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Bis ans Ende der Geschichte Roman

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-328-10051-5

Erschienen:  22.08.2016
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Sage Singer ist eine junge, leidenschaftliche Bäckerin. Als sie den allseits beliebten pensionierten Lehrer Josef Weber kennenlernt, entwickelt sich trotz des großen Altersunterschieds eine enge Freundschaft zwischen ihnen. Doch als Josef ihr eines Tages ein lange vergrabenes, schreckliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem Dilemma. Denn wo verläuft die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?

»Vielschichtig und emotional. Eine feinfühlige Story um Schuld und Gerechtigkeit.«

Alles für die Frau (30.09.2016)

Jodi Picoult (Autorin)

Jodi Picoult, geboren 1966 in New York, studierte in Princeton und Harvard. Seit 1992 schrieb sie mehr als zwanzig Romane, davon waren viele Nr.-1-Bestseller. Die Autorin wurde bmehrfach ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrem Mann in Hanover, New Hampshire. Im Herbst 2016 erscheint ihr Roman Die Spuren meiner Mutter bei C. Bertelsmann.

»Vielschichtig und emotional. Eine feinfühlige Story um Schuld und Gerechtigkeit.«

Alles für die Frau (30.09.2016)

»Ein wirklich bewegendes Buch, das viele Denkanstöße liefert und die Beschäftigung mit den schwierigen Themen Schuld, Vergebung, Gnade und Rache anregt.«

sommerlese.blogspot.de (27.10.2016)

ERSTMALS IM TASCHENBUCH

Aus dem Amerikanischen von Elfriede Peschel
Originaltitel: The Storyteller
Originalverlag: Emily Bestler Books / Atria Books (Simon & Schuster), New York 2013

Taschenbuch, Broschur, 576 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-328-10051-5

€ 10,00 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Penguin

Erschienen:  22.08.2016

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Die Frage nach der Schuld – Bis zum Ende der Geschichte

Von: kuntergrauewelt Datum: 15.02.2018

kuntergrauewelt.wordpress.com

Ich möchte diese Rezension gerne etwas anders angehen als üblich, da es das Buch einfach hergibt.

WORUM GEHT’S?

Also, die Geschichte ist schnell erzählt. Sage Singer ist Bäckerin aus Leidenschaft und aus Scham über ihr Aussehen. Sie kämpft darum, den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten und, als Fahrerin des Unglücksautos fühlt sie sich schuldig.

In der Trauergruppe, in der sie versucht ihre Trauer zu bewältigen, trifft sie auf Josef, einen Mann jenseits der 90, zu dem sie schon bald eine freundschaftliche Beziehung aufbaut. Nach einigen Wochen betraut dieser Mann sie mit der Bitte, ihm beim Sterben zu helfen.

Zunächst dachte ich an eine ähnliche Geschichte wie „Ein ganzes halbes Jahr“, aber es geht hier nicht darum, ob einem Mensch generell beim Sterben geholfen werden darf, sondern ob diese Bitte jemandem zusteht, der selbst den Tod 100.000er Menschen herbeigeführt und oftmals hinausgezögert hat. Josef, so stellt sich schnell raus, war als SS-Soldat im Konzentrationslager in Auschwitz stationiert.

DAS ETHISCHE DILEMMA

Die Frage ist also, ob einem Menschen, der so viele Menschen misshandelt und gedemütigt hat, das Recht hat, in Würde zu sterben. Das Buch gibt keine befriedigende Antwort, wie denn auch, es ist nicht wissenschaftlich geprägt, sondern zeigt viel mehr verschiedene Perspektiven und Blickwinkel auf.

Ich habe geweint, dicke Tränen. Weniger bei der Perspektive der Opfer als bei der der Täter. Es war nicht traurig, sondern erschreckend bis verstörend.

