Kleine große Schritte

Roman

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Ruth Jefferson ist eine der besten Säuglingsschwestern des Mercy-West Haven Hospitals in Connecticut. Dennoch wird ihr die Versorgung eines Neugeborenen von der Klinikleitung untersagt – die Eltern wollen nicht, dass eine dunkelhäutige Frau ihr Baby berührt. Doch eines Tages arbeitet Ruth allein auf der Station und bemerkt, dass das Kind keine Luft mehr bekommt. Sie entscheidet schließlich, sich der Anweisung zu widersetzen und dem Jungen zu helfen. Doch ihre Hilfe kommt zu spät, und Ruth wird von den Eltern des Jungen angeklagt, schuld an dessen Tod zu sein. Ein nervenaufreibendes Verfahren beginnt ...

»Ein wichtiger Roman, der nachdenklich stimmt.«

TV für mich (20. September 2018)

Aus dem Englischen von Elfriede Peschel
Originaltitel: Small Great Things
Originalverlag: Ballantine Books (Penguin Random House), New York 2016
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-21229-2
Erschienen am  02. Oktober 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Rassismus und wie die Gesellschaft damit umgeht

Von: lesulu

27.10.2018

Seit 20 Jahren arbeitet Ruth Jefferson als Hebamme und Säuglingskrankenschwester im Mercy-West Haven Hospital. Als der Vater des Neugeborenen David sich beschwert, wird Ruth der Umgang mit dem Kind untersagt, da die rassistischen Eltern nicht wollen, dass eine Afroamerikanerin ihr Baby anfasst. Als Ruth Jefferson, aufgrund einer Krisensituation, mit David alleine ist und dieser, genau in diesem Moment, um sein Leben kämpft, gerät sie in einen Gewissenskonflikt. Soll sie ihren Job oder vielleicht, durch unterlassene Hilfeleistung, den Tod des Babys riskieren? David stirbt, obwohl Ruth eingreift, woraufhin diese als Mörderin angeklagt wird. In dem Buch "Kleine große Schritte" von Jodi Picoult, schildert nicht nur Ruth die Geschichte aus ihrer Sicht, sondern auch ihre Anwältin Kennedy und der Vater des Babys, Turk Bauer, kommen zu Wort. Dadurch beschreibt die Autorin sowohl die Gefühlslage aller 3 Protagonisten, als auch den Prozess, mit ihrem einzigartigem Schreibstil, sodass man die ganze Zeit mitfiebert und mitfühlt. Das Thema Rassismus ist, noch immer, aktuell und es ist erschreckend, wie realistisch die Geschichte des Buches ist. Vor allem der Alltagsrassismus, der innerhalb der Gerichtsverhandlung, unter den Teppich gekehrt werden soll, ist brisant und lässt einem beim Lesen immer wieder grübeln. "Kleine große Schritte" ist ein spannendes, hoch aktuelles Buch, welches einen, durch den Schreibstil von Jodi Picoult, von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Daher gibt es von mir eine definitive Leseempfehlung!

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Sind wir alle Rassisten?

