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I Saw a Man

Gekürzte Lesung mit Devid Striesow

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Hörbuch MP3-CD (gek.) ISBN: 978-3-8445-2120-7

Erschienen: 22.02.2016
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Der Moment, der dein Leben verändert

Nach dem Verlust seiner Frau Caroline zieht Michael Turner nach London, in den idyllischen Stadtteil Hampstead Heath, wo er sich bald mit den Nachbarn anfreundet. Die Nelsons und ihre beiden Töchter repräsentieren ein Leben voller Geborgenheit, Stabilität und Nähe, genau das, was Michael verloren hat. Aber ein Samstagnachmittag verändert schlagartig alles: Als Michael unangekündigt das Haus der Nelsons betritt, scheint niemand zu Hause. Ein fataler Irrtum … Ein Drama, das zeigt, was mit einer Freundschaft passiert, wenn Geheimnisse und Lügen ihre heimtückische Natur entfalten.

(1 mp3-CD, Laufzeit: 7h 30)

Interview mit Owen Sheers und weitere Hintergrundinformationen zu "I saw a Man" Zum Special

Devid Striesow über den Fall Alan Turing und das Hörbuch Der Sündenfall vom Wilmslow

Owen Sheers (Autor)

Owen Sheers, geboren 1974 in Fidschi, lebt nach einer Zeit in London heute wieder in Wales, wo er auch aufgewachsen ist. Vielseitig talentiert, lässt er sich nur schwer auf eine Form festlegen - zu seinen publizierten Werken zählen Dramen, Libretti, Gedichte und ein Sachbuch. Der Debütroman "Resistance" wurde in zehn Sprachen übersetzt und mit Michael Sheen in der Hauptrolle verfilmt. Sheers wurde u.a. mit dem Somerset Maugham Award, der Hay Festival Poetry Medal und dem Amnesty International Freedom of Expression Award ausgezeichnet. "I Saw a Man" ist sein zweiter Roman und für den französischen Prix Femina étranger nominiert.


Devid Striesow (Sprecher)

Devid Striesow, geboren 1973 in Bergen auf Rügen, erhielt seine schauspielerische Ausbildung an der 'Hochschule Ernst Busch' in Berlin. Es folgten Engagements an Bühnen in Hamburg und Düsseldorf. Auf der Leinwand war Striesow erstmals 2000 in der Literaturverfilmung "Kalt ist der Abendhauch" zu sehen. 2007 spielte er im österreichischen Kinofilm "Die Fälscher" den SS-Offizier Friedrich Herzog, eine Rolle die ihm den Bundesfilmpreis als "Beste männliche Nebenrolle" einbrachte. Der Film erhielt den Oscar als "Bester fremdsprachiger Film". Von 2005 bis 2012 wirkte Striesow in der ZDF-Krimireihe "Bella Block" mit. Seit 2013 ermittelt er als Kriminalhauptkommissar Jens Stellbrink im "Tatort" Saarbrücken. Für den Hörverlag stand Striesow bereits für "Die Falle" von Melanie Raabe vor dem Mikrophon.

Übersetzt von Thomas Mohr
Originalverlag: DVA

Hörbuch MP3-CD (gekürzt), 1 CD, Laufzeit: 450 Minuten

ISBN: 978-3-8445-2120-7

€ 19,99 [D]* | € 22,50 [A]* | CHF 28,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: der Hörverlag

Erschienen: 22.02.2016

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Der Witwer

Von: wal.li Datum: 20.06.2016

wallis-buechersichten.blogspot.de/

Caroline Turner war Journalistin, ihr Anliegen war es, die Wahrheit zu erzählen. Ihren Wunsch nach Wahrheit bezahlt sie mit ihrem Leben. Zurück bleibt ihr Mann Michael, der ihren Tod lange nicht verwinden kann. Michael zieht nach London in eine beschauliche Nachbarschaft. Schnell findet er Kontakt zu den Nachbarn, der Familie Nelson. Josh, seine Frau und die beiden kleinen Töchter werden fast so etwas wie eine Ersatzfamilie. Bei ihnen findet Michael ein wenig Halt und Trost. Leider besteht dieses Idyll nicht sehr lange. Das Schicksal hält einen weiteren Schlag bereit.

