Die Verjagten

Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhunderts

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Das Drama des Jahrhunderts - Flucht, Deportation, Heimatverlust

Ob aus ökonomischen, religiösen oder politischen Gründen – das Verjagtwerden wurde im Europa des 20. Jahrhunderts zu einer Massenerfahrung und zu einem Drama, das bis heute in vielen Familien nachwirkt. Abermillionen von Vertriebenen, Flüchtlingen und Entwurzelten wurden im Europa des 20. Jahrhunderts von der Geschichte überrollt. Ein längst überfälliges Buch, das nicht aufrechnet, sondern aufklärt.

Das 20. Jahrhundert wird auch als Zeitalter der Vertreibungen bezeichnet. Durch Europa strömten bereits um den Ersten Weltkrieg Wellen von Menschen, die vor ethnischen Verfolgungen flohen. Am Ende des Jahrhunderts wurden Zwangsmigrationen vor allem durch den Zusammenbruch des kommunistischen Systems ausgelöst. Piskorski legt mit seinem preisgekrönten und auf breiter Quellen- und Literaturbasis geschriebenen Buch die erste europäische Geschichte des Zeitalters der Vertreibungen vor. Er spricht vom Exodus der Serben 1915, von den sowjetischen Deportationen der 1930er- und 1940er-Jahre, den Vertreibungen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, von der Evakuierung von Kindern aus dem von Bombenangriffen bedrohten London, von der Flucht der Italiener aus Istrien nach dem Krieg und schließlich vom Zerfall Jugoslawiens am Ende des 20. Jahrhunderts. Ein leidenschaftliches, mahnendes, mitunter auch provokantes Buch, das man nicht unberührt aus der Hand legt.

»Piskorski schreibt europäische Vertreibungsgeschichte, die sich von gegenseitigen nationalen Schuldzuweisungen zu lösen sucht. Und er rückt die Verjagten als Gruppe ins Bewusstsein.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung (07. Februar 2014)

Aus dem Polnischen von Peter Oliver Loew
Originaltitel: WYGNANCY Migracje przymusowe i uchodzcy w dwudziestowiecznej Europie WYGNANCY. Migracje przymusowe i uchodzcy w dwudziestowiecznej Europie
Originalverlag: PIW
eBook epub (epub)
mit Abbildungen
ISBN: 978-3-641-09568-0
Erschienen am  26. August 2013
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Die Verjagten des 20. Jahrhunderts in Europa

Von: Hans Caastorb

03.04.2016

Dieses Buch ist aufwühlend, erschütternd und informativ. Der Autor Jan M. Piskorski, einer der profiliertesten polnischen Historiker, erzählt die Geschichte des letzen Jahrhunderts aus der Sicht der verjagten Menschen. 80 Millionen Flüchtlinge sollen im 20. Jahrhundert in Europa unterwegs gewesen sein. Wir lesen Briefe von Vertriebenen, Geschichten von Flüchtlingsschicksalen oder Ausschnitte aus Gedichten, Romanen und Erzählungen. Eindrucksvoll erlebt der Leser, was es heißt, Flüchtling zu sein, aus seinem Haus vertrieben zu werden, den Schlüssel seiner Wohnung abgeben zu müssen und in eine ungewisse Zukunft hineingestossen zu werden. Die Europäer vergessen, dass die Erfahrung erzwungener Flucht in großem Umfang etwas ursprünglich Europäisches ist. Es begann mit den Balkankriegen am Anfang des letzten Jahrhunderts, mündete in zwei Weltkriegen und endete wieder am Balkan. Noch vor wenigen Jahrzehnten tobten im Kosovo ethnische Säuberungen, die Millionen Flüchtlinge verursachten. Betrachten wir die derzeitige Flüchtlingswelle in Europa, fragt man sich, ob Europa etwas aus seiner Vergangenheit gelernt hat. Jeder, der sich mit der aktuellen Syrien-Flüchtlingskrise beschäftigt, sollte dieses Buch gelesen haben. Die vielen Verweise auf Erzählungen und Romane regen zum weiteren Lesen an. Piskorski zitiert häufig Werke von Erich Maria Remarque, Isabel Allende oder Alexander Solschenizyn, aber auch viele andere unbekanntere Quellen finden Erwähnung.

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Vita

Jan M. Piskorski

Jan M. Piskorski, geboren 1956, ist einer der profiliertesten polnischen Historiker. Er ist Professor für Vergleichende Geschichte Europas an der Universität Stettin. Gastprofessuren führten ihn u.a. nach Mainz, Halle (Saale) und Osnabrück. Als Essayist schreibt er für zahlreiche polnische und ausländische Zeitungen und Zeitschriften. Mit seiner Streitschrift »Vertreibung und deutsch-polnische Geschichte« (2007) trug er eine wesentliche Stimme zur Debatte um das Zentrum gegen Vertreibung in Berlin bei.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Die Stärke seines Buches besteht gerade im Erzählen«

Deutschlandradio Kultur (19. Januar 2014)

»Piskorskis Buch ist das Manifest eines Europäers, der genug von historischen Vertriebenenstreitigkeiten hat. Und der eine gemeinsame Erinnerungskultur fordert, die Wertmaßstäbe für die Zukunft setzt.«

ARD - titel, thesen, temperamente, 25.08.2013

»Dieses Buch rechnet nicht ab, sondern klärt umfassend über tiefere Zusammenhänge und Entwicklungsstränge auf, deren Ursprünge man oft verdrängte.«

Cellesche Zeitung, 28.11.2013

»Ein leidenschaftliches, mahnendes, mitunter auch provokantes Buch.«

DER NEUE TAG, 17.03.2014

»Piskorskis Schilderungen sind präzise, sachbezogen und von schonungsloser Nüchternheit. Literarische Querbezüge machen aus diesem Text ein flammendes Memento. [...] Eigentlich müsste es zur europäischen Pflichtlektüre gehören.«

Neue Zürcher Zeitung (CH), 12.12.2013

»[…] geschrieben [,] aus einem oft überraschenden Blickwinkel, einschließlich gelegentlicher Ausflüge in die Familiengeschichte - einfühlsam, nuanciert, souverän im Ton und ohne Anklage«

Die ZEIT (22. Mai 2014)

»Ein großer Wurf.«

Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA), 12.07.2014