Wie ist die Frage zu beantworten? Da kann wahrscheinlich ein Psychologe mehr zu sagen, ich möchte aber gerne aus aktuellem Anlass die Shoah-Überlebende Anita Lasker-Wallfisch zitieren, die dank ihrer Musikalität das Vernichtungslager überleben konnte. Bei ihrer Rede in Bundestag zum Gedenken an die Befreiung Auschwitz‘ am 27. Januar 1945 erzählt sie von ihrem Umgang mit Deutschland in ihrem Leben nach 45. Der Satz, der interessiert, ist folgender: „Hass ist ganz einfach ein Gift, und letzten Endes vergiftet man sich selbst.“ (Quelle: NRZ.de)

Ich finde diesen Satz ganz besonders wichtig, denn er zeigt das Dilemma auf, in dem sich auch heute noch viele Menschen befinden. Auch wenn Hass gegenüber dem Mörder des eigenen Kindes menschlich absolut verständlich wäre, so wird er einen irgendwann auffressen und im schlimmsten Fall zur Vergeltung führen.

Vergebung ist gut. Aber wer kann vergeben und wem kann vergeben werden? Kann eine Überlebende ganz Nazi-Deutschland vergeben, oder nur denjenigen, mit denen sie persönlich zu tun hatte? Und kann der Enkel eines Überlebenden dem SS-Offizier verzeihen, der seinen Großvater erschossen oder in eine Gaskammer geschickt hat?

Hier greift das Buch das Vater Unser auf „Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. Das Possessivpronomen „unseren“ ist von elementarer Bedeutung. Wir können nur denjenigen vergeben, die sich uns gegenüber schuldig gemacht haben. Wir können nicht demjenigen vergeben, der unsere Mutter getötet hat. Das ist mit ein Grund, weshalb Mord im Judentum unverzeihlich ist.

MEINE MEINUNG

Zurück zum Buch. Über die Charaktere möchte ich gar nicht sprechen, damit würde ich viel vorwegnehmen, lieber erwähne ich den Schreibstil der Autorin.

Es war mein erstes Buch von Jodi Picoult und als ich es zum ersten Mal in der Hand hielt, dachte ich: Das bekommst du in einem Monat nicht durch, weil es lange her war, dass ich ein Buch mit fast 600 Seiten gelesen hatte. Aber die Eindringlichkeit, Wortgewalt und Poesie mit der Picoult spielt und schreibt, macht das Buch zu einem echten Page-Turner. Besonders gut gefallen hat mir die Abtrennung zwischen den verschieden Erzählern durch die Schriftart. Das brachte Struktur in das ganze Buch und hat mit dazu geführt, dass man sich in alle Charaktere gut, manchmal zu gut, hineinversetzen konnte.

Ich gebe dem Buch auf jeden Fall die volle Punktzahl, in allen Kategorien, die ich zu bieten habe. Es ist definitiv jetzt schon eins meiner Highlight-Bücher für 2018 und ich kann es nur jedem als Lektüre empfehlen.

FAZIT

Handlung: 5/5

Charaktere: 5/5

Spannung: 5/5

Schreibstil: ∞/5

Fesselnd und berührend!

Von: Tintenschoen Datum: 14.02.2018

https://www.lovelybooks.de/mitglied/Tintenschoen

Hat mich nachhaltig beschäftigt:
BIS ANS ENDE DER GESCHICHTE - Jodi Picoult
———————————————
Weder der Klappentext noch der seichte Anfang lässt erahnen mit welcher Wucht dieser Roman später „zuschlägt“. Er handelt vom dritten Reich und dem Holocaust und erzählt die Geschichten zweier (fiktiver) Zeitzeugen: Eines deutschen SS-Offiziers und einer Auschwitz Überlebenden. Doch dieser Roman verdeutlicht nicht nur Gut und Böse- Schwarz und Weiß - sondern nimmt auch auf all das Bezug, dass dazwischen liegt: Alle Schattierungen von Grau! Und es wirft Fragen auf, die einen nachhaltig beschäftigen: Was macht uns zu einem guten/bösen Menschen? Wie konnte aus „normalen“ Menschen brutale Bestien werden, deren Gräueltaten bar jeder Vorstellungskraft liegen? Ab wann hat man sich jegliches Recht auf Vergebung verspielt? Es geht um Schuld und Sühne, Vergeltung und Vergebung und liest sich wie ein grausames Märchen, dass am Ende doch leider wieder auf tatsächlich statt gefundener Weltgeschichte beruht. Extrem aufwühlend und beschämend und gerade deshalb sehr lesenswert.
Lediglich die um den Erzählkern gesponnene Liebesgeschichte, hätte für mich in diesem Buch nicht sein müssen.

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