Im Unterland

Eine Entdeckungsreise in die Welt unter der Erde

(7)
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Ausgezeichnet mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis

In einer großartigen Entdeckungsreise nimmt uns der vielfach ausgezeichnete britische Autor Robert Macfarlane mit in die dunkle, überraschende Welt unter der Erde. Er führt uns in Höhlenlandschaften in England und Slowenien, zu einem unterirdischen Fluss in Italien, in den Untergrund von Paris, die schwindende Gletscherwelt Grönlands und, zuletzt, in einen Stollen für Atomabfälle, der die nächsten 100.000 Jahre überdauern soll. Sein Buch ist viel mehr als eine fantastische Natur- und Landschaftsgeschichte: Eindringlich schildert er das Wechselspiel zwischen Mensch, Natur und Landschaft – nicht zuletzt als Mahnung, was wir durch unsere Eingriffe zu verlieren drohen.

»Ein einzigartiger Mix aus Abenteuer und Anthropologie, naturwissenschaftlicher Erkenntnis und Geistesgeschichte, Investigation und Poesie «

Die Welt (17. August 2019)

Aus dem Englischen von Andreas Jandl, Frank Sievers
Originaltitel: Underland
Originalverlag: Hamish Hamilton
eBook epub (epub), 14 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-641-25303-5
Erschienen am  19. August 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

"Und stets sind es die drei gleichen Aufgaben, die das Unterland [...] erfüllt"

Von: Travel Without Moving

21.06.2020

"Und stets sind es die drei gleichen Aufgaben, die das Unterland für alle Kulturen und Epochen erfüllt: Es soll Kostbares schützen, Wertvolles hervorbringen, Schädliches entsorgen." (Seite 16) Der Naturschriftsteller Robert Macfarlane ist fasziniert vom Unterland, von der Welt unter unseren Füßen. Er erzählt in seinem Buch von Aveline‘s Hole mit 10.000 Jahre alten menschlichen Leichen von Erwachsenen, Kindern und Kleinkindern sowie den Überresten mehrerer Tiere, von Dunkler Materie und Anthropozän, wood wide web und Kommunikation zwischen Bäumen, der Stadt unter der Stadt Paris und Beinhäusern, Hades und Karst, Höhlenmalerei und Mahlstrom, Ölfeldern und Bergbau, Gletschern und Kalbung, Kalevala und Atommüll. In poetischer Sprache berichtet Macfarlane von einer Welt, die den meisten Lesern wahrscheinlich eher weniger bekannt ist, taucht ab in tiefste Tiefen und in längst vergangene Epochen. Dabei gelingt es ihm, ein sehr breit gefächertes Themenfeld zu bearbeiten und dem Leser verschiedene Facetten des Unterlandes nahe zu bringen. Seine Texte sind oft stimmungsvoll und informativ, fesselnd erzählt, aber bisweilen auch ein wenig langatmig, so dass mich nicht jedes Kapitel begeistern konnte und ich bisweilen quergelesen habe. Einige Kapitel sind jedoch sehr gelungen, und stets spürt man Macfarlanes Faszination fürs Thema und die ausgiebige Recherche des Autors. Letztendlich hat mich ‚Im Unterland‘ zwar stellenweise begeistern können, aber unterm Strich eher etwas enttäuscht, weil ich durch den weitschweifigen Schreibstil nicht so gebannt gelesen habe, wie ich mir das gewünscht und wie ich das aufgrund des spannenden Themas erwartet hatte. "Wir sind zu den Toten oft liebevoller als zu den Lebenden, obwohl die Lebenden unsere Liebe viel mehr brauchen." (Seite 39) Robert Macfarlane: Im Unterland. Ein Entdeckungsreise in die Welt unter der Erde. Aus den Englischen von Andreas Jandl und Frank Sievers. Penguin Verlag, 2019, 555 Seiten; 24 Euro.

