Die Fliedertochter

Roman

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Eine geheimnisvolle Schneekugel. Das Erbe einer starken Frau. Eine Liebe, die sich nie erfüllt hat.

Berlin 1936. Die Sängerin Luzie Kühn steht ganz am Anfang ihrer Karriere und träumt von einem Leben im Rampenlicht. Doch als Jüdin fühlt sie sich nicht mehr sicher und verlässt Berlin in Richtung Wien. Sie verliebt sich in den charismatischen Bela Król und schwebt im siebten Himmel, doch schon bald wird klar, dass Luzie auch in Wien nicht sicher ist ...

Berlin 2018. Paulina Willke wird von ihrer mütterlichen Freundin Antonia gebeten, in Wien ein Erbstück für sie abzuholen. Sie ahnt nicht, dass die Reise nach Wien ihr Leben verändern wird ...


Originaltitel: NN IV
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-19811-4
Erschienen am  11. Februar 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Stimmungsvolle und fesselnde Lesereise nach Wien

Von: Patno

18.02.2019

Frauen in drei Generationen stehen im Mittelpunkt ihrer Geschichten. Es sind Familienschicksale, die mit dramatischen Ereignissen des Krieges verknüpft sind. Tagebücher spielen eine wichtige Rolle. Schauplätze wie Dresden, Hamburg und München habe ich mit ihr bereits literarisch bereist. Die Rede ist von Teresa Simon, die mich mit ihrem neuen Roman „Die Fliedertochter“, der am 11.2.2019 beim Heyne Verlag erschienen ist, nach Wien entführt. Wieder ein stimmungsvoller historischer Schauplatz! Teresa Simon ist übrigens das Pseudonym einer bekannten Münchner Autorin. Für meinen Geschmack ist das Cover eine Spur zu verspielt, dabei ist die Geschichte absolut nicht kitschig, eher ergreifend und bewegend. „Paulina Wilke kam erst richtig dazu durchzuatmen, als sie auf ihrem Platz in der ersten Klasse des ICE 93 saß. Sie war tatsächlich auf dem Weg nach Wien, worum Antonia sie gebeten hatte.“ (Auszug aus „Die Fliedertochter“) Toni, wie sie alle liebevoll nennen, hat einen seltsamen Brief aus Wien bekommen. Ein gewisser Peter Matusek hat ihr ein Erbstück hinterlassen. Da Toni jedoch gesundheitlich nicht in der Lage ist, die lange Fahrt nach Wien zu stemmen, schickt sie Paulina als Vertretung. Peters Tochter Lena übergibt Paulina das Tagebuch einer Luzie Kühn. Obwohl Paulina diesen Namen noch nie gehört hat, beginnt sie darin zu lesen. Luzie ist eine junge Sängerin. Ihre Aufzeichnungen gehen ins Jahr 1936 zurück. Gefesselt liest Paulina ihre tragische Geschichte und versucht herauszufinden, warum Toni dieses Tagebuch geerbt hat. Als sie im Wohnzimmer ihrer Gastfamilie eine Schneekugel entdeckt, die der ihrigen ähnelt, fragt sich Paulina, ob auch ihr Schicksal mit Luzies Geschichte zusammenhängt. Es mag komisch klingen, aber irgendwie bin ich beim Lesen in die Rolle der Pauline geschlüpft, verfolge gebannt Luzies schockierende Erzählungen und bin unfähig, das Buch aus der Hand zu legen. Als Paulina endlich eine Lesepause einlegt, bleibt mir Zeit zum Durchatmen. Paulines frische Art, ihr Charme und ihr Wissensdurst gefallen mir. Gedanklich begleite ich sie auf der Spurensuche durch Wien. Kein Wunder, dass ihr die Männerwelt zu Füßen liegt. Ähnlich muss es Luzie damals ergangen sein und ich entdecke beim Lesen Parallelen zwischen den beiden Geschichten. Ob die beiden mehr verbindet? Geheimnisvolle Buchatmosphäre! Teresa Simon schreibt gefühlvoll und lebendig in starken Bildern, meisterhaft in Sprache und Stil. Die Handlung ist komplex, gekennzeichnet durch mehrere Erzählstränge, die sowohl in der Vergangenheit als ich in der Gegenwart spielen. Am Ende fließen sie schlüssig ineinander. Obwohl es eine fiktive Story ist, fühlt sie sich echt an, was vermutlich auch an den interessanten historischen Fakten liegt, die Teresa Simon hier einbindet. Ich bin beeindruckt, wie gekonnt sie ihre Recherchen und ihr Fachwissen einarbeitet, ohne dass es langatmig wirkt. Interessant und lehrreich! Das Setting ist perfekt gewählt. Besonders interessant finde ich Mozarts Grab in Szene gesetzt. Es ist umgeben von Fliedersträuchern, die sich im Titel des Romans widerspiegeln. Auch kulinarisch hat Wien das eine oder andere Schmankerl zu bieten, auf die im Buch an verschiedenen Stellen hingewiesen wird. Appetitanregend! Für alle Hobbyköche sind im Anhang einige Rezepte abgedruckt. Geschmackvolle, bildende und fesselnde Lesekost für „Frau“ mit Anspruch!

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Lesenswert-berührend und mit Tiefgang

Von: Susanne Nowak aus Meerbusch

17.02.2019

Paulina, die Protagonistin des Romans wird von Toni, einer engen Freundin um einen gefallen gebeten, da Toni selbst nicht reisefähig ist, soll Paulina für sie in Wien ein Erbstück abholen und sie macht diese Reise gerne und nimmt ihre Schneekugel, ihren Talismann mit auf die Reise. In Wien wird sie von der Familie Matusek herzlich aufgenommen und ist völlig verwundert, als sie dort die gleiche Schneekugel entdeckt, die ein Zwilling ihrer Schneekugel sein könnte. Lena Matusek übergibt Paulina das Erbstück, ein altes blaues Tagebuch und sie beginnt zu lesen…. Teresa Simon hat einen wunderbaren Schreibstil, er holt den Leser ab und zieht ihn in seinen Bann, ist dabei flüssig und leicht lesbar geschrieben. Der Roman ist in zwei verschiedenen Zeitebenen geschrieben, die sich zum Ende harmonisch auflösen, zugleich aber auch fesselnd eine Zeit Epoche ab dem Herbst 1936 in Wien beschreiben, einer Epoche, die für mich zu einer der dunkelsten des vergangenen Jahrhunderts gehörte. Teresa Simon bringt diese Zeit dem Leser auf eine ihr sehr eigene Art und Weise nahe, sie berührt emotional. Im Gegensatz dazu ist die Epoche des Frühlings 2018 das Gegenteil, nicht ganz so spannend, bildet aber durch seine Unaufdringlichkeit das Pardon zu der Vergangenheitsepoche. Ich habe mit den Charakteren mitgefiebert, mitgelitten, ich habe mit Ihnen geweint und gelacht und voller Spannung Seite um Seite verschlungen. „Die Fliedertochter“, ist der vierte Roman von Teresa Simon und erinnert an eine Zeit, die wir nie vergessen sollten, die leider jetzt in der Gegenwart wieder sehr aktuell ist, es ist aber auch eine spannende, tragische und zugleich berührende Familiengeschichte, die ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann. Danke an Corinna Schindler vom Freelance Team und an den Heyne Verlag.

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Vita

Teresa Simon

Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin. Sie reist gerne (auch in die Vergangenheit), ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale, hat ein Faible für Katzen, bewundert alles, was grünt und blüht, und lässt sich immer wieder von stimmungsvollen historischen Schauplätzen inspirieren.

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