Welche extremen Veränderungen muss ein Mensch durchmachen, der einen geliebten Menschen plötzlich verliert. Die Lebensplanung wird durch den Verlust jäh angehalten, die Neuorientierung ist nicht möglich und auch nicht gewollt. Lediglich oberflächlich entsteht mit der Zeit wieder eine Art Normalität. Doch unter der Oberfläche brennt der Gedanke an den unerträglichen Verlust. Das Wissen um das Geschehen hilft nicht, macht es doch nur die Unsinnigkeit des Todes deutlich. Und die Auswirkungen reichen weit. Etwas, worüber man sich nie genug Gedanken machen kann, welche Auswirkungen hat das eigene Tun. Auf der anderen Seite darf man sich manchmal genau darüber keine Gedanken machen.

Genau darum scheint es in diesem von Devid Striesow sehr eindringlich vorgetragenen Roman zu gehen. Der Autor gibt seinen Lesern einiges zu knacken, eine extreme Situation mündet schließlich in einer Katastrophe, an der niemand wirklich schuld ist. Oder ist wirklich niemand schuld. Was ist Ursache, was ist Wirkung. Zwei Welten, zwischen denen kaum ein Zusammenhang besteht. Nur leider ist es dem Autor nicht ganz gelungen, den Leser bzw. Hörer emotional zu packen. Keiner der Hauptakteure weckt tiefe Sympathie, am ehesten noch der Fernste handelt integer. Doch Gefühle und Handlungen, die einem eigentlich nahe gehen sollten, bleiben fern und kühl. Ist man möglicherweise durch gute Besprechungen neugierig auf dieses ungewöhnliche Buch geworden, könnte man eine kleine Enttäuschung erleben.

Schuld und Narrativ

Von: WolfgangB Datum: 31.03.2016

www.buecherkaffee.de

Ein Mann durchstreift auf der Suche nach einem Schraubenzieher das verlassene Haus seiner Nachbarn und erschreckt dabei die wider Erwarten anwesende Tocher dermaßen, daß diese mit letaler Folge die Stufen hinunterstürzt, und hinterher zermartern sich alle das Gewissen an der Schuldfrage

Und hier könnte diese Rezension auch schon wieder zu Ende sein, viel mehr an Handlung hat "I Saw A Man" nicht zu bieten. Wer also Wert auf raffinierte Wendungen legt, sollte besser einem anderen Titel den Vorzug geben. Und doch erzählt der Roman leise, behutsam seine Geschichte ... oder besser, eine Vielzahl von Geschichten. Michel Turner sucht vordergründig ein verliehenes Werkzeug, tatsächlich ist er jedoch auf der Suche nach weitaus mehr, nach seinem Leben. Jeden Gegenstand, der ihm ins Auge fällt, verbindet er mit einem Erlebnis, jeder Schritt auf dem knarrenden Boden führt ihn zugleich durch ein "Mienenfeld der Erinnerung". Der Leser erfährt von seiner Frau Caroline, ihrem idyllischen Zusammenleben in einem britischen Landhaus, ihrem Auftrag, für eine Reportage in ein Kriegsgebiet zu reisen, von der amerikanischen Drohne, die Tod und Zerstörung bringt. "Nach Todesfällen ändern Männer ihren Wohnort, Frauen ihr Äußeres", so heißt es später. Michael zieht nach London, freundet sich mit seinen neuen Nachbarn, den Nelsons an. Während sie in ihm den Hausfreund sehen, den Fremden, den man doch schon so lange zu kennen glaubt, daß man sich ihm anvertrauen kann, sucht er in ihrer Gesellschaft nach seiner verlorenen Geborgenheit. Doch letztendlich ist die Ehe für ihn "eine endliche Ressource, ein seltenes Erz, dessen Vorräte mit Carolines Tod versiegt waren." Michael erinnert sich an die obligaten britischen Teegesellschaften, in denen letztlich nur Selbstverliebtheit zelebriert wird. Seine Gedanken tragen ihn zu den Fechtstunden, die er nach seinem Verlust absolviert hat, "... als könne man Trauer ausschwitzen...".

