Herbst

Roman

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Im Herbst 2016 ist Daniel ein Jahrhundert alt. Elisabeth, Anfang 30, kennt ihn von früher, der Nachbar hat sie als Kind mit der Kunst bekannt gemacht. Jetzt besucht sie ihn im Altersheim, liest ihm Bücher vor und fragt sich, was die Zukunft bringen mag. Denn England hat einen historischen Sommer hinter sich, die Nation ist gespalten, Angst macht sich breit. Der erste Roman aus Ali Smiths Jahreszeitenquartett erzählt von einer Welt, die immer abgeschotteter und exklusiver wird, über das Wesen von Reichtum und Wert, über die Bedeutung der Ernte. Und er erzählt vom Altern, von der Zeit und von der Liebe. Von uns.

»Ali Smith findet prächtige, farbmächtige Bilder für den Zustand ihrer Protagonisten. Ein berührendes, umwerfendes Juwel britischer Literatur, beeindruckend übersetzt von Silvia Morawetz.«

Johannes Kaiser / Deutschlandfunk Kultur (09. November 2019)

Aus dem Englischen von Silvia Morawetz
Originaltitel: Autumn
Originalverlag: Hamish Hamilton
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-22296-3
Erschienen am  21. Oktober 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Ali Smith - Herbst

Von: luchsbooks

30.11.2020

'Herbst' von Ali Smith ist ganz schön besonders. Häufig wird das Buch als Brexit-Roman beschrieben, für mich war es aber vor allem die Geschichte einer ganz besonderen Beziehung. Elisabeth und Daniel: kein Liebespaar, nicht verwandt, keine Sandkasten- oder Studienfreunde, ein Altersunterschied von über 60 Jahren. Trotz dieser scheinbaren Distanz sind sie so stark miteinander verbunden, haben ein solch außergewöhnliches Verständnis voneinander, dass man geneigt ist, das Wort Seelenverwandte zu verwenden. Was die beiden verbindet, ist die Liebe zur Kunst, zu ungewöhnlichen Blickwinkeln, zur Literatur und natürlich zueinander. Obwohl sie sich zwischenzeitlich aus den Augen verlieren und lange keinen Kontakt haben, ist Elisabeth sofort zur Stelle, als sie erfährt, dass Daniel im Krankenhaus liegt. Fast täglich sitzt sie an seinem Bett, liest, erinnert sich an die gemeinsame Zeit zurück. An seinen ungewöhnlichen Blick auf die Welt, den Verlust seiner großen Liebe, von dem er ihr eigentlich nie richtig erzählt hat, an die Musik, die er geschrieben hat. Und ja, natürlich geht es nebenbei auch um die Veränderung in der britischen Gesellschaft. Um Zäune, um Nachbarschaftspatrouillen, um Google Suchanfragen zur EU, um das Referendum, um die Hürden der Bürokratie und um Ausländerfeindlichkeit. Was den Roman außerdem ausmacht, ist ganz klar die Sprache. Nicht nur der Inhalt des gesagten, sondern auch der Klang, die Wahrnehmung von Wort- und Schriftbild spielt eine Rolle. Was anfangs noch etwas verwirrt, wird ganz schnell zu einem Symbol der verspielten, zärtlichen und außergewöhnlichen Beziehung der Beiden. Ich kann das Buch wirklich empfehlen, wenn ihr nicht nur Lust auf geradlinige Stories habt, sondern euch auch gerne mal für Wortspiele und Lyrik im weitesten Sinne begeistern könnt. 'Herbst' ist der erste auf Deutsch veröffentlichte Teil von Smiths Jahreszeitenquartett - 'Winter' ist gerade erst erschienen und ich freue mich schon sehr drauf. Die Übersetzung kommt von Silvia Morawetz. Vielen lieben Dank an den @luchterhand_verlag für das Rezensionsexemplar!

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Ein sehr besonderes Buch! Für mich ein Lese-Highlight!

