Jäger, Hirten, Kritiker

Eine Utopie für die digitale Gesellschaft

(6)

Bestseller Platz 15
Spiegel Taschenbuch Sachbuch

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»Die Zukunft kommt nicht – sie wird von uns gemacht! Die Frage ist nicht: Wie werden wir leben? Sondern: Wie wollen wir leben?«

Die vierte industrielle Revolution ist in vollem Gange, doch die Politik schläft. Dabei wird die Digitalisierung der Lebens- und Arbeitswelten unser gesellschaftliches Zusammenleben in einem Ausmaß verändern, das wir nur dann in den Griff bekommen, wenn wir heute die Weichen richtig stellen und unser Gesellschaftssystem konsequent verändern.

Richard David Precht skizziert das Bild einer wünschenswerten Zukunft im digitalen Zeitalter und stellt die Frage, ob das Ende der Arbeit, wie wir sie kannten, überhaupt einen Verlust darstellt. Für ihn enthält es die Chance, in Zukunft erfüllter und selbstbestimmter zu leben. Denn zu arbeiten, etwas zu gestalten, sich selbst zu verwirklichen, liegt in der Natur des Menschen. Von neun bis fünf in einem Büro zu sitzen und dafür Lohn zu bekommen nicht!


Originaltitel: Jäger, Hirten, Kritiker
Originalverlag: Goldmann
Taschenbuch, Klappenbroschur, 288 Seiten, 12,5 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-15998-7
Erschienen am  17. Februar 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.
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Leserstimmen

Chancen und Risiken einer digitalen Gesellschaft

Von: YukBook

04.03.2020

Angesichts der Macht von Konzernen wie Google oder Amazon gibt man sich schnell dem Lauf der Dinge hin und nimmt eine fatalistische Haltung ein, nach dem Motto, die Digitalisierung ist ohnehin nicht aufzuhalten. Genau hier setzt Richard David Precht an und stellt mögliche Konzepte vor, wie wir digitale Technologien sinnvoll für ein menschenwürdigeres Leben und zum Schutz der Umwelt nutzen können, ohne unsere Autonomie zu verlieren. Im ersten Teil beschreibt der Philosoph, wie unsere Welt auf eine vierte industrielle Revolution zusteuert. Menschen werden in ihrem Verhalten immer transparenter und kalkulierbarer, gleichzeitig aber auch abhängiger und manipulierbar und verlieren damit zunehmend ihre Freiheit und Selbstständigkeit. Mehrmals fühlte ich mich ertappt, zum Beispiel wie offenherzig ich persönliche Daten zugänglich mache, um den Komfort von verschiedenen Dienstleistungen im Alltag genießen zu können. Der Autor trifft genau den Punkt, wenn er schreibt, dass das Eindringen in die Privatsphäre und die Ausweitung der Macht von IT-Konzernen in kleinen Schritten und so schleichend vor sich geht, dass man deren Auswirkungen unterschätzt. Möchte ich in einer Welt leben, in der alle Angebote auf mein Konsumverhalten zugeschnitten und alle Erfahrungen vorhersehbar und frei von Überraschungen ist? Die Dystopie, die Precht beschreibt, ist so verstörend, dass ich bei der Lektüre immer ungeduldiger wurde zu erfahren, worin er denn nun genau eine Chance sieht. Für einen notwendigen Schritt hält der Autor unter anderem ein bedingungsloses Grundeinkommen. Klingt einleuchtend, wenn man bedenkt, wie viele Berufe wie Fahrlehrer oder Versicherungsberater in naher Zukunft wegfallen werden. Ich kann mir noch nicht genau vorstellen, wie Menschen mit der Möglichkeit, ihr Leben freier zu gestalten ohne auf Erwerbsarbeit angewiesen zu sein, umgehen würden. Umso wichtiger erscheint mir Prechts Appell an die Politiker und Bürger, eine Arbeitswelt und Gesellschaft anzustreben, die nicht allein auf Effizienzsteigerung, Perfektionierung und Komfortmaximierung ausgerichtet ist, sondern die menschliche Urteilskraft und Handlungskompetenz fördert und die nötigen Rahmenbedingungen für eine kreative Entfaltung und unkonventionelle Denkweisen schafft. Precht bereichert seine Ausführungen durch Zitate und Ideen von Philosophen und Ökonomen aus verschiedenen Epochen und beschert uns eine lehrreiche und anregende Lektüre.

