Unter Wölfen

Kriminalroman
Nürnberg 1942: Isaak Rubinstein ermittelt

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Um seine Familie zu retten, muss sich der Jude Isaak Rubinstein in die Gestapo einschleusen und mitten unter Wölfen zum Spion werden ...

Nürnberg 1942: Isaak Rubinstein, der ständig in Angst um seine Familie lebt, bittet eine Widerstandskämpferin um Hilfe. Doch ihre Gegenforderung ist hart: Isaak soll die Gestapo infiltrieren und sich dazu als Sonderermittler Adolf Weissmann ausgeben – jenen Mann, der vom Führerhauptquartier beauftragt wurde, den Mord an einer berühmten Schauspielerin aufzuklären. Was niemand weiß: Der Kriminalist hat den Anschlag, den die Widerstandsgruppe auf ihn verübt hat, überlebt. Mitten unter Wölfen zieht sich das Netz immer weiter zu und die Gefahr, enttarnt zu werden, ist allgegenwärtig …

»Sehr schlüssige und ergreifende Geschichte für die die Autorin nicht von der Vergangenheit, sondern von der Gegenwart inspiriert wurde.«

B5 Kulturnachrichten (04. November 2019)

ORIGINALAUSGABE
Paperback , Klappenbroschur, 368 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-8090-2711-9
Erschienen am  04. November 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Leserstimmen

Der Antiquar

Von: hasirasi2

24.11.2019

März 1942: Auf der Nürnberger Burg wird im Quartier des Sturmscharführer Gerhard Bade die Leiche der berühmten Schauspielerin Lotte Lanner gefunden – ihr wurde die Kehle durchgeschnitten. Das Brisante daran – Lanner und Bade hatten ein Verhältnis und waren abgesehen vom Pförtner die einzigen in der Burg, trotzdem behauptet Bade: „Ich war es nicht.“ (S. 12) Der Sonderermittler Adolf Weissmann aus Berlin wird angefordert, um Bades Unschuld zu beweisen. Zur gleichen Zeit bekommen der jüdische ehemalige Antiquar Isaak Rubinstein, seine Eltern und seine Schwester mit ihren 2 kleinen Kindern den „Evakuierungsbescheid“ – sie sollen in den Osten umgesiedelt werden. Isaak hat keine Illusionen, dass sie bestenfalls in einem Arbeitslager landen. Er bittet seine ehemalige Verlobte Clara um Hilfe, die im Widerstand aktiv ist. Sie sagt zu, ihn und seine Familie zu retten, wenn er im Gegenzug den Widerstandskämpfern hilft. Als er sich das nicht zutraut, überlistet sie ihn, denn „Wenn die Guten nicht kämpfen, siegen die Schlechten.“ (S. 81). Isaak schlüpft in die Rolle des SS-Sonderermittlers Adolf Weissmann und untersucht zusammen mit der Gestapo den Mordfall Lanner. Gleichzeitig muss er einen gefährlichen Auftrag für Clara erledigen … Isaak will nur irgendwie die Nazizeit überleben und um keinen Preis auffallen. Als er sich in Weissmann verwandeln muss, sehen ihn die Menschen plötzlich an bzw. sogar zu ihm auf. Er ist eine Respektsperson, kann Aufträge erteilen und Forderungen stellen. Statt auf den Boden, muss er seinem Gegenüber ins Gesicht schauen oder über ihn hinweg, um ihn in seine Schranken weisen. Doch es fällt ihm schwer, alte Gewohnheiten abzulegen: „Die Identität, die Clara ihm beschafft hatte, ließ sich nur schwer überstülpen. Sie drückte und schmerzte wie ein viel zu kleiner Schuh.“ (S. 93). Er verrät sich mehrfach fast und „spielt“ den Ermittler, indem er sich an den Detektiven der Bücher orientiert, die er früher gelesen hat. Er muss Zeit schinden, um Claras Forderungen erfüllen zu können und wird dabei ein immer besserer Schauspieler. Immer mit der Angst vor der Enttarnung im Nacken. Ich habe mit Isaak gebangt und gezittert und ihn dafür bewundert, wie er seine Ängstlichkeit und Selbstzweifel überwunden (Du bist ein einfacher Antiquar, ein wehrloser Jude. Du bist mit der ganzen Sache doch heillos überfordert.“ (S. 239)), zu seiner inneren Stärke gefunden und seine Gegner getäuscht und überlistet hat. Anhand des jungen Unterscharführer Rudolf Schmitt, der Isaak als Assistent an die Seite gestellt wird, zeigt Alex Beer, wie die Ideologisierung der Menschen funktionierte. Schmitt erzählt Isaak im Vertrauen, dass er früher mit Juden befreundet war, aber Julius Streicher und der Stürmer ihm die Augen dafür geöffnet haben, woran die Juden alles Schuld sind. Sie zeigt, wie die Menschen manipuliert und aufgehetzt wurden. Es sind diese gekonnt eingestreuten Informationen, die die Protagonisten vielschichtig, menschlich und nachvollziehbar machen. Sie sind meist nicht nur schwarz oder weiß, fast jeder hat Ängste, Sehnsüchte, Träume, Geheimnisse. Seit dem ersten Fall von Alex Beers Wiener Ermittler August Emmerich bin ich ein Fan ihrer hervorragend recherchierten und extrem spannenden Kriminalromane. Auch „Unter Wölfen“ hat mich von Beginn an gefesselt und ich hoffe, bald wieder von Isaak und seinem Kampf gegen die Nazis zu lesen.

