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Das eigene Leben offen, schonungslos und radikal zum Gegenstand des Schreibens zu machen – dies ist das Konzept, zu dem sich Karl Ove Knausgård in einem furiosen Mammutprojekt entschlossen hat. Radikal ehrlich und mit unglaublicher sprachlicher Kraft nähert er sich in »Sterben«, dem ersten Roman einer sechsbändigen Serie, seinem schwierigen Verhältnis zum Vater, das ihn grundlegend geprägt hat.

Als dieser stirbt und er sich mit seinem Bruder daran macht, den Nachlass zu ordnen, bietet sich beiden ein Bild des Grauens. Während sie das Haus reinigen und die Beerdigung vorbereiten, kommen Erinnerungen hoch. Nach und nach entsteht so das Porträt eines Mannes, über den sich in der Kindheit das Gleichgewicht der Familie definierte und den die beiden Söhne unsäglich zu hassen lernten. So sehr hat dieser Vater einen Schatten auf das Leben der Brüder geworfen, dass sie den Bestatter bitten, die Leiche sehen zu dürfen. Erst dann, so sind sich beide einig, werden sie glauben können, dass er wirklich tot ist. Der Sog, der von Knausgårds direkter Art des Erzählens schon mit den ersten Sätzen ausgeht, macht seinen Roman zu einer faszinierenden und erschütternden Lektüre. Gerade weil er so radikal persönlich schreibt, gewinnt sein Text eine schmerzliche Allgemeingültigkeit. Selten ist in einem Stück Literatur so greif- und fühlbar geworden, was jeder Mensch ist: ein einmaliger und unerschöpflicher innerer Kosmos.

"Großartig ist die Zügellosigkeit von Knausgårds Denken, eine regelrechte Gedankenflut. Unerschrocken und souverän schildert er die Bandbreite des Lebens und seiner Daseinsformen."

Peter Urban-Halle / Frankfurter Allgemeine Zeitung (12. März 2011)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Norwegischen von Paul Berf
Originaltitel: Min Kamp 1
Originalverlag: Forlaget Oktober
Hardcover mit Schutzumschlag, 576 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87351-0
Erschienen am  08. März 2011
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Das autobiographische Projekt

Leserstimmen

Eine unglaublich intime Erzählung über große und kleine Dinge des Lebens

Von: buecherecke

06.03.2020

Inhalt: Als Knausgård sich mit seinem Bruder daran macht, den Nachlass ihres verstorbenen Vaters zu ordnen, bietet sich beiden ein Bild des Grauens. Während sie das Haus reinigen und die Beerdigung vorbereiten, kommen Erinnerungen hoch. So sehr hat dieser Vater einen Schatten auf das Leben der Brüder geworfen, dass sie den Bestatter bitten, die Leiche sehen zu dürfen. Erst dann, so sind sich beide einig, werden sie glauben können, dass er wirklich tot ist. Der Sog, der von Knausgårds direkter Art des Erzählens schon mit den ersten Sätzen ausgeht, macht seinen Roman zu einer faszinierenden und erschütternden Lektüre. Gerade weil er so radikal persönlich schreibt, gewinnt sein Text eine schmerzliche Allgemeingültigkeit. Selten ist in einem Stück Literatur so greif- und fühlbar geworden, was jeder Mensch ist: ein einmaliger und unerschöpflicher innerer Kosmos. Mein Lieblingszitat: Meine Meinung: Als großer Fan der Vier-Jahreszeiten Bände und auch seines erst letztes Jahr erschienenen Buches "So viel Sehnsucht auf so kleiner Fläche" wollte ich mich jetzt gerne auch mal an sein autobiografisches Projekt wagen, das aus sieben Büchern besteht. Direkt als ich mit dem Lesen angefangen habe, habe ich seinen Schreibstil wiedererkannt, der einfach einmalig ist. Er schreibt mit einer unglaublichen Aufmerksamkeit, mit der er die Welt um sich herum wahrnimmt und jedes einzelne Detail beobachtet. Außerdem nimmt er nicht nur die Oberfläche, sondern auch die tiefer liegenden Eigenschaften von Gegenständen und Phänomenen wahr, was mir schon in den Vier-Jahreszeiten Bänden positiv aufgefallen ist. Während des gesamten Buches wechselt Knausgård zwischen unterschiedlichen Etappen seines Lebens, so erzählt er mal von einem prägenden Erlebnis seiner Kindheit, von einigen Erinnerungen aus seiner Jugend und später sehr genau vom Tod seines Vaters und den anschließenden Tagen, die er damit verbringt, seine Beerdigung vorzubereiten und vor allem die Beziehung zu ihm zu überdenken. Blickt man danach auf seine Erzählungen zurück, so stellt man fest, dass ein Großteil von ihnen in direktem oder indirektem Zusammenhang zu seinem Vater stehen und somit gezielt auf die Erlebnisse nach seinem Ableben verweisen. Knausgård besitzt zudem die Fähigkeit, die Personen, die in seinem Leben eine Rolle gespielt haben präzise zu beschreiben, sodass der Eindruck entsteht, diese Menschen persönlich getroffen zu haben. Er fasst deren Charaktere genau auf und zeichnet so ein überraschend passendes Porträt von ihnen. Gut gefallen hat mir zudem, dass der Autor zahlreiche interessante, teilweise fast schon philosophische Themen in seinen Sätzen anspricht, sodass ich während des Lesens auf fast jeder Seite zum Innehalten und Nachdenken angeregt wurde. Auch habe ich durch seine Formulierungen einen differenzierten Blickwinkel auf viele Dinge, wie vor allem den Tod, um den es in seinem Buch ja vor allem geht, bekommen. Karl Ove Knausgård schreibt über sein Leben mit einer so unglaublichen Intimität und versteckt dabei auch nicht seine scheinbar negativen Charakterzüge, sodass er den Anschein erweckt, sich einfach nur seinem Tagebuch mitzuteilen und nicht einer Leserschaft von vielen Menschen. Genau das ist es, was ich an ihm und seinen Büchern so bewundere. Mit Sicherheit werde ich mich bald an den nächsten Teil dieses autobiografischen Projekts machen! Mein Fazit: Ein mit außerordentlicher Vertraulichkeit geschriebenes Buch, das auf die großen, aber auch die kleineren, sonst unauffälligen Dinge im Leben eingeht. Vielen Dank an den btb Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars! Sterben bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