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Macfarlanes Inferno

Von: C. Widmann

17.03.2020

Lieber Leser, Robert MacFarlane steigt tief hinunter. Bei sich trägt er zweierlei: eine Eule aus Walknochen, die ihn schützen soll; ein bronzenes Kästchen, das er vergraben soll an der tiefsten Stelle, damit es für immer unten bleibt. Mit diesen beiden im Gepäck und mit uns steigt er in Karsthöhlen, klettert durch die Katakomben von Paris, fährt mit dem Aufzug in ein Bergwerk hinunter, besucht spaltendurchzogene Gletscher. Er geht nicht allein. Macfarlane schreibt über Orte, aber vor allem über Menschen: Höhlenkletterer, die letzten Entdecker, die ihre Landkarten selber zeichen müssen. Kataphile und Urban Explorer, der Autor darf uns ihre Namen nicht verraten, steigen über Zäune und brechen Gesetze, um hinunter zu kommen unter die Stadt. Ein Bergwerksarbeiter rast durch die Stollen, dass der Jeep abhebt. Ein Fischer nimmt Robert Macfarlane mit hinaus aufs Meer und erzählt von seinem Kampf gegen die Ölfirmen, die dort ins Unterland bohren wollen. Tief in einem Salzstollen erklärt ein Forscher, wie er Neutrinos sehen kann im absoluten Dunkel. Der Autor lässt sie erzählen. Selbst wechselt er ab zwischen seinen Reisen, seinen Gefühlen, den Geschichten seiner Gesprächspartner und ein paar Sachbuch-Absätzen über die Orte, die wir besuchen. Oft müssen wir Leser zwei Gedankengänge gleichzeitig im Kopf behalten und uns darauf verlassen, dass Macfarlane den roten Faden wieder aufnehmen wird. Sprache und Blick sind die eines Dichters. Er überrascht mit Vergleichen, zitiert Bücher, sieht die schönen und die furchtbaren Seiten des Unterlands. Macfarlane erzählt von Höhlenkletterern, die stecken geblieben sind, und von Tauchern, die nur noch tot zurück ans Licht kamen. Manche freilich müssen drunten sterben. Höhlen als Gräber, als Hinrichtungsstätten, aber auch als Verstecke, aus denen Menschen zurück nach oben kamen, als die Gefahr vorüber war. Ein Wissenschaftler ist Robert Macfarlane nicht. Das sagt ihm ein Glaziologe ins Gesicht. Man merkt es auch, wenn er trauert um die schmelzenden Gletscher in Grönland. Der Autor scheint zu glauben, diese Gletscher wären alle über 100.000 Jahre alt, und die Robbenjäger der wenigen Siedlungen auf der Insel verlören gerade eine jahrtausendealte Kultur. Die Geschichte Grönlands hat er nicht nachgeschlagen. Die Küstengletscher, die sich heute zurückziehen, sind kaum 500 Jahre alt. Im Mittelalter war es warm genug, dass Wikinger auf Grönland siedelten und Kühe hielten. Die Inuit kamen erst, als es kalt wurde in der Kleinen Eiszeit. Ein Schreckenswort wiederholt der Autor immer wieder: Anthropozän, das Zeitalter der Menschen, das Zeitalter von Plastik am Strand und Atommüll unter der Erde. Seitenlang erschaudert Macfarlane über ein kommendes Artensterben, ohne jemals eine Art zu erwähnen, die ausgestorben wäre. Ihm entgeht die Ironie, dass er auf einem Boot mit tuckerndem Dieselmotor mit Bjornar Nicolaisen spricht, einem Gegner neuer Ölbohrungen vor Norwegen. Ihm entgeht die anderen Waagschale: Das, was wir kaufen mit dem Öl und den Atomkraftwerken. Robert Macfarlane wird mit einiger Wahrscheinlichkeit länger leben als alle seine Vorfahren. Er kann Orte besuchen, die keiner von ihnen gesehen hat, und auf einem Computer ein Buch darüber tippen. Noch nie hatten so viele Menschen wie heute die Zeit und das Geld, es zu lesen. Ich empfehle Im Unterland als fesselnden Ausflug in entlegene Regionen. Nur darf man sich nicht anstecken lassen von Robert Macfarlanes masochistisch-scheinheiligen Schuldgefühlen. Hochachtungsvoll Christina Widmann de Fran

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Vita

Robert Macfarlane, geboren 1976 in Nottinghamshire, ist einer der bedeutendsten Naturschriftsteller der Gegenwart. In seinen Büchern »Berge im Kopf«, »Alte Wege« und »Karte der Wildnis« schreibt er in einer einfühlend-poetischen und zugleich präzisen Sprache über Landschaften und Orte, über die Natur und unsere Beziehung zu ihr. Er ist Fellow der britischen Royal Society of Literature und Gründungsmitglied der Naturschutzorganisation Action for Conservation. Sein neuestes Buch »Im Unterland« wurde mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis 2019 ausgezeichnet.

