28.11.2015

»Ein ganz unsentimentaler, großer Roman. ... Sie schreibt nüchtern, scharf, präzise. Und kann im nächsten Augenblick geradezu poetisch werden in verblüffenden Beschreibungen.«

Frankfurter Rundschau, Sylvia Staude (18.11.2015)

»Enright breitet längst nicht die ganze Geschichte aus, sie dient ihr als Hallraum. Darin zeigt sich ihre Meisterschaft.«

LITERATUR SPIEGEL, Claudia Voigt (01.11.2015)

»Eine Meisterin im Ausloten von psychischen Abgründen ... Wie eine Chirurgin gräbt sie sich ins Innere ihrer Charaktere vor, durchschaut gnadenlos deren Muster, Gedanken und Verhalten.«

SRF Schweizer Radio und Fernsehen, 52 Beste Bücher, Luzia Stettler (28.02.2016)

»Ein großartiges Buch, das es verdient, zum Klassiker zu werden.«

Die Presse (A), 06.12.2015

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Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser
Originaltitel: The green road
Originalverlag: Jonathan Cape, 2015

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 384 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-421-04700-7

€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: DVA Belletristik

Erschienen: 09.11.2015

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Ein gutes Buch, nicht ganz für mich

Von: CoolCatsCologne Datum: 20.11.2016

www.coolcatscologne.de

Zuerst die Fakten. Anne Enright schreibt seit 1991 und ist eine bekannte irische Autorin. Den größten Erfolg hatte sie mit ihrem Roman „Das Familientreffen“. „Rosaleens Fest“ war letztes Jahr für den Irish Book Award nominiert.
Das Buch ist gut, technisch und von der Idee her. Es ist eine Familiengeschichte: Wir blicken das erste Mal im Jahr 1980 auf eine irische Familie mit vier Kindern. Danach springen wir immer ein paar Jahre in die Zukunft und besuchen eines der Kinder, schauen ihr oder ihm im Alltag zu. Alle Familienmitglieder haben sich dabei recht weit auseinander entwickelt und nur die Mutter, Rosaleen, schafft es, sie noch einmal alle zusammen zu bringen.
Ich sollte dieses Buch sehr mögen, leider fehlte mir oft die Verbindung, der Moment, in dem es Klick machte. Die Charaktere waren mir die meiste Zeit eher egal. Ich habe das Buch viel zu oft zur Seite gelegt und dann den Anschluss verloren (die letzten 100 Seiten dann aber wieder in einem Rutsch gelesen). Für mich war es also leider eher nichts, obwohl ich die Art, wie das Buch aufgebaut ist, sehr mochte.

Ein flüchtiger Schimmer von Schönheit

Von: Thomas Lawall Datum: 03.04.2016

www.querblatt.com

Dessie kam mit seinem vierzigsten Geburtstag nicht zurecht, denn er hielt ihn für eine "persönliche Kränkung". Constance, seine Frau, sortierte ihn derweil in die von einer Epidemie Befallenen aus, jenem Heer der ewig Unzufriedenen.

Ein großes Haus für das junge Glück gebaut zu haben und den Garten zu bepflanzen, hielt Constances Mutter für "einen Ausdruck ungezügelter Vulgarität". Gleichzeitig traktierte sie ihren Schwiegersohn mit ihrem ironischen "wie hübsch" und als Constance ihrer Mutter mitteilte, dass sie Dessie heiraten werde, war für diese das Maß voll. Keinesfalls zeigte sie sich mit dieser "exzentrischen Wahl" zufrieden, traf mit dieser Einschätzung seines Wesens allerdings völlig ins Leere. Zumal sie dereinst die besten Freunde werden sollten ...

Constance sorgt sich um ihre Mutter. Rosaleen wohnt immer noch in jenem Haus in Ardeevin, in welchem schon ihr Vater und ihre Mutter starben. Wohl in ihrer Haut fühlt sie sich schon lange nicht mehr. Mit dem Haus scheint, aus Sicht ihrer Mutter, etwas nicht zu stimmen: "Es war, als trüge sie den Mantel einer anderen." Ihre vier Kinder sind längst weggezogen, in alle Winde verstreut, und sie hatten allen Grund dazu.

