Gott wohnt im Wedding

Roman

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Ein Haus. Ein Jahrhundert. So viele Lebensgeschichten.

Im ehemals roten Wedding, diesem ärmlichen Stadtteil in Berlin, steht in der Utrechter Straße ein altes Haus. Sie alle sind untereinander und schicksalhaft mit dem Gebäude verbunden: Leo, der nach 70 Jahren aus Israel nach Deutschland zurückkehrt, obwohl er das eigentlich nie wollte. Seine Enkelin Nira, die Amir liebt, der in Berlin einen Falafel-Imbiss eröffnet hat. Laila, die gar nicht weiß, dass ihre Sinti-Familie hier einst gewohnt hat. Und schließlich die alte Gertrud, die Leo und seinen Freund Manfred 1944 in ihrem Versteck auf dem Dachboden entdeckt, aber nicht verraten hat.
Regina Scheer, die großartige Erzählerin deutscher Geschichte, hat die Leben ihrer Figuren zu einem bewegenden Roman verwoben, voller Wahrhaftigkeit und menschlicher Wärme.


ERSTMALS IM TASCHENBUCH
Originaltitel: Gott wohnt im Wedding
Originalverlag: Penguin Verlag, München 2019
Taschenbuch, Broschur, 432 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-328-10580-0
Erscheint am 13. April 2020

Leserstimmen

Ein Teil deutscher Geschichte in Form eines Romans

Von: Cobra

13.02.2020

Regina Scheer hat mit ihrem Buch „Gott wohnt im Wedding“ gleichzeitig ein Stück deutscher Geschichte als auch einen fesselnden Roman verfasst. - Ein heruntergekommenes Haus im ärmlichen Viertel von Berlin, das Leben und die Geschichten vieler Protagonisten...verpackt in einem ganzen Jahrhundert - Es ist keine leichte Kost, zu Beginn recht langatmig und ausufernd. Jedoch wird man nicht enttäuscht, da Regina Scheer bekannt für ihr Einfühlungsvermögen und ihre Detailtreue ist, in der man sich beim Lesen verlieren kann - als wäre man in diesem Haus in Berlin. Ein Roman mit spannenden Episoden, Feingefühl und Genauigkeit in Bezug zu der einstigen, historischen Geschichte des Viertels, eine gelungene Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart mit einem nicht unbedingt vorhersehbaren Ende.

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Ein altes Haus hat viel erlebt

Von: Ulrike Frey aus 45721 Haltern am See

28.09.2019

Das Cover ist weiß, quer über dem Buchrücken sieht man einen Straßenzug. Mittig in blauen Lettern liest man den Namen der Autorin REGINA SCHEER, darunter den Titel "GOTT LEBT IM WEDDING" in schwarz. Das um 1890 in Berlin-Wedding erbaute Mietshaus weiß, dass es mit ihm zu Ende geht. Es soll abgerissen werden. Das Haus resümiert (in der Ich-Form), was es über all die Jahre erlebt hat. Leo Lehmann, ein Jude, der während des 2. Weltkrieges in diesem Haus bei Gertrud Romberg als "U-Boot" untergeschlüpft und später nach Israel ausgewandert war, steht 75 Jahre darauf vor dem Haus. Er hat Angelegenheiten zu regeln, die mit dem Erbe seiner 1998 verstorbenen Ehefrau zusammenhängen. Begleitet wird er von seiner Enkelin Nira. Gertrud Romberg lebt noch immer im Haus, doch er weiß nicht, ob er sie sehen will. Er nimmt an, dass sie ihn und seinen Freund seinerzeit verraten hat. Im Haus haben neben Gertrud auch Russinnen vorübergehend gewohnt und vor allem Szinti und Roma. Die Geschichte der Roma, insbesondere der Familie Fidler und ihrer Nachkommen wird sehr ausführlich im Roman "Gott wohnt im Wedding" behandelt. Überhaupt ist dies der erste Roman, den ich persönlich kenne, der einmal ganz besonders auf die Probleme der Sinti und Roma eingeht. Ständig auf der Flucht, keiner will sie haben, seien wir doch ehrlich! Da ist die studierte Laila, die ihre Abstammung gar anfangs im Wedding verbirgt, doch später, als sie anderen Sinti hilft, dann doch dazu steht. Ein ganz toller Roman, in dem Generationen ums Überleben kämpfen. Wir begleiten zwei Familien durch diese schweren Zeiten in über 100 Jahren. Der Roman ist sehr unterhaltsam, auch wenn er Längen aufweist. Doch er macht auch neugierig, so dass man das Buch nicht so schnell aus der Hand legt. Die Autorin Regina Scheer hat die Protagonisten sehr lebensnah geschildert, man kann sich alles gut vorstellen. Sie malt mit ihren Worten, es ist toll, wenn jemand mit der deutschen Sprache die deutsche Geschichte so bildhaft schildern kann. Das Buch erscheint im Verlag Penguin.

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Vita

Regina Scheer, 1950 in Berlin geboren, studierte Theater- und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität. Später arbeitete sie bei der Wochenzeitschrift »Forum«, bis diese wegen »konterrevolutionärer Tendenzen« aufgelöst wurde. Danach veröffentlichte sie mehrere Bücher zur deutsch-jüdischen Geschichte. Für ihren ersten Roman »Machandel« erhielt sie 2014 den Mara-Cassens-Preis. »Gott wohnt im Wedding« ist ihr zweiter Roman.

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12. März 2020

Lesung

19:30 Uhr | Jena | Lesungen
Regina Scheer
Machandel

21. Nov. 2020

Lesung

19:30 Uhr | Jena | Lesungen
Regina Scheer
Gott wohnt im Wedding

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