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Machandel Roman

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-328-10024-9

NEU
Erschienen: 12.12.2016
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Weitere Ausgaben: Gebundenes Buch, eBook (epub)

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Regina Scheer spannt in ihrem beeindruckenden Roman den Bogen von den 30er Jahren über den Zweiten Weltkrieg bis zum Fall der Mauer und in die Gegenwart. Sie erzählt von den Anfängen der DDR, als die von Faschismus und Stalinismus geschwächten linken Kräfte hier das bessere Deutschland schaffen wollten, von Erstarrung und Enttäuschung, von dem hoffnungsvollen Aufbruch Ende der 80er Jahre und von zerplatzten Lebensträumen.

Regina Scheer (Autorin)

Regina Scheer, 1950 in Berlin geboren, studierte Theater- und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität. Später arbeitete sie bei der Wochenzeitschrift „Forum“, bis diese wegen „konterrevolutionärer Tendenzen“ aufgelöst wurde. Danach veröffentlichte sie mehrere Bücher zu deutsch-jüdischer Geschichte. „Machandel“ ist ihr erster Roman, für den sie 2014 den Mara-Cassens-Preis erhielt.

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ERSTMALS IM TASCHENBUCH

Originaltitel: Machandel
Originalverlag: Knaus, München 2014

Taschenbuch, Broschur, 480 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-328-10024-9

€ 10,00 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Penguin

NEU
Erschienen: 12.12.2016

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Regina Scheer: "Machandel"

Von: Fräulein Julia Datum: 11.01.2017

www.fraeuleinjulia.de

Machandel: So heißt das kleine Dorf in der Uckermark mit dem die Geschichte von Clara und ihrer Familie untrennbar verbunden ist. Regina Scheer entfaltet in „Machandel“ ein halbes Jahrhundert deutscher Geschichte zu einem schillernden Kaleidoskop aus Erinnerungen, Verletzungen, Hoffnungen und Enttäuschungen. Das ist ziemlich großartig!

Enthält ein Roman auf der letzten Seite ein Personenregister, so heißt das oft: Hier gibt es zahlreiche Erzählstränge, unzählige Charaktere, Geschichten und Erinnerungen, die man als Leser mit aller Aufmerksamkeit zu einem Strang zusammenhalten muss – und das ist nicht immer leicht. Nicht so bei Regina Scheer. Ihr ebenso fulminanter wie leiser Familienepos macht das Auseinanderhalten der Personen zu einem Leichten – so gekonnt sind die Schicksale ineinander verwoben.

Um mehr als fünf Jahrzehnte Geschichte unter einen Hut zu bringen, bedient sich die Erzählerin – sie heißt Clara Langner – dreier Zeitebenen: Wir befinden uns irgendwo in der Gegenwart, vielleicht sind es die frühen 2000er, vielleicht etwas später. Rückblicke bringen uns in die mittleren und späten 1980er Jahre, in denen die DDR ebenso wie ihre Hausfassaden unübersehbar vor sich hin bröckelte. Eine dritte Erzählebene geht weit zurück in die Zeit des zweite Weltkrieges, der auch vor dem beschaulichen Machandel keinen Halt machte. Wir erfahren die Geschehnisse durch Clara, ihren Vater Hans Langner, die ehemalige „Ostarbeiterin“ Natalja und einen Freund Claras namens Herbert – zwei Generationen, deren jüngere etliche Fragen an die ältere hat, diese aber nicht immer oder nur unbefriedigend beantwortet bekommt.

„Das ist alles schon so lange her!“

Über das, was damals im Krieg geschah, wird geschwiegen, alte Wunden aufreißen – was bringt das schon? „Ham wer immer esu jemaat“, sagt man dazu in Köln und auch in der Uckermark hält man an der Tradition des „Das ist alles schon so lange her!“ fest. Augen zu und durch, was gestern war, ist vorbei. Eine Tatsache, die vor allem von Clara nur schwer akzeptiert wird, als sie in Machandel – hier war ihre Mutter als Flüchtlingskind gelandet und hatte ihren Vater, einen ehemaligen KZ-Insassen kennengelernt – einen alten Katen kauft und damit unweigerlich in der Geschichte zu stochern beginnt.

Dabei ist sind die Jahre 1985-89 durchaus Jahre, in denen man die Geschichte mit beiden Händen im Begriff ihres Entstehens greifen kann: Clara und ihr Mann Michael engagieren sich in Berlin in den von den Kirchen organisierten Friedenskreisen, sie tragen die „Schwerter zu Pflugscharen“-Aufnäher, verbringen ihre Abende bei Mahnwachen und die Nächte mit Wein und Diskussionen in den kühlen Altbauküchen von Freunden. Diskutieren, immer wieder diskutieren, man muss doch etwas ändern können an diesem System, kann es nicht eine reformierte DDR geben?

Doch die Träume eines freundlichen Sozialismus‘ zerplatzten, das steht in jedem Geschichtsbuch. Wer auf trockene Beschreibungen der Kriegs- und Nachkriegszeit und der „Wende“ keine Lust hat, der lese Machandel!

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Zeitmosaik mit märchenhaften Zügen

Von: YukBook Datum: 20.01.2016

www.yukbook.me

Wie der Titel bereits vermuten lässt, spielt neben den Figuren Clara, Hans, Natalja und Emma der Schauplatz Machandel die Hauptrolle in diesem Roman von Regina Scheer. Jeder Protagonist hat eine besondere Beziehung zu diesem imaginären Dorf in Mecklenburg-Vorpommern, wo sich ihre Schicksale kreuzen.

Die Berlinerin Clara kommt 1985 mit ihrer Familie aus der DDR nach Machandel und findet ein dort altes Sommerhaus, wo sie sich niederlassen. Clara möchte mehr über die Vergangenheit des Ortes erfahren – nicht nur weil sie eine Dissertation über das Grimmsche Märchen vom Machandelboom schreibt. Sie begreift auch, dass das verschlafene Dorf ein Verbindungsstück zu ihrer eigenen Vergangenheit ist. Ihr Vater zum Beispiel, Minister in der Regierung der DDR, fand dort in den letzten Kriegstagen Zuflucht. Clara bringt in diesem Roman alle Akteure dazu, ihr Schweigen zu brechen und nach und nach ihre eigene Lebensgeschichte zu enthüllen.

Die Lektüre war für mich wie ein fesselnder Geschichtsunterricht über Deutschland in den 30er Jahren bis zum Fall der Mauer. Ungewöhnlich ist der wechselnde Stil: Mal werden politische Veränderungen präzise und reportageartig wiedergegeben – dann wieder taucht man in poetische Beschreibungen des mythenumrankten Machandelstrauchs ein. Die schwankende Stimmung zwischen Hoffnungslosigkeit und Optimismus zu der Zeit, endlose Diskussionen und die allmähliche Verfremdung zwischen Clara und ihrem Mann vermag die Autorin subtil und überzeugend zu erzählen. Besonders berührt hat mich die Lebensgeschichte von der Zwangsarbeiterin Natalja, die mit 16 Jahren in das Dorf verschleppt wurde. Jeder Figur gibt sie ihre individuelle Stimme und legt über das gemischte Ensemble die märchenhafte Atmosphäre der mecklenburgischen Natur.

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