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Eine Diskussionsgrundlage für den Wandel der Gesellschaft

Von: Fabian Elbs

15.09.2018

Richard David Precht entwirft in seinem aktuellen Buch „Jäger, Hirten, Kritiker“ eine Utopie für die digitale Gesellschaft. Denn eins ist klar: Die Welt, wie wir sie kennen, wird nicht mehr lange existieren, denn die vierte industrielle Revolution ist im vollen Gang. Die Digitalisierung der Lebens – und Arbeitswelten wird unser gesellschaftliches Zusammenleben verändern, dass laut Precht nur in den Griff zu bekommen ist, wenn die Weichen heute gestellt werden und wir unser Gesellschaftssystem konsequent verändern. Der Grundton seines aktuellen Buches ist, sehr verkürzt ausgedrückt, dass es böse enden wird, wenn es so weiter geht wie bisher und wir bei einem „Weiter so“ bleiben. Der Buchtitel „Jäger, Hirten Kritiker“ geht dabei auf die Definition des Kommunismus in der "Deutschen Ideologie" von Marx und Engels, die in ihrem Buch ein Bild einer postkapitalistischen Gesellschaft entwerfen, zurück. Eine Gesellschaft, die es jedem ermöglichen soll, [Zitat]: „heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu betreiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden.“ In Marx Jahr 2018, in dem Marx 200 Jahre alt geworden wäre, sind viele Bücher erschienen, die immer wieder betonen, wie aktuell Marx und Engels sind und sein werden. Richard David Precht schließt sich dieser Strömung insofern an, richtet seinen Blick doch in die Zukunft mit der Suche nach Antworten auf die Frage des Zusammenlebens der Gesellschaft. Allerdings ist ein „Weiter so“ wie bisher allerdings nicht möglich, da sich viele der von der Globalisierung bedrohte Berufe auflösen und eine ungeahnte Kraft an Arbeitern freisetzen wird und somit zu einem Verschwinden von traditionellen Berufen führen wird. Dies wird das Traditionelle Rentenmodell überflüssig machen und ein neues Sozialsystem notwendig machen. Die Digitalisierung der Arbeitswelt (Industrie 4.0), die die „Zukunft“ der Gesellschaftsordnung“ gefährdet, ist dabei eine der vielen Gefahren von vielen. Dabei wird sich die Bedeutung und der Wert der Arbeit radikal verändern. Dabei mögen sich Politiker und Bürger dem anhaltenden und unumkehrbaren Fortschritt der Digitalisierung anscheinend nicht stellen und die Augen verschließen, obwohl dies in einigen Industiezweigen bereits etabliert wurde. Die sozialen Folgen des technischen Fortschrittes wollen oder können sich einige wohl nicht vorstellen. Wir leben in einer globalisierten und kapitalistischen Welt, in der wir uns den Folgen einer umfassenden Digitalisierung nicht werden entziehen können. Jedoch ist es möglich, die Digitalisierung zu steuern und vor allem ihre negativen Folgen durch politische Entscheidungen abzumildern und zum eigenen Vorteil umzuwandeln. In seinem Buch diskutiert Precht das Bedingungslose Grundeinkommen – kurz BGE – mit verschiedenen Finanzierungsmodellen sowie weitere Fragen zu einem sich in Zukunft abzeichnenden strukturellen Wandels der Gesellschaft und der Lebens – und Arbeitswelt, in der Retropien und Dystopien mit Katastrophen – Szenarien keinen Platz haben. Die einzige Möglichkeit besteht laut Precht darin, den gesellschaftlichen und arbeitsweltlichen Wandel als Chance zu begreifen. Richard David Precht hat mit Jäger Hirten Kritiker einen wichtigen und gut recherchierten Beitrag zur bevorstehenden und zwingend notwendigen Grundsatzdebatte über die Zukunft der Arbeit verfasst, der sich gut lesen lässt und der viele notwendige Fragen stellt und zum Teil auch beantwortet – zum Beispiel: Wie wollen wir leben? Wie soll der soziale Frieden gewahrt und unser Sozialsystem finanziert werden? Welcher Umgang ist mit dem Verlust der Arbeit großer Teile der Bevölkerung notwendig? Prechts Buch stellt den Ausgangpunkt und die Grundlage für eine gesamtgesellschaftliche Diskussion dar, die zwingend geführt werden muss.

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Vita

Richard David Precht, geboren 1964, ist Philosoph, Publizist und Autor und einer der profiliertesten Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. Er ist Honorarprofessor für Philosophie an der Leuphana Universität Lüneburg sowie Honorarprofessor für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Seit seinem sensationellen Erfolg mit »Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?« waren alle seine Bücher zu philosophischen oder gesellschaftspolitischen Themen große Bestseller und wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. Seit 2012 moderiert er die Philosophiesendung »Precht« im ZDF.

Zur AUTORENSEITE

Events

28. März 2020

ABGESAGT: Vortrag im Rahmen der Kulturnacht Solingen

18:30 Uhr | Solingen | Lesungen
Richard David Precht
Jäger, Hirten, Kritiker

27. Mai 2020

Vortrag Richard David Precht

20:00 Uhr | Hamburg | Lesungen
Richard David Precht
Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens

07. Sep. 2020

Sei du selbst, fordert Richard David Precht

19:00 Uhr | Köln | Lesungen
Richard David Precht
Sei du selbst