Von: Phoebe Miller

13.02.2018

Inhalt (in eigenen Worten): Ruth Jefferson ist ein großartige Hebamme, die seit 20 Jahren im gleichen Krankenhaus arbeitet. Eines Tages wird ihr der Umgang mit dem Neugeborenen Davis Bauer untersagt. Der Grund: sie ist Afroamerikerin - und Davis' Eltern Rassisten. Durch einen unglücklichen Zufall gelangt der Junge doch in ihre Obhut und in eine Notfallsituation. Ruth handelt trotz Verbot. Davis stirbt und die Eltern haben eine Schuldige: Ruth Jefferson, der der Umgang mit ihrem Sohn versagt wurde. Meine Meinung: Allein den Inhalt dieses Buches zusammenzufassen, verursacht einen Kloß in meinem Hals. Rassismus in den USA ist noch ein allgegenwärtiges Thema, das mich sehr interessiert. Als ich durch eine Rezension bei Kleinbrina erfahren habe, dass sich Jodi Picoult des Themas angenommen hat, war mir klar, dass ich das Buch lesen musste. Rassismus ist ein Thema, zu dem ich klar Stellung beziehe und trotzdem zieht es mich in Buchform magisch an, besonders, wenn es möglich ist, die Beweggründe der einzelnen Menschen zu erfahren. Picoult tut dies und taucht tief in die Welt dreier Personen ein: Ruth Jefferson ist eine Afroamerikanerin, die sich ein normales Leben wünscht, Turk Bauer ein Rassist, der den Rassismus nicht mit der Muttermilch aufgesogen hat und schließlich die Anwältin Kennedy McQuarrie, die glaubt, keine Rassisistin zu sein. Man erfährt den Werdegang jeder Person, was ich besonders bei Turk Bauer sehr interessant fand. Wie wird man zum Rassisten? Wie kommt man dazu, Menschen zu hassen, nur weil sie einen anderen kulturellen Hintergrund haben? Was im Falle der Afroamerikaner in den Staaten ja nicht einmal der Fall ist. Sie werden nur gehasst, weil sie anders aussehen. Für die Geschichten unserer Vorfahren können wir alle nichts. Bei Turk sind es viele kleine Begebenheiten, Umstände, Kleinigkeiten. Seine Geschichte fand ich besonders fesselnd. Doch besonders mitgenommen hat mich die Sichtweise von Kennedy, Ruths Anwältin, die fest davon überzeugt ist, keine Rassistin zu sein. Doch dabei ist sie es. Und wenn man es als Spiegel der Gesellschaft sieht, sind wir es alle. In unserem Denken, in unserem Handeln. Ruth zeigt Kennedy, wie ihr Leben ist. Ich möchte nicht behaupten, dass das Leben jeder "andersfarbigen" (ist das nicht auch Rassismus?) Person so ist - aber ich kann mir gut vorstellen, dass es einem Großteil so geht. Dass Afroamerikaner, Asiaten, was weiß ich alles, in einem weißen Land dazu neigen, eher kontrolliert zu werden. Eher mit skeptischen Blicken verfolgt zu werden, als wären sie krimineller als alle anderen. Und das in vielen weiteren kleinen Dingen in ihrem, unserem Alltag. Dabei vielleicht oft ganz unabsichtlich. Unterbewusst. Und das brachte mich zum Nachdenken: Bin ich genauso? Wenn wir ehrlich sind, stecken wir viele Menschen in Schubladen, sei es durch die Kleidung, ihr Aussehen, ihre Handlungen - vermutlich auch wirklich durch die Hautfarbe. Und ist es nicht wirklich so, dass wir weniger kämpfen müssen als Menschen anderen Ursprungs in unserem Land? Bin ich dadurch nicht schon blind und auch irgendwo rassistisch? Denn mir fällt eine Freiheit zu, nur weil ich eine bestimmte Hautfarbe habe, einer gewissen Nationalität angehöre und in "meinem" Land lebe. Doch wäre es nicht ebenso andersherum, wenn ICH in der Minderheit in einem anderen Land wäre? Wäre ich dort vielleicht nicht auch das Opfer und andere die Täter? Herrscht also nicht überall auf der Welt der tägliche Rassismus in den kleinen Dingen? Nach all den Jahren und den Kriegen? Können wir den Rassismus überhaupt besiegen? Ihr seht, Kleine große Schritte von Jodi Picoult hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Und genau das ist die Stärke dieser Autorin: Sie schreibt nicht nur eine unheimlich fesselnde Geschichte so flüssig, als würde man sie miterleben. Sie hält einen nicht nur auf Trab und überrascht einen mit vielen kleinen Dingen. Nein, sie nimmt einen an die Hand und zeigt einem ihre Sicht der Dinge und regt zum Nachdenken an. Jodi Picoults Bücher lassen einen nicht so schnell los. So auch dieses. Nun merkt man, dass Ruth Jefferson in dieser Rezension etwas untergeht. Und das ist auch im Buch so. Ruth ist eher die doch unwichtige Person. Die, die sich an ein Leben klammert, das sie eigentlich gar nicht führt. Auch sie wacht langsam auf - so, wie der Leser auch.

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Vita

Jodi Picoult, geboren 1966 in New York, studierte in Princeton und Harvard. Seit 1992 schrieb sie mehr als zwanzig Romane, von denen viele Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste waren. Die Autorin versteht es meisterhaft, über ernste Themen unterhaltend zu schreiben. Sie wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, wie etwa 2003 mit dem renommierten New England Book Award. Picoult lebt mit ihrem Mann in Hanover, New Hampshire.

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Zitate

»Ihr Anliegen – sich des alltäglichen Rassismus bewusst zu werden – ist Jodi Picoult mit diesem Buch wunderbar gelungen.«

hr2 Kultur (03. Oktober 2017)

»›Kleine große Schritte‹ ist das wichtigste Buch, das Jodi Picoult jemals geschrieben hat.«

Washington Post

»Ein packendes Gerichtsdrama, das das politische Klima unserer Tage einfängt. Jodi Picoult durchdringt ihre Charaktere durch und durch.«

The New York Times

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