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Schwerer, aber lohnenswerter Einstieg

Von: Katharina

10.11.2017

»Anfang 2017 wagte ich mich an eine Buchempfehlung, die schon lange im SUB schlummerte: „Sterben“ von Karl Ove Knausgård. Einerseits ist der Titel schon etwas abschreckend. Andererseits ist allein dieser erste Teil der geplant sechs-bändigen Selbstreflexion fast 600 Seiten stark – wenn man nicht weiß, was einen erwartet, ein guter Prokrastinationsgrund. Der Einstieg hat es mir schwer gemacht, mich mit dem Buch anzufreunden. Knausgård ist so direkt und entblättert sich so unumwunden vor dem Leser, dass es mir zu schnell ging. So einen nahen Einblick in das Leben, Denken und Fühlen eines Menschen zu erhalten, ist nicht immer einfach. Trotzdem las ich weiter und wurde immer mehr in das Buch gesogen. Mit der Zeit konnte ich die Autobiografie ausblenden und den Roman genießen: Mit toller Sprache, gutem Stil und einfach einer berührenden Story. (...)«

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Vita

Karl Ove Knausgård wurde 1968 geboren und gilt als wichtigster norwegischer Autor seiner Generation. Als erster Debütant überhaupt bekam er den Norwegischen Kritikerpreis verliehen. "Alles hat seine Zeit", sein zweiter Roman und vielfach preisgekrönt, war nominiert für den Nordischen Literaturpreis und den internationalen IMPAC Dublin Literary Award. "Sterben" - der erste Roman eines sechsbändigen, autobiographisch angelegten literarischen Projektes, das in Norwegen zur Sensation wurde - war das meist diskutierte Buch der letzten Jahre, stand monatelang auf Platz 1 der Bestsellerliste, wurde mit dem wichtigsten norwegischen Literaturpreis, dem Bragepreis ausgezeichnet, in der Zeitung VG zu einem der besten Bücher der letzten zehn Jahre gewählt sowie von den Lesern der Tageszeitung Morgenbladet zum Buch des Jahres. Bei Luchterhand wird nach "Sterben" demnächst auch der gleichfalls gefeierte zweite Roman "Lieben" erscheinen. Karl Ove Knausgård lebt mit seiner Familie an der schwedischen Südküste.

Zur AUTORENSEITE

Paul Berf

Paul Berf, geboren 1963 in Frechen bei Köln, lebt nach seinem Skandinavistikstudium als freier Übersetzer in Köln. Er übertrug u. a. Henning Mankell, Kjell Westö, Aris Fioretos und Selma Lagerlöf ins Deutsche. 2005 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Schwedischen Akademie ausgezeichnet.

zum Übersetzer

Pressestimmen

"Knausgård schreibt sehr gut, einige Passagen sind von wunderbarer atmosphärischer Dichte und die Übersetzung von Paul Berf liest sich beweglich, flüssig, pointiert, unterhaltsam."

Spiegel Online (11. Mai 2011)

"Dem Norweger Karl Ove Knausgård ist ein fulminanter Beginn gelungen."

Cord Aschenbrenner / NZZ (21. Juni 2011)

"In den eigentlichen Geschichten ist Knausgård ein konsequent realistischer Erzähler - seine Reflexionen dagegen sind von brodelnder Klugheit, die eine fast hypnotische Kraft entwickeln."

Jutta Duhm-Heitzmann / WDR 5 (01. März 2011)

"Knausgård macht sich zum Fall, der die Welt ist - und wir folgen ihm, atemlos, gebannt, bis zuletzt."

Westdeutsche Allgemeine Zeitung (18. Juni 2011)

"Ein tief berührendes, ein tabuloses Buch mit aufrüttelnden Darstellungen, die Fragen an den Leser werfen."

Tobias Wenzel / NDR Kultur (21. März 2011)

"Es gibt Bücher, die lassen einen nicht mehr los. Karl Ove Knausgårds Sätze üben einen magischen Sog aus, dem man sich schwer entziehen kann. "

Heide Soltau / NDR 90,3 (23. März 2011)

"Knausgård schreibt akribisch, realisitisch und sinnlich."

Hamburger Abendblatt (22. März 2011)

"Will man das lesen? Man will!"

Knut Cordsen / B5 aktuell (06. April 2011)