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Im Geheimen

Von: wal.li

22.11.2019

Isaak Rubinstein war einmal mit Herz und Seele Buchantiquar in Nürnberg. Vor Jahren schon haben ihm und seiner Familie alles genommen. Und im März 1942 haben sie den Befehl bekommen, sich zur Deportation einzufinden. Isaak befürchtet, es könnte eine Reise ohne Wiederkehr werden. Deshalb bittet er seine ehemalige Freundin Clara Pflüger, ihm und seiner Familie beim Untertauchen zu helfen. Clara, die Verbindungen zum Widerstand hat, findet tatsächlich eine Möglichkeit, die Familie Rubinstein vor den Nazischergen zu schützen. Allerdings muss Isaak Rubinstein einen hohen Preis bezahlen. Er muss in die Rolle des Sonderermittlers Adolf Weissmann schlüpfen und die Gestapo unterwandern. Mit einem eigentlich unmöglichen Mord beginnt diese spannende Geschichte. Eine bekannte Schauspielerin ist in der Wohnung ihres Geliebten umgebracht worden. Vom Zeitablauf her kommt nur er als Täter in Betracht. Bei diesem handelt es sich allerdings um den stellvertretenden Gestapo-Chef Fritz Nosske. Und nach der Meinung der herrschenden Klasse, kann er als hohes Tier nicht der Mörder sein. In diese Szenerie stolpert Rubinstein alias Weissmann und soll als Sonderermittler den allseits gefälligen Mörder präsentieren. Immer unter der Anspannung stehend, seinen geheimen Auftrag zu erfüllen und in der Angst vor Entlarvung, muss Isaak Rubinstein seinen schlauen Verstand einsetzen. Vor dem Hintergrund der damaligen politischen Lage entfaltet sich nicht nur ein spannender Kriminalfall, sondern auch ein prägnantes Bild der Naziherrschaft im zweiten Weltkrieg und davor. Wie perfide die Herrschenden ihre Macht ausspielten und Schwächere und Minderheiten ausgrenzten, bestahlen, quälten und vielen letztlich das Leben nahmen. Isaak Rubinstein ist einer, der sich wehrt. Zwar spät und nicht ganz freiwillig begibt er sich in die Höhle der Löwen. In jeder Minute ist die Gefahr der Entdeckung zu spüren und sein Entsetzen über die unsäglichen Taten der Machthaber. Man fühlt sich beim Lesen in diese grausame und unmenschliche Zeit hineinversetzt. Ob es möglich gewesen wäre, den Nazis zu entkommen, so wie es Rubinstein mehrmals gelingt und ohne jede Vorkenntnis als Ermittler tätig zu werden, kann dahingestellt bleiben. Die eindringlichen Schilderungen des unsäglichen Verhaltens der Nazis machen diesen Roman zu einer herausragenden Lektüre gegen das Vergessen.

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Vita

Alex Beer, geboren in Bregenz, hat Archäologie studiert und lebt in Wien. Nach »Der zweite Reiter«, ihrem preisgekrönten Debüt, das den Auftakt gibt für die hochspannende Reihe um Kriminalinspektor August Emmerich, »Die rote Frau«, nominiert für den Friedrich Glauser Preis 2019, und »Der dunkle Bote« stellt sie mit »Unter Wölfen« einmal mehr ihr Talent für lebendige Figuren, atmosphärische Schauplätze und detailreiche Recherche unter Beweis. Um es mit den Worten der Jury des Leo-Perutz-Preises zu sagen: »Was Alex Beer erzählt, betrifft auch die heutige Zeit, aber wie sie erzählt, lässt die ferne Vergangenheit lebendig werden.«

Zur AUTORENSEITE

Events

01. Feb. 2020

Lesung

21:00 Uhr | Lech am Arlberg | Lesungen
Alex Beer
Der dunkle Bote

05. März 2020

Lesung

19:30 Uhr | Zirndorf | Lesungen
Alex Beer
Unter Wölfen

28. Mai 2020

Lesung

20:00 Uhr | Koblenz | Lesungen
Alex Beer
Das schwarze Band

Pressestimmen

»Unbedingt lesen, wenn man sich für einen verwickelten Plot und deutsche Geschichte interessiert.«

freundin (26. November 2019)

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