Von ihrem eigenen Haus fühlt Rosaleen sich "in die Enge getrieben". Während der Geist ihres Vaters noch im Haus umzugehen scheint, zerfällt es immer mehr, und nicht mehr gebrauchte Zimmer hat sie abgeschlossen und lange nicht mehr betreten. Das Haus wird nur noch von Erinnerungen zusammengehalten. Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Die Weihnachtskarten mit den üblichen Grüßen an ihre Kinder öffnet sie noch einmal, um den Text zu erweitern. Die Kinder mögen sie doch endlich wieder einmal an den Feiertagen besuchen und das Haus werde verkauft.

Im ersten Teil "Abschied" ihrer Familiengeschichte streift Anne Enright in Rückblenden die Geschichte von Rosaleens Kindern, wobei sie Hanna, Dan, Constance und Emmet jeweils ein Kapitel widmet, welche in den Jahren 1980, 1991, 1997 und 2002 beginnen. Rosaleen selbst ist ebenfalls ein Kapitel zugedacht. Im Jahr 2005 spielend bildet es sowohl den eigentlichen Ausgangspunkt der Geschichte, als auch die Einleitung für den zweiten Teil "Heimkehr".

Höchst interessant gestaltet die Autorin zunächst den Überblick der unterschiedlichen Charaktere der vier längst erwachsenen Kinder. Dabei belässt sie es, wie auch schon in "Anatomie einer Affäre", keineswegs bei einer oberflächlichen Betrachtungsweise, sondern taucht ab in die Tiefen ihrer selbstgeschaffenen oder künstlichen Gedanken- und Gefühlswelten. Ungeschönt beschreibt sie die Zustände hinter den Masken, zerbrochene Träume, die vielen Sackgassen und Einbahnstraßen ihrer persönlichen Lebensgestaltung, eine nicht definierbare Sehnsucht, aber auch pures Glück, welches sie allerdings stets fein gewiegt und knapp dosiert verabreicht.

Ungebremst dagegen sind die Möglichkeiten ihrer Ausdrucksformen, die einmal mehr an das Buch fesseln. Was ist schon ein Film dagegen? Keiner würde es schaffen, gegen ihre Bilder aus Worten anzukommen. Selbst einen Hund, der noch weniger als ein Nebendarsteller ist, rückt sie für einen Moment ins Rampenlicht. Ein krankes Geschöpf mit "gegen den Staub schmerzlich zusammengekniffenen Augen", welches zu sagen schien: "Ach, ich weiß auch nicht."

Immer wieder faszinieren die Autorin jene Charaktere, welche sich in ihren eigenen Unzulänglichkeiten verstricken. Entweder verlaufen sie sich in der eigenen oder der Sehnsucht des anderen, oder sie drohen am Gleichklang ihres Daseins zu scheitern. Wie traurig mag die Entwicklung einer Erkenntnis sein, seinen Sohn, den Entwicklungshelfer, an den "Hunger anderer" verloren zu haben. Wobei Rosaleen noch eine Steigerung entwickelt, indem sie formuliert, ihren Sohn auch noch an den Tod verloren zu haben. "Denn dorthin ziehen unsere Söhne ...".

Rosaleen verlangt zu viel und geht damit über jedes Maß der Dinge hinaus. Ihre Kinder, "die immer nur dabei waren, sie zu verlassen", versteht sie nicht. Andererseits liebt sie alle vier, doch es zu zeigen war und ist nicht ihre Sache. Anne Enright setzt jene Ambivalenzen glänzend in Szene, und wahrhaft meisterlich die Abgründe des Unausgesprochenen im wechselseitigen Beziehungsgeflecht. Mit eindringlichen Landschaftsbeschreibungen Irlands unterstreicht sie den melancholischen Klang ihrer Worte.

Ein vernünftiges Fazit ist schwierig, ja fast unmöglich. Wer das Buch nicht gelesen hat, erleidet einen Verlust, wenn auch einen, den er nicht einmal bemerkt. Vielleicht sollte ich noch einen jener Sätze zitieren, die noch lange, oder vielleicht für immer nachwirken. Denn alles was zählt, ist "ein flüchtiger Schimmer von Schönheit. Mehr braucht die Seele nicht".

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