Zur AUTORENSEITE

Andreas Jandl

Andreas Jandl, geboren 1975, studierte Theaterwissenschaften, Anglistik und Romanistik in Berlin, London und Montréal. Er ist Übersetzer aus dem Französischen und Englischen, u. a. von Nicolas Dickner, Elisa Shua Dusapin, Mike Kenney, Marie-Renée Lavoie, Maaza Mengiste und Gaétan Soucy. Gemeinsam mit Frank Sievers erhielt er 2017 den Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreis für die Übertragung von John Alec Bakers »Der Wanderfalke«.

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Frank Sievers

Frank Sievers, Jahrgang 1974, lebt als Übersetzer und Autor in Berlin. Er arbeitet regelmäßig für die Reihe »Naturkunden« bei Matthes & Seitz und übersetzt auch Romane und Sachbücher über Themen wie Kunst, Gastrophysik oder Fußball. 2017 erhielt er gemeinsam mit Andreas Jandl den Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreis für die Übertragung von John Alec Bakers »Der Wanderfalke«.

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Pressestimmen

»Ein wuchtiges Buch, das sich wie ein großer Roman liest«

BRIGITTE, Ausgabe 22 (07. Oktober 2019)

»Dieses Buch hat eine besondere Ausstrahlungskraft, weil der Betrachtungswinkel so interessant ist, aus dem man heraus das Thema Umwelt, Natur, Schöpfung, Bewahrung beleuchten kann«

NDR Kultur Sachbuchpreis, Aus der Jurybegründung (20. November 2019)

»Ein Buch, das es schafft, den Blick auf die Welt und auch auf sich selbst zu verändern. Volle Empfehlung!«

WDR 2 Lesen, Denis Scheck (05. November 2019)

»Im Unterland' ist eine einzigartige Mischung aus Reportage, Essay und Poesie. Die elegante, lyrische Sprache des Schriftstellers und Naturschützers macht süchtig. Hinreißend«

Neue Westfälische (18. März 2020)

»Eines der besten Sachbücher der letzten Jahre, das zur Pflichtlektüre erklärt werden sollte vor jeder "Fridays for Future" Demo.«

STERN (15. August 2019)

»[...] von kleinen Betrachtungen am Wegesrand kommt er elegant zum großen Ganzen, zu Geschichte, Literatur, Naturwissenschaft.»

NZZ am Sonntag (29. September 2019)

»Spannender als ein Krimi«

Deutschlandfunk Kultur, Lesart Empfehlungen Oktober (01. Oktober 2019)

»Seine Reise durch Höhlen, dunkle Kanäle, Stollen, Lagerstättenund Grabkammern ist mitreißend geschrieben: Natur- und Kulturgeschichte gleichermaßen«

Deutschlandfunk Kultur (24. Oktober 2019)

»Sein Buch ist nicht nur eine kluge Erdbeschreibung, sondern auch das Zeugnis eines Staunenden. Wer es liest, verliert jegliches Verständnis für die Ausbeutung der Natur.«

Sachbuch Bestenliste (29. August 2019)

»Sein ebenso poetischer wie ergreifender Bericht aus der Tiefe unseres Planeten wird begleitet von wachsendem Staunen und tiefer Sorge über das, was sich offenbart.“«

ARD Druckfrisch (15. September 2019)

»In Macfarlanes eleganten Sätzen kommen Philospohie und Anthropologie, Kulturgeschichte und Geologie zusammen«

Der Freitag (22. August 2019)

»Tiefgründig in jeder Hinsicht.«

Richard Powers

»Robert Macfarlane zaubert mit Worten. Wie ein Sog ziehen uns seine Sätze tiefer und tiefer ins Buch.«

Andrea Wulf, Autorin von »Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur«

»Wunderbar ... Unendliche Neugier, Großherzigkeit, Gelehrsamkeit, Mut und Klarheit ... Ein Buch, das zu lesen lohnt.«

The Times

»Sie wären verrückt, wenn Sie dieses Buch nicht lesen würden.«

Sunday Times

»Er ist der große Naturschriftsteller und Naturdichter seiner Generation.«

Wall Street Journal

»Der Literaturwissenschaftler und Essayist kann den Horizont erweitern, obwohl er in die Unterwelt der Erde hinabsteigt.«

Kleine Zeitung (A), Ingo Hasewend (19. Januar 2020)

»Das zu lesen macht einfach Spaß.«

Münchner Merkur (03. März 2020)