Von: Gedankenlabor

18.10.2020

>>Sprache ist wie Mohnblumen. Sie nimmt etwas und wühlt die Erde drum herum auf, und schon kommen schlafende Wörter zum Vorschein und werden, leuchtend rot und frisch, überallhin verweht.<< „Herbst“ von Ali Smith ist für mich ein unheimlich besonderes Buch. Beim Lesen zog es mich in einen unglaublichen Lesezog und konnte mich mit seiner Wortgewandtheit und der darin eingebundenen Lyrik sehr sehr begeistern! Für mich persönlich stand thematisch hier die Beziehung zwischen Elisabeth und Daniel Gluck und das Altwerden sehr im Vordergrund. Mich konnte es berühren und all die Worte und Zeilen der Autorin hatten für mich hier große Wortkraft. Der Schreibstil und auch die Art der Geschichte ist hier doch eher speziell und ich glaube inhaltlich könnte es sich für viele doch eher wie ein Chaos lesen, doch sind es meiner Meinung nach einfach die Feinheiten, die hier Beachtung verdienen und die einen hier wirklich sehr fesseln können, wenn man sich denn darauf einlasen kann und sich durch all die Besonderheiten gleich angesprochen und gefühlsmäßig angezogen fühlt. >>Es geht darum, wie wir unsere Lebensumstände betrachten,... dass wir hinschauen und erkennen, wo wir stehen,...<< Mich hat dieser erste Band des Jahreszeitenquartett von Ali Smith sehr sehr begeistert und zählt klar zu meinen literarischen Highlights in diesem Jahr! Daher kann ich es jedem sehr ans Herz legen, der sich auf das Spezielle einlassen möchte.

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Vita

Ali Smith wurde 1962 in Inverness in Schottland geboren und lebt in Cambridge. Sie hat mehrere Romane und Erzählbände veröffentlicht und zahlreiche Preise erhalten. Sie ist Mitglied der Royal Society of Literature und wurde 2015 zum Commander of the Order of the British Empire ernannt. Ihr Roman »Beides sein« wurde 2014 ausgezeichnet mit dem Costa Novel Award, dem Saltire Society Literary Book of the Year Award, dem Goldsmiths Prize und 2015 mit dem Baileys Women’s Prize for Fiction. Mit »Herbst« kam die Autorin 2017 zum vierten Mal auf die Shortlist des Man Booker Prize sowie auf Platz 6 der SWR-Bestenliste.

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Silvia Morawetz

Silvia Morawetz, geb. 1954 in Gera, studierte Anglistik, Amerikanistik und Germanistik und ist die Übersetzerin von u.a. Janice Galloway, James Kelman, Hilary Mantel, Joyce Carol Oates und Anne Sexton. Sie erhielt Stipendien des Deutschen Übersetzerfonds, des Landes Baden-Württemberg und des Landes Niedersachsen.

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Pressestimmen

»Es ist ein aufwühlendes Buch und es ist trotz allem eigenartigerweise ein tröstliches Buch.«

Barbara Vinken / 3sat-Buchzeit (08. Dezember 2019)

»Ein Triumph der Kunst über das Leben.«

Dagmar Kaindl / Buchkultur (05. Dezember 2019)

»Mehr als ein Brexit-Roman: Ali Smiths ›Herbst‹ erzählt von der Schönheit eines gelebten Lebens im Angesicht der Verunsicherung.«

Elena Witzeck / Frankfurter Allgemeine Zeitung (23. November 2019)

»›Herbst‹ ist der erste ins Deutsche übersetzte Band aus Smiths ›Jahreszeitenquartett‹ und macht Lust auf die Teile, die noch folgen.«

Stern (14. November 2019)

»Ein hoch politischer Roman und ein Buch über Kunst und Individualität.«

SWR Bestenliste Dezember (01. Dezember 2019)

»Man folgt und staunt nur zu gerne. Einen einzigen Fehler hat dieser Roman: ›Herbst‹ ist arg kurz.«

Ekkehard Knörer / www.republik.ch (06. Dezember 2019)