Und je weiter er in das Haus eindringt, desto klarer wird die Antwort auf die implizite Frage, mit welchem Selbstverständnis er sich in fremdem Eigentum bewegt: Weil es letztendlich die Symbolik ist, die zählt.

Schließlich findet der Roman seine Zäsur, der Rahmen von Michaels Selbstsuche wird mit dem tödlichen Treppensturz gesprengt. Ab diesem Punkt wendet sich der Roman hin zu einer Geschichte dreier Männer, die durch den Tod eines Menschen Schuld auf sich geladen haben und auf unterschiedliche Weise damit umgehen.

Michael Turner, die zentrale Figur, erschreckt durch seine (eigentlich unbefugte) Anwesenheit im Haus seiner Nachbarn deren Tochter, sodaß sie auf fatale Weise die Treppe hinunterstürzt. In seinem Bemühen, in seiner Rolle an diesem Unfall vor sich selbst zu bestehen, handelt er nach seinen beruflichen Fähigkeiten als Autor: Er schreibt die Geschichte des Hergangs neu, schreibt sich selbst aus der Geshichte heraus, erzählt sie so oft, bis sie zur Wahrheit wird. Diese seine verbale Macht wird im Zuge seiner Einvernahme als möglicher Zeuge bewußt. Die Wahrheit wird in dem Moment unumstößlich, in dem sie ausgesprochen, niedergeschrieben ist."

Josh Nelson fühlt sich seinerseits am Unfall seiner Tochter mitverantwortlich, weil er seine Aufsichtspflicht zugunsten einer Liebschaft vernachlässigt hat. Nachdem er durch die Finanzkrise auch seinen Job bei Lehman Brothers verloren hat, geht seine Ehe in der Brüche, er entfremdet sich von seiner Familie und ertränkt seine Verbitterung in Alkohol. Schließlich verfolgt er besessen eine Spur und entdeckt als einziger Michaels wahre Geschichte.

Major Daniel McCullen schließlich ist jener Drohnenpilot, der Caroline, Michels Frau getötet hat, die als Journalistin in einem Kriegsgebiet im Einsatz war. Daniel ist, von Las Vegas aus operierend, einer jener Soldaten, die nie einen Fuß auf ein Schlachtfeld setzen. Der Krieg ist für ihn ein Nine-to-Five-Job, die Kampfhandlungen zum Videospiel abstrahiert. Das Töten erfolgt per Knopfdruck, die Verantwortung wird an andere Stellen delegiert. Und doch empfindet Daniel das Bedürfnis, für seine Tat einzustehen. Er macht Michael ausfindig, sucht mit einem Brief nach der erlösenden Absolution.

In der Hörbuchfassung führt der Schauspieler Dewid Striesow Striesow den Hörer wie einen guten Bekannten, dem er beiläufig kausalen Tratsch erzählt, durch die Geschichte. Durch geschickte Tempovariationen setzt er jedoch Akzente, indem er einzelne Bildfolgen in Zeitlupe ablaufen läßt. In quälender Langsamkeit muß etwa der Leser hilflos mit Michael zusehen, wie das Mädchen das Gleichgewicht verliert und in die Tiefe fällt.

Persönliches Fazit

Ein Roman, der wie ein sorgfältig entworfenes Gemälde wenig Dynamik und viel zu entdecken bietet.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

!!!

Von: Tina Krauskopf aus 24534 Neumünster Datum: 22.02.2016

Buchhandlung: Buchhandlung Krauskopf, Großflecken 32

Großartig

Von: Ulrike Viering aus Odenthal - Blecher Datum: 16.02.2016

Buchhandlung: Buchhandel Ulrike Viering

Wenn ich im Frühjahr nur einen Roman verkaufen dürfte, dann wäre es dieser. Spannend, interessant und gefühlvoll – nie kitschig und immer eine neue Wendung – und der Schluss – einfach toll.

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